Abarth-Simca 1300 Bialbero

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Abarth-Simca 1300

Der Abarth-Simca 1300 Bialbero war die Rennversion des Abarth-Simca 1300 GT, ein Sportwagen, der 1962 bei Abarth in Turin entwickelt wurde.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Abarth-Simca 1300 war das erste Produkt der Zusammenarbeit von Carlo Abarth mit Simca. Schon 1961 tauchten erstmals Gerüchte auf, Abarth arbeite mit dem Automobilwerk von Henri Théodore Pigozzi zusammen. Die Verbindung der beiden Unternehmen wurde von dem in Wien geborenen österreichischen Ingenieur Rudolf Hruska vermittelt. Hruska hatte 1949 mit Carlo Abarth bei Cisitalia gearbeitet und war Anfang der 1960er-Jahre technischer Berater bei Simca. Während Pigozzi auf der Suche nach einem sportlichen Partner für seine Kleinwagen war, um Entwicklungen für die Großserie auf der Rennstrecke testen lassen zu können, interessierte sich Abarth für den Simca 1000.

Dieses Fahrzeug, das 1961 vorgestellt wurde, war in Frankreich und Italien bereits 1962 ein Verkaufserfolg. Pigozzi erhoffte sich von der Zusammenarbeit mit Abarth auch, die Marke Simca im Motorsport etablieren zu können.

So beruhte der Abarth-Simca 1300 auf der Bodenplatte des Simca 1000. Übernommen wurden das Bodenblech, das Getriebe, die Achsen und die Lenkung. Die Karosserie war eine Neukonstruktion, folgte in Formgebung und Linienführung den Coupés wie dem Fiat-Abarth 850 und dem Fiat-Abarth 1000, und wurde der Bodenplatte des Simca angepasst. Völlig neu konstruiert war auch der Motor. Der 1,3-Liter-DOHC-Heckmotor[1] leistete bis zu 101 kW (138 PS)[2] und hatte zwei Weber-45DCOE-Doppelvergaser[3]. Der Wagen hatte außerdem eine Trockensumpfschmierung mit zwei Ölpumpen, und vorne liegende Kühler. Die GT-Straßenversion erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 230 km/h und kostete 1962 3,3 Millionen Lire.

Renneinsätze[Bearbeiten]

Die Bialbero-Rennversion war um 20 km/h schneller, wurde aber nur selten eingesetzt. Gianni Balzarini gewann 1962 das Bergrennen auf den Mont de la Lure in Frankreich und Lucien Bianchi siegte im selben Jahre bei der Trophpée d'Auvergne, einem Rundstreckenrennen in Clermont-Ferrand in seiner Rennklasse. Einen weiteren Sieg feierte Jean Guichet bei der Coppa d’Autunno in Monza, wo er die GT-Klasse gewann. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1962 teilte sich Balzarini einen 1300 mit dem Österreicher Franz Albert. Das Rennen endete nach 30 Runden durch Getriebeschaden. Schon neun Runden davor war der zweite Werks-1300-Bialbero, den sich der frühere französische Schistar Henri Oreiller mit Tommy Spychiger teilte, mit demselben Defekt ausgefallen.

Die größten Erfolge für den Wagen feierte Hans Herrmann, der 1963 zu Abarth kam und im Frühjahr des Jahres das 3-Stunden-Rennen von Daytona und die GT-Klasse beim 12-Stunden-Rennen von Sebring gewinnen konnte. In Sebring teilte er sich das Cockpit mit Spychiger und dem Belgier André Pilette.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngrößen Daten (1964)[3]
Motor: 4-Zylinder-Reihenmotor (Heck)
Hubraum: 1288 cm³
Bohrung × Hub: 76 × 71 mm
Motorsteuerung: DOHC
Verdichtung: 10,5 : 1
Kühlung: Wasser (mit Thermostat)
Leistung: 102 kW (138 PS) bei 7800/min
Drehmoment: 131 Nm (13,35 mkp) bei 5500/min
Getriebe: 4-Gang (gegen Aufpreis 6-Gang), vollsynchronisiert
Karosserie: selbsttragend
Aufhängung vorn: Querlenker mit Querblattfeder und Teleskopstoßdämpfern
Aufhängung hinten: Schräglenker mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern
Bremsen: Scheibenbremsen, System Girling
Radstand: 2090 mm
Spurweite vorn/hinten: 1260/1240 mm
Länge × Breite × Höhe: 3555 × 1480 × 1140 mm
Leergewicht: 635 kg
Tankinhalt: 85 Liter
Höchstgeschwindigkeit: über 230 km/h
Preis in Deutschland: 32.000 DM (34.000 DM mit 6-Gang-Getriebe)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Automodelle 1963/64. Ausgabe Nr. 7, III/63, Vereinigte Motor-Verlage, Stuttgart, S. 30.
  2. Das Neueste für Freunde des Automobilsports. Katalog von Rallye Bitter, Düsseldorf 1963.
  3. a b Motorkatalog 100 Sportwagen. Band 13, 11. Auflage, Gildeverlag, Alfeld 1964.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]