Microsoft SharePoint Foundation

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Microsoft SharePoint Foundation
Entwickler Microsoft Corporation
Aktuelle Version Microsoft SharePoint Foundation 2013
Betriebssystem Windows Server
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
Microsoft SharePoint Foundation

SharePoint Foundation, bis Version 2007 Microsoft Windows SharePoint Services, bezeichnet ein Produkt der Firma Microsoft, das zum freien Herunterladen für Inhaber einer Windows-Server-Lizenz ab Version Windows Server 2003 verfügbar ist. Ziel der SharePoint Foundation ist die virtuelle Zusammenarbeit von Benutzern unter einer Weboberfläche mit einer gemeinsamen Daten- und Informationsablage. Der grundlegende Aufbau der SharePoint Foundation sorgt für eine integrative und themenorientierte Form der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Personen.

SharePoint Foundation ist nicht zu verwechseln mit dem Microsoft SharePoint Server, einem weiteren Produkt von Microsoft, das auf der SharePoint Foundation basiert.

Überblick[Bearbeiten]

SharePoint Foundation stellen Funktionen zur Zusammenarbeit (Collaboration) zwischen mehreren Personen bereit. Dies erfolgt durch eine individuell veränderbare Ablage, Darstellung und Weiterverarbeitung gespeicherter und weiterer angeschlossener Informationen.

Kern dieser Funktionen unter der SharePoint Foundation sind veränder- und anpassbare Listen. Listen sind bspw. Aufgabenlisten im Team, Kalender, Dokumentenbibliotheken (Dateiablage mit erweiterten Eigenschaften), Adresslisten u. ä. Weitere Listen können frei (sogenannte benutzerdefinierte Listen) in Listenform erstellt oder aus Drittsystemen eingebunden werden.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Im Sinne der virtuellen Zusammenarbeit ist die SharePoint Foundation eine digitale Plattform, die Informationsflüsse wahlweise simplex, als auch duplex unterstützt. SharePoint Foundation ist ein asynchrones Kommunikationsmedium. Für synchrone Kommunikation bestehen Zusatzanwendungen von Microsoft, die direkt mit SharePoint Foundation interagieren.

In Bezug auf Wissensmanagement ist SharePoint Foundation eine Wissensdatenbank und eine Plattform für Expertensysteme.

Entgegen herkömmlicher Meinung ist SharePoint Foundation kein Webportal, sondern eine Webanwendung.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Funktionen der SharePoint Foundation aus Benutzersicht können mit folgenden Eigenschaften zusammenfassend beschrieben werden:

  • Zentrale Datenablage: Informationen werden zentral und nach individuell vorgegebenen Strukturen in Listen abgelegt.
  • Aktualität von Informationen: Änderungen erfolgen in der Regel in Echtzeit und stehen berechtigten Benutzern sofort zur Verfügung.
  • Benachrichtigung: Benutzer können über Änderungen sofort, einmal täglich oder wöchentlich per E-Mail benachrichtigt werden.
  • Suche: Es kann nach allen in SharePoint abgelegten Informationen gesucht werden.
  • Integration: Listen sind in den korrespondierenden Microsoft Office-Anwendungen direkt verfügbar. Beispiel: alle Listen können in Excel und Access bearbeitet werden, Adresslisten sind als Kontaktlisten in Outlook verfügbar und Dokumentenbibliotheken (Dokumentenlisten) können als Ort zum Öffnen und Speichern von Dateien aus allen Microsoft Office-Anwendungen verwendet werden.
  • Integration: Listen- und Dokumentenbibliotheken verfügen über Versionierung und Inhaltsfreigaben
  • Workflow: Über das Produkt Microsoft SharePoint-Designer (frei verfügbar) können eigene Workflows erstellt werden

Merkmale[Bearbeiten]

Wesentliche Merkmale der SharePoint Foundation in der Anwendung sind:

  • Webbasierter Zugriff per Webbrowser, insbesondere Internet Explorer. Weitere Browser wie Mozilla Firefox ermöglichen einen Zugriff mit Einschränkungen.
  • Strukturierung: Informationen können in Abhängigkeit zueinander hierarchisch gespeichert werden.
  • Darstellung: Informationen können ganz oder auszugsweise nach vorgegebenen Kriterien (Filtern, Gruppierung) und bedarfsweise in gegenseitiger Abhängigkeit dargestellt werden.
  • Freiheitsgrad: Benutzer können Listen erstellen, anpassen oder löschen. Benutzer können auch Administratoren sein und Berechtigungen einzeln und gruppenweise vergeben.
  • Integration zu Microsoft Office: SharePoint Foundation und Microsoft Office erweitern ihre Funktionen gegenseitig. Beispiele sind Teamkalender und Teamaufgabenlisten in Outlook oder Erweiterungen der Windows SharePoint Services durch Microsoft Frontpage. Die Integrationsmöglichkeiten in Office ab Version 2003 wurden mit neueren Versionen immer umfangreicher.
  • Integration zu weiteren Microsoft-Produkten: Exchange, BizTalk, SQL-Server und Project-Server.
  • Integration allgemein: Es können weitere digitale Datenquellen angebunden werden.
  • Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit (siehe unten).

Versionen und Erweiterungen[Bearbeiten]

Version 1 und 2[Bearbeiten]

Die Windows SharePoint Services in der Version 1 und in der Version 2 unterstützen listenbasierte, also sequentielle Arbeitsabläufe. Ein Beispiel für einen sequentiellen Arbeitsablauf ist der Veröffentlichungsprozess eines Dokumentes oder die einstufige Genehmigung von Urlaubsanträgen. Komplexere Arbeitsabläufe mit bedingten Verzweigungen können in diesen beiden Versionen ohne Erweiterung nur eingeschränkt oder gar nicht abgebildet werden (s.u. Version 3).

Erweiterungen der Funktionalität erfolgen in der Regel als WebPart. Übliche Erweiterungen sind der Papierkorb für Version 2, die in der Version 2 fehlende Workflow-Umgebung und Datenanbindung mit Drittsystemen. Weiterführende Anpassungen stellen auf SharePoint Foundation Expertensysteme bereit.

Version 3[Bearbeiten]

Merkmale der Version 3 sind Erweiterungen der Integration mit Microsoft-Produkten, Workflow-Umgebung als Produktbestandteil, Papierkorb, RSS-Feeds, sowie Blog- und Wiki-Bibliotheken.

Seit der Version 3.0 bietet Microsoft Unterstützung für Firefox, Opera und Apple Safari. Diese umfasst lediglich Basisfunktionen.[1]

Für die Bearbeitung gemeinsam genutzter Microsoft Office-Dokumente wird Microsoft Office 2003 mit Service Pack 1 benötigt. Bei vorhergehenden Versionen ist der Funktionsumfang stark eingeschränkt. In Verbindung mit Microsoft Office ab 2007 bietet SharePoint Foundation Zusatzfunktionen wie beispielsweise Offline-Dateien per Outlook, erweiterte Outlook-Funktionen zum Schreiben auf SharePoint Foundation aus Outlook heraus etc.

Version 4[Bearbeiten]

Mit Version 4 wurde der aktuelle Produktname Microsoft SharePoint Foundation eingeführt.[2]

Die Unterschiede zwischen Version 3 (WSS) und Sharepoint Foundation sind hier beschrieben. Unterschiede WSS, Sharepoint Foundation

Architektur und Protokolle[Bearbeiten]

Grafische Darstellung der Architektur von SharePoint Foundation sowie der involvierten Protokolle

Aus allgemeiner Sicht sind vier Systeme in einer SharePoint Foundation-Umgebung involviert. [3] Diese sind:

  1. Endbenutzer-Client (kurz: EUC) – Ein System, mit dessen Hilfe ein Benutzer spezifische Operationen ausführt. Diese Operationen werden mittels HTTP-basierten Protokollen zum Web Front End übertragen. Der Begriff „HTTP-basierte Protokolle“ umfasst hier HTTP, DAV und Microsoft FrontPage Server Extensions.
  2. Web-Front-End (kurz: WFE) – Das Web-Front-End ist ein System, das Anfragen vom Endbenutzer-Client erhält und Funktionalitäten der SharePoint Foundation bereitstellt. Dies erfolgt mittels Änderung von Informationen, die in einer Datenbank gespeichert sind.
  3. Back-End-Datenbank (kurz: BEDS) – Die Back-End-Datenbank ist ein Microsoft-SQL-Server-System, das auf Anfragen vom Web-Front-End antwortet. Die Kommunikation zwischen Web-Front-End und Back-End-Datenbank erfolgt über bereitgestellte Queries und Stored Procedures via Tabular Data Stream (TDS), einem Protokoll für die Microsoft SQL Server-Kommunikation.
  4. Authentifizierung (kurz: AU) – Das Authentifizierungssystem (in Microsoft-Quellen mit AD für Active Directory gleichzusetzen) antwortet auf Authentifizierungsanfragen von Endbenutzer-Client, Web-Front-End und Back-End-Datenbank. Alternative Mechanismen zur Authentifizierung sind möglich.

Web-Front-End und Back-End-Datenbank sind Bestandteil der eigentlichen SharePoint Foundation-Implementation. Demgegenüber ist der Endbenutzer-Client üblicherweise ein Computer, über den der Benutzer auf das Web-Front-End zugreift. Web-Front-End und Back-End-Datenbank können im einfachsten Fall auf einem Computer (Server) bereitgestellt werden. Alternativ können mehrere Instanzen von beiden Systemen auf mehreren Computern zwecks höherem Datendurchsatz und/oder zwecks Redundanz installiert werden. Letzteres wird als Scale-Out bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Microsoft Office SharePoint Server (MOSS): Eine Portal-Software von Microsoft zur Zusammenführung von Anwendungen und Datenquellen unter einer einheitlichen Weboberfläche

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Systemanforderungen für Microsoft SharePoint Server
  2. Microsoft Sharepoint 2010
  3. Windows SharePoint Services Overview

Weblinks[Bearbeiten]

Allgemeine Informationen[Bearbeiten]

  • SharePointPodcast - deutschsprachiger Podcast für SharePoint Anwender
  • WinTotal Artikel: Windows SharePoint Services - Einblick und Überblick

Anwendungsbeispiele[Bearbeiten]