Zorbau

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51.19027777777812.021388888889167Koordinaten: 51° 11′ 25″ N, 12° 1′ 17″ O

Zorbau
Stadt Lützen
Höhe: 167 m
Fläche: 9,67 km²
Einwohner: 810 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Eingemeindet nach: Lützen
Postleitzahl: 06686
Vorwahl: 034441
Zorbau Sössen Starsiedel Röcken Rippach Poserna Muschwitz Großgörschen Dehlitz Lützen BurgenlandkreisKarte
Über dieses Bild

Lage von Zorbau in Lützen

Zorbau ist ein Ortsteil der Stadt Lützen im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland).

Kirche in Zorbau

Geografie[Bearbeiten]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten]

Zur Ortschaft Zorbau gehören die Ortsteile Gerstewitz, Nellschütz, Zorbau und Zörbitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1088 erstmals erwähnt, ist aber wahrscheinlich älter und geht auf eine slawische Siedlung zurück. Siedlungsspuren in der Umgebung führen sogar bis in die Jungsteinzeit zurück.

Zorbau, Zorbonne, Zourbow, Czorbow, Zorbau - viele Namen hatte der Ort seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1088. Der Ort ist allerdings noch wesentlich älter. Die vier Ortsteile (Zorbau, Gerstewitz, Zörbitz und Nellschütz) der Ortschaft deuten auf einen ehemals slawischen Ursprung hin. In einer Urkunde des Gosecker Klosters von 1135 steht geschrieben, dass Uda, die Schwester des Pfalzgrafen Friedrich II. in Zorbau 1088 starb und in Goseck begraben liegt. Uda (auch Oda oder Hilaria) besaß in Zorbau ein Gut, zu dem wahrscheinlich die noch heute vorhandene Wehrkirche gehört. Die Zorbauer Marienkirche ist romanischen Stils und zeichnet sich durch ihre sorgfältige Bauweise aus.

1782 hatte der Ort 46 Häuser, darunter Schenke und Brauhaus. Zu dieser Zeit hatte Zorbau 200 Einwohner. Mit der Industrialisierung 1850 stieg auch die Zahl der Bürger, die in der traditionellen Landwirtschaft, in der Braunkohleindustrie und in der Chemie tätig waren. In Gerstewitz entstand 1856 die erste Fabrik der Sächsisch-Thüringischen Actiengesellschaft für Braunkohlenverwertung, die zu den wichtigsten Produzenten von Braunkohleschwelprodukten gehörte.

Die Gemeinde Zorbau wurde per Gesetz [1] zum 1. Januar 2011 in die Stadt Lützen eingemeindet und verlor dadurch ihre politische Selbstständigkeit. Sie gehörte bis zu ihrer Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Lützen-Wiesengrund an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Lützen hatte und ebenfalls am 1. Januar 2011 aufhörte zu existieren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirche in Zorbau, erbaut um 1000, ist möglicherweise die älteste im Burgenlandkreis. Uda gilt als die Stifterin der Kirche.
  • In der Kirche zu Nellschütz steht die vermutlich zweitälteste noch erhaltene Orgel im Weißenfelser Land. Sie wurde 1723/24 erbaut. Über den Orgelbauer Gottfried Joch ist leider nichts bekannt. Die Orgel gehört zu den wenigen Instrumenten, für die man noch einen Kalkanten benötigt, der die Bälge tritt und somit für die Luftzufuhr sorgt. Das Instrument ist wegen seines eingeschränkten Tonumfangs (im Manual bis zum c‘‘‘, im Pedal bis c‘) nicht für jedes Orgelmusikstück geeignet.
  • Auf dem Ortsfriedhof erinnert eine Grabstätte an einen sowjetischen Soldaten oder (nach anderer Angabe) Zivilarbeiter, der während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und ein Opfer von Zwangsarbeit wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das in Zorbau entstandene Gewerbegebiet ist eines der wirtschaftlichen Zentren des Burgenlandkreises und eines der größten Gewerbe- und Industriegebiete im Süden Sachsen-Anhalts. Auf ca. 100 ha Fläche sind seit 1990 über 1000 Arbeitsplätze entstanden. Über die Landesgrenzen bekannt ist die Abfallverwertungsanlage und die ROBA Corrugated GmbH die in einem in Europa einmaligen Werk Feinstwellpappe herstellt.

Der Standort Zorbau befindet sich im Zentrum der mitteldeutschen Verkehrsströme. Die günstige Lage mit direktem Anschluss an die A9 (Berlin-München) ist ideal, zumal in südlicher Richtung, nach etwa 30 km, die A9 am Hermsdorfer Kreuz auf die A4 trifft. Dadurch ist ein Autobahnanschluss in Richtung Dresden, Polen, Tschechien und zu den westlichen Ballungsräumen gegeben. Im Norden erreicht man die A14 und den Flughafen Halle/Leipzig sowie die Metropolen Halle und Leipzig. 4 km nördlich ist das Autobahnkreuz Rippachtal zur A38 entstanden, das den Süden des Großraums Leipzig ideal erschließt.

Religionen[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Ortschaft Zorbau existieren drei evangelische Gemeinden (Gerstewitz, Nellschütz, Zorbau). Diese sind mit den Gemeinden Selau, Granschütz und Taucha im Kirchspiel Zorbau organisiert, welches wiederum dem evangelischen Pfarrbereich Weißenfels Süd-Ost zugeordnet ist.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

2008 Horst Geldermann (Projektplaner Industriegebiet)

Ansässige Firmen[Bearbeiten]

Die Abfallverwertungsanlage in Zorbau
Blick von der A 9 auf die Abfallverwertungsanlage
  • Abfallverwertungsanlage: Die Thermische Restabfallbehandlungsanlage der SITA Abfallverwertung GmbH verarbeitet jährlich etwa 300.000 Tonnen Müll. Die Müllverbrennung liefert eine Leistung von 107 MW.
  • Fenster-, Türen- und Wintergärten-Fertigung


Sport / Vereine[Bearbeiten]

  • Verein der Freiwilligen Feuerwehr Zorbau e.V.
  • SV Blau Weiß Zorbau e.V.
  • Zorbauer Heimatverein 1991 e.V.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt den Landkreis Burgenlandkreis betreffend.

Weblinks[Bearbeiten]