Lützen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Burgenlandkreis | |
| Höhe: | 121 m ü. NN | |
| Fläche: | 108,28 km² | |
| Einwohner: |
9083 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 84 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 06679, 06686 | |
| Vorwahlen: | 034441, 034444, 03443 (Dehlitz, Poserna, Rippach) | |
| Kfz-Kennzeichen: | BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 84 315 | |
| Stadtgliederung: | 34 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 06679, 06686 Lützen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dirk Könnecke (parteilos)[2] | |
| Lage der Stadt Lützen im Burgenlandkreis | ||
Lützen ist eine Stadt im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografisch gehört Lützen zur Leipziger Tieflandsbucht. Die Stadt liegt etwa 10 Kilometer vor der Stadtgrenze Leipzigs an der Bundesstraße 87, die von Weißenfels über Lützen und Markranstädt nach Leipzig führt. Außerdem ist Lützen über die Anschlussstelle Bad Dürrenberg (ca. 5 km entfernt) an die Bundesautobahn 9 und über die Anschlussstelle Lützen (ca. 1 km entfernt) an die A 38 angeschlossen.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
| Bad Dürrenberg (SK) | ||
| Weißenfels | Markranstädt und Kitzen (beide L) | |
| Hohenmölsen und Teuchern |
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
| Ortschaft | Einwohner | Ortsteile |
Die Ortschaften von Lützen (anklickbare Karte) |
|---|---|---|---|
| Dehlitz | 544 | Dehlitz, Lösau und Oeglitzsch | |
| Großgörschen | 819 | Großgörschen, Kleingörschen, Rahna und Kaja | |
| Lützen | 3.705 | ||
| Muschwitz | 1.089 | Göthewitz, Muschwitz, Kreischau, Pobles, Söhesten, Tornau und Wuschlaub | |
| Meuchen | 260 | Meuchen | |
| Poserna | 384 | Poserna | |
| Rippach | 661 | Großgöhren, Kleingöhren, Pörsten und Rippach | |
| Röcken | 661 | Röcken, Bothfeld, Michlitz und Schweßwitz | |
| Sössen | 226 | Gostau, Sössen und Stößwitz | |
| Starsiedel | 677 | Kölzen und Starsiedel | |
| Zorbau | 810 | Gerstewitz, Nellschütz, Zorbau und Zörbitz. |
Geschichte [Bearbeiten]
Die Stadt Lützen gehörte seit dem 13. Jahrhundert zum Einflussbereich des Hochstifts Merseburg und war Sitz des bischöflichen Amts Lützen. Durch die Säkularisation des Bistums Merseburg gelangte die Stadt Lützen mit dem Amt Lützen an das Kurfürstentum Sachsen.
Lützen war im Jahre 1632 Schauplatz der Schlacht bei Lützen, einer der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges. Der Schwedenkönig Gustav II. Adolf ist in dieser Schlacht gefallen. Eine Kapelle und ein Denkmal erinnern an den König. Da Napoleon in der Nacht vor der Schlacht bei Großgörschen (2. Mai 1813) demonstrativ am Gedenkstein für Gustav Adolf übernachtete, umgeben von seinen Truppen, wird diese manchmal auch als Schlacht bei Lützen bezeichnet.
Nach der Niederlage Napoleons und des mit ihm verbündeten Königreichs Sachsen musste das Königreich Sachsen nach Beschluss des Wiener Kongresses im Jahr 1815 einen großen Teil seines Gebietes an das Königreich Preußen abtreten. Das Amt Lützen wurde dabei geteilt. Der größere Westteil mit der Stadt Lützen wurde der preußischen Provinz Sachsen (Regierungsbezirk Merseburg) angegliedert, der kleinere Ostteil kam an das sächsische Amt Leipzig.
Lützen gehörte bis zur Verwaltungsreform der DDR im Jahr 1952 dem Landkreis Weißenfels an. Dann gehörte die Stadt zum Kreis Weißenfels im Bezirk Halle bzw. ab 1990 im Land Sachsen-Anhalt. Ab 1994 gehörte Lützen zum Landkreis Weißenfels. Nach der zweiten Kreisreform im Land Sachsen-Anhalt liegt Lützen seit 2007 im Burgenlandkreis.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Juli 2009 wurde die vormals eigenständige Gemeinde Röcken eingemeindet.[3]
Am 1. Januar 2010 wurde die Stadt Lützen aus dem Zusammenschluss Lützens mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Großgörschen, Muschwitz, Poserna, Rippach und Starsiedel neu gebildet.[4]
Am 1. Januar 2011 wurden die Gemeinden Dehlitz, Sössen und Zorbau eingemeindet.
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat aus Lützen setzt sich derzeit aus 16 Ratsfrauen und Ratsherren sowie dem Bürgermeister zusammen. Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte zur folgendem Ergebnis:[5]
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
| CDU | 30,3 % | 5 |
| LINKE | 14,9 % | 2 |
| SPD | 15,2 % | 3 |
| GRÜNE | 10,9 % | 2 |
| Wählergruppen | 23,9 % | 4 |
| Gesamt | 16 |
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 25. Januar 2010 durch den Landkreis genehmigt.
Blasonierung: „In Gold, aus dem unteren Schildrand wachsend, silbern nimbiert, Johannes der Täufer mit schwarzem Haar und Bart, im blauen Gewand über schwarz gegürtetem silbernen Untergewand; mit der rechten Hand weisend auf das auf seinem linken Unterarm auf einem silbernen Buch ruhende, golden nimbierte, silberne Gotteslamm mit Siegesfahne – rotes Kreuz auf Silber – am roten Kreuzstab.“[6]
Die Farben der Stadt sind Blau - Gelb.
Flagge [Bearbeiten]
Die Flagge ist blau - gelb (1:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend, Querform: Streifen waagerecht verlaufend) und mittig mit dem Wappen der Stadt belegt.[6]
Sehenswürdigkeiten / Tourismus [Bearbeiten]
Schloss [Bearbeiten]
- Das Lützener Schloss wurde Ende des 13. Jahrhunderts von den Merseburger Bischöfen erbaut. Seit 1928 beherbergt es das Stadt- und Regionalgeschichtliche Museum. In diesem wird an die beiden weltpolitisch bedeutenden Schlachten bei Lützen erinnert. Dies ist einmal die Schlacht bei Lützen von 1632, in der der legendäre Schwedenkönig Gustav II. Adolf sein Leben ließ. Ein Großdiorama mit 3.600 Zinnfiguren zeigt die Schlacht. Das andere ist die Schlacht bei Großgörschen von 1813, welche in einem noch größeren Diorama (5.500 Zinnfiguren) dargestellt. Eine weitere Ausstellung des Museums ist dem Dichter und Schriftsteller Johann Gottfried Seume gewidmet. Das Gebäude beherbergt auch das historische Stadtarchiv.
Gustav-Adolf-Gedenkkirche [Bearbeiten]
- Gustav-Adolf-Gedenkkirche Meuchen: Die ursprünglich romanische Kirche wurde im 15./16. Jahrhundert gotisch umgebaut und im Jahr 1912 als Gedenkkirche neu gestaltet. Hinter dem Altar befindet sich ein alter hölzerner Tisch, auf dem der Leichnam Gustav II. Adolfs bei der Säuberung gelegen haben soll. Ein Farbfenster und ein Bronzerelief des schwedischen Königs sind weitere Ausstellungsstücke.
Rathaus [Bearbeiten]
- Lützener Rathaus: Das Rathaus wurde 1884/1885 im Stil der Neurenaissance erbaut. Von der ursprünglichen Ausstattung sind noch der Sitzungssaal, das Amtszimmer des Bürgermeisters sowie drei erhalten gebliebene Gefängniszellen vorhanden.
Gedenkstätten [Bearbeiten]
- Gustav-Adolf-Gedenkstätte: Die Gedenkstätte ist dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf gewidmet, der während der Schlacht bei Lützen fiel. Schon im Jahr 1632, im Todesjahr, wurde am Todesort ein großer Findling als erstes Denkmal aufgestellt. Im Jahr 1837 erfolgte dann die Einweihung des von Karl Friedrich Schinkel entworfenen, gusseisernen Baldachins, welcher über dem sogenannten „Schwedenstein“ errichtet wurde. Im Jahr 1907 kam die vom schwedischen Konsul Oskar Ekman und seiner Frau Maria gestiftete Gustav-Adolf-Kapelle hinzu. Später folgten noch zwei typisch schwedische Holzhäuser. Bei den gelegentlichen Behauptungen, das Grundstück gehöre dem schwedischen Staat oder sei gar exterritoriales Gebiet, handelt es sich um eine moderne Legende ohne jeglichen wahren Kern.
- Gedenkstein von 1946 auf dem Gelände der Zuckerfabrik zur Erinnerung an zwölf sowjetische Kriegsgefangene, die hier Opfer von Zwangsarbeit wurden
- Denkmal von 1951 im Schlosspark (zu DDR-Zeiten Thälmannpark) für die Verfolgten des Naziregimes von dem Bildhauer Lichtenfels aus Halle
Tiergehege im Martzschpark [Bearbeiten]
- Tiergehege: In dem ca. 32 ha großen Areal sind Rehe, Auerochsen, Esel, Ziervögel und verschiedene Kleintiere zu sehen. Das naturnahe Gehege ist ein beliebter Ausflugsort, der in unmittelbarer Nähe zur Gustav-Adolf-Gedenkstätte an der B87 liegt und über ausreichend Parkplätze verfügt.
Radwege [Bearbeiten]
- Der Radweg Sole-Kohle-Geschichte führt über Bad Dürrenberg zum Geiseltalsee.
- Auf dem Bahndamm der stillgelegten Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Pörsten verläuft der asphaltierte Elster-Saale-Radweg bis zum Leipziger Stadtrand in Lausen.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Thomas Hartmann (* 18. Dezember 1548 in Lützen; † 23. November 1609 in Eisleben), evangelischer Theologe und Kirchenlieddichter
- Johann Gottfried Seume (* 29. Januar 1763 in Poserna, Kursachsen; † 13. Juni 1810 in Teplitz, Böhmen), deutscher Schriftsteller und Dichter
- Gustav Senfft von Pilsach (* 25. Dezember 1790 in Lützen; † 11. Februar 1867 in Dresden), königlich-sächsischer Generalleutnant
- Franz Theodor Förster (* 28. Januar 1839 in Lützen; † 27. August 1898 in Halle (Saale)), evangelischer Theologe und Professor an der Universität Halle
- Friedrich Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen; † 25. August 1900 in Weimar), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe
- Arthur Langhammer (* 6. Juli 1854 in Lützen; † 4. Juli 1901 in Dachau), Maler und Illustrator
- Rolf Kutzmutz (* 1. September 1947 in Lützen), Politiker (Die Linke)
- Fritz-Gerald Schröder (* 12. Juni 1961 in Lützen), Professor für Gemüsebau
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2011 (PDF; 168 KiB) (Hilfe dazu)
- ↑ http://wahlen.luetzen-wiesengrund.de/2010/SWBM2010-G.html
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
- ↑ a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt Nr. 2/2010, Seite 29 (PDF; 5,6 MB)
Weblinks [Bearbeiten]
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