Adolf Born

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Adolf Born (2010)

Adolf Born (* 12. Juni 1930 in České Velenice; † 22. Mai 2016 in Prag) war ein tschechischer Karikaturist und Grafiker. Er hat etwa 230 Bücher illustriert[1] sowie bei 22 Zeichentrickfilmen[2] und an 50 Film- bzw. Serienproduktionen mitgewirkt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Born wurde im geteilten Grenzstädtchen České Velenice, dessen österreichischer Teil Gmünd ist, geboren. Seine Eltern gehörten zur deutschsprachigen Bevölkerung der Tschechoslowakei. 1935 zog die Familie nach Prag. Von 1949 bis 1950 studierte er Kunsterziehung bei Cyril Bouda an der Pädagogischen Fakultät der Karls-Universität in Prag. Parallel dazu besuchte er bis 1952 die Prager Schule für angewandte Kunst, wo ihn der Karikaturist Antonín Pelc für dieses Medium begeisterte. Ab 1953 studierte er für zwei Jahre an der Akademie der Schönen Künste und Malerei.

Nach dem Studium widmete er sich der Illustration von Büchern und zeichnete Karikaturen für die Tagespresse. 1961 war er auf der zweiten Pariser Biennale vertreten. 1968 ließ er sich nach der kurzen Periode des Prager Frühlings aus Protest gegen den Einmarsch des Warschauer Paktes einen Franz-Joseph-Bart stehen, den er bis zu seinem Tod trug. 1973 wurde seine öffentliche Arbeit von der einheimischen Zensur verboten.

Danach war er Trickfilmzeichner, Buchillustrator[3] und Grafiker. Seine zahlreichen Farblithografien verknüpften und verknüpfen die Ansprüche der bildenden Kunst mit denen der humoristischen Unterhaltung. Es sind die Phantasmagorien einer imaginären Vergangenheit, deren jüngste Ausläufer bis kurz vor die Zeit seiner Geburt reichen, die Adolf Born in die Nähe des Phantastischen Realismus rücken. Lustige Fabelwesen und Spukgestalten bevölkern seine nicht selten auch unaufdringlich erotischen Bilder.

Preise für Trickfilm, Cartoon, Grafik und Buchillustrationen bekam er in Italien, Frankreich, Spanien, Finnland, Belgien, in der Bundesrepublik Deutschland, der DDR, in der Türkei, dem Iran, in Kanada[4] und Australien. In Deutschland wurde er durch seine regelmäßige Teilnahme am Oberhausener Kurzfilmfestival, und Ausstellungen in Berlin, Stuttgart, Baden-Baden, München, Hannover und Konstanz bekannt.

Seit der samtenen Revolution von 1989 bekam er von der tschechischen Post Aufträge für Briefmarkenentwürfe.[5] Außerdem entwarf Adolf Born Kostüme und Bühnenbilder für das Tschechische Nationaltheater, wie z.B. für Antonín Dvořáks Oper Die Teufelskäthe in der Spielzeit 2009/2010.[1] Adolf Born lebte und arbeitete in Prag.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor

  • Bilderbuch der Verführungskunst. Mit einigen Empfehlungen für angehende Liebhaber von Lothar Kusche. 2. Aufl. Eulenspiegel, Berlin 1979 (DNB 800358813).
  • Bilderbuch der Reisekunst. Mit einigen Empfehlungen für an- und abgehende Reisende von Lothar Kusche. Eulenspiegel, Berlin 1982 (DNB 830751807).
  • Lothar Kusche (Hrsg.): Adolf Borns Traumreisen. Dokumente einer touristischen Lust. Gerstenberg, Hildesheim 1983, ISBN 3-8067-3005-9.
  • Adolf Born. Autobornografie Slovart, Prag 2010, ISBN 978-80-7391-363-2.

Als Illustrator

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Miloš Macourek: Adolf Born. Kresby z cest, pastely, ilustrace, akvarely, litografie, hlubotisky, známková tvorba, kostýmy. Slovart, Prag 1999, ISBN 80-7209191-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adolf Born – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The National Theatre: Adolf Born (englisch) www.narodni-divadlo.cz. Abgerufen am 18. Juni 2010.
  2. Cartoons Animated by Adolf Born. www.bcdb.com/. Abgerufen am 18. Juni 2010.
  3. http://www.hirzel.de/universitas/archiv/fontaine.pdf; Siggi Seuß: Unverwüstlich durch die Zeit. Der tschechische Illustrator Adolf Born stellt sich den Grimmschen Märchen im Deutschlandfunk, 19. März 2005.
  4. Exhibition of Adolf Born in Ottawa | Embassy of the Czech Republic in Ottawa (englisch) Mzv.cz. Abgerufen am 18. Juni 2010.
  5. Die Briefmarkengalerie tschechischer und slowakischer Graphik-Kunst. Batz-hausen.de. Abgerufen am 18. Juni 2010.