Yogyakarta (Stadt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Yogyakarta
Yogyakarta (Indonesien)
Yogyakarta
Yogyakarta
Koordinaten 7° 48′ 5″ S, 110° 21′ 52″ O-7.8013888888889110.36444444444Koordinaten: 7° 48′ 5″ S, 110° 21′ 52″ O
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Java
Sonderregion Yogyakarta
Höhe 8 m
Fläche 32,8 km²
Einwohner 511.744
Dichte 15.602 Ew./km²
Webseite www.jogja.go.id
Politik
Bürgermeister Haryadi Suyuti
Sonstiges
Postleitzahl 55111 - 55792Vorlage:Infobox Ort/Wartung/Anmerkung
Die Malioboro-Straße in Yogyakarta, von den Einwohnern auch gerne "Marlboro-Street" genannt
Die Malioboro-Straße in Yogyakarta, von den Einwohnern auch gerne "Marlboro-Street" genannt
Yogyakarta (Indonesien)
Yogyakarta
Yogyakarta
Yogyakarta auf der Karte von Indonesien

Yogyakarta (Kurzform Yogya, andere Schreibweise Jogjakarta) ist eine Stadt im Zentrum der indonesischen Insel Java.

Die Stadt bildet zusammen mit der Nachbarstadt Surakarta das Zentrum der traditionellen javanischen Kultur und ist aufgrund ihrer zahlreichen Universitäten auch das Bildungszentrum des Archipels.

Im Jahr 2004 lebten in Yogyakarta 511.744 Menschen auf 32,8 km². Die Bevölkerung des gesamten Stadtgebietes, das sich bis weit auf die beiden angrenzenden Regierungsbezirke (Kabupaten) Sleman und Bantul erstreckt, wird auf ca. 1,5 Millionen geschätzt.

Während des Indonesischen Unabhängigkeitskrieges 1945–1949 war Yogyakarta Hauptstadt Indonesiens.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt Yogyakarta ist die Hauptstadt der Provinz und Sonderregion Yogyakarta (Daerah Istimewah Yogyakarta, DIY) und nimmt als einzige Stadt die Stellung einer Stufe II Region ein. Die Stadt Yogya liegt nahe der javanischen Südküste im Zentrum der Provinz Yogyakarta die im Norden von der Provinz Jawa Tengah (Zentraljava) umschlossen wird. Die Stadt liegt in einer sehr aktiven Vulkanzone: die Doppelvulkane Merapi und Meraba liegen nur etwa 30 bzw. 40 Kilometer nördlich. Der Ausbruch des Merapi seit Ende Oktober 2010 hat das Leben in der Stadt durch seine Aschewolken in Mitleidenschaft gezogen. Sollte sich ein größerer Ausbruch mit pyroklastischen Strömen und großem Auswurfvolumen ereignen, wären in Yogyakarta erhebliche Opferzahlen und Schäden zu befürchten.

An Yogya grenzen zwei Bezirke (Kabupaten) der Stufe II an:

  • Sleman im Norden, Süd-Westen und Süd-Osten
  • Bantul im Süden, Nord-Westen und Nord-Osten

Das Stadtgebiet Yogyakartas erstreckt sich in einer Ebene, auf deren Nord-Süd-Richtung lediglich ein Gefälle von +/- drei Prozent gemessen wurde.

Durch Yogyakarta fließen drei Flüsse:

  • Gadjah Wong im östlichen Teil,
  • Code im Mittelteil und
  • Winongo im Westteil der Stadt.

Mit einer Fläche von 32,5 km² nimmt die Stadt Yogyakarta lediglich 1,025 Prozent der Fläche der Region Yogyakarta ein und ist damit für eine Status II Region eher klein.

Klima[Bearbeiten]

In Yogyakarta fallen an durchschnittlich 119 Tagen etwa 2.012 mm Regen pro Jahr. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 27,2 °C und die Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 80 Prozent.[1]

Die meiste Zeit des Jahres wehen in Yogya Monsunwinde. Während der Regenzeit bläst Westwind (220°) feuchte Luft und Regen in die Stadt. Über die Trockenzeit hinweg weht leichter Wind aus östlicher Richtung (+/− 90° bis 140°) trockene Luft in die Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

siehe Artikel Yogyakarta

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Kraton, Hauptpavilion
Wasserschloss
  • Kraton (Sultanspalast): Das Gemäuer der jahrhunderte alten Palastanlage beherbergt ein Museum in dem hauptsächlich traditionelle Hofszenen und die entsprechende Kleidung bewundert werden können. An der Einrichtung und an den Verzierungen im Kraton kann man den Einfluss der verschiedenen Religionen auf die javanische Kultur erkennen. Z. B. befinden sich an Säulen im Inneren des Palastes Symbole und Farben des Buddhismus, Hinduismus und Islam nebeneinander.

Vor dem Kraton befindet sich ein großer Dorfplatz, der Alun-Alun Utara (Dorfplatz im Norden). Dort finden regelmäßig Volksfeste und Märkte statt. Zum Areal des Kraton gehört auch eine Moschee. Der Palastbezirk liegt im Stadtteil Kota Gede („prachtvolle Stadt“). Kota Gede ist teilweise von einer Stadtmauer umgeben. Das Zentrum von Kota Gede bildet der Alun-Alun Selatan („südlicher Dorfplatz“). Er ist am Wochenende ein Ausflugsziel für Familien. Der Alun-Alun wird in den Abendstunden zum Fußballspielen genutzt und ist ein Treffpunkt für Jugendliche. In der Mitte des Platzes stehen zwei große alte Bäume, in denen nach javanischer Überzeugung Geister wohnen. Es gibt verschieden Erwartungen, die damit verknüpft sind, was passiert, wenn man es schafft, mit verbunden Augen vom Rand des Dorfplatzes in der Mitte zwischen den Bäumen durchzulaufen: Es heißt teilweise, man habe dann eine reine Seele, andere behaupten, man habe dann einen Wunsch frei, wieder andere behaupten es bringe Glück.

  • Taman Sari: Ruine des Wasserschlosses (errichtet 1758 bis 1765), restaurierte Badebecken; diente dem Sultan als Lustschloss, in dem sich die Anhängerinnen seines Harems aufhielten und liegt an der Jalan Taman
  • Pasar Ngasem: Vogelmarkt, daher lokale Bezeichnung „Pasar Burung“.
  • Pasar Beringharjo: Hauptmarkt an der Jalan Malioboro; hier werden Tücher, Stoffe und traditionelle Kleidung angeboten. Daneben findet man ein reichhaltiges Angebot an Gewürzen, Obst, Gemüse und sonstige Waren für den Alltag. Auf dem Pasar Beringharjo wird nach alter Tradition gefeilscht.
  • Sono-Budoyo-Museum: es werden Wayang-Kulit-Figuren, Kris, Wayang-Topeng (Masken) und Batik Stoffe ausgestellt
  • Affandi-Museum: Museum für impressionistische Kunst
  • Benteng Vredeburg: Niederländisches Fort von 1765
  • Stadtteil Kota Gede: Im Süden des Stadtteils befinden sich noch viele Betriebe die Schmuck, Geschirr, Besteck und ähnliches aus Silber in Handarbeit herstellen. Daher lässt sich Kota Gede auch als Silberverarbeitungszentrum Javas bezeichnen.
  • Jalan Malioboro: Ist eine Attraktion für in- und ausländische Touristen. Man findet rund um die Jalan Malioboro viele kleine Geschäfte mit Batik und lokaler Handwerkskunst im Angebot. Die Straße ist ein Teil der mythischen Verbindungslinie zwischen dem Vulkan Merapi, dem Kraton und dem Strand Parangtritis. Vom Kraton aus kann der Sultan direkt über eine Statue (Tugu) am nördlichen Ende der Straße auf den Vulkan schauen. Abends werden an der Malioboro zahlreiche Garküchen aufgebaut, in denen auf Matten sitzend gegessen wird, was auch sehr typisch für Yogya ist.

In der Umgebung:

Eine Stunde Autofahrt im Nord-Westen Yogyas liegt der Borobudur, eine der größten buddhistischen Tempelanlagen der Welt nahe der Stadt Magelang. An der Hauptverkehrsstraße nach Surakarta befindet sich der hinduistische Candi Prambanan, ca. 45 Auto-Minuten vom Stadtkern entfernt.

  • Vulkan Gunung Merapi: Im Norden Yogyas, liegt der aktive Vulkan 'Gunung Merapi', der bei gutem Wetter vom Stadtzentrum aus sichtbar ist. Am Berg befindet sich das Dorf Kaliurang, in welcher aufgrund der höheren Lage ein kühleres Klima herrscht. Deshalb und wegen der ruhigeren Verkehrssituation ist es ein bei Einheimischen sehr beliebtes Ausflugsziel. Seit dem letzten großen Vulkanausbruch am 7. Mai 2006 zieht eine von Lava bedeckte Häusergruppe vermehrt ausländische Touristen nach Kaliurang.
  • Strände: Im Süden der Stadt befinden sich mehrere Strände am Indischen Ozean. Der wohl bekannteste Strand ist Parangtritis. Am Wochenende ist Parangtritis ein stark frequentiertes Ausflugsziel, obwohl schwimmen wegen der starken Strömung nicht möglich ist. Insbesondere die mythische Königin der Südsee, Ratu Kidul, an deren Existenz kaum ein Javaner zweifelt und die nach einheimischen Verständnis immer wieder Opfer fordert und der schwarze Sand geben Parangtritis seine besondere Atmosphäre. Östlich des Parangtritis liegen weitere Strände, die über die Stadt Wonosari erreicht werden können. Der Strand Krakal ist wahrscheinlich der bekannteste und schönste Strand der Region. Da sich vor der Küste Korallen und Felsen befinden ist schwimmen kaum möglich. Sein heller Sandstrand und die Abgeschiedenheit und Ruhe ziehen jedoch eine geringe Zahl von Ausflüglern an. Westlich von Parangtritis befindet sich Parang Kusomo, an dem sich auch zwei Felsen befinden, die eine Pilgerstätte für Javaner darstellen. In Parang Kusomo finden in regelmäßigen Abständen Rituale zu Ehren der Meereskönogin Ratu Kidul statt.

Kultur[Bearbeiten]

Zur höfischen darstellenden Kunst gehören Aufführungen von Gamelan-Musik und Wayang-Spiel.[2] Vom Anfang des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im Kraton besonders Wayang wong, das Schauspiel mit geschminkten, aber unmaskierten männlichen Darstellern gepflegt.[3] Die Batik-Färbetechnik ist ein Teil der javanischen Gebrauchskunst.

Verkehr[Bearbeiten]

Überregional: Durch den Adisucipto International Airport ist Yogya an den internationalen Luftverkehr (Kuala Lumpur) angebunden. Die Bahnhöfe Tugu Station (für die Transportklassen Business und Exekutiv) und Lempuyangan Station (für Züge der Economy-Klasse) binden Yogya an die Großstädte Jakarta, Bandung, Surakarta und Surabaya an. Reisebusse und Kleinbusse verbinden Yogyakarta mit der Region und allen größeren Städten der Insel.

Im Stadtgebiet: In Yogya sind Busse, Taxis und Motorradtaxis das Verkehrsmittel um größere Distanzen zurückzulegen. In einigen Teilen der Stadt gibt es noch traditionelle Fortbewegungsmittel wie z.B. Fahrradrikschas (Becak). Bei der indonesischen Rikscha-Variante sitzt der Fahrer hinter den Fahrgästen. Becakfahrer warten in weiten Teilen der Stadt auf zahlungswillige Mitfahrer und prägen dadurch ein Stück weit das Stadtbild. Im Gebiet um die Jalan Malioboro kann man auch auf Pferdekutschen (Kuda Andong) zum Transport zurückgreifen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Aufgrund der eng geschnittenen Stadtgrenze leben rund 15.200 Einwohner je km² sehr dichtgedrängt in Yogyakarta.

Die Lebenserwartung der Frauen beträgt 76,31 Jahre und die Lebenserwartung der männlichen Bewohner 72,25 Jahre (beides Stand 2000).

Bildung[Bearbeiten]

Yogyakarta ist mit mehreren Universitäten das Bildungszentrum Indonesiens. In der Stadt leben über 100.000 Studenten aus dem gesamten Inselreich. Die Gadjah-Mada-Universität (UGM) ist die älteste öffentliche Universität Indonesiens und die größte der Stadt. Die UGM zählt neben der Universitas Indonesia (UI) in Jakarta und der Technischen Universität in Bandung zu den drei bedeutendsten Universitäten des Landes.

Weitere Bildungseinrichtungen sind:

Indonesian Institute of the Arts – Yogyakarta, Universitas Negeri Yogyakarta, Universitas Islam Indonesia, Universitas Sanata Dharma, Universitas Atma Jaya Yogyakarta, Duta Wacana Christian University, Institut Sains dan Teknologi AKPRIND – Yogyakarta, Universitas Pembangunan Nasional „Veteran“ Yogyakarta, Universitas Muhammadiyah Yogyakarta, Sekolah Tinggi Teknologi Nasional Yogyakarta, Universitas Teknologi Yogyakarta.

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Stadt ist eingeteilt in 14 Distrikte (kecamatan):

  1. Gondokusuman
  2. Jetis
  3. Tegalrejo
  4. Umbulharjo
  5. Kotagede
  6. Mergangsan
  7. Ngampilan
  8. Danurejan
  9. Kraton
  10. Wirobrajan
  11. Pakualaman
  12. Mantrijeron
  13. Gedongtengen
  14. Gondomananasa

in 45 Unterdistrikte (Kelurahan), 617 Straßenverbände (RW – Rumah Wilayah) und 2.531 Nachbarschäftsverbände (RT – Rumah Tangga) denen jeweils gewählte Verwaltungsbeauftragte (Pak Camat, Pak Lurah bzw. Pak Dukuh (javanische Bezeichnung), Pak RW und Pak RT) vorstehen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yogyakarta, Yogyakarta, Indonesia. kinkaa.com/weather
  2. M. Heni Winahyuningsih: Urbanization and the Dialectic of Traditional Performing Arts in Yogyakarta.
  3. R. M. Soedarsono: The Place of Court Dance and Music in the Javanese Kratons and its Relation to the Political Situation. Jurnal Humaniora

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yogyakarta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien