Affalterthal

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Affalterthal
Wappen von Affalterthal
Koordinaten: 49° 42′ 27″ N, 11° 16′ 36″ O
Höhe: 443 - 501 m
Einwohner: 298 (1987)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91349
Vorwahl: 09197
Ortsansicht
Ortsansicht

Affalterthal (Af(f)terthal[2] oder häufig im Volksmund Aftertool) ist ein Ortsteil des Marktes Egloffstein im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst im oberfränkischen Landkreis Forchheim. Der Ort liegt 470 m über NHN und hat etwa 310 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über den Ortskern von Affalterthal

Affalterthal liegt naturräumlich in der südlichen Fränkischen Schweiz am Beginn der Talsenke des Mostvieler Tales am Rande eines Hochplateaus zwischen Bieberbach und Egloffstein und ist eingerahmt von Wäldern. Östlich liegt Geschwand. Die Umgebung ist von vielen Kirschbäumen geprägt. Der im Brunnleitental entspringende Affterbach ist rechtsseitiger Zufluss der Trubach, die bei Pretzfeld in die Wiesent mündet.
Das zentral in der Metropolregion Nürnberg gelegene Dorf ist etwa 32 Kilometer (Luftlinie) von Nürnberg entfernt. Weitere nächstgelegene Städte sind Bayreuth, 34 km nordöstlich, Pegnitz, 20 km östlich, Bamberg, 34 km nordöstlich und Forchheim, 15 km westlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Wäldern um Affalterthal befinden sich viele Hügelgräber aus der Hallstattzeit. Ob in der Flur mit der Bezeichnung Altes Schloss früher tatsächlich ein Adelssitz derer von Egloffstein existierte, konnte bis jetzt nicht geklärt werden. Im Gelände befinden sich noch Wälle und Erdaufschüttungen.

Der Name stammt von afaltere (Apfelanbau) ab. Im Jahr 1133 wurde Otto von Affaltert erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort wurde bereits 1290 im Besitz der Egloffstein genannt, wo er bis zum Ende des alten Reichs (Säkularisation, Anfang 1800) blieb. Noch bis kurz vorher hatte die Familie das Patronat der dortigen Pfarrkirche inne. Die hohe Gerichtsbarkeit stand immer dem Hochstift Bamberg zu.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders in den 1970er Jahren zog es viele „Stadtflüchtige“ in das Brunnleitental. Viele der damaligen Wochenendhäuser wurden in Erstwohnsitze umgewandelt. Bis zur Gemeindegebietsreform war Affalterthal eine eigenständige Gemeinde, zu der die Orte Äpfelbach, Bärenthal, Hammerbühl, Hammermühle, Hammerthoos und Schlehenmühle gehörten. Affalterthal gehört seit dem 1. Mai 1978 zur Marktgemeinde Egloffstein.[3] An diesem Tag wurde der Bürgerverein Die Affalterthaler (seit 2007 Heimatverein Affalterthal e. V.) gegründet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910: 497[5]
  • 1961: 280[6] (389 innerhalb der Gemeinde)
  • 1987: 298[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche und Pfarrhaus

Im Ortskern befindet sich die evangelische Pfarrkirche. Sie ist wie das Pfarrhaus als ein Baudenkmal ausgewiesen.

Etwa 1,3 km nordwestlich liegt oberhalb von Mostviel der Spiegelfelsen, der einen schönen Blick über einen Teil des Trubachtals, auf Burg Egloffstein sowie bis hin zu Burg Feuerstein ermöglicht. Daneben gibt es weitere Aussichtsfelsen wie Pfarrfelsen und Balkenstein.

Kultur und Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alljährlich wird am letzten Wochenende im Oktober die Herbstkirchweih gefeiert.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Farben im Schildhaupt des neuen Wappens von Affalterthal (seit 1971) sind dem Familienwappen der Egloffstein entnommen (Schwarz und Silber). Während die Farben Silber und Rot auf das Hochstift Bamberg hinweisen, sollen die beiden Äpfel den Ortsnamen symbolisieren, der als Tal, in dem es viele Apfelbäume gibt gedeutet wird.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt mitten im Klettergebiet Nördlicher Frankenjura. Es gibt zahlreiche Wanderwege. Der Frankenweg führt knapp am Dorf vorbei. Vom Signalstein aus führt eine Alternativroute über Affalterthal zum Etappenziel Egloffstein.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße FO 23 verbindet den Ort mit Bieberbach und über die Staatsstraße 2191 mit Geschwand und Egloffstein.

Der Öffentliche Personennahverkehr bedient Affalterthal wochentags mit der Buslinie 226 (GößweinsteinGräfenberg) und Buslinie 222 von Forchheim nach Gößweinstein. Am Wochenende kann ein Anruf-Sammeltaxi angefordert werden.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Affalterthal ist kirchliche Heimatgemeinde eines der ältesten Posaunenchöre in Bayern (gegründet 1892 von Pastor Kuhlo).

Die Affalterthaler Rathausmusik wurde 1993[8] gegründet und spielte mit der Besetzung Tuba, Horn, Trompete, Klarinette und Akkordeon verstärkerlos fränkische Volksmusik, hauptsächlich bei Tanzabenden, Musikantentreffen und anderen öffentlichen Veranstaltungen wie Kirchweihen. 2001 wurde eine eigene CD Fränkisch aufg'spield[9] (vor allem Schottisch, Walzer, Dreher) aufgenommen und veröffentlicht. Die Gruppe löste sich im Jahr 2014 auf.

Seit 2005 findet jedes zweite Jahr ein Eichertreffen statt, das von den Eicherfreunden Affalterthal organisiert wird. Im Dorf gibt es noch 30 Eicher-Traktoren (Stand 2017).[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Affalterthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München, 1991
  2. Kartierung der Bayerischen Uraufnahme (1808-1864), siehe BayernAtlas
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 684.
  4. Chronik des Heimatvereins. Abgerufen am 5. Oktober 2018.
  5. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 - Königreich Bayern - Regierungsbezirk Oberfranken - Bezirksamt Forchheim. 1. Dezember 1910, abgerufen am 3. Oktober 2018.
  6. http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00059538/image_389
  7. http://gov.genealogy.net/item/show/AFFHAL_W8551
  8. https://web.archive.org/web/20131029172815/http://www.rathausmusik.de/index.php
  9. https://volxmusik.de/Volksmusik-CD-Details/61.html
  10. http://www.eicherfreunde-affalterthal.de/