Hohenmölsen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Burgenlandkreis | |
| Höhe: | 149 m ü. NN | |
| Fläche: | 75,31 km² | |
| Einwohner: |
10.419 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 138 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 06679 | |
| Vorwahl: | 034441 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 84 235 | |
| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 06679 Hohenmölsen |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andy Haugk (parteilos) | |
| Lage der Stadt Hohenmölsen im Burgenlandkreis | ||
Hohenmölsen ist eine Stadt im Burgenlandkreis im Süden Sachsen-Anhalts. Sie war bis 1994 Sitz des gleichnamigen Landkreises Hohenmölsen.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Die Stadt liegt rund 15 Kilometer südöstlich von Weißenfels entfernt auf einer Anhöhe. Ihre Umgebung ist einerseits von Landwirtschaft und andererseits vom Braunkohleabbau geprägt. Der östlich der Stadt gelegene Tagebau Profen ist heute noch in Betrieb. Nächstgrößere Städte sind neben Weißenfels Zeitz im Süden und im Nordosten Leipzig.
Geschichte [Bearbeiten]
Hohenmölsen war 1080 Schauplatz der Schlacht bei Hohenmölsen. 1091 wird erstmals die Burgward Melsin villa (Milzin) urkundlich erwähnt. 1284 erhielt die Stadt das Marktrecht. 1539 begann die Reformation in Hohenmölsen. In den Jahren 1558 und 1578 zerstörten große Stadtbrände die Stadt fast vollständig.
Im Jahr 1632 wurde die Stadt infolge des Dreißigjährigen Krieges durch Feuer erneut fast vollständig zerstört. 1680 wütete die Pest, der bei einer Bevölkerungszahl von 300 Einwohnern 57 Personen zum Opfer fielen. Als Folge des Wiener Kongresses kam Hohenmölsen 1815 von Sachsen zu Preußen.
Von 1952 bis 1994 war Hohenmölsen Kreisstadt des Kreises Hohenmölsen.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | 2008 |
|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 11.764 | 11.499 | 10.673 | 9.681 | 9.125 |
1990: 3. Oktober, ab 1995 Stichtag 31. Dezember
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Zu Hohenmölsen eingemeindete Ortschaften:
Jaucha wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.[2] Mutschau kam am 1. Dezember 1962 hinzu.[2] Zembschen wurde am 9. Mai 2002 eingemeindet.[3] Am 1. Januar 2003 folgten Webau und Werschen.[4] Granschütz und Taucha wurden am 1. Januar 2010 eingegliedert.[5]
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat von Hohenmölsen setzt sich seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen:
| CDU | 9 Sitze |
| LINKE | 5 Sitze |
| AHL* | 4 Sitze |
| SPD | 2 Sitze |
* Wählergemeinschaft Aktives Hohenmölsener Land
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Geteilt von Rot über Gold. Oben hinter einer gezinnten silbernen Mauer mit schwarzem Tor ein gezinnter silberner Turm. Unten auf grünem Rasen ein springender roter Hirsch verfolgt von einem roten Jagdhund.“
Städtepartnerschaft [Bearbeiten]
- Eine Partnerschaft besteht mit der Stadt Bad Friedrichshall in Baden-Württemberg seit dem 27. Oktober 1990.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Das Zentrum von Hohenmölsen wird wesentlich von drei Gebäuden geprägt: dem Kirchturm, dem Wasserturm und dem Rathausturm. Die Stadt nennt sich deshalb auch selbst „Stadt der drei Türme“.
In der Stadtkirche St. Petri befindet sich eine der Orgeln von Friedrich Ladegast. Weiterhin gibt es eine katholische Kirche.
Gedenkstätten [Bearbeiten]
- Denkmal für General von Helldorf in Hohenmölsen
- Gedenkstein von 1949 neben dem Rathaus für die Opfer des Faschismus
- Zwei Gedenksteine von 1975 auf dem Städtischen Friedhof an der Mauerstraße zur Erinnerung an 20 getötete Rotarmisten sowie 14 Zwangsarbeiter verschiedener Nationen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und im Braunkohletagebau Opfer von Zwangsarbeit wurden
- Reliefstein von 1981 in der Sekundarschule Nord in der Werkstraße für den antifaschistischen Bergarbeiter und KPD-Bezirksleiter Otto Schlag, der 1944 an der erlittenen Haft in mehreren Konzentrationslagern verstarb
- Erinnerungstafel am Haus Bergstraße 24 des Ortsteiles Jaucha an den kommunistischen Gemeindevertreter Max Kunath, der im Zuchthaus Amberg ein Opfer der NS-Justiz wurde
Naherholung [Bearbeiten]
Der Mondsee mit dem Freizeitpark Pirkau liegt ca. 3 km südöstlich des Ortes.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Traditioneller Hohenmölser Herbst- und Mittelaltermarkt, sowie das „Mölser Festival der Spielleute“; jährlich am ersten Freitag im September.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Hohenmölsen ist durch die Bundesstraßen 91 und 176, die Bundesautobahn 9 mit der Anschlussstelle Weißenfels gut zu erreichen.
Die Bahnstrecke Großkorbetha–Deuben über Pörsten und Hohenmölsen ist seit 1999 ohne Personenverkehr. Sie wird noch für Kohletransporte aus dem Braunkohlerevier Profen von Wählitz nach Korbetha für das Kraftwerk Schkopau benutzt.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Wichtiger Wirtschaftsfaktor war über die 1990er das Asklepios-Kreiskrankenhaus. Bis zur endgültigen Schließung im April 2008 war im Hohenmölsener Krankenhaus die Diabetologie-Abteilung des Asklepios-Krankenhauses Weißenfels untergebracht. Im September 2009 konnte ein Abriss des leerstehenden Gebäudekomplexes verhindert werden. Für eine mögliche weitere Nutzung zeigte sich bislang jedoch kein Interessent.[7]
Die für die NVA in den 1970er Jahren errichtete und am 31. Dezember 2007 geschlossene General-Heinrich-August-von-Helldorff-Kaserne der Heeresflugabwehr zählt zu den ehemaligen Standorten der Bundeswehr, die ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber in der ehemaligen Kreisstadt war.[8] Auf dem Gelände, welches etwas außerhalb der Stadt liegt, siedeln sich nach und nach größere und kleinere Betriebe an.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Rudolf Tischner (1879–1961), Mediziner
- Wilhelm Beyer (1885–1945), NSDAP-Politiker
- Herbert Scheibe (1914–1991), Generaloberst der NVA und Chef des Kommandos Luftstreitkräfte/Luftverteidigung
- Johanna Quaas (* 1925), Turnerin
- Siegfried Nowak (* 1930), Chemiker
- Peter Meyer (* 1940), Mitglied der Rockband „Puhdys“ (Keyboard)
- Siegfried Köhler (* 1944), Volleyballtrainer
- Hartmut Pelka (* 1957), Fußballspieler
- Andreas Köckeritz (* 1962), Handballspieler und -trainer
- Steffen Karl (* 1970), Fußballspieler
- Jörg Böhme (* 1974), Fußballspieler
Mit Hohenmölsen verbundene Personen [Bearbeiten]
- Rudolf von Rheinfelden (um 1025–1080), Herzog von Schwaben
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Stadt Hohenmölsen
- Kurze Flash-Animation über eine archäologische Ausstellung der Funde vom Südhang in Hohenmölsen
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2011 (PDF; 168 KiB) (Hilfe dazu)
- ↑ a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
- ↑ http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/gw09/erg/gem/gw.15084235.ergtab.frametab.html
- ↑ [1], Die Abrissbagger sind gestoppt, Mitteldeutsche Zeitung, Artikel vom 1. September 2009 (letzte Einsicht: 2. November 2010)
- ↑ Ehemaliger Bundeswehrstandort Hohenmölsen
An der Poststraße | Bad Bibra | Balgstädt | Droyßig | Eckartsberga | Elsteraue | Finne | Finneland | Freyburg (Unstrut) | Gleina | Goseck | Gutenborn | Hohenmölsen | Kaiserpfalz | Karsdorf | Kretzschau | Lanitz-Hassel-Tal | Laucha an der Unstrut | Lützen | Meineweh | Mertendorf | Molauer Land | Naumburg (Saale) | Nebra (Unstrut) | Osterfeld | Schnaudertal | Schönburg | Stößen | Teuchern | Weißenfels | Wethau | Wetterzeube | Zeitz
