Ando Hakob

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Der Badener Boxer Ando Hakob ist amtierender Schweizermeister im Super-Leichtgewicht.
Ando Hakob

Ando Hakob (* 6. März 1989 in Jerewan, Armenien, als Andranik Hakobyan) ist ein Schweizer Profi-Boxer aus Baden AG.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ando Hakob wurde als Sohn des armenischen Elektroingenieurs Hrachik Hakobyan († 2015) und der Silva Shachbazian in der armenischen Hauptstadt Jerewan geboren. Hakob wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf.[1] Die ersten sieben Jahre verbrachte er in Jerewan sowie auf dem Bauernhof seiner Grosseltern in der Region Aparan. 1996 flüchtete er mit seiner Familie durch Weissrussland und Polen nach Deutschland.[2] Nach drei Jahren wurde der Asylantrag abgelehnt. Seine Familie verliess Deutschland und reiste weiter nach Frankreich und Spanien. Im August 1999 beantragte die Familie in der Schweiz erfolgreich Asyl. 2011 schloss Ando Hakob eine Ausbildung als kaufmännischer Angestellter ab.

Anfänge und Amateurkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 18 Jahren fing Ando Hakob mit dem Boxtraining an. Ein Jahr später, am 20. November 2008, gewann er seinen ersten Amateur-Boxkampf. In den Jahren bis 2010 folgten weitere 18 Amateurkämpfe.[3] 2010 gewann er den Schweizermeistertitel im Halb-Weltergewicht, indem er den mit 85 Kämpfen viel erfahreneren Riccardo Silva Ramos mit 16:12 Punkten bezwang. 2011 bestritt Hakob sein erstes internationales Turnier in Paris und belegte nach Siegen gegen Italien und Deutschland den zweiten Platz. 2012 wechselte Hakob zum Boxclub Singen,[4] wo er mehr als ein Jahr lang ungeschlagen blieb und an weiteren internationalen Turnieren Kämpfe gewann.[5] Seine Bilanz liegt bei 62 Siegen in 67 Amateurkämpfen (62-5-0). Nach einer Schulteroperation wechselte Ando Hakob 2014 in den professionellen Boxsport.[6]

Profikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen ersten professionellen Boxkampf bestritt Ando Hakob in Frankfurt. Er gewann diesen bereits in der ersten Runde nach einem Knockout. Seinen zweiten Profikampf in Hannover gewann er in der zweiten Runde, ebenfalls durch Knockout. Inzwischen blickt Ando Hakob auf zehn Profikämpfe zurück, die er alle gewonnen hat. Seine K.o.-Bilanz liegt bei 50 %. Diese Kampfbilanz ist einzigartig in der Schweiz.[7] Ando Hakob rangiert auf Platz 189 der Leichtgewicht-Weltrangliste der unabhängigen Plattform BoxRec.[8] Er ist seit seinem Sieg gegen Cedric Kassongo im November 2017 amtierender Schweizer Meister im Super-Leichtgewicht.[9]

Liste der Profikämpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

10 Siege (davon 5 Siege durch K. o., 5 Siege nach Punkten), 0 Niederlagen, 0 Unentschieden[10]
Ergebnis
Gegner
Typ
Runden
Datum
Ort
Sieg BulgarienBulgarien Kemal Faik KO 1 2015-07-11 DeutschlandDeutschland Frankfurt, Deutschland
Sieg TurkeiTürkei Ahmet Ramazan Acar TKO 1 2015-08-15 DeutschlandDeutschland Hannover, Deutschland
Sieg DeutschlandDeutschland Mazen Girke UD 6 2015-10-02 DeutschlandDeutschland Hamburg-Wilhelmsburg, Deutschland
Sieg UngarnUngarn Istvan Szucs PTS 4 2015-12-05 SchweizSchweiz Spreitenbach, Schweiz
Sieg IranIran Reza Rahimi TKO 2 2016-05-22 DeutschlandDeutschland Wusterhausen, Deutschland
Sieg UngarnUngarn Gyula Vajda PTS 12 2016-06-18 SchweizSchweiz Basel, Schweiz
Sieg Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Jovica Kokot TKO 3 2017-05-06 DeutschlandDeutschland Königsbrunn, Deutschland
Sieg FrankreichFrankreich Chaquib Fadli PTS 12 2017-05-27 SchweizSchweiz Olten, Schweiz
Sieg GeorgienGeorgien Giorgi Gviniashvili KO 5 2017-10-07 SchweizSchweiz Bern, Schweiz
Sieg SchweizSchweiz Cedric Kassongo PTS 10 2017-11-24 SchweizSchweiz Genf, Schweiz

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ando Hakob provoziert seine Gegner oft auf Social-Media-Plattformen und im Ring.[11] Der amerikanische Sportsender 120 Sports nannte ihn den schnellsten Boxer der Welt.[12] Von 2009 bis 2011 war Hakob Mitglied des Swiss Boxing Teams. Am 17. Februar 2018 sollte Ando Hakob einen internationalen Profikampf gegen Innocent Anyanwu aus den Niederlanden bestreiten. Da Anyanwus HIV-Test nicht aktuell genug war, fand der Kampf nicht statt. Stattdessen wurde ein Showkampf gegen den französischen Boxer Mevludin Sulejmani aus Strassburg ausgetragen, den Ando Hakob gewann.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ando Hakob – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. News. Abgerufen am 14. Februar 2018 (englisch).
  2. Kompass - Vom Flüchtlingsjungen zum Profiboxer. In: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). (srf.ch [abgerufen am 14. Februar 2018]).
  3. Bewegtes Leben: Ando Hakob boxte sich schon immer durch. In: az Badener Tagblatt. 23. Januar 2017 (badenertagblatt.ch [abgerufen am 14. Februar 2018]).
  4. Boxclub Singen. Abgerufen am 14. Februar 2018 (deutsch).
  5. Ando Hakob. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  6. Ando Hakob. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  7. Dieser Badener will einer der besten Boxer der Welt werden. In: az Badener Tagblatt. 1. Oktober 2015 (badenertagblatt.ch [abgerufen am 14. Februar 2018]).
  8. BoxRec: Ando Hakob. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  9. Historischer Boxerfolg: Ando Hakob ist Schweizer Meister. In: az Aargauer Zeitung. 14. Februar 2018 (aargauerzeitung.ch [abgerufen am 15. Februar 2018]).
  10. BoxRec: Ando Hakob. Abgerufen am 14. Februar 2018.
  11. Badener Boxer Ando Hakob: Der Mann mit zwei Gesichtern. In: ot Oltner Tagblatt. 26. Mai 2017 (oltnertagblatt.ch [abgerufen am 14. Februar 2018]).
  12. Dieser Badener beeindruckt Sportwelt: Sie nennen ihn den schnellsten Boxer der Welt. In: az Badener Tagblatt. 12. Februar 2017 (badenertagblatt.ch [abgerufen am 14. Februar 2018]).
  13. Der Kampf war vorbei, ehe er anfing: Gegner von Ando Hakob durfte nicht antreten. In: az Badener Tagblatt. 20. Februar 2018 (badenertagblatt.ch [abgerufen am 22. Februar 2018]).