Ana Mendieta

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Ana Mendieta (* 18. November 1948 Havanna, Kuba; † 8. September 1985 in New York, NY) war eine amerikanische Künstlerin. Sie arbeitete mit Performance, Land Art, Konzeptkunst, Fotografie und Film.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ana Mendieta wurde in eine prominente Familie der kubanischen Politik und Gesellschaft in Havanna geboren. Nach der kubanischen Revolution schickten ihre Eltern sie 1961 unterstützt von der Operation Pedro Pan zusammen mit ihrer vierzehnjährigen Schwester in die USA. Durch die Vermittlung eines katholischen Wohltätigkeits-Netzwerkes wuchsen die Schwestern bei verschiedenden Pflegefamilien in Iowa auf.

Sie studierte an der Iowa State University, wo sie mit der künstlerischen Avantgarde der 1970er Jahre in Kontakt kam, durch die sie Kunstbewegungen wie den Wiener Aktionismus kennenlernte. Die frühe Emigration und die religiösen Riten der afrokubanischen Gemeinschaften, von denen sie fasziniert war, gelten als Schlüssel zu ihrem künstlerischen Werk. 1972/1973 führte sie ihre ersten Performances auf, in denen sie mit Transformationen ihres Körpers experimentierte (Death of a Chicken, Bird Transformation, Rape Scene). Für spätere Körper-Performances, die unter dem Titel Siluetas zwischen 1973 und 1977 in Mexiko entstanden, wo sie sich in den Sommermonaten aufhielt, schuf sie in Landschaften mit Erde, Pflanzen, Feuer und Wasser „ephemere Produktionen von großer Schönheit und emotionaler Kraft“.[1]

1978 zog sie nach New York. Carolee Schneemann und Nancy Spero, die zu den Pionierinnen der feministischen Kunst gehören, beeinflussten und unterstützten Mendietas Arbeit. Spero und Mandieta nahmen gemeinsam an politischen Aktionen teil, bei denen sie ihre Körper als Ort und Mittel der Proteste einsetzten. 1982 inszenierte Mendieta in New York die Performance Body Tracks (Rastros Corporales) mit Blut und Tempera auf Papier. In den 1990er Jahren zitierte Spero diese Arbeiten in ihren Homages to Ana Mendieta.[2]

Ab 1980 reiste Ana Mendiata sieben Mal nach Kuba und nahm an Ausstellungen kubanisch-amerikanischer Künstler vor und nach der Revolution teil. In Kuba schuf sie 1981 die Rupestrian Sculptures, eine Reihe von semiabstrakten Figuren, die sie in den weichen Fels der Höhlen des Jaruco-Parks gravierte, und denen sie Namen von Göttinnen gab, die von den indigenen Taíno verehrt werden.

Acht Monate nach ihrer Heirat mit dem Bildhauer Carl Andre starb sie 1985 durch einen Sturz aus dem 34. Stockwerk ihres New Yorker Apartments. Sie hinterließ Dias, Fotografien und Künstlerbücher. Mit fast 80 Filmen von ihren Performances gehört sie zu den produktivsten Film-Künstlern ihrer Generation. [1]

Werke von Ana Mendieta befinden sich den Sammlungen zahlreicher Museen wie dem Solomon R. Guggenheim Museum, Metropolitan Museum of Art, Whitney Museum of American Art, Museum of Modern Art New York, The Art Institute of Chicago, Centre Pompidou (Paris), der Tate Collection (London) und der Sammlung Verbund Wien.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Retrospektiven

Gruppenausstellungen

  • 2015: Feministische Avantgarde der 1970er Jahre. Hamburger Kunsthalle
  • 2015: Mein Körper ist das Ereignis. Wiener Aktionismus und internationale Performance. mumok - Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Olga Viso: Unseen Mendieta. The Unfinished Works of Ana Mendieta, Prestel, München 2008, ISBN 978-3-7913-3966-5.
  • Jane Blocker; Ana Mendieta: Where Is Ana Mendieta?: Identity, Performativity, and Exile, Duke University Press, 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Leslie Camhi: ART; Her Body, Herself New York Times, 20. Juni 2004
  2. Joanna S. Walker: The Body is Present Even if in Disguise: Tracing the Trace in the Artwork of Nancy Spero and Ana Mendieta. Tate Papers no.11