Achtzylinder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Achtzylinder-Reihenmotor eines Duesenberg J
Achtzylinder-Reihenmotor mit Zündfolge 1-4-7-3-8-5-2-6

Achtzylinder sind Hubkolbenmotoren mit acht Zylindern. Er kann nach dem Otto- oder Dieselverfahren arbeiten.

Bauarten[Bearbeiten]

Achtzylinder-V-Motor

Ein Achtzylinder ist heute meist ein V-Motor, selten auch ein Boxermotor. Achtzylinder-Reihenmotoren sind wegen ihrer Baulänge heute nur noch als Schiffsdiesel zu finden.

Anwendungen[Bearbeiten]

Der Achtzylinder-Verbrennungsmotor wird am häufigsten als Antrieb von Lastkraftwagen, von Personenkraftwagen der oberen Mittelklasse und der Oberklasse sowie von Sportwagen eingesetzt. Daneben dient er dem Antrieb von Schienenfahrzeugen, leichten Flugzeugen (Boxermotoren US-amerikanischer Hersteller wie Lycoming und Continental) sowie als stationärer Kraftwerksmotor. Von der Daimler-Motoren-Gesellschaft wurden im Ersten Weltkrieg einige hundert Achtzylinder-Reihenmotoren als Flugmotor Mercedes D IV hergestellt, die sich jedoch im Einsatz nicht bewährten.

Automobilbau[Bearbeiten]

Im Automobilbau ist der Achtzylindermotor fast immer flüssigkeitsgekühlt. Luftgekühlte Modelle (z. B. der V8 im Tatra 77) waren Ausnahmen. Achtzylinder-Reihenmotoren haben vor allem als Ottomotoren eine exzellente Laufruhe, da wie beim Sechszylinder-Reihenmotor die freien Massenkräfte erster und zweiter Ordnung ausbalanciert sind. Außerdem sind die Zündabstände geringer. Kurbelwellen von Reihenmotoren haben jedoch wegen ihrer Länge Probleme mit Drehschwingungen und dem zu übertragenden Drehmoment. Im Automobilbau wurden Achtzylinder-Reihenmotoren daher nur in den 1920er und 1930er Jahren für Luxusfahrzeuge gefertigt und leisteten z. B. im Bugatti Royale bis zu 220 kW (300 PS) Siehe hierzu auch: Reihen-Achtzylinder.

Die übliche Form von V8-Motoren ist der sogenannte „Crossplane“-V8 mit um je 90 Grad gekröpften Kurbelwelle. Mit geeigneten Gegengewichten an den Kurbelwangen hat dieser einen vollkommenen Ausgleich von freien Massenkräften und -momenten erster und zweiter Ordnung. Zwar ist der Zündabstand insgesamt gleichmäßig, doch nicht innerhalb einer Zylinderbank. In Verbindung mit einer zweiflutigen Abgasanlage (ein Auspuffrohr je Zylinderbank) führt das zum typisch „brabbelnden“ Klang von V8-Motoren US-amerikanischer Hersteller. Als typischer „Cruiser-Motor“ ist der Crossplane-V8 sehr laufruhig, jedoch für hohe Drehzahlen eher ungeeignet.

Seltener ist der hauptsächlich in Hochleistungssportwagen (Ferrari F430, Lotus Esprit V8) verwendete Flatplane-V8 mit einer um 180 Grad gekröpften Kurbelwelle. Die Zündfolge innerhalb einer Zylinderbank ist regelmäßig wie bei einem Vierzylinder-Reihenmotor, es sind kleinere Gegengewichte an den Kurbelwangen als bei Crossplane-Motoren erforderlich und damit können höhere Drehzahlen erreicht werden. Die Laufruhe ist jedoch schlechter, da Massenkräfte zweiter Ordnung auftreten.

Jede geschmiedete Kurbelwelle für einen V8-Motor ist zunächst „flat“; die Crossplane-Bauform mit den um 90 Grad versetzten Hubzapfen entsteht durch einen nachfolgenden, aufwendigen Vorgang („Twisten“ - Drehen) der Warmumformung, bei dem in einer weiteren Gesenkvorrichtung zwei der vier V-Kröpfungen aus der Ebene heraus um 90 Grad gedreht werden. Eine Crossplane-Kurbelwelle ist somit teurer herzustellen, wenn sie nicht ohnehin gegossen wird.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Gerigk, Detlev Bruhn, Dietmar Danner: Kraftfahrzeugtechnik. 3. Auflage, Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig, 2000, ISBN 3-14-221500-X
  • Max Bohner, Richard Fischer, Rolf Gscheidle: Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik. 27.Auflage, Verlag Europa-Lehrmittel, Haan-Gruiten, 2001, ISBN 3-8085-2067-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Achtzylinder – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen