Wilhelm Dietrich von Buddenbrock

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Wilhelm Dietrich von Buddenbrock 1743
Wilhelm Dietrich von Buddenbrock

Wilhelm Dietrich Freiherr von Buddenbrock [ˈbʊdn̩ˌbʁoːk] (* 15. März 1672 in Tilsemischken bei Ragnit in Ostpreußen; † 28. März 1757 in Breslau) war ein preußischer Feldmarschall.

Leben[Bearbeiten]

Er stammte aus dem alten Geschlecht der baltischen Buddenbrock. Sein Vater war der königlich polnische Oberstleutnant Johann von Buddenbrock (* 1624; † 3. November 1677), Erbherr auf Cosacken, Beynunen, Drescowen, Schönjarken, Gurnen und Bialla, die Mutter war Elisabeth Sophia von Rappe,[1]Tochter des königlich polnischen Majors Christoph von Rappe auf Angerapp und Enkelin des gleichnamigen preußischen Kanzlers Christoph von Rappe.[2][3][4] Nach dreijährigen Universitätsstudien an der Albertina in Königsberg ging Buddenbrock aus „Kriegslust“ zur Armee, um im Rahmen des kurbrandenburgischen Kontingentes am Neunjährigen Krieg im Feldzug gegen das Königreich Frankreich in den Niederlanden zu kämpfen. Er kämpfte 1690 als 18-jähriger Kornett im „Regiment Anhalt zu Pferde“ in der Schlacht bei Fleurus. Später nahm er in seinem nun königlich preußischen Regiment in allen Schlachten des Spanischen Erbfolgekrieges teil und war Kommandeur des Regiments in der Schlacht bei Malplaquet im Jahre 1709. Am 18. Juli 1724 wurde Buddenbrock zum Oberst des zuvor „Bredow zu Pferde“ genannten Regiment ernannt. Es trug nunmehr den Namen „von Buddenbrock“ übernahm.

Er wurde 1729 in das Gefolge des Königs Friedrich Wilhelm I. aufgenommen, zum Generalleutnant befördert und erhielt den Orden vom Schwarzen Adler (1739). Er war Mitglied des Tabakskollegiums und auch des Königs Gesellschafter am Sterbelager.

In der Schlacht bei Chotusitz 1743 verdiente er sich die Beförderung zum General der Kavallerie nebst des Königs Bild in Brillanten, eine Amtshauptmannschaft und eine Gehaltszulage. Im selben Jahr vermählte er sich in zweiter Ehe mit Beate Abigail von Siegroth, seit 1741 Witwe nach Karl Gottlieb von Nostitz auf Laasan. Der zweite Schlesische Krieg brachte ihm den Feldmarschallstab (19. März 1745).

Sein ältester Sohn fiel in der Schlacht bei Chotusitz, der jüngere Sohn als Generalleutnant und Gouverneur des Berliner Kadettenkorps Johann von Buddenbrock (1707–1781), der in der Schlacht bei Hohenfriedberg schwer verwundet wurde, war wie der Vater Berufsoffizier.[5]

Buddenbrock starb 85-jährig als Gouverneur von Breslau. Sein Leichnam wurde in der Kirche von Peterwitz beigesetzt. Ihm sind nachzurühmen entschiedene Verdienste um die Reitereitechnik und die Hebung des wissenschaftlichen Sinnes in Offizierskreisen.

Familie[Bearbeiten]

Wilhelm Dietrich von Buddenbrock war in erster Ehe mit Klara Anna Katharina von Grüter (* 28. April 1675; † 8. Juni 1713). Aus der Ehe stammen drei Söhne und fünf Töchter. Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 15. August 1745 Beate Abigail von Siegroth (* 9. Januar 1700; † 26. Juli 1770).[6]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Walsdorff, Familie von Rapp (abgerufen am 13. November 2014)
  2. Karl Friedrich Pauli, Leben grosser Helden des gegenwärtigen Krieges, Band 1, Halle 1758, S. 3–22
  3. Rudolf Vierhaus (Hg.), Deutsche biographische Enzyklopädie (2007), S. 182 (Digitalisat)
  4. Peter Karnatz, Johann von Buddenbrock (1) (abgerufen am 12. November 2014)
  5. http://www.garnisonkirche-berlin.de/13.htm
  6. Johannes Caspar Schulz,Nachrichten über die gründung und erbauung der evangelischen kirche zu Metschkau, Striegauer kreises, S.19 Digitalisat