Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien

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Der Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien wird seit 1998 für wissenschaftliche Arbeiten zum Thema interkulturelles Zusammenleben von der Stadt Augsburg, der Universität Augsburg und dem Verein „Forum Interkulturelles Leben und Lernen“ vergeben. Seit 2007 ist er in einen Haupt- und einen Förderpreis unterteilt, der jeweils mit 5000 Euro und 1500 Euro dotiert ist. Der Hauptpreis wird dabei für Habilitationsarbeiten und Dissertationen vergeben, der Förderpreis für Magister-, Diplom- und andere Qualifikationsarbeiten verliehen.

Die Zielsetzung des Preises lautete bei der Gründung, er solle:

„an deutschen Universitäten forschende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für das übergreifenden Thema ‚Interkulturelle Wirklichkeit in Deutschland: Fragen und Antworten auf dem Weg zur offenen Gesellschaft‘ (zu) interessieren und herausragende wissenschaftliche Nachwuchsarbeiten zu diesem Thema entsprechend zu honorieren.“

Über die Vergabe entscheidet eine Jury aus zehn Personen. Vorsitzender der Jury ist der Mediziner Eckhard Nagel.

Der Verein „Forum Interkulturelles Leben und Lernen (FILL)“ ist ein „Zusammenschluss von Repräsentanten der Bereiche Kultur, Politik, Verwaltung und Wirtschaft mit ausländischen Vereinen und mit Vertretern der sozialen, interkulturellen und konfessionellen Praxis in Augsburg“. Der Preis wird öffentlich ausgeschrieben; alle Arbeiten, die eingereicht werden, müssen aus den vergangenen zwei Jahren vor dem aktuellen Bewerbungsschluss an einer deutschen Hochschule abgeschlossen und vorgelegt worden sein.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Preisträger des Wissenschaftspreises Titel der Arbeit, Universität
1998 Alfredo Märker Zuwanderung in der Bundesrepublik: Universalistische und partikularistische Gerechtigkeitsaspekte. Diplomarbeit, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
1999 Encarnacíon Gutiérrez Rodríguez Jongleurinnen und Seiltänzerinnen - Dekonstruktive Analyse von Biographien im Spannungsfeld von Ethnisierung und Vergeschlechtlichung: Selbstverständnisse, Handlungsstrategien und Verortungsperspektiven weiblicher intellektueller im Kontext der Arbeitsmigration. Dissertation, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main
2000 Yasemin Karakasoglu-Aydin Religiöse Orientierungen und Erziehungsvorstellungen. Eine empirische Untersuchung an türkischen Lehramts- und Pädagogik-Studentinnen im Ruhrgebiet. Dissertation, Universität-GH Essen
2001 Christine Langenfeld Integration und kulturelle Identität zugewanderter Minderheiten in der Bundesrepublik Deutschland - eine Untersuchung am Beispiel des allgemeinbildenden Schulwesens. Habilitation, Georg-August-Universität Göttingen
2002 Gaby Straßburger Heiratsverhalten und Partnerwahl im Einwanderungskontext: Eheschließungen der zweiten Migrantengeneration türkischer Herkunft. Dissertation, Universität Osnabrück
2003 Azra Pourgholam-Ernst Das Gesundheitserleben von Frauen aus verschiedenen Kulturen. Frauen und Gesundheit: Eine empirische Untersuchung zum Gesundheitserleben ausländischer Frauen in Deutschland aus salutogenetischer Sicht. Dissertation, Universität Dortmund
2004 Jörg Alt Leben in der Schattenwelt. Problemkomplex illegale Migration. Neue Erkenntnisse zur Lebenssituation Illegaler aus München und anderen Orten Deutschlands. Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin
2005 Ute Koch Die Herstellung und Reproduktion sozialer Grenzen: Roma in einer westdeutschen Großstadt. Dissertation, Universität Osnabrück
2006 Ulrike Bechmann Abraham - Beschwörungsformel oder Präzisierungsquelle? Bibeltheologische und religionswissenschaftliche Untersuchungen zum Abraham-Paradigma im interreligiösen Dialog. Habilitation, Universität Bayreuth
2007 Hauptpreis Louis Henri Seukwa Kompetenz als Habitus der Überlebenskunst – Zum Verhältnis von Kompetenz und Migration im Spiegel von Flüchtlingsbiographien. Dissertation, Universität Hamburg
Förderpreis Anne Weibert Mediale Integration ethnischer Minderheiten – Vergleich von Lokalberichterstattung über Türken in Deutschland und Hispanics in den USA. Diplomarbeit, Universität Dortmund
2008 Hauptpreis Liliana Ruth Feierstein Von Schwelle zu Schwelle: Randgänge(r). Eine Lektüre der Gestualität gegenüber den 'Anderen' aus dem Blickwinkel des jüdischen Denkens. Dissertation, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Förderpreis Stefan Wellgraf Migration und Medien. Wie Fernsehen, Radio und Print auf die Anderen blicken. Diplomarbeit, Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder
2009 Hauptpreis Marc Oliver Thielen Wo anders leben? – Migration, Männlichkeit und Sexualität in biografischen Erzählungen iranischer Männer in Deutschland. Dissertation Universität Frankfurt
Förderpreis Olga Krahn Lokale Identität und Gemeinschaft. Beteiligung von Spätaussiedlern an „Soziale Stadt“-Programmen – dargestellt am Piusviertel in Ingolstadt. Diplomarbeit, Universität Eichstätt.
2010 Hauptpreis Riem Spielhaus Wer ist hier Muslim? Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin
Förderpreis Christian Issmer Der Einfluss von Metaperceptions auf Kontakterfahrungen und Einstellungen im Intergruppenkontext. Diplomarbeit, Philipps-Universität Marburg
2011 Hauptpreis Kien Nghi Ha In the Mix. Postkoloniale Streifzüge durch die Kulturgeschichte der Hybridität. Dissertation, Universität Bremen
Förderpreis Darja Klingenberg Humor in der Migration. Phänomene der Grenzüberschreitung. Magisterarbeit, Universität Frankfurt
2012 Hauptpreis Maren Möhring Ausländische Gastronomie. Migrantische Unternehmensgründungen, neue Konsumorte und die Internationalisierung der Ernährung in der Bundesrepublik Deutschland. Habilitation, Universität zu Köln
Förderpreis Michaela Brosig Neukölln unlimited? Lebenswelten und Handlungsstrategien junger Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Magisterarbeit, Freie Universität Berlin
2013 Hauptpreis Aladin El-Mafaalani BildungsaufsteigerInnen aus benachteiligten Milieus. Habitustransformation und soziale Mobilität bei Einheimischen und Türkeistämmigen. Dissertation, Ruhr-Universität Bochum
Förderpreis Jessica Pahl Die Bedeutung des Körpers in interkulturellen Verstehensprozessen. Masterarbeit, Ruhr-Universität Bochum
2014 Hauptpreis Heike Hanhörster Türkeistämmige Eigentümer in Migrantenvierteln. Dissertation, TU Dortmund
Förderpreis Isabell Collien Prozesse interkultureller Öffnung – Das Beispiel der öffentlichen Verwaltung in Berlin. Diplomarbeit, Freie Universität Berlin
2015 Hauptpreis Miriam Schader Religion als politische Ressource? Die religiöse und politische Beteiligung afrikanischer Migranten in zwei europäischen Großstädten. Dissertation, Georg-August-Universität Göttingen und Institut d’études politiques de Paris
Förderpreis Felix Maas Integrationsdiskurs und Integrationspolitik im Kontext der Stadt. Eine vergleichende Narrativanalyse des Integrationsdiskurses im Rahmen der Entwicklung gesamtstädtischer Integrationskonzepte in Dortmund und Frankfurt a.M. Mastarbeit, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
2016 Hauptpreis Donja Amirpur-Ahrandjani Migrationsbedingt behindert? Zur Interdependenz der Wahrnehmung von Behinderung und strukturellen Rahmenbedingungen im Kontext migrationsbedingter Heterogenität. Universität Bremen
Förderpreis Romy Schulze On a mission?! Koloniale Missions- und neokoloniale Missions- und Freiwilligenberichte im Vergleich. Universität zu Köln
2017[1] Hauptpreis Ilka Sommer Die Gewalt des kollektiven Besserwissens – Klassifikationskämpfe um die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen in Deutschland. Dissertation, Humboldt-Universität zu Berlin
Förderpreis Helen Hockauf Die Präsentation von Flüchtlingen in der zeitgenössischen Literatur. Schreiben als ethischer Prozess von Würde. Masterarbeit, Universität Augsburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus P. Prem: Die Gewalt des kollektiven Besserwissens. Universität Augsburg, Pressemitteilung vom 27. Juni 2017 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 27. Juni 2017.