Weinen

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Dieser Artikel behandelt die Mimik Weinen. Siehe auch: Weinen (Lied), für das Lied von Adel Tawil
Weinendes Mädchen

Weinen ist ein unspezifischer emotionaler Ausdruck, welcher der Mimik zugeordnet wird und oft, aber nicht immer, mit Tränenfluss einhergeht. Weinen ist nicht an eine bestimmte Emotion gebunden, kommt aber beispielsweise häufig bei Schmerz, Trauer, Angst, Ärger oder Freude vor.

Etymologie[Bearbeiten]

Das Verb weinen für ‘unter Tränen jammern’ stammt vom Althochdeutschen weinōn um 800 ab. Im Mittelhochdeutschen wurde es zu weinen, wēnen. Ursprünglich entstand das Wort als Interjektion aus dem germanischen *wai (weh), vergleichbar mit vaitóti ‘(weh)klagen, jammern, seufzen, stöhnen’ vom mundartlichen vaĩ, vái ‘weh(e)’, also ‘weh schreien’. Das Adjektiv weinerlich, das ‘zum Weinen neigend, kläglich, betrübt’ bedeutet, wurde Anfang des 16. Jahrhunderts nach dem Vorbild von jämmerlich, lächerlich aus dem Mittelhochdeutschen wein(e)lich ‘weinend, kläglich, betrübt’ erweitert. In der Literatursprache wurde weinerlich durch Lessing als Übersetzung vom gleichbedeutenden französischsprachigen larmoyant üblich.[1]

Ursachen und Funktionen[Bearbeiten]

Als archetypische Ausdrucksform wird das Weinen von allen Menschen verstanden, da es in Kombination mit der dazugehörigen Mimik den Beteiligten eine eindeutige Zuordnung des Verhaltens ermöglicht. Das Weinen kann auch Ausdruck ausgeprägter Freude (Freudentränen) sein oder eine Reaktion auf heftiges Lachen. Häufiger jedoch ist Weinen Ausdruck von Schmerz, Trauer, Hilflosigkeit, Angst oder des Gefühls tiefer Kränkung und Ungerechtigkeit.

Warum Menschen weinen, ist in der Forschung umstritten. Seit sich Charles Darwin, als einer der ersten, dieses Themas annahm, werden vorrangig zwei theoretische Sichtweisen kontrovers diskutiert, die sich jedoch nicht unbedingt ausschließen müssen: Das Weinen als Form der Kommunikation und sozialen Interaktion, also des Sozialverhaltens, und das Weinen als Schutzreaktion des Körpers und der Psyche, die dem Stress- und Spannungsabbau oder allgemeiner der besseren Verarbeitung besonders emotionaler Eindrücke dient. Für beide Thesen gibt es plausible Argumente, jedoch widersprüchliche Untersuchungen und Studien, die häufig auf subjektivem Empfinden der Betroffenen beruhen. Diese nehmen ihr eigenes Weinen und dessen Wirkung auf ihre eigene Psyche und die Außenwirkung ihres Weinens unterschiedlich wahr. So empfand, entgegen der häufig vertretenen Ansicht, die Mehrzahl der befragten Personen ihr Weinen nicht als erleichternd.[2] Dem rein physiologischen Erklärungsansatz, der Tränenfluss diene dazu, Fremdkörper aus dem Auge oder Giftstoffe aus dem Körper zu schwemmen, wird wenig Bedeutung beigemessen, sofern er nicht auch im übertragenen Sinn verstanden wird. Christian Ohrloff, Pressesprecher der DOG und Direktor der Universitäts-Augenklinik in Frankfurt am Main, bemängelte nach einer Überblicksstudie im Jahr 2009, dass die bisher verfügbaren Untersuchungen meist beschreibend und unsystematisch gewesen seien.[3]

Eine amerikanische Studie hat 2011 gezeigt, dass das Weinen eines Säuglings oder Kleinkindes die Konzentrationsfähigkeit eines Erwachsenen mehr beeinträchtigt als z. B. entsprechend laute Maschinengeräusche.[4]

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Durch Weinen produzierte Tränen unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung von Tränen, welche zur Befeuchtung des Augapfels produziert wurden, und enthalten deutlich größere Anteile der Hormone Prolaktin, Adrenocorticotropin und Leu-Enkephalin[5] sowie der Elemente Kalium und Mangan.[6]

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Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Weinen – Zitate
 Wiktionary: weinen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer, online in DWDS, abgerufen am 22. Juli 2013
  2. Tränenforschung: Heul doch! - Artikel von Alexander Grau, FAZ, 31. Dezember 2006, Nr. 52, S. 65
  3. Frauen und Männer weinen anders - Emotionale Tränen bleiben ein Rätsel - Pressemitteilung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), idw-online, 14. Oktober 2009
  4. Rosemarie Sokol Chang, N. S. Thompson: Whines, cries, and motherese: Their relative power to distract. In: Journal of Social, Evolutionary, and Cultural Psychology, Band 5, Heft 2, 2011, S. 131-141; Science Confirms It: Whining Is The Most Annoying Sound Ever
  5. A. Skorucak: The Science of Tears
  6. Chip Walter: Why do we Cry? In: Scientific American Mind, Bd. 17 Nr. 6 (Dez. 2006), S. 44, ISSN 1555-2284