Hohenmölsen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hohenmölsen
Hohenmölsen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hohenmölsen hervorgehoben
51.15638888888912.098055555556149Koordinaten: 51° 9′ N, 12° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Höhe: 149 m ü. NHN
Fläche: 75,31 km²
Einwohner: 10.089 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06679
Vorwahl: 034441
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 235
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06679 Hohenmölsen
Webpräsenz: www.stadt-hohenmoelsen.de
Bürgermeister: Andy Haugk (parteilos)
Lage der Stadt Hohenmölsen im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
Über dieses Bild
Stadtkirche Hohenmölsen

Hohenmölsen ist eine Stadt im Burgenlandkreis im Süden Sachsen-Anhalts. Sie war bis 1994 Sitz des gleichnamigen Landkreises Hohenmölsen.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt rund 15 Kilometer südöstlich von Weißenfels entfernt auf einer Anhöhe. Ihre Umgebung ist einerseits von Landwirtschaft und andererseits vom Braunkohleabbau geprägt. Der östlich der Stadt gelegene Tagebau Profen ist heute noch in Betrieb. Nächstgrößere Städte sind neben Weißenfels, Zeitz im Süden und im Nordosten Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten]

Hohenmölsen war 1080 Schauplatz der Schlacht bei Hohenmölsen. 1091 wird erstmals die Burgward Melsin villa (Milzin) urkundlich erwähnt. 1284 erhielt die Stadt das Marktrecht. 1539 begann die Reformation in Hohenmölsen. In den Jahren 1558 und 1578 zerstörten große Stadtbrände die Stadt fast vollständig.

Im Jahr 1632 wurde die Stadt infolge des Dreißigjährigen Krieges durch Feuer erneut fast vollständig zerstört. 1680 wütete die Pest, der bei einer Bevölkerungszahl von 300 Einwohnern 57 Personen zum Opfer fielen. Als Folge des Wiener Kongresses kam Hohenmölsen 1815 von Sachsen zu Preußen.

Von 1952 bis 1994 war Hohenmölsen Kreisstadt des Kreises Hohenmölsen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1990 1995 2000 2005 2008
Einwohner 11.764 11.499 10.673 9.681 9.125

1990: 3. Oktober, ab 1995 Stichtag 31. Dezember

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Rathaus in Hohenmölsen

Zu Hohenmölsen eingemeindete Ortschaften:

Jaucha wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.[2] Mutschau kam am 1. Dezember 1962 hinzu.[2] Zembschen wurde am 9. Mai 2002 eingemeindet.[3] Am 1. Januar 2003 folgten Webau und Werschen.[4] Granschütz und Taucha wurden am 1. Januar 2010 eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 25. Mai 2014[6]
Wahlbeteiligung: 42,8 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,4 %
22,4 %
20,4 %
10,3 %
3,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+4,6 %p
+4,0 %p
-6,1 %p
-2,3 %p
+3,4 %p
-3,8 %p

Der Stadtrat der Stadt Hohenmölsen besteht aus 28 ehrenamtlichen Mitgliedern.

Seit der Wahl am 25. Mai 2014 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

Sitzverteilung im
Stadtrat der Stadt Hohenmölsen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Hohenmölsen ist seit 2011 Andy Haugk,[7] der der Wählergruppe „Aktives Hohenmölsener Land“ (AHL) angehört. Haugk ist zugleich seit 2014 Mitglied im Kreistag des Burgenlandkreises, in den er über den Wahlvorschlag der CDU gewählt wurde.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Rot über Gold. Oben hinter einer gezinnten silbernen Mauer mit schwarzem Tor ein gezinnter silberner Turm. Unten auf grünem Rasen ein springender roter Hirsch verfolgt von einem roten Jagdhund.“

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Zentrum von Hohenmölsen wird wesentlich von drei Gebäuden geprägt: dem Kirchturm, dem Wasserturm und dem Rathausturm. Die Stadt nennt sich deshalb auch selbst „Stadt der drei Türme“.

In der Stadtkirche St. Petri befindet sich eine der Orgeln von Friedrich Ladegast. Weiterhin gibt es eine katholische Kirche.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Denkmal für General von Helldorf in Hohenmölsen
  • Denkmal für General von Helldorf in Hohenmölsen
  • Gedenkstein von 1949 neben dem Rathaus für die Opfer des Faschismus
  • Zwei Gedenksteine von 1975 auf dem Städtischen Friedhof an der Mauerstraße zur Erinnerung an 20 getötete Rotarmisten sowie 14 Zwangsarbeiter verschiedener Nationen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und im Braunkohletagebau Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Reliefstein von 1981 in der Sekundarschule Nord in der Werkstraße für den antifaschistischen Bergarbeiter und KPD-Bezirksleiter Otto Schlag, der 1944 an der in mehreren Konzentrationslagern erlittenen Haft verstarb
  • Erinnerungstafel am Haus Bergstraße 24 des Ortsteiles Jaucha an den kommunistischen Gemeindevertreter Max Kunath, der im Zuchthaus Amberg ein Opfer der NS-Justiz wurde

Naherholung[Bearbeiten]

Der Mondsee mit dem Freizeitpark Pirkau liegt ca. 3 km südöstlich des Ortes.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Traditioneller Hohenmölser Herbst- und Mittelaltermarkt, sowie das „Mölser Festival der Spielleute“; jährlich am ersten Freitag im September.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hohenmölsen ist durch die Bundesstraßen 91 und 176, die Bundesautobahn 9 mit der Anschlussstelle Weißenfels gut zu erreichen.

Die Bahnstrecke Großkorbetha–Deuben über Pörsten und Hohenmölsen ist seit 1999 ohne Personenverkehr. Sie wird noch für Kohletransporte aus dem Braunkohlerevier Profen von Wählitz nach Korbetha für das Kraftwerk Schkopau benutzt.

Mehrere Buslinien der Personenverkehrsgesellschaft Burgenlandkreis führen durch Hohenmölsen. Durch den Landesbus 800 sind Weißenfels und Profen direkt erreichbar.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Wichtiger Wirtschaftsfaktor war über die 1990er Jahre das Asklepios-Kreiskrankenhaus. Bis zur endgültigen Schließung im April 2008 war im Hohenmölsener Krankenhaus die Diabetologie-Abteilung des Asklepios-Krankenhauses Weißenfels untergebracht. Im September 2009 konnte ein Abriss des leerstehenden Gebäudekomplexes verhindert werden. Für eine mögliche weitere Nutzung zeigte sich bislang jedoch kein Interessent.[9]

Die für die NVA in den 1970er Jahren errichtete und am 31. Dezember 2007 geschlossene General-Heinrich-August-von-Helldorff-Kaserne der Heeresflugabwehr zählt zu den ehemaligen Standorten der Bundeswehr, die ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber in der ehemaligen Kreisstadt war.[10] Auf dem Gelände, welches etwas außerhalb der Stadt liegt, siedeln sich nach und nach größere und kleinere Betriebe an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit Hohenmölsen verbundene Personen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohenmölsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/gw14/erg/gem/gw.15084235.ergtab.frametab.html
  7. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/bmbm/erg/gem/bm.15084235.ergtab.frametab.html
  8. http://www.ratsinfo-online.de/blk-bi/kp020.asp?KPLFDNR=275&options=4
  9. [1], Die Abrissbagger sind gestoppt, Mitteldeutsche Zeitung, Artikel vom 1. September 2009 (letzte Einsicht: 2. November 2010)
  10. Ehemaliger Bundeswehrstandort Hohenmölsen