August Vilmar

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August Vilmar

August Friedrich Christian Vilmar (* 21. November 1800 in Solz bei Bebra, Hessen; † 30. Juli 1868 in Marburg) war ein konservativer lutherischer Theologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedächtnistafel an seinem ehemaligen Wohnhaus in Marburg

Vilmar war seit 1855 Professor an der Philipps-Universität Marburg, vorher Gymnasiallehrer in Hersfeld sowie von 1833 bis 1850 Direktor des kurfürstlichen Gymnasiums in Marburg (heute das Gymnasium Philippinum), und kurhessischer Staatsrat. Er wurde auch als Literarhistoriker bekannt (Geschichte der deutschen Nationalliteratur, 1. Aufl. 1845, 27. Aufl. 1911). Während seines Studiums wurde er 1818 Mitglied der Alten Marburger Burschenschaft Germania. Vilmar war 1831/32 Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung für Hersfeld und 1852-1854 Mitglied der 1. Kammer.

Vilmar war zweimal verheiratet: zunächst mit Karoline Wittekind, später mit Therese Frederking.

Kirchenrenitenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vilmar wurde zu einem der Anführer gegen die unter preußischer Besatzungsregierung vorgenommene Unierung der Evangelischen Landeskirche in Kurhessen, aus der heraus sich schließlich die Renitente Kirche ungeänderter Augsburgischer Konfession in Hessen verselbständigte.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Anlass von Vilmars 100stem Geburtstag wurde an dem Haus in Marburg, in dem er 13 Jahre lang wohnte, eine Gedächtnisplakette angebracht. In Homberg (Efze) wurde eine Straße nach ihm benannt, und das dortige Gymnasium hieß bis 1964 August-Vilmar-Schule (seitdem Theodor-Heuss-Schule).

Gedenktag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

30. Juli im Evangelischen Namenkalender.[1]

Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nachlass Vilmars wird im Hessischen Staatsarchiv Marburg (Bestand 340 Vilmar a) aufbewahrt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bartsch: Drei deutsche Litterarhistoriker. In: Germania 16 (1871), S. 109-120 (Nachruf auf Vilmar S. 112-115).
  • Jörg Dierken: Kirche: Heilige communio oder Institut Christi? Aspekte der Ekklesiologie A. F. C. Vilmars und A. Ritschls. (Texte und Materialien der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft B/12). Heidelberg 1989.
  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I: Politiker, Teil 6: T–Z, Heidelberg 2005, S. 134–136.
  • Wilhelm Hopf: August Vilmar. Ein Lebens- und Zeitbild. 2 Bde. Marburg 1913.
  • Rudolf Keller: August Vilmar und seine Schüler. In: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung 58 (2007), S. 29-46.
  • Herbert Kemler: Gott mehr gehorchen als den Menschen. Christlicher Glaube zwischen Restauration und Revolution - dargestellt an der kurhessischen Renitenz. (Kirchengeschichtliche Monographien, Bd. 13). Brunnen-Verl., Gießen u.a. 2005 ISBN 3-7655-9490-3.
  • Karl Ramge: Vilmars Bedeutung für die Kirche der Gegenwart. (Kleine Handbücherei für das deutsche Haus, Heft 5), Lichtweg Verlag, Essen 1941.
  • Uwe Rieske-Braun: Vilmar, August Friedrich Christian. In: Theologische Realenzyklopädie 35 (2003), S. 99-102 (mit weiterer Lit.).
  • Klaus-Gunther WesselingVilmar, August Friedrich Christian. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 12, Bautz, Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9, Sp. 1414–1423.
  • Karl Wippermann, Edward Schröder: Vilmar, August. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 715–722.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. August Friedrich Christian Vilmar im Ökumenischen Heiligenlexikon.
  2. Übersicht über den Bestand Familienarchiv Nachlass August Friedrich Christian Vilmar (340 Vilmar a) Hessisches Archiv-Dokumentations- und Informations-System. Abgerufen am 3. Juli 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: August Vilmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien