Lausitzer Neiße

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Lausitzer Neiße
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Lage zwischen Deutschland und Polen

Lage zwischen Deutschland und Polen

Daten
Gewässerkennzahl DE: 674, CZ: 2-04-07-001
Lage Deutschland, Polen, Tschechien
Flusssystem Oder
Abfluss über Oder → Ostsee
Quelle Nová Ves nad Nisou, Isergebirge
50° 43′ 35″ N, 15° 13′ 36″ O50.726315.2267655
Quellhöhe 655 m n.m.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Oder bei Ratzdorf52.0695614.755632Koordinaten: 52° 4′ 10″ N, 14° 45′ 20″ O
52° 4′ 10″ N, 14° 45′ 20″ O52.0695614.755632
Mündungshöhe 32 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 623 m
Länge 254 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 4297 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Guben 2[1]
AEo: 4080 km²
Lage: 13,8 km oberhalb der Mündung
NNQ (8. Januar 1934)
MNQ 1912/2010
MQ 1912/2010
Mq 1912/2010
MHQ 1912/2010
HHQ (8. Juli 1958)
5,2 m³/s
11,2 m³/s
30,8 m³/s
7,5 l/s km²
166 m³/s
565 m³/s
Linke Nebenflüsse Mandau, Wittgendorfer Wasser, Kemmlitzbach, Malxe, Pließnitz
Rechte Nebenflüsse Bílá Nisa, Harcovský potok, Černá Nisa, Jeřice, Václavický potok, Ullersbach, Küpper, Wittig, Rothwasser, Lubsza
Mittelstädte Liberec, Jablonec nad Nisou, Zittau, Görlitz, Zgorzelec, Forst (Lausitz), Guben
Kleinstädte Bad Muskau, Łęknica, Gubin
Schiffbar Bis Guben, nur mit Genehmigung [2]

Die Lausitzer Neiße (obersorbisch Łužiska Nysa; niedersorbisch Łužyska Nysa; tschechisch Lužická Nisa; polnisch Nysa Łużycka; früher auch Görlitzer Neiße) ist ein 254 km langer linker Nebenfluss der Oder. Die Lausitzer Neiße ist der längste der Neiße-Flüsse und bildet, als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges, einen Teil der deutsch-polnischen Grenze. Aufgrund ihres Bezuges zu Deutschland wird sie deshalb häufig nur mit Neiße bezeichnet.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Lausitzer Neiße entspringt mit den Quellflüssen (Wiesentaler Neiße, Weiße Neiße, Schwarze Neiße und Gablonzer Neiße) im Isergebirge in Tschechien.

Die Wiesentaler Neiße (Lučanská oder Lužická Nisa) entspringt am nördlichen Fuß der Černá studnice (Schwarzbrunnkoppe) und fließt durch den Ort Lučany nad Nisou (Wiesental).

Die Gablonzer Neiße oder Neudorfer Bach (Novoveský potok) mündet in Jablonec nad Nisou (Gablonz) in die Neiße.

Die Weiße Neiße (Bílá Nisa bzw. Rýnovická Nisa) fließt durch Bedřichov (Friedrichswald) und Janov nad Nisou (Johannesberg) und mündet unterhalb von Jablonec in die Neiße.

Nördlich von Bedřichov wird die Schwarze Neiße (Černá Nisa) in der Talsperre Bedřichov gestaut, fließt durch Kateřinky (Katharinberg) und mündet in Stráž nad Nisou (Alt Habendorf) in die Neiße.

Die Neiße fließt durch Jablonec nad Nisou (Gablonz) und Liberec (Reichenberg) und erreicht bei Hartau in 234 m Höhe die deutsche Grenze. Der Mittlere Abfluss (MQ) an der tschechisch-deutschen Grenze liegt bei 5,4 m³/s. Die Flusslänge in Tschechien beträgt 55,1 km, das dortige Wassereinzugsgebiet 375,3 km².[3]

Bis zum Dreiländereck südlich von Zittau bildet der Fluss auf etwa einem Kilometer die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien. In ihrem weiteren Lauf nach Norden ist die Neiße der Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen. Nordwärts verläuft der Fluss weiter durch Görlitz, vorbei an Rothenburg/O.L. in Richtung des Fürst-Pückler-Parks bei Bad Muskau. Hinter dem Dorf Köbeln, das Hermann von Pückler-Muskau im 19. Jahrhundert von der rechten auf die linke Neißeseite verlegen ließ, verlässt die Neiße die Oberlausitz, nachdem sie 125 Kilometer lang die Ostgrenze Sachsens bildete und tritt auf deutscher Seite in Brandenburg ein. Sie fließt vorbei an den niederlausitzischen Städten Forst (Lausitz) und Guben und mündet schließlich rund 15 Kilometer vor Eisenhüttenstadt bei Ratzdorf in die Oder bei km 542,40.

Die 410 m[4] lange Mündungsstrecke der Lausitzer Neiße (LsN) zählt zu den sog. sonstigen Binnenwasserstraßen des Bundes[5] in der Zuständigkeit des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde.

Brücken zwischen Deutschland und Polen[Bearbeiten]

Über 90 % der vorhandenen Brücken wurden gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von der zurückweichenden Wehrmacht gesprengt, um den Vormarsch der Roten Armee zu behindern.[6] Ein Wiederaufbau der Brücken durch die DDR fand kaum statt, aber auch nach dem Beitritt Polens zum Schengener Abkommen sind noch viele Neißebrücken gesperrt, unter anderem aufgrund fehlender finanzieller Mittel zu deren Sanierung. Damit entsteht auch eine Chance auf eine naturnahe Landschaft ohne Straßenverkehr.

Die Sortierung der Brücken erfolgt stromabwärts, soweit bekannt.

  • Himmelsbrücke südlich von Zittau am Dreiländereck (Abriss Oktober 2013)[7]
  • Autobrücke Zittau, Friedensstraße[8]
  • Fußgängerbrücke Zittau, Lusatiaweg (am 21. Dezember 2007 wiedereröffnet, erneute Sperrung im August 2010.)[9]
  • Brücke an der Zittauer Straße Zur Reißigmühle (Abriss Ende 2011)[10]
  • Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Zittau–Liberec
  • Eisenbahnbrücke der Schmalspurbahn Zittau-Hermsdorf, 1945 stillgelegt
  • Autobrücke Zittau, Chopinstraße nach Sieniawka (S146 / 354)
  • Autobrücke Zittau, Bundesstraße 178 nach Sieniawka und Kopaczow / Oldrichov (Eröffnung 1. Juni 2013)
  • Brücke bei Drausendorf (Zugang auf deutscher Seite 2009 durch Dammbau abgetragen, Abriss im April 2012)[11]
  • ehemalige Gießmannsdorfer Brücke am Kraftwerkswehr Hirschfelde (im September 2013 abgerissen)[12]
  • Fußgängerbrücke über das Kraftwerkswehr Hirschfelde (nicht nutzbar da Privatgelände)[12]
  • ehemalige Aschebrücke Hirschfelde (2009 abgerissen)
  • Brücke an der Neißgasse bei Hirschfelde (nicht nutzbar aufgrund Sanierungsbedarf)[13]
  • drei aufeinander folgende Eisenbahnbrücken der Neißetalbahn nördlich von Hirschfelde
  • ehemalige Fußgängerbrücke im Ortsteil Rosenthal am Anfang des Neißetals nach Rohnau, heute Trzciniec (Am 7. August 2010 durch das Hochwasser der Neiße weggerissen)
Hochwassermarke von 1897 in Rosenthal
Eingang zum Neißetal in Rosenthal

Bilder[Bearbeiten]

Wassersport[Bearbeiten]

Wie auch auf der Oder bestehen auf der Neiße seit dem Beitritt Polens zur EU keine besonderen Einschränkungen für den Wassersport. Die Fließgeschwindigkeit der Neiße ist relativ hoch und es gibt Wildwasserabschnitte. Das Befahren der Neiße mit Motorbooten ist auf der gesamten Länge verboten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lausitzer Neiße – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Closed Germany-Poland bridges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BMU-Projekt „Verbesserung der Datengrundlage zur Bewertung hydrologischer Extreme“ c/o Bundesanstalt für Gewässerkunde
  2. Verordnung für die Schifffahrt auf den schiffbaren Gewässern des Landes Brandenburg. Abgerufen am 9. Februar 2013 (PDF; 422 kB).
  3. http://www.kraj-lbc.cz/public/ozivpr/priloha_c_1_text_koncepce_0ba3566a3f.pdf
  4. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  5. Verzeichnis F der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  6. MDR Film: "Die Neiße:Grenzenlose Wildniss" veröffentlicht im Februar 2014, Online Link: [1], abgerufen am 25. Februar 2014
  7. Himmelsbrücke Zittau, abgerufen am 28. Juli 2009
  8. Himmelsbrücke Zittau, abgerufen am 28. Juli 2009
  9. Fußgängerbrücke Lusatiaweg, abgerufen am 28. Juli 2009
  10. Brücke an der Reißigmühle bleibt vorerst geschlossen, abgerufen am 28. Juli 2009
  11. Brücke bei Drausendorf nicht nutzbar, abgerufen am 28. Juli 2009
  12. a b Brücken in Hirschfelde bleiben ungenutzt, abgerufen am 28. Juli 2009
  13. Brücke an der Neißegasse in Hirschfelde bleibt ungenutzt, abgerufen am 28. Juli 2009
  14. Blumberger Brücke, abgerufen am 19. Februar 2012
  15. Bau der Autobahnbrücke A4 über die Neiße, abgerufen am 27. Juli 2009
  16. Brückenneubau bei Deschka, abgerufen am 27. September 2009
  17. Fähre zwischen Kulturinsel Einsiedel und Bielawa Dolna, abgerufen am 28. Juli 2009
  18. Tormersdorfer Allee, abgerufen am 28. Juli 2009
  19. a b Brückenbau über die Neiße bei Krauschwitz und Lodenau, abgerufen am 28. Juli 2009
  20. a b c d e f ehemalige Neißebrücke südlich von Bad Muskau, abgerufen am 28. Juli 2009
  21. Brückenbau bei Zelz, abgerufen am 28. Juli 2009
  22. Zerstörung und Wiederaufbau Autobahnbrücke A15 über die Neiße, abgerufen am 28. Juli 2009
  23. Neubau der Autobahnbrücke bei Forst, abgerufen am 28. Juli 2009
  24. Bürgerinitiative macht angesprengte Neißebrücke wieder begehbar, abgerufen am 29. Dezember 2009
  25. Fußgängerbrücke zwischen Guben und Gubin illegal?, abgerufen am 28. Juli 2009
  26. Planungsbericht des Wiederaufbaus der Neißebrücke Coschen (PDF; 4,8 MB), abgerufen am 28. Juli 2009