Ferrovial

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Ferrovial S.A.
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Rechtsform Sociedad Anónima (Aktiengesellschaft)
ISIN ES0118900010
Gründung 1952
Sitz Madrid, Spanien
Leitung Íñigo Meirás (CEO)
Mitarbeiter 67.968 (2014)[1]
Umsatz 8,80 Mrd. EUR (2014)[1]
Branche Bauwesen
Website www.ferrovial.com

Ferrovial S.A. (Grupo Ferrovial) ist ein weltweit operierendes spanisches Infrastrukturunternehmen mit Sitz in Madrid. Es ist derzeit in mehr als 25 Ländern aktiv und hat ca. 69.000 Angestellte (Dezember 2015). Ferrovial ist im IBEX 35 und im Dow Jones Sustainability Index und im britischen Nachhaltigkeitsindex FTSE4Good gelistet

Unternehmensgründer war Rafael del Pino, der 1952 mit einer Eisenbahnbaufirma mit dem Firmennamen Ferrovial begann. Rund 40 Prozent des Unternehmenskapitals werden von der Familie Del Pino kontrolliert. Davon halten die Kinder von Rafael del Pino, Rafael 20,1 %, María del Pino y Calvo-Sotelo 8,090 %; Joaquín del Pino y Calvo-Sotelo 2,524 % und Leopoldo del Pino y Calvo-Sotelo 8,296 Prozent der Aktien des Unternehmens.[2]

Ferrovial betreibt vier Hauptgeschäftsfelder:

Services

Dies beinhaltet Dienstleistungen im Städtischen- und Umweltbereich und der damit verbundene Unterhalt der Installationen und Infrastruktur. Hierzu zählt das Unternehmen FerroNATS, mit Tower- und Lotsenservice.

Autobahnen

Investitionen und Bau von Autobahnen und den damit einhergehende Unterhalt der Infrastruktur. Mit der Ferrovial Tochter Cintra ist das Unternehmen derzeit in Kanada, den USA, Spanien, Großbritannien, Portugal, Irland, Griechenland, Kolumbien und Australien vertreten. Hier werden 28 Konzessionen mit mehr als 2.232 Kilometer Straßen betrieben, in Spanien etwa die Teilstrecken der Autopista del Sol Málaga-Estepona-Guadiaro, in Kanada die 407 ETR, in Dallas, USA die LBJ Express.

Bauwesen

Entwurf und Konstruktion komplexer Infrastrukturen, administrativer und industrieller Bauten. Ferrovial Agroman, das für Bauwesen zuständige Unternehmen hat seit 1952 mehr als 4.600 Kilometer Eisenbahnstrecken in Spanien fertiggestellt. Davon sind rund 700 Kilometer Hochgeschwindigkeitsstrecken für den AVE. Die Strecken verbinden: Madrid mit Andalusien (Sevilla und Málaga) mit 160 Kilometer Länge; Madrid mit Barcelona (bis zur französischen Grenze) mit 237 Kilometer; Madrid mit dem Nordosten (Segovia, Valladolid, Galicien, Baskenland und Asturien) mit 128 Kilometer; Madrid - und die Mittelmeerregion (Valencia, Castellón, Murcia) mit 197 Kilometer.

Flughäfen

Investitionen und Betrieb von Flughäfen: Hierzu zählen die British Airports Authority mit den Flughäfen Heathrow, Glasgow, Aberdeen und Southampton und die damit verbundene Abwicklung von 140 Fluggesellschaften und ca. 87 Millionen Passagieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Juni 2006 erwarb Ferrovial für 10 Milliarden £ die Heathrow Airport Holdings/British Airports Authority, den Betreiber von sieben Flughäfen in Großbritannien.[3] Ferrovial ist derzeit mit über 25 Milliarden Euro verschuldet. Nach einer Entscheidung der britischen Kartellbehörde vom 19. März 2009 muss die BAA nunmehr drei Flughäfen verkaufen. [4]

Ferrovial besitzt über sein Tochterunternehmen Amey Anteile an Tube Lines, einem der beiden Betreiber der London Underground.

Im Dezember 2009 verschmolz Ferrovial mit dem Tochterunternehmen Cintra[5]. Dadurch entstand ein einziges Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 5,8 Mrd. € sowie über 100.000 Beschäftigten weltweit.

Derzeit (Dezember 2015) gibt Ferrovial eine Offerte in Höhe von 490 Millionen für den Kauf der australischen Firma Broadspectrum ab. Diese betreibt u.a. Internierungslager.[6] [7]

Am 9. Dezember wird bekannt, dass die Autonome Gemeinschaft Madrid, vertreten durch deren Präsidentin Christina Cifuentes (PP), ein von der Cintra erstelle, jedoch nie fertiggestellte Autobahn (die MP-203) kaufen will. Die Autobahn mit einer Länge von 12,5 Kilometern, zu deren Vervollständigung 300 Meter fehlten, steht seit 2007 verwaist. Das Tochterunternehmen der Ferrovial hat bis dato 70 Millionen Euro investiert.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Europäische Kommission kritisiert die spanischen Investitionen bezüglich des Baus neuer Autobahnen und Hochgeschwindigkeitsstrecken. Kritisiert werden u.a. die hohen unrentablen Investitionen in teure Infrastrukturprojekte, die dem spanischen Staat hohe Verluste bescheren könnten. [9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ferrovial 2014 Integrated Annual Report, auf www.ferrovial.com, abgerufen am 13. November 2015
  2. "Los Del Pino reordenan su participación en Ferrovial". In: El País vom 4. August 2015
  3. http://news.bbc.co.uk/2/hi/business/5050626.stm
  4. http://www.ftd.de/unternehmen/handel_dienstleister/:Kartellentscheidung-BAA-muss-Airports-verschleudern/489389.html (Memento vom 21. März 2009 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  5. http://www.ferrovial.com/en/index.asp?MP=18&MS=338&MN=2&id=1502
  6. Baukonzern bietet für Internierungslager. In: n-tv.de vom 7. Dezember 2015
  7. Ferrovial lanza una opa de 490 millones por una empresa australiana. In: El País vom 7. Dezember 2015
  8. "Cifuentes quiere comprar una autopista abandonada hace ocho años". In: El País vom 9. Dezember 2015
  9. "Bruselas critica la política inversora de España en el AVE y las autopistas." In: El País vom 8. Dezember 2015