ASCET

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ASCET
Screenshot of ASCET
Basisdaten
Entwickler ETAS
Aktuelle Version 6.3.0 
(Dezember 2014)
Betriebssystem Windows
Kategorie Integrierte Entwicklungsumgebung, Regelungstechnik, Simulation
Lizenz proprietär
deutschsprachig nein
www.etas.com/ascet

ASCET (Advanced Simulation and Control Engineering Tool, früher: ASCET-SD) von ETAS ist eine Produktfamilie für die modellbasierte Entwicklung eingebetteter Automobilsoftware. Im Gegensatz zu Simulink, bei dem die einfach durchführbare Simulation im Vordergrund steht und eine Codegenerierung möglich ist, steht bei ASCET die Codegenerierung im Vordergrund. Als Entwicklungswerkzeug für Steuergeräte-Software wird es überwiegend von Funktions- und Softwareentwicklern von Automobilherstellern und deren Zulieferern eingesetzt, um eingebettete Software für Steuerfunktionen und Regelalgorithmen zu entwickeln. Solche Steuergeräte sind im Fahrzeug dann später verantwortlich für Funktionen wie Steuerung oder Regelung von Verbrennungsmotoren oder Hybridantrieben, Automatikgetrieben, Antiblockiersystemen (ABS), Fahrstabilitätssystemen (ESP), Fensterhebern, Schiebedächern, Scheibenwischern etc.

Anwendungsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine hauptsächliche Anwendung findet ASCET in den Bereichen

Motivation für den Einsatz modellbasierter Entwicklungswerkzeuge ist die Hoffnung auf das Erzielen kürzerer Entwicklungszeiten und geringerer -aufwände, höherer Softwarequalität sowie von effizienterem Steuergerätecode, laut Hersteller heutzutage häufig besser als handgeschriebener Code.

Wesentliche Merkmale von ASCET sind

Modell-basierte Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ASCET bietet folgende graphische und textuelle Formalismen zur Modellspezifikation an:

Seriencodegenerierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erster Codegenerator im Automobilbereich wurde ASCET im Jahr 2002 entsprechend der Norm IEC 61508:1997 (SIL 3) für den Einsatz zur Entwicklung sicherheitskritischer Systeme (z. B. ABS, ESP, AFS (Aktivlenkung)) zertifiziert[1]. 2010 wurde ASCET neben der neu aufgelegten IEC 61508:2010 (SIL 3) auch entsprechend der inzwischen speziell für den Automobilbereich geschaffenen Norm ISO/DIS 26262:2009 (ASIL D) zertifiziert[2]. Der generierte Code[3] entspricht dem Standard für MISRA-C, einer automotiven Richtlinie zur Erstellung von sicherem C-Code. Die Stückzahlen der Steuergeräte, die mittels ASCET generierten Seriencode enthalten, belaufen sich laut Firmenangaben auf über 60 Millionen.[4]

Einsatz in Serienprojekten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Einsätze von ASCET in der Serienentwicklung von Steuergerätesoftware der Automobilbranche erfolgten in den frühen 1990er Jahren in Projekten der Muttergesellschaft Robert Bosch[5] (z. B. Motronic). Jüngere mit Hilfe von ASCET durchgeführte Serienentwicklungen sind neben Projekten in den Bereichen Motormanagement, Fahrdynamik (ABS, ESP[6]), Getriebemanagement oder Komfortelektronik beispielsweise die Aktivlenkung[7] (AFS) von BMW, das Getriebemanagement des Bugatti Veyron 16.4 oder die Motorsteuerung für das BMW-Wasserstoffahrzeug[8] H2R.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Konferenzartikel (PDF; 253 kB) von 2005
  2. Unternehmensangabe von 2011
  3. MISRA-C Artikel (PDF; 84 kB) in ETAS RealTimes 1/2007
  4. Unternehmensangabe (PDF; 913 kB) von September 2008
  5. Konferenzartikel von 1994
  6. Artikel von Knorr-Bremse in AutomotiveElectronics 2001
  7. Formale Verifikation von ASCET Modellen im Rahmen der Entwicklung der Aktivlenkung. Archiviert vom Original am 11. Juni 2007, abgerufen am 26. Dezember 2013 (PDF; 55,74 kB, Konferenzartikel anlässlich der Gesellschaft für Informatik-Jahrestagung 2003).
  8. Nachrichtenartikel in ATZonline von 2004