Gräfenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Gräfenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gräfenberg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 39′ N, 11° 15′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Gräfenberg
Höhe: 433 m ü. NHN
Fläche: 37,83 km2
Einwohner: 4223 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91322
Vorwahl: 09192
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 132
Stadtgliederung: 15 Gemeindeteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 8
91322 Gräfenberg
Website: www.graefenberg.de
Erster Bürgermeister: Ralf Kunzmann (FW)
Lage der Stadt Gräfenberg im Landkreis Forchheim
Landkreis Nürnberger LandErlangenLandkreis BambergLandkreis Erlangen-HöchstadtLandkreis BayreuthBambergLandkreis BambergWiesenttalIgensdorfHiltpoltsteinGräfenbergHallerndorfForchheimHausen (bei Forchheim)HeroldsbachEggolsheimWeißenoheWiesenthauWeilersbach (Oberfranken)UnterleinleiterPretzfeldPoxdorf (Oberfranken)PinzbergObertrubachNeunkirchen am BrandLeutenbach (Oberfranken)LangensendelbachKunreuthKleinsendelbachKirchehrenbachHetzlesGößweinsteinEffeltrichEbermannstadtDormitzIgensdorfEgloffsteinKarte
Über dieses Bild
Wappenbild Gräfenbergs am Hiltpoltsteiner Tor
Gräfenberg, Stahlstich (1858)
Blick vom Bahnhof zur Kirche (3. April 2005)

Gräfenberg ist eine Stadt im Landkreis Forchheim (Regierungsbezirk Oberfranken) und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenberg liegt am südlichen Ende Oberfrankens im Tal der Kalkach, dieses begrenzt die historische Altstadt. Das Tal liegt unmittelbar am Albtrauf der Fränkischen Alb. Daher weist Gräfenberg erhebliche Höhenunterschiede (400 m bis 550 m) auf. Der Albtrauf stellt dort den Übergang zwischen den Gesteinsschichten des Dogger im Tal und dem weißen Jura auf den Hochflächen dar. Auch die Bezeichnung als das südliche Eingangstor zur Fränkischen Schweiz rührt daher. Der Ort wird im Osten und Nordwesten von zwei großen Steinbrüchen begrenzt, die die Gesteine des Jura abbauen.

Das relativ sanft ansteigende Gelände wird von der Bundesstraße 2 genutzt. Diese folgt einer alten Salzhandelsstraße, an der sich Gräfenberg befand. Die originale Trasse folgt dem Verlauf der Kalkach das Tal hinauf. Sie verläuft über der heutigen Bahnhofstraße, durch das Gesteigertor und verlässt Gräfenberg über die Egloffsteiner Straße. Dort endet das Tal an der Quelle der Kalkach (eines Zuflusses der Schwabach) und geht in die Jura-Hochfläche über. Während die Kalkach anfangs sanft verläuft, fließt sie durch den ehemaligen Stadtgraben bis zum Bahnhof mit großem Gefälle. An ihrem weiteren Verlauf flacht sie in den Wässerwiesen, einem sumpfigen und quellenreichen Gebiet, wieder ab. Dort befinden sich Schrebergärten und Fischteiche.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenberg ist namensstiftend für ein Netzwerk von 13 seismischen Messstellen in der fränkischen Alb, dem sogenannten Gräfenberg-Array.[2][3] Dieses ist ein Teil des Seismologisches Zentralobservatoriums der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenberg liegt in der kühlgemäßigten Klimazone im Übergangsbereich zwischen maritimem und kontinentalem Klima, in der für deutsche Verhältnisse begünstigten Fränkischen Schweiz am Rand des Regnitztales. Einer Region mit eher trockenem (600–700 mm Jahresniederschlag), sonnigem (etwa 1700 Sonnenstunden im Jahr) und insbesondere in Tallagen (Regnitztal) warmem (jährliche Durchschnittstemperatur über 9 °C) Klima.[4] Eine in Kasberg auf 511 m Höhe gelegene Klimastation weist 1611 Sonnenstunden, eine Durchschnittstemperatur von 8,1 °C und 978 mm Jahresniederschlag nach, dies ist in mehrerer Hinsicht für die regionalen Verhältnisse ungewöhnlich. Der hohe Niederschlag ist durch die Lage Kasbergs auf der Albhochfläche am Südwestende der Fränkischen Schweiz zu erklären, welche durch bis zu 250 m Höhendifferenz für Steigungsregen sorgt. Die Zahl der Sonnenstunden ist etwas geringer als im Rest der Fränkischen Schweiz und im Regnitztal. Die Temperatur ist niedriger als im Regnitztal, bedingt durch die Höhe und die Lage auf der windexponierten Albhochfläche.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Gräfenberg OT Kasberg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) −1,1 −0,3 3,4 7,8 12,7 15,5 17,4 17,0 12,9 8,3 3,1 0,0 Ø 8,1
Niederschlag (mm) 82,0 73,0 79,0 60,0 81,0 90,0 97,0 80,0 82,0 76,0 83,0 95,0 Σ 978
Sonnenstunden (h/d) 1,7 2,8 3,6 5,6 6,6 6,8 7,2 6,8 5,2 3,6 1,8 1,3 Ø 4,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
82,0
73,0
79,0
60,0
81,0
90,0
97,0
80,0
82,0
76,0
83,0
95,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Egloffstein, Obertrubach, Hiltpoltstein, Simmelsdorf, Weißenohe, Igensdorf, Neunkirchen am Brand, Kunreuth, Leutenbach

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Gräfenberg hat 15 Gemeindeteile:[5]

Es gibt die Gemarkungen Gräfenberg, Guttenburg, Lilling (nur Gemarkungsteil 0), Thuisbrunn und Walkersbrunn.[6]

Natur und Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geotop Lillachquelle, in der Gemarkung Lilling, östlich von Weißenohe (Geotop-Nummer 474Q004)[7]
  • Kasberger Linde, Naturdenkmal am Rand von Kasberg
  • Kasberger Schlucht, befindet sich südöstlich von Kasberg
  • Teufelstisch, markante Felsformation südlich von Guttenburg
  • Thuisbrunner Leitenweg, Weg durch die Magerrasen und Trockenlandschaft rund um Thuisbrunn
  • Kalkach; entlang der Stadtmauer und am Bahnhof befinden sich Wasserfälle und Sinterstufen, die teilweise durch einen Weg erschlossen sind.
  • Todsfelder Tal, 1,5 km langes Tal mit Trockenhängen und Dolomitfelsen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenberg wurde erstmals 1172 mit dem Namen „Kreuenberc“ urkundlich erwähnt.[8] Die Nürnberger Patrizierfamilie Haller hatte seit 1333 die Herrschaft im Ort inne. König Karl IV. verlieh dem Ort im Jahr 1371 das Stadtrecht. Am 4. Juni 1567 vernichtete der große Stadtbrand alle Häuser innerhalb der Stadtmauern. Im 16. Jahrhundert erwarb die Reichsstadt Nürnberg Gräfenberg. Am 8. Juni 1778 wurde Gräfenberg nach einem gewaltigen Gewitter von einer Flutwelle heimgesucht, die mehrere Bürger in den Tod riss. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss kam der Ort 1803 zu Bayern. Am 30. und 31. Juli 1866 wurde während des Deutschen Bruderkriegs in dem Ort, der Hauptquartier der vorrückenden Preußen war, ein Waffenstillstand ausgehandelt.

Das erste dokumentierte Schafkopfspiel nach „bayerischen Regeln“ fand 1849 in Gräfenberg statt.[9]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Guttenburg mit Gräfenbergerhüll schloss sich am 1. April 1959 der Stadt Gräfenberg an.[10] Am 1. Juli 1976 wurde die Gemeinde Walkersbrunn (1021 als „Waltgeresbrunnun“ erstmals urkundlich erwähnt) mit ihren Gemeindeteilen Kasberg, Rangen und Schlichenreuth in die Stadt Gräfenberg eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Thuisbrunn (1007 mit dem Namen „Tuosibrunno“ erstmals erwähnt) mit ihren Gemeindeteilen Hohenschwärz, Höfles, Dörnhof, Neusles und Haidhof eingemeindet, lediglich der Gemeindeteil Haselstauden wurde Teil der Gemeinde Obertrubach. Auch schlossen sich aus der Gemeinde Lilling (1205 mit dem Namen „Lugelinge“ erstmals urkundlich erwähnt, Umbenennung der Gemeinde Wölfersdorf in Lilling am 1. Januar 1870[10]) die Gemeindeteile Lilling und Sollenberg der Stadt Gräfenberg an.[11] Die Gemeindeteile Erlastrut und Wölfersdorf schlossen sich dem Markt Hiltpoltstein an.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Stadtpfarrkirche (2018)
Altar in der evangelischen Kirche

Gräfenberg ist mehrheitlich evangelisch und Dekanatssitz, lediglich Lilling und Sollenberg sind katholisch, da diese früher dem Kloster Weißenohe und damit der Oberpfalz zugehörig waren. Die Dreieinigkeitskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde mit der Reformation evangelisch-lutherisch. Die älteste christliche Kirche stand in frühmittelalterlicher Zeit auf dem Michelsberg als Michaelskapelle. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in Thuisbrunn und Walkersbrunn. Die Katholiken feiern ihre Gottesdienste in einer modernen Filialkirche (1967) und gehören zur Kirchengemeinde Weißenohe im Dekanat Erlangen im Erzbistum Bamberg. Daneben befindet sich in Lillinger Höhe eine Kapelle, in der im Mai regelmäßig Andachten stattfinden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenberg bildet mit den Gemeinden Hiltpoltstein und Weißenohe eine Verwaltungsgemeinschaft. Der Vorsitzende ist der Gräfenberger Bürgermeister Ralf Kunzmann.

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat von Gräfenberg besteht aus 16 Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister.

Wahljahr Freie Wähler CSU SPD Gräfenberger Bürger Liste (GBL) Bündnis 90/Die Grünen UWG Gesamt
2020 5 4 3 2 2 - 16 Sitze
2014 5 4 4 2 1 - 16 Sitze
2008 5 5 5 1 - - 16 Sitze
2002 5 4 4 1 - 2 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Stadtratswahl 2020
Wahlbeteiligung: 65,32 %
 %
40
30
20
10
0
30,78
25,37
18,43
13,17
12,26
Sitzverteilung im Stadtrat
     
Insgesamt 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit der Kommunalwahl 2020 Ralf Kunzmann (Freie Wähler), der sich in der Stichwahl gegen den seit 2014 regierenden Amtsinhaber Hans-Jürgen Nekolla (SPD) durchsetzte.[12]

Bürgermeister bis zur Gebietsreform 1978[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gebietsreform 1978 hatte die Stadt Gräfenberg vier Bürgermeister.[13]

Amtszeit Name Partei
1948–1952 Georg Friedmann -
1952–1966 Hans Erlwein CSU
1966–1976 Karl Kaul CSU / NPD 1
1976–1978 Hans Nekolla SPD
1 CSU und NPD waren 1972 mit einer gemeinsamen Liste und Bürgermeisterkandidat Kaul angetreten. Kaul verstarb 1976 im Amt.

Bürgermeister seit der Gebietsreform 1978[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Beitritt der Gemeinde Thuisbrunn, der letzten Gebietsveränderung, hatte Gräfenberg insgesamt fünf Bürgermeister.[14] Werner Wolf von den Freien Wählern bekleidete das Amt des Ersten Bürgermeisters von 1996 bis 2014. Mit insgesamt 18 Dienstjahren ist er der dienstälteste Bürgermeister der Stadt Gräfenberg seit 1852 (vgl. Anlage V. 1. Teil der Chronik von Hans Ackermann Gräfenberg in Vergangenheit und Gegenwart vom August 1973).

Amtszeit Name Partei
1978–1990 Hans Nekolla SPD
1990–1996 Horst-Werner Nitt CSU
1996–2014 Werner Wolf FW
2014–2020 Hans-Jürgen Nekolla SPD
seit 2020 Ralf Kunzmann FW

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Gräfenberg
Blasonierung: „In Rot über grünem Dreiberg eine silberne Zinnenmauer, die mit einem gespaltenen Schild belegt ist; darin vorne in Gold ein halber, rot gezungter schwarzer Adler am Spalt, hinten fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber; darüber ein wachsender, doppelschwänziger, golden gekrönter und blau bewehrter silberner Löwe.“[15]
Wappenbegründung: König Karl IV. verlieh 1371 Gräfenberg das Stadtrecht. Aus den Jahren 1437 und 1463 sind Siegelabdrucke überliefert. Sie zeigen den Schild der Nürnberger Patrizierfamilie Haller, die seit 1333 die Herrschaft im Ort innehatte. Im 16. Jahrhundert erwarb die Reichsstadt Nürnberg Gräfenberg. Seit 1561 erscheint das Wappen in seiner heutigen Form. Der Löwe ist das böhmische Wappentier und weist auf die Lehenshoheit zur Zeit der Stadtrechtsverleihung. Die Mauer versinnbildlicht den Charakter als Stadt. Der Berg steht redend für den Ortsnamen. Der kleine Schild ist das Wappen der Reichsstadt Nürnberg. Nach 1819 verschwand es vorübergehend aus dem Wappen.

Das Wappen ist durch Siegelführung seit 1437 belegt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenberg ist bunt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anti-Nazi-Demonstration „Gräfenberg ist bunt“ am 18. August 2007 auf dem Marktplatz

Seit 1999 marschierte die NPD alljährlich am Volkstrauertag, von Dezember 2006 bis zum Herbst 2009 monatlich zum Gräfenberger Kriegerdenkmal. Dagegen richtete sich breiter Bürger-Protest der Aktion Gräfenberg ist bunt[17], einer parteiübergreifenden Bewegung gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Mit kreativen Aktionen setzen sich die Gräfenberger Bürger für Frieden, Vielfalt und Völkerverständigung ein. Das Bürgerforum Gräfenberg ist bunt hat überregionale Bedeutung, ist Träger des Würzburger Friedenspreises[18], des Josef-Felder-Preises der BayernSPD[19], des Bürgerkulturpreises des Bayerischen Landtages[20] und genießt bundesweit Anerkennung.[21][22]

Am Tag der Deutschen Einheit 2007 feierten 2000 Gräfenberger und Nazi-Gegner aus der Umgebung ein zweitägiges Fest Für Demokratie und Menschenrechte im geeinten Deutschland und protestierten mit einem ökumenischen Gottesdienst, vielen Grußworten und einem kulturellen Programm gegen eine Versammlung von Neonazis. Prominente Besucher waren Arno Hamburger, Susanne Kastner, Ulrich Maly, Eva Bulling-Schröter, Ulrike Gote, Elisabeth Scharfenberg und Christine Stahl.

Der damalige Bürgermeister Werner Wolf wurde wegen seines Engagements gegen Rechtsextremismus von der Abendschau des Bayerischen Rundfunks zum „Bayern des Jahres“ gekürt.[23]

Im Oktober 2009 erklärte die NPD, ihre Aktivitäten künftig mehr in die Oberpfalz, nach Niederbayern und ins nahegelegene Weißenohe (dem Wohnort der Gründer des Bürgerforums) zu verlegen.[24] Seit einigen Jahren organisieren Neonazis zudem Veranstaltungen in dem nur einige Kilometer entfernt liegenden Geschwand bei Obertrubach.[25][26]

Kultur, Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gräfenberger Altstadt befinden sich an verschiedenen Gebäuden Informationstafeln. Diese wurden vom Verein Altstadtfreunde Gräfenberg angebracht und sind zu einem Rundgang verknüpft. Dieser ist auch digital auf der Seite der Altstadtfreunde abrufbar.[27]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gräfenberg ist ein Turmuhren-Museum[28] in Privatbesitz beheimatet. Von April bis Oktober können dort jeweils sonntags verschiedene Uhren und der Fortschritt der Mechanik über mehrere Jahrhunderte besichtigt werden. Außerdem betreiben die Altstadtfreunde und der Kulturverein das Ritter-Wirnt-Stüberl, ein kleines Museum, das sich dem Leben und Schaffen des Wirnt von Gravenberc widmet.[29]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemälde am Hiltpoltsteiner Tor in Gräfenberg (1925)

Die Anlage des Ortes am bzw. auf dem Berg ist städtebaulich von großem Reiz.

Das historische Rathaus wurde im Jahr 1689 durch Conrad Kramer erbaut und war seit dem Jahr 1871 Sitz des Gräfenberger Stadtrats. Im Jahr 1989 wurde das Gebäude saniert und restauriert. In ihm finden noch regelmäßig Sitzungen des Stadtrates und standesamtliche Trauungen statt.

Das moderne Rathaus, Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, war früher das Schloss der Patrizierfamilie Haller; der weitläufige Schlossgarten wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zugunsten des Gesteinsabbaus aufgelöst.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das historische Bürgerfest mit Mittelaltermarkt findet zu Ehren des Wirnt von Grafenberg alle fünf Jahre statt (in den mit 4 und 9 endenden Jahren).
  • Am dritten Adventssonntag veranstaltet der Fränkische-Schweiz-Verein Gräfenberg auf dem Kirchplatz die traditionelle Gräfenberger Vorweihnacht, einen der ältesten Weihnachtsmärkte der Fränkischen Schweiz (seit 1976). Als Höhepunkt beschließt jedes Jahr das Nürnberger Christkind den Markt und spricht neben dem Nürnberger einen vor vielen Jahren verfassten Gräfenberger Prolog.
  • Am ersten Sonntag im August wird in der Gräfenberger Altstadt die Kirchweih gefeiert. Die Michaeliskirchweih folgt am letzten Sonntag im September.
  • Am dritten Sonntag im September ist Kirchweih (Kerwa) in Walkersbrunn.
  • Alljährlich findet eine Woche vor Ostern der Palmsonntagsmarkt und am Ewigkeitssonntag (Totensonntag) im November der Andreasmarkt statt. Dabei wird das historische Rathaus vom Gartenbauverein bzw. von den Altstadtfreunden Gräfenberg in ein „Rathauscafé“ verwandelt.
  • Am Weißen Sonntag ist Konfirmation in Gräfenberg.
  • Im renovierten Jugendzentrum am Schelmberg finden regelmäßige Veranstaltungen für die Jugend statt.
  • Gräfenberg ist bunt organisiert seit 2007 jeweils am Samstag vor dem Ende der bayerischen Sommerferien das alljährliche Open-Mind-Festival.[30]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenberg verfügt über ein Freibad und ein an das Schulzentrum angegliedertes Hallenbad als ein reines Lehrschwimmbecken. Das städtische Freibad wurde 1937 von Gräfenberger Bürgern in Eigenleistung gebaut und die bauliche Anlage wurde seit dieser Zeit kaum wesentlich verändert.[31] Im Sommer ist das stadteigene Freibad bei gutem Wetter geöffnet. Es bietet ein 50 m x 25 m-Becken mit abgetrenntem Kinderbereich.[32]

Der TSV 09 Gräfenberg ist der größte Verein Gräfenbergs mit den Abteilungen Fußball, Ski (Langlauf), Volleyball und Tennis. Der im Jahr 1909 gegründete Verein besitzt ein Sportheim etwas außerhalb von Gräfenberg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Auspendlern nach Nürnberg hat Gräfenberg einige ortsansässige Unternehmen. Größter lokaler Arbeitgeber ist die Firma Hofmann CNC in Haidhof. Daneben sind zwei große Kalksteinbrüche ansässig, die immer wieder in Konflikt mit der Bevölkerung geraten, da sich die Steinbrüche unmittelbar am Ortsrand befinden.[33]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenbergbahn

Gräfenberg ist Endhaltestelle der Gräfenbergbahn R21, mit der insbesondere in den wärmeren Jahreszeiten auch Ausflügler und Wanderer nach Gräfenberg gelangen. Die Bahn bietet Verbindungen im Stundentakt. Es gibt fünf Buslinien, die die umliegenden Ortschaften vom Bahnhof aus erschließen, sowie eine Buslinie als Querverbindung nach Forchheim.[34]

Die Stadt liegt an der Bundesstraße 2 zwischen Nürnberg und Pegnitz.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner mittelalterlichen Altstadt, seiner Lage am Rande der Fränkischen Schweiz und seiner vielen gastronomischen Betriebe ist Gräfenberg ein beliebtes Naherholungsziel für Gäste aus Nürnberg, Fürth und Erlangen. Der Ort hat Anteil am Wanderwegenetz des Fränkische-Schweiz-Vereins.

Fünf-Seidla-Steig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fünf-Seidla-Steig ist ein etwa 19 Kilometer langer, 2008 eröffneter Wanderweg zwischen den vier Brauereien der Stadt Gräfenberg und der Klosterbrauerei Weißenohe.[35] Benannt ist er nach dem fränkischen Bierkrug, dem Seidla. Die Brauereien erzeugen insgesamt 21 verschiedene Biere.[36]

Sagenhaftes Gräfenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Wanderweg verknüpft die Schauplätze verschiedener Sagen um Gräfenberg. Insgesamt umfasst der Wanderweg 14 Stationen. Darunter die regional bekannte Felsformation Teufelstisch. Die Begleitung erfolgt über eine eigens entwickelte App.[37]

Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gräfenberg und seinen Gemeindeteilen gibt es vier Brauereien:

  • Brauerei Friedmann, seit 1875 in Familienbesitz, aus dem Heldschen Brauhaus hervorgegangen
  • Lindenbräu (Brehmer), Brauerei seit 1932
  • Brauerei Hofmann, Hohenschwärz, Brauerei seit 1897
  • Elch-Bräu, Thuisbrunn, Wiedereröffnung 2007

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräfenberg verfügt über eine Hauptschule (seit 2010: Mittelschule), eine Grundschule und die Ritter-von-Wirnt-Realschule; das nächste Gymnasium befindet sich im neun Kilometer entfernten Eckental.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der mittelhochdeutsche Dichter Wirnt von Grafenberg stammt vermutlich aus Gräfenberg.
  • Der Tübinger Altphilologe Martin Crusius wurde am 19. September 1526 im heutigen Gräfenberger Gemeindeteil Walkersbrunn, damals Pfarrei „Zu den Drei Heiligen Gräbern“ (heute Evangelisch-Lutherische Pfarrei Ermreuth), geboren und starb am 7. März 1607 (neuen Stils) in Tübingen.
  • Andreas Ströbel (1812–1882), der in Gräfenberg geborene Mühlenbesitzer und Politiker, war Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen.
  • Armin Freitag (* 1930), der in Walkersbrunn geborene Diplomat war Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kuba, Iran und China.
  • Michael Helmbrecht (* 1958) engagiert sich gegen Rechtsextremismus in Mittelfranken, dokumentiert vom Bayerischen Rundfunk 2017.[38]

Träger des Goldenen Ehrenringes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Nekolla († 2004), verliehen 1990, ehemaliger Bürgermeister. Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, der kommunalen Verdienstmedaille des Freistaats Bayern und der Ehrenmedaille um Verdienste in Oberfranken. Träger der Verdienstmedaille um die Völkerverständigung der Stadt Gräfenberg.[39][40]
  • Fritz Meier, verliehen am 23. Januar 2004, von 1966 bis 1978 Erster Bürgermeister der damaligen Gemeinde Thuisbrunn. Er erhielt den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten als Anerkennung für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.[41]
  • Otto Müller, verliehen 2020, Gründer der Altstadtfreunde Gräfenberg und langjähriger Stadtrat.[42][40]

Träger der Bürgermedaille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Gundelfinger († 2018), langjähriger Stadtarchivar und Autor der Häuserchronik der Stadt Gräfenberg.
  • Thomas Müller, langjähriger Kommandant der Gräfenberger Feuerwehr.
  • Reinhold Polster, langjähriger Kommandant der Thuisbrunner Feuerwehr.[43]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gräfenberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Gräfenberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gräfenberg-Array
  3. Gräfenberg-Array, Haidhof
  4. Fränkische Schweiz bei Bayern online
  5. Stadt Gräfenberg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 15. September 2021.
  6. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. (Nicht mehr online verfügbar.) Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. Februar 2022, archiviert vom Original am 2. Februar 2021; abgerufen am 1. März 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ldbv.bayern.de
  7. Umweltatlas Bayern. Abgerufen am 25. März 2021.
  8. Urkunde: Kloster Weißenohe Urkunden 6. Amberg, Staatsarchiv Kloster Weißenohe. In: Monasterium.net. ICARUS – International Centre for Archival Research, abgerufen am 25. März 2022 (bei einem Rechtsgeschäft des Klosters Weißenohe traten „Sigehardus et Wirnto de Krevenberc“ 1172 als Zeugen auf).
  9. Der Zuschauer an der Pegnitz
  10. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 462.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 683 und 684.
  12. Bürgermeisterstichwahl - Kommunalwahlen 2020 der Stadt Gräfenberg - Gesamtergebnis. Abgerufen am 9. April 2020.
  13. Petra Malbrich: Die Ahnengalerie der Verdienten. Abgerufen am 2. Januar 2021.
  14. SPD Gräfenberg: Historie. Abgerufen am 21. Mai 2020.
  15. Eintrag zum Wappen von Gräfenberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  16. Archivlink (Memento des Originals vom 6. Juli 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.graefenberg.de
  17. Gräfenberg ist bunt - Ziele und Aktionen des Bürgerforums (Memento des Originals vom 15. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.graefenberg-ist-bunt.de
  18. Preisträger seit 1995 auf der Seite des Komitee Würzburger Friedenspreis
  19. Tilo Schröder: BayernSPD verleiht Felder-Preis an a.i.d.a. und Bürgerforum Gräfenberg. In: Endstation Rechts Bayern. 16. November 2011, abgerufen am 11. Oktober 2022.
  20. Bürgerforum Gräfenberg erhält Preis des Landtags. In: Nordbayern.de. Verlag Nürnberger Presse, 26. Oktober 2009, abgerufen am 11. Oktober 2022.
  21. Anerkennungsschreiben des Bundespräsidenten (Pressemitteilung)@1@2Vorlage:Toter Link/www.graefenberg-ist-bunt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  22. Kriegerdenkmal hinter Bauzaun verbannt, Junge Welt vom 1. August 2008, S. 15
  23. Neonazi-Widerstand - BR berichtet umfassend In: Bayerischer Rundfunk, 9. Dezember 2011, abgerufen am 15. Oktober 2022.
  24. Nordbayerischer Kurier: Bürgerforum: NPD verzichtet auf Aufzüge in Gräfenberg (Memento vom 2. Oktober 2009 im Internet Archive) vom 1. Oktober 2009
  25. Feiern Neonazis unbehelligt bei Obertrubach? (Memento des Originals vom 24. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nordbayern.de, Nürnberger Nachrichten vom 2. Juli 2009; Abgerufen am 21. Juni 2011
  26. Im fränkischen Gräfenberg hatte ein Bürgerforum rechtsextreme Aufmärsche erfolgreich bekämpft Die Zeit, 26. Juli 2012
  27. Altstadtrundgang online. Abgerufen am 9. April 2020.
  28. http://www.turmuhren-graefenberg.de/ Turmuhren-Museum
  29. Ritter-Wirnt-Museumsstübchen. In: Stadtverwaltung Gräfenberg. Abgerufen am 11. Oktober 2022.
  30. Open Mind Festival Pressebericht von 2014, abgerufen am 13. Januar 2015
  31. Historie – Förderverein Freibad Gräfenberg. Abgerufen am 21. Mai 2020.
  32. Bäder – Stadt Gräfenberg. Abgerufen am 13. April 2020.
  33. Stefan Braun: Gräfenberg: Wenn der Sand einem Nachbarn den Schlaf raubt. In: nordbayern.de. Verlag Nürnberger Nachrichten, 14. Oktober 2020, abgerufen am 31. März 2021.
  34. Netzplan des VGN@1@2Vorlage:Toter Link/www.vgn.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. für den Landkreis Forchheim (Stand: 13. Dezember 2009); nichtberücksichtigt ist Buslinie 212 als Bahnersatz mit etwa gleichem Streckenverlauf nach Nürnberg
  35. Matthias Müller, Gräfenberg: Herzblut statt Boni. In: nzz.ch. 13. November 2013, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  36. Franken-Wiki.de, Fünf-Seidla-Steig
  37. https://www.infranken.de/regional/artikel_fuer_gemeinden/rundwanderweg-auf-den-spuren-graefenberger-sagen-und-geschichten;art154303,3464880 Sagenhaftes Gräfenberg eröffnet
  38. Hans Czerny Lebenslinien: Einer, der Gesicht zeigt (Memento des Originals vom 12. Mai 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.msn.com teleschau, 2. Juli 2017
  39. https://www.nordbayern.de/region/forchheim/ehre-fur-hans-nekolla-1.3356526?rssPage=Rm9yY2hoZWlt
  40. a b Geschichte der Gräfenberger SPD
  41. Aushändigung des Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt am 07.10.2021
  42. https://www.nordbayern.de/region/forchheim/grafenberg-ehrt-drei-verdiente-burger-1.9782566 Gräfenberg ehrt drei verdiente Bürger
  43. https://www.infranken.de/lk/gem/otto-muellers-bleibende-spuren-art-4802868