Wittig (Fluss)

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Wittig
Witka, Smědá
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Die Wittig bei Ves in Tschechien.

Die Wittig bei Ves in Tschechien.

Daten
Gewässerkennzahl CZ: 2-04-10-001
Lage Tschechien und Polen
Flusssystem Oder
Abfluss über Lausitzer Neiße → Oder → Ostsee
Quelle am Wittighaus, Isergebirge, Tschechien
50° 50′ 36″ N, 15° 16′ 27″ O50.84333333333315.274166666667847
Quellhöhe 847 m n.m.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Radomierzyce, Polen in die Lausitzer Neiße51.04972222222214.964444444444195Koordinaten: 51° 2′ 59″ N, 14° 57′ 52″ O
51° 2′ 59″ N, 14° 57′ 52″ O51.04972222222214.964444444444195
Mündungshöhe ca. 195 m n.p.m.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 652 m
Länge 51,9 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 331 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Linke Nebenflüsse Bílý potok, Černý potok, Sloupský potok, Holubí potok, Pustý potok
Rechte Nebenflüsse Hájený potok, Libverdský potok, Pekelský potok, Lomnice, Řasnice, Bulovský potok, Koci Potok
Durchflossene Stauseen Niedów-Stausee
Horská chata Smědava (Wittighaus) an der Vereinigung der Quellbäche auf 847 m Höhe
Wittig bei Frýdlant nach dem Hochwasser 2010
Witka-Staudamm nach dem Bruch 2010

Die Wittig (tschechisch Smědá, polnisch Witka) ist ein rechter Nebenfluss der Lausitzer Neiße in Tschechien und Polen.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Wittig entsteht am Wittighaus (Horská chata Smědava) im tschechischen Isergebirge auf 847 m Höhe durch den Zusammenfluss von drei Quellbächen.

  • Die Weiße Wittig (Bílá Smědá) entspringt in einer Höhe von knapp 1000 m ü.m. im Moor Klečové louky zwischen der Jizera (Siechhübel, 1122 m) und der Smědavská hora (Wittigberg, 1084 m).
  • Die Schwarze Wittig (Černá Smědá) entsteht im Moor Černá jezírka am Předěl.
  • Die Braune Wittig (Hnědá Smědá) nimmt ihren Ursprung am östlichen Fuße des Jizera im Moor Louka u Studánky, wo auch die Schwarze Desse (Černá Desná) entspringt.

Die Wittig fließt vom Wittighaus mit starkem Gefälle nach Bílý Potok (deutsch Weißbach). Auf ihrem Weg nach Nordwesten berührt die Wittig die Städte Hejnice (Haindorf), Raspenava (Raspenau) und Frýdlant v Čechách (Friedland). Der unbegradigte Flusslauf zwischen Předlánce und Černousy ist als Naturreservat Meandry Smědé geschützt. Bei dem Dorf Ves (Wiese) verlässt sie in 209 m n. m. das böhmische Gebiet und fließt in die polnische Oberlausitz. Der tschechische Anteil hat eine Länge von 45,9 km, das dortige Einzugsgebiet umfasst 273,8 km². Der Mittlere Abfluss MQ an der Grenze liegt bei 3,61 m³/s.[1]

Bei Niedów (Nieda) wurde die Wittig im Niedów-Stausee gestaut. Diese Talsperre mit einer Wasserfläche von 176 ha und einer Stauhöhe von 11 m wurde zwischen 1958 und 1962 für das Kraftwerk Turów als Wasserreservoir angelegt und diente Erholungszwecken. Jedoch war das Wasser durch Austräge aus den Quellmooren und durch die Wasserverschmutzungen der anliegenden Städte und Dörfer stark getrübt.

Am Stift Joachimstein in Radomierzyce (Radmeritz) mündet die Wittig in die Lausitzer Neiße.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Wiener Vertrag von 1815 bildete die Wittig die Grenze zwischen den sächsischen und preußischen Teilen der Oberlausitz, also die Grenze zwischen Sachsen und Schlesien. Bis 1871 lag östlich von Wanscha (Spytków) das Dreiländereck zwischen den Königreichen Sachsen und Preußen und dem Kaisertum Österreich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam 1945 durch die Verschiebung der deutsch-polnischen Grenze an die Neiße der deutsche Abschnitt der Wittig 1945 zu Polen. Im Zuge der Errichtung des Niedów-Stausees erfolgte in den 1950er Jahren eine Grenzregulierung zwischen Polen und der Tschechoslowakei. Dabei wurde der zu Ves gehörende unbesiedelte Landzipfel links der Wittig, der zwischen Spytków und dem Bahnhof Zawidów (Seidenberg) bis an Wilka heran in das polnische Gebiet hineinragte, an Polen abgetreten und später größtenteils überflutet. Als neue Staatsgrenze wurden der Lauf des Baches Boreček und der Wittig festgelegt.

Auf einer im Bereich der Mündung der Wittig in die Neiße künstlich angelegten Insel befindet sich das ehemalige weltadelige Fräuleinstift Joachimstein. Das bis 1945 zu Sachsen und seitdem zu Polen gehörende Stift genoss einen Sonderstatus. Nach 1945 ungenutzt, verfielen die Baulichkeiten und werden seit 2003 saniert.

Am 7. August 2010 brach nach starken Regenfällen die Staumauer der Talsperre und führte zu einer Flutwelle in die Neiße.[2]

Zuflüsse[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kraj-lbc.cz/public/ozivpr/priloha_c_1_text_koncepce_0ba3566a3f.pdf
  2. Der Tagesspiegel: Tote und Katastrophenalarm bei Hochwasser in Sachsen, abgerufen am 8. August 2010