Landkreis Weißenfels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Landkreis Weißenfels in der preußischen Provinz Sachsen und den Landkreis Weißenfels im Land Sachsen-Anhalt (1990–2007). Für den Kreis Weißenfels im Bezirk Halle der DDR (1952–1990) siehe Kreis Weißenfels.
Wappen Karte
Wappen des Landkreises Weißenfels Lage des Landkreises Weißenfels in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Weißenfels
Fläche: 372,41 km²
Einwohner: 73.347 (31. Dezember 2006)
Bevölkerungsdichte: 197 Einwohner je km²
Kreisschlüssel: 15 2 68
Kfz-Kennzeichen: WSF
Kreisgliederung: 33 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Am Stadtpark 6
06667 Weißenfels
Politik
Letzter Landrat: Bernd Grüneberger (SPD)
Karte
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Aschersleben-Staßfurt Landkreis Anhalt-Zerbst Landkreis Bernburg Landkreis Bitterfeld Bördekreis Burgenlandkreis Dessau Landkreis Halberstadt Halle (Saale) Landkreis Jerichower Land Landkreis Köthen Magdeburg Landkreis Mansfelder Land Landkreis Merseburg-Querfurt Ohrekreis Landkreis Quedlinburg Landkreis Sangerhausen Saalkreis Landkreis Schönebeck Landkreis Stendal Landkreis Weißenfels Landkreis Wernigerode Landkreis WittenbergLage des Landkreises Weißenfels in Sachsen-Anhalt
Über dieses Bild
Kreistagswahl 2004[1]
Wahlbeteiligung: 43,3 % (1999: 50,9 %)
 %
40
30
20
10
0
38,3 %
29,3 %
20,7 %
5,4 %
3,8 %
2,5 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1999
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-2,4 %p
-1,1 %p
+0,8 %p
+0,2 %p
+1,0 %p
+1,7 %p
-0,2 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g 1999: Einzelbewerber Lutz Schuster

Der Landkreis Weißenfels war ein Landkreis im Süden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Am 1. Juli 2007 wurde er im Rahmen der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt mit dem Burgenlandkreis zum neuen Burgenlandkreis fusioniert. Nachbarkreise waren im Norden der Landkreis Merseburg-Querfurt, im Osten der sächsische Landkreis Leipziger Land und im Süden und Westen der Burgenlandkreis.

Geschichte[Bearbeiten]

Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurden zum 1. Oktober 1816 die Kreise Naumburg und Weißenfels im Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet. Die Landratsämter waren in Naumburg und Weißenfels.

Zum 1. Januar 1818 wurde der Kreis Naumburg, der bislang nur die alten Stiftsgebiete, d.h. die Stadt Naumburg mit den Stadtteilen Domfreiheit und Vorstädte und die Dörfer Altenhof, Grochlitz, Pfortenhöfe, Schönburg und Wethau, umfasst hatte, um weitere Gemeinden des Kreises Weißenfels vergrößert. 1821 wurden Gebiete des vormals kursächsischen Amts Freyburg dem Landratsamt Naumburg unterstellt.

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Am 28. März 1878 wurden die Landgemeinden Gieckau, Pohlitz, Rathewitz und Scheiplitz aus dem Kreis Weißenfels aus- und in den Kreis Naumburg eingegliedert. Ab 1. April 1899 bildete die Stadtgemeinde Weißenfels einen eigenen Stadtkreis. Der bisherige Kreis Weißenfels führte dementsprechend jetzt die Bezeichnung Landkreis.

Nachdem die Stadt Weißenfels nicht mehr zum Landkreis Weißenfels gehörte, war Teuchern die größte Stadt im Landkreis. Aus diesem Grund wurde mehrmals von Teucherner Kreistagsabgeordneten versucht, das Kreisständehaus nach Teuchern zu verlagern. Damit wäre Teuchern Kreisstadt geworden. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch immer wieder an wenigen Stimmen.

Ab 1. April 1914 bildete die Stadtgemeinde Naumburg einen eigenen Stadtkreis. Der bisherige Kreis Naumburg führte dementsprechend jetzt die Bezeichnung Landkreis. Zum 30. September 1929 fand in den Landkreisen Naumburg und Weißenfels entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Mit dem 1. Oktober 1932 wurden die Landkreise Naumburg und Weißenfels zum neuen Landkreis Weißenfels mit dem Landratsamt in Weißenfels zusammengeschlossen. Zum 1. August 1936 wurden Teile der Gemeinden Altenburg und Flemmingen aus dem Landkreis Weißenfels in den Stadtkreis Naumburg eingegliedert.

Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis seitdem zur neuen Provinz Halle-Merseburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die amerikanischen Streitkräfte besetzt.

Der Landkreis Weißenfels umfasste am 1. Januar 1945 6 Städte und 174 Gemeinden.


Kommunalverfassung bis 1945[Bearbeiten]

Die Landkreise Naumburg und Weißenfels gliederten sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Hohenmölsen, Kösen (später: Bad Kösen), Osterfeld, Schkölen, Stößen und Teuchern führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

DDR und Bundesrepublik[Bearbeiten]

1946 kam der Landkreis zunächst zum neu gegründeten Land Sachsen-Anhalt. 1950 werden die bisherigen Stadtkreise Naumburg und Weißenfels dem Landkreis angeschlossen. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 wurden die Länder in der DDR aufgelöst und die Landkreise umgebildet. Es entstanden somit der verkleinerte Kreis Weißenfels und der Kreis Naumburg im Bezirk Halle.

Kurz vor der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 das Land Sachsen-Anhalt wiedergegründet, der Kreis Weißenfels wurde als Landkreis Weißenfels Bestandteil des Regierungsbezirks Halle. Bei der ersten Kreisreform in Sachsen-Anhalt 1994 wurde der Landkreis Hohenmölsen mit dem Landkreis Weißenfels vereinigt. Die Regierungsbezirke in Sachsen-Anhalt wurden zum 1. Januar 2004 aufgelöst.

Nach der (zweiten) Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt wurde der Landkreis zum 1. Juli 2007 mit dem Burgenlandkreis (1994–2007) zum neuen Burgenlandkreis (zunächst als Landkreis Burgenland bezeichnet) zusammengelegt.

Landräte[Bearbeiten]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2006)

Einheitsgemeinden

  1. Hohenmölsen, Stadt (9.530)

Verwaltungsgemeinschaften mit ihren Mitgliedsgemeinden

Sitz der Verwaltungsgemeinschaft *

  1. Dehlitz (Saale) (574)
  2. Granschütz (1.146)
  3. Großgörschen (851)
  4. Lützen, Stadt * (3.629)
  5. Muschwitz (1.135)
  6. Poserna (384)
  7. Rippach (689)
  8. Röcken (610)
  9. Sössen (236)
  10. Starsiedel (692)
  11. Taucha (641)
  12. Zorbau (819)
  1. Burgwerben (1.070)
  2. Goseck (1.106)
  3. Großkorbetha * (2.008)
  4. Reichardtswerben (1.266)
  5. Schkortleben (629)
  6. Storkau (601)
  7. Tagewerben (808)
  8. Uichteritz (1.417)
  9. Wengelsdorf (905)
  1. Gröben (715)
  2. Gröbitz (500)
  3. Krauschwitz (607)
  4. Langendorf (2.475)
  5. Leißling (1.568)
  6. Nessa (977)
  7. Prittitz (1.028)
  8. Teuchern, Stadt * (3.484)
  9. Trebnitz (880)
  1. Markwerben (698)
  2. Weißenfels, Stadt * (29.669)

In den 1920er/30er Jahren erfolgten einige kleinere Namensänderungen:

  • 1929: Schulpforta → Schulpforte (heute Ortsteil von Naumburg),
  • 1935: Kösen → Bad Kösen (Naumburg),
  • 1937: Cämmeritz → Kämmeritz (Schkölen),
  • 1937: Cleben → Kleben (Weißenfels).

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Seit 1995 fanden im Landkreis Weißenfels viele Gebietsveränderungen statt.

Von den ursprünglich acht Verwaltungsgemeinschaften bestanden bei der Auflösung des Landkreises noch vier Verwaltungsgemeinschaften. In der gleichen Zeit verringerte sich die Anzahl der Gemeinden von 38 auf 33.

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Änderungen auf Gemeindeebene[Bearbeiten]

  • Auflösung der Gemeinde Borau – Eingemeindung nach Weißenfels (1. Januar 1995)
  • Auflösung der Gemeinde Zembschen – Eingemeindung nach Hohenmölsen (9. Mai 2002)
  • Auflösung der Gemeinden Webau und Werschen – Eingemeindung nach Hohenmölsen (1. Januar 2003)
  • Auflösung der Gemeinde Schelkau – Eingemeindung nach Teuchern (1. Januar 2004)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen WSF. Es wurde bis zum 30. Juni 2007 ausgegeben. Seit dem 27. November 2012 ist es im Burgenlandkreis erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.stala.sachsen-anhalt.de/wahlen/kw04/erg/kreis/kw.15268.ergtab.frame.html