Wubi (Ubuntu)

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Wubi
Wubi-Logo
Screenshot von Wubi unter Windows Vista
Wubi vor der Installation von Ubuntu 11.10
Basisdaten
Aktuelle Version 12.10
(Oktober 2012)
Betriebssystem Windows
Programmier­sprache NSIS-Script, C++, Python
Kategorie Ubuntu-Installationsprogramm
Lizenz GPL[1]

Wubi (Windows-based Ubuntu Installer) ist ein offizielles, Windows-basiertes freies Installationsprogramm, welches die Linux-Distribution Ubuntu und dessen Derivate innerhalb einer Windows-Partition installiert.

Sowohl die Ubuntu-Veröffentlichungen für die i386- (32-bit x86) als auch die x86-64-Plattform werden von Wubi unterstützt, wobei Letzteres mit Version 8.04 (im April 2008) eingeführt wurde.[1]

Unter anderem wird Wubi auch auf der Website SourceForge.net zum Herunterladen angeboten, welche über 1,3 Millionen Downloads verzeichnet.[2] (Stand: Juni 2010)

Ziel[Bearbeiten]

Das Ziel des Projekts ist es, Windows-Benutzer ohne Linux-Erfahrung Ubuntu ausprobieren zu lassen, ohne Datenverlust durch Formatierung oder Partitionierung zu riskieren.[3] Allgemein wird diese Methode als ungefährlicher Weg zum Ausprobieren von Ubuntu angesehen[4] und oft Menschen ohne Erfahrung mit Partitionierung als Installationsmethode angeraten.[5] Ubuntu kann mit Wubi über die Softwareverwaltung von Windows installiert und auch wieder entfernt werden.

Technik[Bearbeiten]

Wubi ist keine eigene Linux-Distribution, sondern ein Installationsprogramm für Ubuntu und seine Derivate. Es installiert das Betriebssystem nicht wie gewöhnlich in eine Partition der Festplatte, sondern in eine einzelne Datei im Windows-Dateisystem (C:\ubuntu\disks\root.disk). Es ist keine virtuelle Maschine, sondern erstellt eine eigenständige Installation in einem Loop device.

Das in der Datei enthaltene Dateisystem wird von Linux wie eine ganze Festplatte betrachtet. Wubi erstellt auch eine Auslagerungsdatei im Windows-Dateisystem (C:\ubuntu\disks\swap.disk), als Zusatz zum RAM des Computers. Gestartet wird das System durch einen zusätzlichen Eintrag im Bootlader von Windows. Das System kann nachträglich auf eine Partition oder einen bootfähigen USB-Stick übertragen werden.[1]

Gegenüber einer gewöhnlichen Installation existiert eine Reihe von Beschränkungen, wie etwa das Fehlen eines Ruhezustandes oder mangelnde Kompensation von Hardware-Resets.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die Hauptentwickler sind Agostino Russo, Geza Kovacs, Oliver Mattos und Ecology2007.[1] Die Entwicklung findet hauptsächlich auf Launchpad statt und wird unter Leitung des Lupin-Teams[6] (Lupin ist der loop-Installer, der sich um alle Vorgänge nach einem Neustart kümmert) auf der ursprünglichen Ubuntu-blueprint-Seite[7] und den neuen Projektseiten von Wubi[8], Lubi[9], Lupin[10] und LVPM[11] vorangetrieben.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

SuSE bot Mitte der 1990er schon einmal eine sehr ähnliche Boot- und Installationsmethode, die syslinux und loop-gemountete Datenträgerabbilddateien auf FAT-Dateisystemen nutzte. Derzeit existierte auch die ZipSlack-Methode. Während der späten 1990er benutzte BeOS ein ähnliches System, um das System in ein Dateiverzeichnis in Windows zu installieren.

Wubi selbst greift auf andere freie Software zurück, wie den Debian installer, Migration-Assistant, Grub4Dos, NTFS-3G, NSIS und Metalink.

Die Idee zu Wubi wurde von Agostino Russo formuliert und war inspiriert von Topologilinux, das eine Installation in einem Loop-Gerät bot, sowie von Instlux, einem einfachen Windows-Frontend. Die Idee[12] war es, beide Konzepte zu verbinden. Später entwickelte Geza Kovacs die Spezifikation weiter[13] und erstellte die ersten Prototypen[14], um die Tauglichkeit des Konzeptes zu belegen. Oliver Mattos schrieb die ursprüngliche Benutzeroberfläche in NSIS.

Die erste öffentliche Version erschien im April 2007. Wubi wurde unabhängig von Ubuntu gegründet, somit waren die Versionen 7.04 und 7.10 nicht offiziell.[3] Seit April 2008 wurde der Code in Ubuntu übernommen und seit Ubuntu-Version 8.04 Alpha 5 ist Wubi auch in Ubuntus Live-CD enthalten.[1]

Wubi hat die Erstellung anderer Windows-basierter Linux-Installationsprogramme wie win32-loader inspiriert. Die Distribution Linux Mint benutzt eine Abspaltung namens Mint4Win. Mubi, eine Version für Mac OS als Hostsystem, wird bisher noch nicht offiziell von Ubuntu angenommen.[1]

Ähnliche Programme[Bearbeiten]

  • Lubi ist ein verwandtes Projekt, welches anstatt Windows Linux als Wirtssystem benutzt.[1]
  • Cooperative Linux lässt Linux innerhalb von Windows laufen und wird von Topologilinux (Slackware-basiert) und andLinux benutzt.
  • mint4win, ein ähnliches Programm, um Linux Mint zu installieren.
  • Instlux, enthalten in openSUSE seit Version 10.3.[15]
  • win32-loader benutzt eine ähnliche chain-booting Technik, um Debian ohne CD zu installieren.
  • UNetbootin benutzt einen ähnlichen Ansatz, um eine normale Linux-Installation ohne eine CD einzuleiten (oder ein Live-System auf USB-Wechselmedium zu erstellen).
  • Xandros Presto ist eine kommerzielle „instant-on“-Linux-Distribution, die sich wie Wubi innerhalb von Windows installiert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wubi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAgostino Russo: Wubi F.A.Q. In: Wubi homepage. Abgerufen am 23. Juni 2007 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWubi-Download-Seite. In: SourceForge.net. Hrsg.: Geeknet, Inc., abgerufen am 18. Februar 2010.
  3. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRick Broida: Take Ubuntu for a non-invasive test drive with Wubi. In: Lifehacker. Hrsg.: Gawker Media, 9. Mai 2007, abgerufen am 30. Mai 2008 (englisch).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBarzan Antal: Wubi: Windows-based Ubuntu Installer. In: Dev Shed. Hrsg.: Developer Shed Inc., 27. Januar 2009, S. 4, abgerufen am 18. Februar 2010 (englisch).
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatManuel Schreiber: Wubi: Ubuntu unter Windows installieren. In: CHIP-Online-Linux-Blog. Hrsg.: CHIP Xonio Online GmbH, 2. November 2007, abgerufen am 18. Februar 2010.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThe Lupin Team. In: Launchpad. Hrsg.: Canonical Ltd., abgerufen am 23. Juni 2007 (englisch).
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeza Kovacs: Windows installer for ubuntu using loopmounted EXT3 filesystem on NTFS. In: Launchpad. Hrsg.: Canonical Ltd., abgerufen am 23. Juni 2007 (englisch).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUbuntu Installer Team: Wubi, Windows Ubuntu Installer. In: Launchpad. Hrsg.: Canonical Ltd., abgerufen am 23. Juni 2007 (englisch).
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeza Kovacs: Linux-based Ubuntu Installer. In: Launchpad. Hrsg.: Canonical Ltd., abgerufen am 23. Juni 2007 (englisch).
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUbuntu Installer Team: Lupin, the loop installer. In: Launchpad. Hrsg.: Canonical Ltd., abgerufen am 23. Juni 2007 (englisch).
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGeza Kovacs: Loopmounted Virtual Partition Manager. In: Launchpad. Hrsg.: Canonical Ltd., abgerufen am 23. Juni 2007 (englisch).
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatUbuntu setup executable for windows users. In: Launchpad. Hrsg.: Canonical Ltd., abgerufen am 2. September 2007 (englisch).
  13. Geza Kovacs (tuxcantfly): Windows installer for ubuntu using loopmounted EXT3 filesystem on NTFS. Launchpad. Abgerufen am 2. September 2007.
  14. Geza Kovacs (tuxcantfly): Idea: Install via windows on loopmounted ntfs?. Ubuntuforums. Abgerufen am 2. August 2007.
  15. Instlux bei openSUSE