Administrador de Infraestructuras Ferroviarias

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Administrador de Infraestructuras Ferroviarias
Administrador de Infraestructuras Ferroviarias logo.svg
Rechtsform entidad pública empresarial Öffentliches Unternehmen
Gründung 2005
Sitz Madrid
SpanienSpanien Spanien
Leitung Gonzalo Ferre Moltó (Vorsitzender des Verwaltungsrats)
Mitarbeiter 13.249 (2011)
Umsatz 2.045 Mio € (2012)[1]
Branche Transport
Website www.adif.es

Administrador de Infraestructuras Ferroviarias (Adif; deutsch Eisenbahninfrastrukturverwaltung) ist eine Körperschaft öffentlichen Rechtes, die das spanische Schienennetz und die dazugehörigen Bahnhöfe betreibt. Adif wurde zum 1. Januar 2005 gegründet und übernahm die gesamte Infrastruktur der spanischen Staatsbahn Renfe, die zuvor von dem Gestor de Infraestructuras Ferroviarias (GIF) verwaltet wurde.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Aufgaben der Adif gehören außer der Verwaltung der Schienenverkehrswege und der daran angeschlossenen Stationen auch die Verwaltung der Güterumschlagsterminals und weiterer Infrastrukturen, die zum Netz gehören. Auch stillgelegte Streckenabschnitte werden von der Adif verwaltet. Weiterhin kontrolliert Adif die Streckenauslastung, sorgt für einen reibungslosen Verkehr auf den Schienen und erstellt die Fahrpläne. Adif erhebt Gebühren für die Nutzung der Infrastrukturen und finanziert sich hierdurch teilweise.

Für den Aus- und Neubau von Strecken erhält Adif außerdem Zuschüsse vom spanischen Staat, als mittelbarer Eigentümer aller Infrastrukturen. Die Gesellschaft hat derzeit 13,6 Milliarden Euro Schulden (Stand: 2014).[2]

Eisenbahninfrastrukturnetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als vorbereitende Maßnahme zum Wettbewerb auf der Schiene wurde das Gleis- und Bahnhofsmanagement aus der Staatsbahn-Gesellschaft Renfe ausgegliedert und einer unabhängigen Organisation übertragen. Die Renfe ist fortan nur noch ein reines Verkehrsunternehmen, so dass die Wettbewerber unabhängig agieren können und die Staatsbahn nach einer möglichen Privatisierung in der Lage ist, Gewinne zu erwirtschaften.

Zu Ende 2012 betrug die Länge des Netzes der Adif 13.945 km. Davon waren 2.183 km Hochgeschwindigkeitsnetz in Normalspur, 11.623 km konventionelles spanisches Breitspurnetz und 139 km Schmalspur- oder gemischtes Netz. Außerdem gehören zum von Adif verwalteten Netz 1.566 Passagierbahnhöfe. Bei 18 davon handelt es sich um Neubauten aus den Jahren 2005–2011 für das Hochgeschwindigkeitsnetz. Des Weiteren betreibt Adif eine Anzahl von Güterumschlageinrichtungen.[1]

Die Schienen der Betreiber von Schmalspur-Netzen wurden der Adif ursprünglich nicht übertragen. Zum Jahresanfang 2013 übernahm Adif jedoch das gesamte Netz der FEVE (1.192km in Meterspur), so dass ein Großteil der Schmallspurnetze in Spanien fortan in der Hand der Adif liegen. Nur diejenigen Strecken, die von den autonomen Regionen getragen werden, sind weiterhin nicht unter Verwaltung der Adif.

Bahnhöfe, die sowohl von Breitspur- als auch Schmalspur-Bahnen angebunden sind, befinden sich unter der Verwaltung von Adif.

Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem Netz der Adif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2012 hatten dreizehn Unternehmen die nötigen Lizenzen, um als Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schienengüterverkehr zu operieren, von denen aber nur acht die nötige Sicherheitszertifizierung vorweisen konnten:[1] Renfe Operadora, Comsa Rail Transport, Continental Rail, Acciona Rail Services, Tracción Rail, Activa Rail (Tochter von Transfesa), Logitren Ferroviaria und Ferrovial Railway. Neben Renfe hat auch Continental Rail eine Lizenz als Eisenbahnverkehrsunternehmen für den Personenverkehr, die jedoch nicht genutzt wird.

Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem Fahrzeug der Baureihe 330 verfügt die Gesellschaft über einen eigenen Gleis- und Oberleitungsmesszug für den Hochgeschwindigkeitsverkehr.

Korruption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2016 berichtet die Spanische Tageszeitung El País, dass Mitarbeiter in Führungsposition der Adif die Kosten eines Bauabschnitts für den AVE in Barcelona von ca. zwei Kilometer Länge zwischen den Stationen La Sagrera und Trinitat um 31 Millionen auf insgesamt 83 Millionen Euro aufgebläht haben. Einige für diesen Bauabschnitt der Linie Barcelona-Girona vorgesehene Arbeiten wurden entweder nie ausgeführt oder mit minderwertigen Materialien oder zu wesentlich geringeren als den veranschlagten Preisen verrichtet. Diese Vorwürfe gehen auf Untersuchungen des Staatsanwalts der Antikorruptionsbehörde Emilio Sánchez Ulled zurück, der im Mai 2014 etliche ranghohe Angestellte, Techniker und Verantwortliche wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder festnehmen ließ. [3] [4] [5] Vier weitere spanische Großunternehmen, die mit dem Bau des AVE in Katalonien in Verbindung stehen sind in den Korruptionsfall verwickelt. So zahlten die Firmen Corsán, Acciona, Sacyr und FCC hohen Funktionären der Adif u.a. diverse Ski-Reisen in die USA nach Kanada oder in die Schweiz. [6]

Am 28. Juni 2016 wurden erneut dreizehn Verantwortliche Angestellte von der Guardia Civil in Madrid und Barcelona festgenommen. Wiederum konzentrierten sich die Untersuchungen der Anti-Korruptionsbehörde auf verschiedene Baufirmen, die im Zusammenhang der Unterschlagung öffentlicher Gelder beim Bau des AVE in Barcelona stehen. Laut behördlichen Angaben beläuft sich die Summe inzwischen auf über 82 Millionen Euro die fehlerhaft verbucht wurden. Entweder wurden minderwertige Materialien zu teuer abgerechnet oder es wurden Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen bezahlt.[7]
Die Europäische Kommission forderte 140 Millionen Euro illegal verwendeter Subventionen von der ADIF zurück, die diese in 2011 für den Bau eines Testgeländes des spanischen Hochgeschwindigkeitzuges AVE beantragt hatten. Die Mittel wurden seinerzeit bereits vom spanischen Staat an die ADIF ausgezahlt, ohne dass die Europäische Kommission diesen Zahlungen zugestimmt hatte. Die Forderungen und somit Zahlungen seien nicht mit den Regeln der EU vereinbar.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geschäftsbericht 2012. Adif, abgerufen am 3. Januar 2014 (PDF, spanisch).
  2. Ute Müller: Firma betrog beim Bau des "schnellen Vogels". Die Welt online, 7. Mai 2014.
  3. "Excargos de Adif inflaron en 31 millones obras del AVE en Barcelona." In El País vom 18. Februar 2016.
  4. "Si hacen un edificio con pilotes que no existen...” In El País vom 19. Februar 2016
  5. "Varias obras del AVE en Barcelona han destapado el desvío de unos 31 millones." In El Mundo vom 18. Februar 2016
  6. "Cuatro constructoras del AVE pagaron viajes a excargos de Adif." El País vom 19. Februar 2016
  7. "13 detenidos y registros en Adif en una operación por malversación en las obras del AVE en Barcelona." In: El Mundo vom 28. Juni 2016
  8. "Bruselas obliga a España a recuperar ayudas por la alta velocidad." In: El País vom 25. Juli 2016