Wendigo

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Dieser Artikel behandelt das mythologische Wesen. Für den kanadischen Film von 1981 siehe Windigo – Die Nacht des Grauens.

Der Wendigo (Vielfraß; auch Windigo, Kokodjo, Atcen (sprich Ät-schen), Plural Wendigowak) ist gemäß der Mythologie der Anishinabe, Cree und anderer algonkinsprachiger Ethnien ein übernatürliches Wesen. Es symbolisiert die Völlerei. Wendigo ist bekannt für seine Grausamkeit und für seine Vorliebe für Menschenfleisch. Die amerikanischen Ureinwohner glauben, dass jeder, der Menschenfleisch isst, selbst zum Wendigo wird und für immer von einem unstillbaren Hunger auf Menschenfleisch gequält wird. Wendigowak leben bevorzugt im Wald.

Der Wendigo als Gestaltwandler[Bearbeiten]

Die Wendigowak haben einige Parallelen zu den europäischen Werwölfen. Sie haben einerseits eine menschliche Gestalt, in der sie nur an roten Augen zu erkennen sind. Andererseits haben sie die Gestalt einer Bestie, deren Beschreibung zwischen einem haarigen, klauenbewehrten Katzen- oder Hirschmonster und einem riesigen Eisskelett variiert. Außerdem können sie eine „Schattenform“ annehmen. Allen Erscheinungsformen gemeinsam ist das Herz aus Eis, das besonders in der Skelettform zum Vorschein kommt. Der Wendigo ist zur Nacht des Vollmonds aktiv sowie eine davor und eine danach.

Entstehen eines Wendigos[Bearbeiten]

Es soll vier Möglichkeiten geben, wie eine Person ein Wendigo werden soll:

  • Im Traum den Ruf eines Wendigo-Geistes zu vernehmen oder zu träumen, selbst ein Wendigo zu sein
  • Menschenfleisch zu verzehren
  • Ein Verwandlungsritual zu vollziehen
  • Von einem Wendigo verletzt zu werden

Tötung oder Heilung eines Wendigos[Bearbeiten]

Wendigowak können nur durch Feuer getötet werden, da nur auf diese Weise ihr Herz aus Eis zerstört werden kann.

Heilung ist durch das Einflößen von heißem Talg möglich. Dadurch wird der Wendigo gezwungen, sein Eisherz zu erbrechen. Wenn ein Wendigo getötet wird, werden alle, die durch ihn zum Wendigo wurden, wieder zu Menschen.

Literarische Verarbeitungen[Bearbeiten]

  • Algernon Blackwood: Der Wendigo, in: Ders.: Das leere Haus. Phantastische Geschichten, 4. Aufl. Frankfurt a.M. 1979, S. 31-97 (Originalausgabe: The Wendigo, London 1906).
  • Rick Yancey: Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo, Lübbe Digital in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, 2012, (Original: The Curse of the Wendigo, 2010).

Moderne Darstellungen[Bearbeiten]

  • In einer Episode der TV-Serie Charmed – Zauberhafte Hexen treffen die drei Schwestern auf einen Wendigo.
  • In einigen Folgen der TV-Serie Hannibal (Fernsehserie) bildet sich der Protagonist Will Graham einen Wendigo ein.
  • Die zweite Folge der ersten Staffel der TV-Serie Supernatural ist nach dem in ihr vorkommenden Wendigo benannt.
  • Im Roman Friedhof der Kuscheltiere des Schriftstellers Stephen King stellt sich der Antagonist als Wendigo heraus.
  • In Teen Wolf treffen die Protagonisten auf einen Wendigo.
  • Im Roman Winterkill von Josh Ericson Pseudonym des Autors Thomas Jeier spielt der Wendigo eine zentrale Rolle.

Weblinks[Bearbeiten]