Alm (Fluss)

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Alm
Die Alm in Scharnstein

Die Alm in Scharnstein

Daten
Lage Oberösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Traun → Donau → Schwarzes Meer
Ursprung Almsee
47° 45′ 45″ N, 13° 57′ 31″ O
Quellhöhe 589 m ü. A.
Mündung bei Fischlham in die TraunKoordinaten: 48° 5′ 26″ N, 13° 55′ 7″ O
48° 5′ 26″ N, 13° 55′ 7″ O
Mündungshöhe 333 m ü. A.[1]
Höhenunterschied 256 m
Sohlgefälle 5,3 ‰
Länge 48 km
Einzugsgebiet 491 km²[2]
Abfluss am Pegel Grünau[3]
AEo: 181,9 km²
Lage: 36,89 km oberhalb der Mündung
NNQ (06.12.1982)
MNQ 1981–2013
MQ 1981–2013
Mq 1981–2013
MHQ 1981–2013
HHQ (12.08.2002)
330 l/s
2,43 m³/s
9,24 m³/s
50,8 l/(s km²)
105 m³/s
252 m³/s
Abfluss am Pegel Penningersteg[3]
AEo: 445 km²
Lage: 4,75 km oberhalb der Mündung
NNQ (19.01.1985)
MNQ 1966–2013
MQ 1966–2013
Mq 1966–2013
MHQ 1966–2013
HHQ (26.07.2013)
2,52 m³/s
3,98 m³/s
15,2 m³/s
34,2 l/(s km²)
179 m³/s
440 m³/s
Linke Nebenflüsse Laudach
Rechte Nebenflüsse Straneggbach, Grünaubach
Gemeinden Grünau im Almtal, Scharnstein, Pettenbach, Vorchdorf, Steinerkirchen an der Traun, Bad Wimsbach-Neydharting, Fischlham
Almspitz - Mündung der Alm (oben) in die Traun (unten)

Almspitz - Mündung der Alm (oben) in die Traun (unten)

Die Alm (oder der Almfluss)[4] ist ein 48 km langer Nebenfluss der Traun in Oberösterreich.

Lauf und Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alm ist der Abfluss des Almsees nördlich des Toten Gebirges und fließt durch das Almtal Richtung Norden. Sie durchfließt Grünau im Almtal, passiert Scharnstein, Pettenbach, später Vorchdorf, Steinerkirchen an der Traun und Bad Wimsbach-Neydharting und mündet im Gemeindegebiet von Fischlham in die Traun. Das durchschnittliche Gefälle beträgt 5,3 ‰.[5] Viele größere und kleinere Zuflüsse machen aus der Alm einen breiten Gebirgsfluss mit auch im Sommer verhältnismäßig kaltem Wasser. Der wichtigste Nebenfluss, die Laudach, fließt im südlichen Gemeindegebiet von Bad Wimsbach-Neydharting von links in die Alm.

In ihrem Verlauf durchquert die Alm zunächst auf einer Länge von 17 km die Nördlichen Kalkalpen, danach die Flyschzone und zuletzt bis zur Mündung in die Traun mit einer Länge von 20 km die Molassezone.[1]

Zwischen dem Almsee und Grünau stellt die Alm einen hochdynamischen, pendelnden Gebirgsfluss dar, im Übergang von den Alpen zum Alpenvorland zwischen Grünau und Mühltal ist sie ein dynamisch gewundener Flusstyp und im Alpenvorland zwischen Mühltal und der Mündung bildet sie ein furkierendes (sich aufgabelndes) Flusssystem.[1]

Einzugsgebiet und Wasserführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das natürliche Einzugsgebiet der Alm beträgt 491 km². Der höchste Punkt darin ist der Große Priel mit 2515 m ü. A.

Der mittlere Abfluss beträgt am Pegel Grünau, 36,9 km oberhalb der Mündung, 9,24 m³/s, am Pegel Penningersteg, 4,75 km oberhalb der Mündung, 15,2 m³/s, was einer Abflussspende von 50,8 bzw. 34,1 l/(s·km²) entspricht. Die Alm weist ein deutliches winternivales Abflussregime auf.[6] Das Abflussmaximum ist während der Schneeschmelze im Frühjahr, der abflussreichste Monat ist dabei der Juni mit im Mittel 21,4 m³/s, das Abflussminimum im Oktober beträgt mit 10,5 m³/s etwa die Hälfte davon.[3]

Der Abfluss aus dem Almsee wird durch ein Wehr so geregelt, dass bei einem Zufluss von über 1,5 m³/s der Seespiegel in konstanter Höhe gehalten wird. Durch die Ausleitung in Mühlbäche und Triebwerkskanäle für die Wasserkraftnutzung wird die Abflussmenge auf weiten Strecken verringert, wobei zum Teil die Flusssohle trocken fällt.[5]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen dem Almsee und Grünau weist die Alm weitgehend natürliche bzw. naturnahe Ufer auf. Im dicht besiedelten und landwirtschaftlich genutzten Raum zwischen Grünau und Vorchdorf ist sie stark reguliert und in ein geradliniges Flussbett mit begleitenden Dämmen gezwängt. Im Unterlauf ist sie von ausgedehnten, naturnahen bis natürlichen Ufergehölzen und Auwäldern umgeben. Die Almauen bei Bad Wimsbach-Neydharting sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. An etlichen Stellen finden sich naturnahe Schotterbänke. Das Fließgewässerkontimuum ist durch rund 50 Wehre und andere Querbauten beeinträchtigt, die nur zu einem kleinen Teil für Fische passierbar sind. Die Staubereiche führen zu einer geringeren Fließgeschwindigkeit und größeren Sedimentation.[1]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Naturschutzgebiet Almauen

Entlang der oberen Alm sind oft durchgehend artenreiche Uferbegleitgehölze vorhanden, in denen Esche und Berg-Ahorn vorherrschen. In der Krautschicht finden sich zahlreiche Kalkzeiger wie Leberblümchen, Schneerose und Maiglöckchen, oft mit Arten der frischeren, nährstoffreicheren Auwälder wie Giersch und Bärlauch gemischt. Zum Teil wurden die Ufergehölze auch gepflanzt, wobei hier vor allem verschiedene Weiden, Grau- und Schwarz-Erle, Fichte und Rot-Kiefer verwendet wurden. Im Unterlauf wird die Alm von Auwäldern begleitet. Dabei handelt es sich überwiegend um Hartholzauen bestehend aus Esche, Berg-Ahorn, Stiel-Eiche und Winter-Linde. In vielen Fällen haben die Auwälder durch die Bewirtschaftung den Charakter eines von der Fichte beherrschten Mischwaldes angenommen. Häufig gehen die Auwälder in Rotbuchen-Mischwälder über, die an den Talflanken oft bis zur Uferlinie reichen. Bei Almau nördlich von Scharnstein gibt es auch ausgedehnte Eibenbestände. Die Kiefern-Auwälder im Naturschutzgebiet Almauen beherbergen zum Teil sehr alte Rot-Kiefern und teilweise Baumhöhe erreichenden Wacholder. In der artenreichen Krautschicht finden sich zahlreiche Pflanzen mit Verbreitungsschwerpunkt in höheren Alpenregionen sowie seltene Arten wie Türkenbund-Lilie oder Frauenschuh.[1]

Die Schotterbänke der Alm sind meist spärlich mit einjährigen Arten und Vertretern der Ruderalflora wie Barbarakraut, Hirtentäschelkraut und Vogelmiere bewachsen, lokal finden sich auch kleine Gehölze, meist Weiden. Die Schotterbänke im Ober- und im Unterlauf weisen deutlich stärkeren Bewuchs als jene im Mittellauf auf.[1]

In den ruhiger fließenden Bereichen der Alm treten Wasserpflanzen wie Berle, Ufer-Ehrenpreis, Haarblättriger Wasserhahnenfuß und Kamm-Laichkraut auf, an den Ufern findet sich die Sumpfdotterblume.[7]

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alm ist ein typisches Salmonidengewässer. Im Oberlauf gehört sie zur Forellenregion, im Mittel- und Unterlauf zur Äschenregion, teilweise mit Elementen der Barbenregion. Die am häufigsten vorkommenden Fischarten sind Bachforelle, Bachsaibling, Regenbogenforelle, Äsche und Koppe, wobei Bachsaibling und Bachforelle eingesetzt wurden. Cypriniden wie Barbe und Elritze finden sich in der Alm eher selten, früher kamen auch Arten wie Huchen, Nase, und Aalrutte vor.[1][7]

Die Ufer der Alm stellen einen Brutplatz für mehrere Vogelarten dar, darunter Schellente, Flussuferläufer und Gänsesäger. Der Bestand des früher häufig brütenden Eisvogels hat sich durch Ufersicherungen und -verbauungen stark verringert. Der Schwarzstorch nutzt die untere Alm zur Nahrungssuche.[1]

Auf dynamischen Schotterbänken kommen sehr seltene, hoch spezialisierte Heuschreckenarten, wie der Kiesbank-Grashüpfer und Türks Dornschrecke vor. Einige Arten wie Boscis Zartschrecke oder die Kurzflügelige Beißschrecke dringen entlang der Alm in die tieferen Lagen des Alpenvorlands vor.[7] Die Alm bei Scharnstein ist einer der wenigen Fundorte der Steinfliegen-Art Capnioneura nemuroides außerhalb der Alpen.[1]

Wasserqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und vergleichsweise geringen Rolle von Landwirtschaft und Industrie im Einzugsgebiet ist die Alm nur wenig belastet und weist im gesamten Verlauf Gewässergüteklasse I-II auf.[5][8] Der die Alm begleitende Grundwasserstrom mit einer Breite von 500 bis 1000 m stellt ein wichtiges überregionales Trinkwasserreservoir dar.[1]

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemaliges Sensenwerk Geyerhammer in Scharnstein

Mindestens seit dem 16. Jahrhundert wird die Wasserkraft der Alm für Mühlen, Sägewerke und Sensenhämmer genutzt. Das Wasser wurde dabei meistens über Triebwasserkanäle oder Mühlbäche, die ursprünglich oft Seitenarme darstellten, ausgeleitet. Die Sensenwerke an der Alm wurden im Laufe der Zeit zu großen Betrieben, in denen alle Produktionsstufen von der Erzeugung bis zum Schleifen und Verpacken vereint waren. Sie bestanden bis ins 19. Jahrhundert. Das ehemalige Hammerwerk Geyerhammer in Scharnstein dient heute als Museum.[1] Mit dem Einsetzen der Industrialisierung wurde 1909 an der Alm das erste Elektrizitätswerk errichtet. Heute erzeugen neun Kleinkraftwerke Strom mit einem Regelarbeitsvermögen von zusammen 10,7 GWh im Jahr.[9]

Bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Alm für die Holztrift und Flößerei genutzt. Die in den waldreichen Gebieten am Oberlauf gefällten Baumstämme wurden über die Traun bis zur Donau befördert. Um immer ausreichend Wasser zum Triften zur Verfügung zu haben, wurde es mit Klausen gestaut, die bei Bedarf geöffnet wurden. Die Wehranlagen waren alle mit Floßgassen ausgestattet, um den durchgehenden Transport zu ermöglichen.[1]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Flusses wird erstmals 791 als Albina erwähnt. Er leitet sich von indogermanisch *albh- ("weiß", vgl. lat. albus) ab und bezeichnet ein klares Wasser. Dieser Namenstypus ist, wie auch der Name „Elbe“ zeigt, in ganz Europa verbreitet.[10]

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischlham

Die Alm hat Eingang in das Wappen der Gemeinde Fischlham gefunden. Gemeinsam mit der Traun wird die Alm als eine Wellenleiste auf dem Wappen dargestellt.

Nach der Alm wurde 1953 in Wien die Almgasse benannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alm (river) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l Amt der Oö. Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.): Natur und Landschaft – Leitbilder für Oberösterreich. Band 39: Raumeinheit Unteres Almtal. Linz 2007 (PDF; 867 kB)
  2. Reinhard Wimmer: Flußordnungszahlen, Gewässersystemanalyse und Abflußregime der Traun. In: Die Traun – Fluß ohne Wiederkehr, Katalog des OÖ. Landesmuseums, 1992, 2. Band, S. 37 (PDF)
  3. a b c Ministerium für ein lebenswertes Österreich (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2013. 121. Band. Wien 2015, PDF (9,0 MB) auf bmnt.gv.at (Jahrbuch 2013) – Daten und Auswertungen, S. OG 192-193 (PDF; 22,7 MB)
  4. diese Benennungen waren bis in das 19. Jahrhundert allgemein üblich, bis hin zu Donaufluss, und haben sich bis heute im amtlichen Werk gehalten
  5. a b c Amt der oberösterreichischen Landesregierung (Hrsg.): Alm: Untersuchungen zur Gewässergüte, Stand 1991–1993. Gewässerschutz Bericht 4/1993, Linz 1993 (PDF; 7 MB)
  6. Helmut Mader, Theo Steidl, Reinhard Wimmer: Abflussregime österreichischer Fließgewässer. Beiträge zu einer bundesweiten Fließgewässertypologie. Umweltbundesamt, Monographien Band 82, Wien 1996, S. 102 (PDF; 14,7 MB)
  7. a b c Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Natur und Landschaft – Leitbilder für Oberösterreich. Band 32: Raumeinheit Salzkammergut-Voralpen. Überarb. Fassung, Linz 2007, S. 40 (PDF; 5 MB)
  8. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Saprobiologische Gewässergüte der Fließgewässer Österreichs. Stand 2005. ( PDF; 1 MB (Memento des Originals vom 19. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lebensministerium.at)
  9. K.u.F. Drack GmbH & Co KG: Stromerzeugung aus Wasserkraft
  10. Peter Wiesinger: Ortsnamen und Siedlungsgeschichte im Salzkammergut. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines, Band 149, 1 (2004), S. 543–560 (PDF; 2,3 MB)