Eric Clapton

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Eric Clapton (2008)

Eric Patrick Clapton, CBE (* 30. März 1945 in Ripley, Borough of Guildford; Spitzname: Slowhand) ist ein englischer Blues- und Rock-Gitarrist und -Sänger. Er ist 20-facher Grammygewinner[1][2], interpretierte einen der Songs des Jahrhunderts (Change the World) und ist als einziger Musiker der Welt dreifaches Mitglied der „Rock and Roll Hall of Fame“. Clapton prägte die Entwicklung des Bluesrocks seit den 1960er Jahren wesentlich mit und gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen. Auf der im Jahr 2011 aktualisierten Liste der 100 Greatest Guitarists of All Time der US-amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone findet sich Clapton auf Rang 2 (nach Jimi Hendrix).[3]

Biografie[Bearbeiten]

Kindheit[Bearbeiten]

Eric Clapton wurde am 30. März 1945 in Ripley in der Grafschaft Surrey, England, geboren. Seine Mutter Patricia Molly Clapton war bei seiner Geburt erst 16 Jahre alt. Sein Vater war der in England stationierte 24-jährige kanadische Soldat Edward Walter Fryer, der bei der Geburt das Land bereits wieder verlassen hatte.[4] Als uneheliches Kind wuchs Clapton ab seinem zweiten Lebensjahr bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Ripley in der Grafschaft Surrey in England auf. Diese verheimlichten ihm seine Abstammung und ließen ihn in dem Glauben, seine Mutter sei seine Schwester.[5]

Der junge Clapton war in seiner Schulzeit ein eher ruhiges, aber überdurchschnittlich begabtes Kind.[5] Sein Kunststudium an der Londoner Kingston University brach er ab, um sich 1963 im Alter von 17 Jahren seiner ersten Band anzuschließen, den Roosters.

1960er[Bearbeiten]

Im Januar 1963 wurde Eric Clapton Mitglied der R&B-Band The Roosters, wo er unter anderem mit Tom McGuinness spielte. Nach der Auflösung dieser Gruppe im August 1963 traten Clapton und McGuinness einige Male mit Casey Jones & the Engineers auf.[6] Im Oktober 1963 wurde Eric Clapton Gitarrist der Yardbirds, mit denen er 1965 deren größten Hit For Your Love einspielte. Nach seinem Ausscheiden aus der Gruppe im April 1965 – da sie ihm zu kommerziell wurde – schloss er sich den Bluesbreakers von John Mayall an. Er nahm an den Aufnahmen zum Album Blues Breakers with Eric Clapton teil.

Cream, 1960er

Mitte 1966 verließ Eric Clapton die Bluesbreakers und formierte mit Ginger Baker (Schlagzeug) und Jack Bruce (Bass), die beide zuvor bei der Graham Bond Organization gespielt hatten, das Powertrio Cream, die erste Supergroup der Rockmusik. Die Gruppe hatte diverse große Hits wie I Feel Free, Sunshine of Your Love, White Room, Crossroads, Strange Brew oder Badge und entsprechenden kommerziellen Erfolg. Insbesondere die offen ausgetragenen Differenzen zwischen Bruce und Baker erschwerten die musikalische Zusammenarbeit in der Band jedoch dauerhaft.

Clapton begann in dieser Zeit, selbst zu singen und Songs zu schreiben. Seine Kompositionen und sein gesamter Stil wurden in dieser Zeit stark von The Band beeinflusst. Mit George Harrison von den Beatles schrieb er den Cream-Titel Badge. Die lebenslange Freundschaft der beiden führte auch zur Mitwirkung Claptons bei der Beatles-Aufnahme von While My Guitar Gently Weeps (1968). Bis zu Harrisons Tod 2001 spielte Clapton oft bei dessen Soloaufnahmen mit, gemeinsame Live-Auftritte waren nicht selten. Nach der überraschenden Auflösung von Cream 1968 spielte Clapton im Dezember desselben Jahres einen Auftritt im „Rock and Roll Circus“, bei dem er mit John Lennon, Keith Richards und Mitch Mitchell als The Dirty Mac auftrat. Im März des darauffolgenden Jahres gründete er zusammen mit Steve Winwood die Gruppe Blind Faith – in der Besetzung Eric Clapton (Leadgitarre), Steve Winwood (Orgel, Klavier, Gesang), Ginger Baker (Schlagzeug) und Ric Grech (Bass, Violine). Nach der Veröffentlichung des musikalisch exzellenten – vielfach prämierten – Albums Blind Faith und einer erfolgreichen Tournee löste sich im September 1969 auch diese Formation auf. Zwischen den einzelnen individualistischen Bandmitgliedern waren die Differenzen über die künftige musikalische Ausrichtung von Blind Faith einfach zu groß geworden. Kurze Zeit später wirkte Clapton in John Lennons neuer Live-Band, der Plastic Ono Band, sowie auf dem Album Friends And Angels von Martha Veléz mit.

Ende 1969 tourte Clapton mit Delaney & Bonnie, nachdem er nach New York gezogen war, und nahm 1970 sein erstes Soloalbum auf. Mit der Auskopplung des J.-J.-Cale-Songs After Midnight erreichte er einen Achtungserfolg in den US-Charts. Ferner spielte er in dieser Zeit oft bei den Aufnahmen anderer Musiker mit, so mit der Plastic Ono Band und Dr. John.

Mit einigen der Bandmusiker von Delaney & Bonnie gründete er anschließend Derek and the Dominos, die das vielgelobte Album Layla and Other Assorted Love Songs aufnahm, bei dem auch Duane Allman mitspielte. Das Album ist stark vom Blues beeinflusst und gilt bis heute insbesondere wegen des Zusammenspiels der beiden herausragenden Gitarristen als eines der besten Alben Claptons. Der Titelsong Layla ist einer der meistgespielten Rocksongs der 1970er Jahre. Er greift Themen aus der Liebesgeschichte Leila und Madschnun des persischen Dichters Nezāmi auf; Clapton fühlte sich wegen seiner damals noch nicht erwiderten Liebe zu Pattie Boyd-Harrison in einer ähnlichen Situation. Die Gruppe, die ohne Allman auf Tournee ging, veröffentlichte zwar noch ein Live-Doppelalbum, brach jedoch kurze Zeit später auseinander.

1970er[Bearbeiten]

Eric Clapton, 1977

Clapton spielte weiterhin bei zahlreichen Studioaufnahmen von Freunden wie John Lennon und Billy Preston und mit Howlin’ Wolf bei dessen London Session. In dieser Zeit verfiel er den Drogen und wurde heroinsüchtig. 1971 nahm Clapton an George Harrisons Konzert für Bangladesch teil, bei dem er auf der Bühne zusammenbrach. Er habe in einer „Wolke aus rosa Watte“ gelebt, erzählte er in einem Interview des Rolling Stone, kam aber durch eine neuartige Elektrotherapie von der Sucht los.

1973 trat er beim von Pete Townshend organisierten Rainbow Concert auf – seine prominent besetzte Begleitband nannte sich The Palpitations. Townshend verhalf Clapton damit zu einem frühen Comeback nach der sehr drogenlastigen Zeit. 1974 nahm Clapton 461 Ocean Boulevard auf. Seine Version von Bob Marleys I Shot the Sheriff wurde ein Hit und machte Marley und Reggae einem breiteren Publikum bekannt. Im Rahmen eines Auftritts 1976 in Birmingham machte Eric Clapton rassistische Bemerkungen, beschimpfte schwarze Menschen als „wogs“ und forderte alle „foreigners“ auf, nicht nur die Halle, sondern das Land zu verlassen. Er rief zur Wahl des britischen Politikers Enoch Powell auf, dieser werde verhindern, dass Großbritannien eine „schwarze Kolonie“ werde. Clapton benutzte dabei den Slogan der rechtsextremen National Front „Keep Britain white!“[7] Der von Clapton so zum Ausdruck gebrachte Rassismus war ein Anlass zur Gründung der Musiker-Initiative Rock Against Racism. In seiner Biografie entschuldigte sich Clapton und sagte, er sei damals betrunken gewesen. Eine Woche nach dem Auftritt hatte Clapton seine Ausfälle allerdings gegenüber einem Musikmagazin bekräftigt. Noch 2004 erklärte er gegenüber Uncut, Powell sei „unfassbar mutig“ gewesen.[8] Eric Clapton lebte seit Mitte der 1970er mit Pattie Boyd-Harrison zusammen, 1979 heirateten sie. In dieser Zeit war Clapton schwer alkoholabhängig. Nach einer Entziehungskur erlitt er einen Rückfall. Die zweite Entziehungskur veranlasste ihn, auf Antigua ein Rehabilitationszentrum[9] zu gründen.

1980er[Bearbeiten]

Clapton mit Tina Turner, 1987

Nach Behandlung seiner Suchtprobleme nahm Clapton in den 1980ern erneut Platten auf. Die mit Phil Collins produzierten Alben Behind the Sun (1985) und August (1986) zeigten deutlich den von Collins bevorzugten glatten, pop-orientierten Stil mit Synthie-Drums und Bläsern, stellten aber vor allem in Großbritannien beachtliche Verkaufserfolge dar. Das Album August erreichte Platz 3 der britischen Hitparade. Der Eröffnungssong It’s in the Way that You Use It wurde für die Filmmusik des Spielfilms Die Farbe des Geldes mit Tom Cruise und Paul Newman verwendet. Ebenfalls 1986 trat Clapton zusammen mit seinem Idol Chuck Berry bei dessen Konzert zum 60. Geburtstag in St. Louis auf. 1989 wurde das Album Journeyman veröffentlicht. Seit den 1980er Jahren ist Clapton auch als Komponist für Filmmusik tätig. So arbeitete er zusammen mit Michael Kamen an dem Soundtrack Edge of Darkness für die Filmreihe Lethal Weapon. 1989 ließ Clapton sich von Pattie Boyd-Harrison scheiden, nachdem er bereits 1985 und 1986 Vater zweier Kinder aus losen Beziehungen geworden war. Clapton wurde in den 80ern und frühen 90ern von Gianni Versace eingekleidet, was Aufmerksamkeit während der Journeyman World Tour erlangte.[10][11][12][13]

1990er[Bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre musste Clapton einige tragische Ereignisse durchleben. Am 27. August 1990 kam Stevie Ray Vaughan, der mit Clapton auf der Journeyman World Tour war, bei einem Helikopterabsturz ums Leben; am 20. März 1991 starb sein viereinhalbjähriger Sohn Conor bei einem Sturz aus dem 53. Stock eines Hochhauses in New York. Teil seiner Trauerarbeit waren die Songs Circus sowie Tears in Heaven[14]. Die MTV Unplugged-Session brachte Clapton 6 Grammys im Jahr 1993. 1991 erschien sein Live-Album 24 Nights das in den Jahren 1990 bis 1991 mit Orchester, Blues-Band sowie 4- und 9-Band-Besetzung in der Royal Albert Hall aufgenommen wurde. Auf dem Album sind die Rockhits Pretending und Bad Love enthalten, die Clapton Platz 1 der Mainstream-Rock-Charts und 1990 einen Grammy für den besten Rocksong einbrachten. Mit dem Album From the Cradle kehrte Clapton 1994 zu seinen Blueswurzeln zurück. Auf dem von Simon Climie produzierten Album Pilgrim (1998) dominierten eher pop-orientierte Songs. 1996 veröffentlichte Clapton die Hitsingle Change the World, die ihm 1997 drei Grammys brachte. Seit Mitte der 90ern wird Clapton von seinem engen Freund Giorgio Armani eingekleidet.[14] Clapton weihte 1996 zwei Emporio Armani Stores in New York für Armani ein und komponierte 1997 Stücke für Armanis Modenschauen.[14][15] Seine Kritiker überzeugten insbesondere gemeinsame Aufnahmen mit Carlos Santana. Ende der 1990er Jahren hatte er eine Beziehung zu der Musikerin Sheryl Crow. 1999 lernte Clapton die damals 25 Jahre alte Grafikkünstlerin Melia McEnery kennen, die er 2002 heiratete. Mit ihr hat Clapton drei Kinder. Im selben Jahr versteigerte Clapton zum ersten mal eine Auswahl seiner Gitarren und Verstärker zu Gunsten des Crossroads Centre. Auf DVD erschien das dazugehörige Benefitzkonzert In Concert: A Benefit for the Crossroads Centre at Antigua.

2000er[Bearbeiten]

Eric Clapton, 2002

Im Jahr 2000 veröffentlichte Clapton Riding with the King zusammen mit B. B. King. 2001 erschien das Album Reptile lanciert mit der Reptile World Tour. 2002 veranstaltete Eric Clapton am 29. November in der Royal Albert Hall das Concert for George, ein Gedenkkonzert für George Harrison, genau ein Jahr nach dessen Tod. Dazu lud er Freunde von Harrison ein, unter anderem Paul McCartney, Ringo Starr, Jeff Lynne, Tom Petty & the Heartbreakers, Ravi Shankar, Billy Preston, Gary Brooker, Klaus Voormann und Joe Brown. Außerdem waren auch Olivia Harrison und deren Sohn Dhani anwesend, der auch in der Band mitspielte. 2004 organisierte Clapton das erste Crossroads Guitar Festival in Dallas, dessen Einnahmen als Benefizveranstaltung an seine gleichnamige Entzugsklinik auf Antigua gingen. Noch im selben Jahr nahm er die Blues-Dokumentation Sessions for Robert J und das Album Me and Mr. Johnson auf. Im Mai 2005 trat Clapton in der Royal Albert Hall in London mit Ginger Baker (Schlagzeug) und Jack Bruce (Bass) in einem „Cream Reunion Concert“ in Originalbesetzung auf. Kurz darauf ließ sich Clapton für 100.000 US-Dollar einen Martin-Gitarrenkoffer von Hermès aus feinstem Krokodilleder herstellen.[16] Im November 2006 erschien The Road to Escondido, ein gemeinsames Album mit J. J. Cale. Auch die Einnahmen des zweiten Crossroads Guitar Festivals am 28. Juli 2007 in Chicago kamen der Rehaklinik zugute. An der Veranstaltung waren unter anderem Jeff Beck, Doyle Bramhall II, Robert Cray, Sheryl Crow, Vince Gill, Buddy Guy, BB King, Alison Krauss and Union Station, Sonny Landreth, Albert Lee, Los Lobos, John Mayer, John McLaughlin, Willie Nelson, Robert Randolph, Hubert Sumlin, Derek Trucks, Jimmie Vaughan und Steve Winwood beteiligt.

Nach einer Konzertreihe mit Steve Winwood im Februar 2008 absolvierte Clapton im Sommer 2008 in den USA und Europa eine Tour. Diese setzte er Anfang 2009 in Japan und Australien fort. Im Mai 2009 spielte Clapton eine Serie von Konzerten in der Royal Albert Hall in London. Im Herbst 2009 kehrte Clapton nochmals für 14 Konzerte mit Winwood in die USA zurück und veröffentlichte das Album und die DVD Live from Madison Square Garden. Im März 2009 trat Clapton im New Yorker Beacon Theater als Gast an zwei Abenden mit der Allmann Brothers Band auf. Die Band spielte eine Serie von Konzerten zu ihrem 40-jährigen Bestehen.

2010er[Bearbeiten]

Eric Clapton, 2010

Nach den Konzerten mit Winwood setzte man die Tour 2010 in Europa fort. Zwischendurch spielte Clapton eine kleine Serie von Solo-Konzerten in den USA mit Roger Daltrey als Support. Im September 2010 erschien sein 14. Soloalbum mit dem Titel Clapton. 2011 versteigerte er zum dritten mal einige seiner Gitarren und Verstärker für das Crossroads Center. 2013 dann das vierte Crossroads Guitar Festival in Chicago statt und das Album Old Sock, das überwiegend aus Coverversionen besteht, erschien unter seinem eigenen Label. 2014 veröffentlichte er zusammen mit Mark Knopfler, John Mayer, Willy Nelson, Tom Petty, Christine Lakeland und Don White das Album The Breeze – An Appreciation of JJ Cale das in Deutschland Platz 2 der Charts erreichte. Außerdem spielte Clapton einige wenige Konzerte in Europa, Fernostasien und den USA. Am 21 Juni verließ Clapton kurz vor Ende seines Konzertes in Glasgow die Bühne wegen Tonproblemen, entschuldigte sich aber nicht beim Publikum und erklärte den Sachverhalt nicht genau, sodass knapp 13.000 Besucher enttäuscht von Claptons Auftreten die Arena verließen.[17] Am 24. Juni 2014 spielte er sein einziges Deutschlandkonzert in der Mannheimer SAP Arena, die er innerhalb weniger Tage ausverkaufte.[18] Clapton kündigte einen möglichen Rückzug aus dem Tourneegeschäft im selben Jahr an und veröffentlichte den Dokumentar- und Konzertfilm Planes, Trains and Eric. Am 21. Oktober 2014 wurde bekannt gegeben, dass Clapton anlässlich seines 70. Geburtstages für vier Konzerte im Mai 2015 in der Royal Albert Hall auftritt.[19]

Persönliches[Bearbeiten]

Eric Clapton ist seit 2002 in zweiter Ehe mit der 31 Jahre jüngeren Melia McEnery verheiratet. Mit ihr hat er drei Töchter (*2001, *2003, *2005). Eine weitere Tochter (*1985) und ein Sohn (*1986; †1991) stammen aus parallel zu seiner ersten Ehe (1979 - 1988) mit Pattie Boyd unterhaltenen Beziehungen zu Yvonne Kelly und Lory Del Santo.

Claptons Spielweise[Bearbeiten]

Stil[Bearbeiten]

Claptons musikalische Wurzeln liegen im Blues der 1930er und 1940er Jahre. Seine Vorbilder waren vor allem Robert Johnson und Chuck Berry, ebenso Muddy Waters, B. B. King, Albert King, Freddie King und Otis Rush. Obwohl Clapton zu schnellem Spieltempo imstande ist (so zum Beispiel in der Live-Version des Songs Crossroads vom Album Wheels of Fire, 1968), ist er nicht vorwiegend dafür bekannt. Der Wert von Claptons Spiel liegt besonders in seiner Fähigkeit, Soli mit schlüssiger musikalischer Architektur (Aufbau von Spannung, Höhepunkt und Auflösung) zu improvisieren.

Instrumente[Bearbeiten]

→ Mehr dazu: Eric Clapton Signatur-Stratocaster, Brownie, Blackie, Cherry Red, 1977, Martin, The Smoker's Guitar, Crashocaster

Eric Clapton Stratocaster 1996

Clapton spielte zu Beginn seiner Karriere – bei den Yardbirds – eine Fender Telecaster und eine Gibson ES-335. Bei John Mayalls Bluesbreakers und bei Cream wechselte er zur Gibson Les Paul und Gibson SG. Er gehörte zu den Blues-Musikern, deren Erfolg den Gitarrenhersteller Gibson motivierte, die Les Paul wieder ins Programm zu nehmen. Ab Derek and the Dominoes spielte Clapton vorwiegend auf Fender-Gitarren, insbesondere auf seiner „Brownie“, einer 2-Color Sunburst Stratocaster aus dem Jahr 1956. Brownie wurde drei Jahre später auf dem Rainbow-Concert von „Blackie“ abgelöst, einer schwarzen Fender Stratocaster, die er sich aus drei Instrumenten selbst zusammengesetzt hatte.

Standardmodell 000-28EC

Unplugged setzt Clapton sowohl Gitarren mit Nylon- wie auch mit Stahlsaiten ein. Bei seinem MTV-Unplugged-Konzert 1992 spielte er die Martin 000-42 aus den 1950er Jahren, die er, ebenso wie „Blackie“ 2004, für einen guten Zweck beim Auktionshaus Christie’s versteigern ließ.

Es gibt sechs Gitarren, die Eric Claptons Namen tragen.

  • Zum einen ist das die Fender Stratocaster „Eric Clapton“, die nach seinem Lieblingsmodell „Blackie“ aus den 1970ern nach Claptons Vorgaben gebaut wurde. Das Besondere ist der Gitarrenhals mit einem V-Profil, das seiner Spielweise zugutekommt. Sie besitzt darüber hinaus sehr moderne Merkmale wie die Noiseless Pickups, die sehr brummarm sind, einen 25dB-Aktiv-Mittenbooster mit 9-Volt-Batterie und ein geblocktes Tremolo, da Clapton es nie benutzt.
  • Die zweite Gitarre ist eine Martin 00028EC. Es ist eine Westerngitarre in OOO-Form, also etwas kleiner als eine Dreadnought-Form, und besitzt ebenso ein V-Profil sowie speziell ausgewählte Hölzer. Außerdem gibt es eine wesentlich luxuriöser ausgestattete Sonderauflage mit Namen 00042, die über zahlreiche Perlmutteinlagen verfügt. Da diese Gitarre auf 50 Stück limitiert war, ist sie im regulären Musikalienhandel nicht mehr zu erhalten.
  • Die dritte Gitarre ist die halbakustische Gibson ES-335Eric Clapton Cherry Red“, die allerdings auf 250 Stück limitiert war.
  • Die vierte ist eine exakte Kopie von „Blackie“ aus dem Fender Custom Shop. Dieses Modell ist allerdings auf 275 Stück limitiert, wobei nur 90 außerhalb der USA käuflich zu erwerben waren (2006).
  • Die fünfte ist die „Fender Eric Clapton Crossroads Stratocaster“ aus dem Jahre 2007, die auch im Paket mit dem „Crossroads ’57 Twin Amp“-Verstärker erhältlich war. Die mit einem von Clapton gestalteten Logo verzierte Gitarre ist auf 100 Exemplare limitiert, der Verstärker auf 50 Exemplare. Die Gewinne aus diesen Instrumentenverkäufen gingen an Claptons Rehabilitationszentrum.
  • Nummer sechs ist eine Gibson „Eric Clapton 1960“ Les Paul, die dem Instrument, das Clapton auf dem sogenannten "Beano" Album „Blues Breakers with Eric Clapton“ von John Mayall and the Bluesbreakers spielte, nachempfunden ist.

Beiname Slowhand[Bearbeiten]

Eric Clapton erklärt in seiner Autobiografie Mein Leben, wie er zu diesem Spitznamen kam:

Zu jener Zeit gehörte Clapton zur Band „The Yardbirds“. Sie spielten unter anderem im „CrawDaddy Club“, dessen Besitzer Giorgio Gomelsky war. Die Band spielte in der Regel gecoverte Songs, die normalerweise drei Minuten lang waren, und streckten sie auf fünf bis sechs Minuten. Clapton spielte damals sehr dünne Saiten, weil man die Töne darauf besser ziehen konnte, und es passierte häufiger, dass eine Saite mitten in einem Stück riss. Während Clapton die neue Saite aufzog, verfiel das Publikum als Missbilligung der Pause in ein langsames Klatschen. Dieser „slow handclap“ inspirierte Gomelsky dazu, ihn „Slowhand“ Clapton zu nennen.[14]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Eric Clapton/Diskografie

Studioalben als Solokünstler[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

Neben vielen anderen bekannten Künstlern spielt er in der für den Film Blues Brothers 2000 zusammengestellten Band Louisiana Gator Boys einen Gitarristen. Im von George Harrison produzierten Spielfilm Wasser – Der Film ist Clapton in einer kleinen Nebenrolle an der Seite anderer Musiker zu sehen. Zudem spielte er 1975 den Prediger in der Verfilmung der Rockoper Tommy.

Zudem ist Clapton auch als Komponist für Filmmusik aktiv. Hierbei war er u. a. beteiligt an allen Teilen der Lethal Weapon-Filmreihe, Fisch & Chips (1996) sowie dem Science-fiction-Film Die Besucher aus dem Jahr 1989 und An deiner Seite (1999).

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Eric Clapton Rock Walk Ehrung, Hollywood

Eric Clapton verzeichnet mehr als 70 Millionen Albumverkäufe, mehr als 5 Millionen Singleverkäufe, mehr als 10 Millionen Videoverkäufe und mehr als 20 Millionen Radioübertragungen seiner Songs. Sein kommerziell erfolgreichstes Album ist Unplugged mit weltweiten Verkäufen von über 16 Millionen.

Grammys[Bearbeiten]

Clapton erhielt in den 90er Jahren 13 Grammy Awards und ist damit britischer Rekordhalter.[20]

Jahr Kategorie Werk[1][2]
1972 Album of the Year The Concert for Bangladesh
1987 Best Performance Music Video The Prince’s Trust All Star Rock Concert
1990 Best Male Rock Vocal Bad Love
1993 Best Rock Song Layla
1993 Best Male Rock Vocal Performance Unplugged
1993 Album of the Year Unplugged
1993 Best Male Pop Vocal Performance Tears in Heaven
1993 Song of the Year Tears in Heaven
1993 Record of the Year Tears in Heaven
1994 Best Traditional Blues Album From the Cradle
1996 Best Male Pop Vocal Change the World
1996 Song of the Year Change the World mit Babyface
1996 Record of the Year Change the World mit Babyface
1996 Best Rock Instrumental Performance SRV Shuffle mit Jimmy Vaughan
1998 Best Male Pop Vocal Performance My Father's Eyes
2000 Best Rock Instrumental Performance The Calling mit Carlos Santana
2000 Best Traditional Blues Album Riding with the King mit BB King
2001 Best Pop Instrumental Performance Reptile (Song)
2006 Lifetime Achievement Award Cream mit Ginger Baker, Jack Bruce
2008 Best Contemporary Blues Album The Road to Escondido mit JJ Cale

Grammy Hall Of Fame[Bearbeiten]

Jahr Kategorie Werk[21]
1998 Rock Single Layla
1999 Rock Album Disraeli Gears
2000 Rock Album Layla and Other Assorted Love Songs
2003 Rock Single I Shot the Sheriff

BMI-Rundfunk-Auszeichnungen[Bearbeiten]

Übertragungen Werk
+2 Mio.[22] My Father's Eyes
+3 Mio.[23] Lay Down Sally
+4 Mio.[24] Tears in Heaven
+5 Mio.[25] Wonderful Tonight
+6 Mio.[26] Layla

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eric Clapton – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Eric Clapton, 20 Grammys
  2. a b Eric Clapton, 20 Grammys RP Online RP Online
  3. rollingstone.com: 100 Greatest Guitarists of All Time; abgerufen am 3. Januar 2012.
  4. clapton.de (PDF-Datei; 57 kB)
  5. a b eric-clapton.co.uk Biografie
  6. rollingstone.com: Eric Clapton, abgerufen am 22. Februar 2012.
  7. John Street: Rebel Rock. Politics of Popular Music. Basil Blackwell Ltd., Oxford 1986. S. 74-75.
  8. Sarfraz Manzoor: The year rock found the power to unite. In: The Observer, 20. April 2008 (abgerufen am 24. Januar 2012)
  9. Crossroads Centre Antigua
  10. Gianni Versace Stage Suit. christies.com. Abgerufen am 15. Juli 2014.
  11. Gianni Versace designed Stage Suit. bonhams.com. Abgerufen am 15. Juli 2014.
  12. Gianni Versace/Fender Guitar Strap. christies.com. Abgerufen am 15. Juli 2014.
  13. A Fender/Versace guitar strap. christies.com. Abgerufen am 15. Juli 2014.
  14. a b c d Eric Clapton: The Autobiography. 2007
  15. Tour-Archiv
  16. Hermès Krokodilleder Gitarrenkoffer
  17. 21. Juni 2014 - Eric Clapton & His Band, abgerufen am 23. Oktober 2014, whereseric.com
  18. Andreas Potzel: Eric Clapton erhält Sold Out Award der SAP Arena | Musikmarkt, 7. Juli 2014, musikmarkt.de
  19. Eric Clapton Celebrates 70th Birthday With 2015 Royal Albert Hall Shows, abgerufen am 23. Oktober 2014, whereseric.com
  20. Die erfolgreichsten Grammy-Gewinner Grammy Awards
  21. Grammy Hall of Fame Auszeichnungen
  22. BMI Zertifikation My Father's Eyes, abgerufen am 23. Oktober 2014, equipboard.com
  23. BMI Zertifikation Lay Down Sally, abgerufen am 23. Oktober 2014, equipboard.com
  24. BMI Zertifikation Tears in Heaven, abgerufen am 23. Oktober 2014, equipboard.com
  25. BMI Zertifikation Wonderful Tonight, abgerufen am 23. Oktober 2014, equipboard.com
  26. BMI Zertifikation Layla, abgerufen am 23. Oktober 2014, equipboard.com