Zahnschema

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FDI-Zahnschema Quadranteneinteilung (aus Patientensicht gegen den Uhrzeigersinn)
Zahnschema eines Erwachsenen

Ein Zahnschema ist eine Methode in der Zahnmedizin, einen Zahn in seiner Position im Kiefer und im Zahnbogen eindeutig zu benennen. International ist vornehmlich das Zahnschema der Fédération Dentaire Internationale (FDI) für Zahnbezeichnungen in Gebrauch. Daneben wird in den USA das amerikanische Zahnschema und im Vereinigten Königreich das Palmer-Zahnschema verwendet. Ferner sind historisch die Zahnschemata nach Zsigmondy und Haderup von Bedeutung.

Zahnformel des Menschen[Bearbeiten]

Das menschliche Gebiss ist heterodont, was bedeutet, dass es unterschiedliche Zahnformen enthält:

  • Dens incisivus (medialis / lateralis; superior / inferior) - Incisivus (Schneidezahn)
  • Dens caninus (superior / inferior) − Caninus (Eckzahn)
  • Dens praemolaris (primus / secundus; superior / inferior) − Prämolar (Vormahlzahn)
  • Dens molaris (primus / secundus / tertius (Dens serotinus bzw. sapientiae); superior / inferior) − Molar (Mahlzahn)

Das menschliche Gebiss ist diphyodont, was bedeutet, dass es einem Zahnwechsel unterliegt:

  • Milchzähne: Erste (lacteale) Dentition
  • Bleibende Zähne: Zweite (permanente) Dentition (Zahnwechsel)

Das menschliche Gebiss ist außerdem thekodont, was bedeutet, dass die Zähne im Kiefer in einem Knochenfach verankert sind.

Zweck[Bearbeiten]

Zahnschemata werden sowohl zur Befunddokumentation, als auch zur Behandlungsplanung, zur Erstellung eines Heil- und Kostenplans, als auch für oralepidemiologische Studien verwendet. Sie dienen darüber hinaus der Kommunikation zwischen Ärzten, Zahnärzten, Zahnmedizinischen Fachangestellten, Zahntechnikern, Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen. Sie werden auch in der internationalen Kommunikation gebraucht, beispielsweise bei forensischen Untersuchungen.

Wie auch sonst in der Medizin liegen allen Schemata Seitenbezeichnungen aus Sicht des Patienten zugrunde, das heißt die vom Patienten aus gesehen rechte Seite wird auch als rechts bezeichnet. Aufgezeichnet wird jedoch so, wie der dem Patienten gegenüberstehende Behandler diesen wahrnimmt, also aus Sicht des Patienten seitenverkehrt: Die Zähne der rechten Gesichtshälfte werden links, die der linken rechts aufgezeichnet.

Befundaufnahme[Bearbeiten]

Im Zahnschema hält der Zahnarzt den Befund des Gebisses bei der Vorsorgeuntersuchung fest. Dazu gehört vor allem die Eintragung der fehlenden, kariösen, zerstörten, überkronten, überbrückten und ersetzten Zähne, vorhandene Implantate, retinierte und zu extrahierende Zähne. In erweiterten Befundschemata werden auch parodontologische und kieferorthopädische Befunde dokumentiert. Die Eintragungen erfolgen mit Abkürzungen, meist mit den Anfangsbuchstaben der Befunde, beispielsweise „f“ für einen fehlenden Zahn, „e“ für einen ersetzten Zahn. Diese Kürzel werden an der jeweiligen Zahnbezeichnung eingegeben. In großem Maßstab erfolgen mit diesen Angaben Auswertungen innerhalb epidemiologischer und wissenschaftlicher Studien. Die Erfassung der Befunde gehört zu den Dokumentationspflichten des Zahnarztes gemäß § 630fVorlage:§/Wartung/buzer BGB.

Beispiele für Befundungen im Zahnschema:

  • f = fehlend
  • z = zerstört
  • c = kariös
  • x = extraktionswürdig
  • e = ersetzt
  • k = Krone
  • b = Brückenglied
  • i = Implantat

Für weitere Bezeichnungen siehe Lage- und Richtungsbezeichnungen an den Zähnen

Behandlungsplanung[Bearbeiten]

Vollverblendete Keramikbrücke 27-25

Zahnschemata werden auch für die Behandlungsplanung eingesetzt. Um Befunde und Planungen auseinanderhalten zu können, werden Befunde in Kleinbuchstaben, Behandlungsplanungen in Großbuchstaben eingetragen. Die folgende Eintragung im FDI-Zahnschema (siehe nachfolgenden Absatz) zeigt im linken Oberkiefer den Befund, dass Zahn 26 fehlt (f) und die Zähne 25 und 27 kariös sind (c). Die Planung sieht deshalb eine Brücke vor: Die Zähne 25 und 27 werden mit einer Krone (K) versorgt, der fehlende Zahn 26 wird mit einem Brückenglied (B) überbrückt.

 K   B   K  (Planung)

 c    f    c   (Befund)

25  26  27  (Zahnbezeichnung)

FDI-Zahnschema[Bearbeiten]

Das FDI-Zahnschema ist nach der Fédération Dentaire Internationale (FDI), dem Zahnärzteweltverband bezeichnet, der im Jahre 1970 auf seiner Jahrestagung in Bukarest dieses vom Berliner Hochschullehrer Joachim Viohl empfohlene Zahnschema mit absoluter Mehrheit als international gültiges Zahnschema verabschiedet hat. Es wird seitdem auch von der WHO verwendet. Es ist auch als ISO 3950 Notation bekannt.[1] Andere Quellen nennen Theilman als Urheber, der es im Jahre 1932 entwickelt haben soll. Das Zahnschema wurde bereits seit 1960 an der Freien Universität Berlin benutzt.[2][3] Es wird auch Two-Digit System genannt.

Unter einem Quadrant versteht man eine Kieferhälfte. Damit besteht das Gebiss aus vier Quadranten. Im FDI-Schema werden die Quadranten-Ziffern der Kennziffer des Zahnes vorangestellt. Dabei werden die Quadranten aus Sicht des Patienten gegen den Uhrzeigersinn durchnummeriert. Die Zähne wiederum werden jeweils von der Mitte aus nach hinten durchnummeriert. So wird der obere rechte Eckzahn mit den Kennziffern „13“ bezeichnet. Die „1“ steht für den oberen rechten Quadranten, die „3“ für den dritten Zahn von der Mitte aus gerechnet. Der untere linke erste Prämolar erhält analog die Kennziffern „34“.

Da es sich um eine zweiziffrige Kennung und nicht um eine zweistellige Zahl handelt, werden die Ziffern nacheinander genannt und daraus keine Zahl gebildet; es heißt demzufolge „eins-drei“ und „drei-vier“, nicht „dreizehn“ und „vierunddreißig“.

Die Milchzahnquadranten werden entsprechend von 5 bis 8 durchnummeriert, so dass der obere linke seitliche Schneidezahn die Kennziffern „62“ (sechs-zwei) erhält, der untere rechte zweite Milchmolar die Kennziffern „85“ (acht-fünf).

FDI Zahnschema
Bleibendes Gebiss
oben rechts oben links
  18   17   16   15   14   13   12   11   21   22   23   24   25   26   27   28
  48   47   46   45   44   43   42   41   31   32   33   34   35   36   37   38
unten rechts unten links
Milchzahngebiss
oben rechts oben links
  55   54   53   52   51   61   62   63   64   65
  85   84   83   82   81   71   72   73   74   75
unten rechts unten links
Heil- und Kostenplan mit eingedrucktem FDI-Zahnschema. In den Zeilen darüber und darunter wird der Befund und die Behandlungsplanung eingetragen.

I - Incisivi (Schneidezähne)
C - Canini (Eckzähne)
P - Prämolaren (Vormahlzähne)
M - Molaren (Mahlzähne)

Anwendung[Bearbeiten]

Für das FDI-Schema gibt es Stempel oder Aufkleber, mit denen das Schema in die Patientenkarteikarte eingetragen wird, um dort den Zahnbefund zu erfassen. In anderen Karteikarten ist das FDI-Schema bereits eingedruckt. Im Jahre 1979 stellte die Firma Siemens ein Computerprogramm zur Praxisadministration namens Sirodata vor. Hierfür wurde eine neue Tastatur entwickelt, die zur vereinfachten elektronischen Befundaufnahme über den üblichen Tasten zwei zusätzliche Tastenreihen mit den Zahnangaben des FDI-Schemas besaß.[4] In Praxisverwaltungssystemen ist das FDI-Zahnschema einprogrammiert, in vorgeschriebenen Formularen wie dem Heil- und Kostenplan für gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland eingedruckt.

OMS-Zahnschema[Bearbeiten]

1981 wurde der Versuch unternommen, im FDI-Zahnschema die Zähne deutlicher nach den Quadranten zu unterscheiden. Im hierzu entwickelten OMS-Zahnschema (engl.: Oral & maxillofacial surgery tooth numbering system) wurden die Zahnbezeichnungen des FDI-Zahnschemas um einen Punkt zwischen den Ziffern ergänzt, also 1.1 statt 11 oder 4.5 statt 45, um die getrennte Aussprache – wie oben ausgeführt – zu unterstreichen.[5] Es hat sich jedoch nicht durchgesetzt.

Zahnschema nach Zsigmondy[Bearbeiten]

Dieses Zahnschema wurde 1861 von Adolph Zsigmondy entwickelt.[6] Es wird auch als Altes deutsches System bezeichnet.[7]

Er hat die Zähne durch einen Winkel ihrem Quadranten zugeordnet, der die Mittellinie und die Kauebene repräsentiert. Die horizontale Linie des Winkels liegt bei den Oberkieferzähnen unter der Ziffer, im Unterkiefer darüber. Der senkrechte Teil des Winkels liegt im ersten und vierten Quadranten rechts von der Ziffer, im zweiten und im dritten links. So bekommt der obere rechte Eckzahn die Kennzeichnung 3, der untere linke erste Prämolar die Kennzeichnung 4. Gesprochen wird: „oben rechts drei“ bzw. „unten links vier“.

Die Milchzähne werden mit römischen Zahlen bezeichnet, so dass der obere linke seitliche Schneidezahn die Kennzeichnung II erhält, der untere rechte zweite Milchmolar die Kennzeichnung V.

Zahnmodell eines Erwachsenen (ohne Weisheitszähne)
Links oben im Bild Zahn 7

links unten im Bild Zahn 7
Zahnschema nach Zsigmondy
Bleibendes Gebiss
oben rechts oben links
 8   7   6   5  4  3   2   1   1  2  3  4  5  6   7   8 
 8  7  6  5  4  3  2  1  1  2  3  4  5  6  7  8
unten rechts unten links
Milchzahngebiss
oben rechts oben links
V  IV  III   II    I  I  II  III  IV  V
V IV III  II    I  I  II  III  IV  V
unten rechts unten links

Zahnschema nach Palmer[Bearbeiten]

Der Zahnarzt Corydon Palmer (Ohio, USA) hat das Zahnschema nach Zsigmondy für das bleibende Gebiss beibehalten, jedoch im Jahre 1870 für das Milchgebiss abgeändert. Er hat die Milchzähne mit lateinischen Großbuchstaben bezeichnet, um die Verwechslungsgefahr zu reduzieren.[8] Dabei werden die Milchzähne in jedem Quadranten jeweils von der Mitte aus nach hinten mit den Buchstaben A bis E bezeichnet. Die seitdem nach ihm bezeichnete Palmer Notation wird von Studenten und Zahnärzten im Vereinigten Königreich bevorzugt.[9] Aber auch Kieferorthopäden und Kieferchirurgen in den USA verwenden bevorzugt die Palmer Notation.[10]

Palmer Notation: rechter unterer mittlerer Milchschneidezahn
Zahnschema nach Palmer
Bleibendes Gebiss
oben rechts oben links
 8   7   6   5   4   3   2   1 1   2   3   4   5   6   7   8
 8  7  6  5  4  3  2  1 1  2  3  4  5  6  7  8
unten rechts unten links
Milchzahngebiss
oben rechts oben links
E D C B A A  B  C  D  E
E D C B A A  B  C  D  E
unten rechts unten links

Zahnschema nach Haderup[Bearbeiten]

Im Zahnschema nach Victor Haderup, der es 1891 entwickelt hatte, werden die Zähne durch ein Pluszeichen im Oberkiefer und ein Minuszeichen im Unterkiefer ihrem Quadranten zugeordnet. Es wird auch als das Skandinavische System bezeichnet.[7] Die Plus- und Minuszeichen sind jeweils zur Mittellinie hin angeordnet, d. h. sie sind im ersten und vierten Quadranten der Ziffer nachgestellt, im zweiten und im dritten vorangestellt. So bekommt der obere rechte Eckzahn die Kennzeichnung „3+“, der untere linke erste Prämolar die Kennzeichnung „–4“. Gesprochen wird ebenfalls: „oben rechts drei“ bzw. „unten links vier“.

Bei den Milchzähnen wird den Ziffern eine „0“ vorangestellt, so dass der obere linke seitliche Milchschneidezahn die Kennzeichnung „+02“ erhält, der untere rechte zweite Milchmolar die Kennzeichnung „05–“.

Zahnmodell eines Erwachsenen (ohne Weisheitszähne)
Links oben im Bild Zahn 7+
links unten im Bild Zahn 7–
Zahnschema nach Haderup
Bleibendes Gebiss
oben rechts oben links
8+ 7+ 6+ 5+ 4+ 3+ 2+ 1+ +1 +2 +3 +4 +5 +6 +7 +8
8- 7- 6- 5- 4- 3- 2- 1- -1 -2 -3 -4 -5 -6 -7 -8
unten rechts unten links
Milchzahngebiss
oben rechts oben links
05+ 04+ 03+ 02+ 01+ +01 +01 +03 +04 +05
05- 04- 03- 02- 01- -01 -02 -03 -04 -05
unten rechts unten links

Das amerikanische Zahnschema[Bearbeiten]

Im amerikanischen Zahnschema (Universal Numbering System) werden die Zähne beginnend beim oberen rechten Weisheitszahn und endend beim unteren rechten Weisheitszahn im Uhrzeigersinn von 1 bis 32 durchnummeriert. Es wird unverändert bevorzugt in den USA verwendet. Eine Kennzeichnung der Quadranten entfällt. So bekommt der obere rechte Eckzahn die Kennzahl „6“, der untere linke erste Prämolar die Kennzahl „21“. Diese Zahnschema wurde 1883 vom Briten George Cunningham entwickelt.

Die Milchzähne werden analog von rechts oben beginnend im Uhrzeigersinn mit den Buchstaben „A“ bis „T“ bezeichnet, so dass der obere linke seitliche Schneidezahn die Kennzeichnung „G“ erhält, der untere rechte zweite Milchmolar die Kennzeichnung „T“. Alternativ werden die Milchzähne ebenfalls durchnummeriert und erhalten als Unterscheidungsmerkmal ein nachfolgendes „d“. Der rechte obere Milchmolar erhält somit entweder die Bezeichnung „A“ oder „1d“

Im amerikanischen Zahnschema werden die Zähne so notiert, dass der aus Patientensicht rechts befindliche Zahn im Schema auch rechts notiert wird. Der aus Patientensicht rechte obere Weisheitszahn wird im Schema deshalb oben rechts eingetragen.

Amerikanisches Zahnschema
Amerikanisches Zahnschema
Bleibendes Gebiss
oben links oben rechts
16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32
unten links unten rechts
Milchzahngebiss
oben links oben rechts
J I H G F E D C B A
K L M N O P Q R S T
unten links unten rechts
Alternatives System für das Milchgebiss
oben links oben rechts
10d 9d 8d 7d 6d 5d 4d 3d 2d 1d
11d 12d 13d 14d 15d 16d 17d 18d 19d 20d
unten links unten rechts

Die Verwendung des amerikanischen Zahnschemas ist nicht einheitlich, so dass auch eine Notation verwendet wird, bei der die Zähne seitenverkehrt aufgezeichnet werden:[7]

Alternate universal numbering system
Bleibendes Gebiss
oben rechts oben links
 1   2   3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16 
 32  31  30  29  28  27  26  25  24  23  22  21  20  19  18  17
unten rechts unten links
Milchzahngebiss
oben rechts oben links
A B C D E F G H I J
T S R Q P O N M L K
unten rechts unten links

Verwechslungsgefahr[Bearbeiten]

Es besteht bei internationaler Verwendung von Zahnbezeichnungen, beispielsweise bei einer Überweisung eines Patienten, eine Verwechslungsgefahr mit dem FDI-Zahnschema. Beispielsweise hat im amerikanischen Zahnschema im bleibenden Gebiss der obere linke zweite Prämolar die Endziffer „3“, der untere linke zweite Prämolar die Endziffer „0“. In anderen Schemata gilt für beide Zähne die Endziffer „5“, die zweiten Prämolaren. Ein Zahnarzt, der das amerikanische System nutzt, bezeichnet den zweiten Molaren der linken Oberkieferhälfte mit „15“ (fifteen − fünfzehn). Ein Zahnarzt, der das FDI-Schema verwendet, liest die Bezeichnung nach FDI als Zahn eins-fünf, demnach als den oberen rechten Prämolaren, den fünften Zahn des ersten Quadranten.

Das französische Zahnschema[Bearbeiten]

Im französischen Zahnschema (franz.: Numérotation de la denture humaine) wurde früher eine Kombination aus Buchstaben und arabischen bzw. römischen Ziffern verwendet. Dabei steht „D“ für droite (franz. rechts) und „G“ für gauche (links). Die Großbuchstaben werden für den Oberkiefer, die Kleinbuchstaben für den Unterkiefer verwendet. Die arabischen Ziffern bezeichnen bleibende Zähne und die römischen Ziffern die Milchzähne.[7]

Französisches Zahnschema
Bleibendes Gebiss
oben rechts oben links
D8 D7 D6 D5 D4 D3 D2 D1 G1 G2 G3 G4 G5 G6 G7 G8
d8 d7 d6 d5 d4 d3 d2 d1 g1 g2 g3 g4 g5 g6 g7 g8
unten rechts unten links
Milchzahngebiss
oben rechts oben links
DV DIV DIII DII DI GI GII GIII GIV GV
dV dIV dIII dII di gI gII gIII gIV gV
unten rechts unten links

Zahnschemata mit Zahlen-/Buchstabenkombinationen[Bearbeiten]

In Anlehnung an das französische Zahnschema wurden ähnliche Zahlen-/Buchstabenkombinationen in den verschiedenen Sprachen für die vier Quadranten angewandt:

  • Englisch:
    • UR - upper right
    • UL - upper left
    • LR - lower right
    • LL - lower left

„UL3“ bezeichnet im Englischen den Eckzahn im linken Oberkiefer.

  • Deutsch:
    • OR - oben rechts
    • OL - oben links
    • UR - unten rechts
    • UL - unten links

„UL3“ bezeichnet im deutschen Zahnschema den Eckzahn im linken Unterkiefer.

Das lateinische Zahnschema[Bearbeiten]

Das lateinische Zahnschema wurde 1870 von Eduard Mühlreiter entwickelt und besteht aus den Anfangsbuchstaben der lateinische Bezeichnung der Zähne.[11] Die bleibenden Zähne wurden mit Groß-, die Milchzähne mit Kleinbuchstaben bezeichnet und jeweils durchnummeriert. Die Bezeichnung war jedoch nur aus dem gesamten Zahnschema ersichtlich, weil beispielsweise die Bezeichnung M1 nicht ausgedrückt hat, um welchen ersten Molaren (Oberkiefer oder Unterkiefer, rechts oder links) es sich handelt (I - Incisivi, C - Canini, P - Prämolaren M - Molaren).

Lateinisches Zahnschema
Bleibendes Gebiss
M3   M2   M1   P2   P1   C   I2   I1 I1   I2   C   P1   P2   M1   M2   M3
M3   M2   M1   P2   P1   C   I2   I1 I1   I2   C   P1   P2   M1   M2   M3
Milchzahngebiss
m2   m1   c   i2   i1 i1   i2   c   m1   m2
m2   m1   c   i2   i1 i1   i2   c   m1   m2

Zahnloser Kiefer[Bearbeiten]

Im zahnlosen Kiefer werden auch die Kieferbereiche nach denjenigen Zähnen benannt, die im jeweiligen bezahnten Kieferabschnitt stehen sollten. Fehlt beispielsweise der Zahn 45 (wegen Nichtanlage oder nach Extraktion) und soll der fehlende Zahn beispielsweise durch ein Implantat oder durch ein Brückenglied oder eine Teilprothese ersetzt werden, so wird der zahnlose Kieferbereich als 45 bezeichnet. Auch die ersetzten Zähne erhalten in der Folge die gleiche Bezeichnung wie die bleibenden Zähne.

Hyperdontie[Bearbeiten]

Bei einer Hyperdontie (Zahnüberzahl) erfolgt die Zählung (außer im amerikanischen Zahnschema) konsequent im jeweiligen System weiter. Im FDI-Schema heißt beispielsweise ein (überzähliger) Zahn hinter dem rechten oberen Weisheitszahn, der die Bezeichnung 18 hat, konsequenterweise Zahn 19.

Zahnschemata verschiedener Lebewesen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Zahnformel

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ISO-Norm 3950:2009
  2. Erfinder des Zahnschemas, Joachim Viohl zum 80. Geburtstag Mitteilungsblatt Berliner Zahnärzte (MBZ) 06/2013, S. 38
  3. Józef Kulas: Modelowanie koron zębów. Długołęka k. Wrocławia: 1983, s. 6–10. ISBN 83-200-0551-5
  4. Neue Wege in der EDV. Sirodata im Anmarsch, Zahnarztl. Mitt. 69(11):666-70 (1979) ISSN: 0044-1643
  5. International dental charts
  6. Huszár G: [The role of the life and works of Adolf Zsigmondy and Ottó Zsigmondy in the history of dentistry][Article in Hungarian]. In: Fogorv Sz. 82, Nr. 12, 1989, S. 357–63. PMID 2689240.
  7. a b c d Die Ausbildung zum Zahntechniker. Verlag Neuer Merkur GmbH; 1996. ISBN 978-3-929360-01-1. p. 28–.
  8. Edward F. Harris: Tooth-Coding Systems in the Clinical Dental Setting. In: Dental Anthropology. 18, Nr. 2, 2005.
  9. Blinkhorn A, Choi C, Paget H: An investigation into the use of the FDI tooth notation system by dental schools in the UK.. In: Eur J Dent Educ. 2, Nr. 1, 1998, S. 39–41. doi:10.1111/j.1600-0579.1998.tb00034.x. PMID 9588962.
  10. N. Garg, Textbook of Operative Dentistry, Jp Medical Ltd, 2. Auflage (2012) ISBN 93-5025-939-7
  11. E. Mühlreiter. Anatomie des menschlichen Gebisses: Mit besonderer Rücksicht auf die Bedürfnisse der Zahnersatzkunde. Mit 58 Figuren im Holzschnitt. Arth. Felix; 1870.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Klaus M. Lehmann: Einführung in die Zahnersatzkunde. Urban & Schwarzenberg, München, Wien, Baltimore 1979, S. 5f.