Blitter (Amiga)

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Der Blitter ist ein Amiga-Koprozessor zum schnellen Kopieren und Verschieben von Speicherinhalten (Bit blit).[1][2] Physisch ist er ein Teil des Agnus-Chips.

Der Blitter kann Speicherblöcke auf Bit-Ebene schnell – und ohne währenddessen Prozessorzeit des Hauptprozessors zu beanspruchen – kopieren, verschieben und dabei auch logisch verknüpfen. Die offensichtlichste Anwendung ist das Ausführen entsprechender Operationen im Grafikspeicher. Der Blitter kann unter Verwendung des Bresenham-Algorithmus’ selbsttätig Linien zeichnen.[3]

Er kann gleichzeitig bis zu drei Quell-Speicherbereiche beliebig miteinander verknüpfen und das Ergebnis in einem vierten abspeichern. Die vier Speicherbereiche können als Bitplanes unterschiedlicher Größe organisiert sein, solange der abzutastende Bereich gleich groß ist. Bitweise Verschiebungen können ohne zusätzlichen Zeitaufwand mittels Barrel-Shifter vorgenommen werden. Damit lassen sich z. B. unregelmäßig geformte Objekte durch Verknüpfung mit einer Maske in eine bestehende Grafik hineinstanzen, auch Cookie Cutting (englisch für „Keks-Ausstechen“) genannt.

Eine typische Aufgabe des Blitters ist das Darstellen von beweglichen Objekten auf dem Bildschirm, den sogenannten Blitter-Objects oder kurz BOBs. Sie unterscheiden sich von Sprites dadurch, dass BOBs tatsächlich in den Bildspeicher kopiert werden, während Hardware-Sprites in eigenen Registern oder Speicherbereichen stehen und erst bei jedem Bildaufbau in den Datenstrom zum Monitor geschaltet werden.

Durch die Realisierung als dedizierte Hardware konnte eine zum Zeitpunkt der Vorstellung des Amigas nicht übliche Arbeitsgeschwindigkeit im Grafikbereich erzielt werden. Zuvor mussten Grafikblöcke vom Hauptprozessor durch eine Routine mittels zweier geschachtelter Schleifen verschoben werden.

Der Blitter wird weiterhin zur MFM-Kodierung und -Dekodierung für die Diskettenlaufwerke eingesetzt. Die Kodierung benötigt dabei drei Durchläufe, die Dekodierung einen.

Der Name Blitter leitet sich von der Tätigkeit des Block Image Transfers ab, abgekürzt als BLIT.

Jay Miner, der Entwickler und „Vater“ des Amiga-Chipsatzes, verpasste dem Blitter noch ein paar zusätzliche Funktionen wie zum Beispiel das Ausfüllen von Flächen mit Bit-Mustern oder das Zeichnen von geraden Linien, worin er einen Grund sah, ihn auch „Blimmer“ für „Block-Image-Manipulator“ zu nennen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Blitter im Agnus 8370 auf cbmmuseum.kuto.de
  2. The Amiga's blitter is also located in the Agnus chip auf bigbookofamigahardware.com (englisch)
  3. What is the Blitter? auf amigadev.elowar.com (englisch)