Auguste Strobl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Auguste Strobl, Dezember 1826, erste Fassung
Auguste Strobl, Januar 1827, zweite Fassung

Auguste Strobl (* 24. Juni 1807; † 22. Januar 1871 in Passau) war eine von König Ludwig I. mit schwärmerischen Gedichten bedachte bayerische Schönheit und die Ehefrau des Revierförsters von Ergoldsbach.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter eines königlich bayerischen Hauptbuchhalters erregte aus unbekanntem Anlass die Aufmerksamkeit König Ludwigs I., der einige schwärmerische Gedichte auf sie verfasste. Da er plante, eine Sammlung von Porträts schöner Frauen aller Stände, denen man in seiner Stadt München auf der Straße begegnen konnte, aufzubauen, ließ er Auguste Strobl im Dezember 1826 von seinem Hofmaler Joseph Karl Stieler malen.

Das Ergebnis missfiel dem König jedoch. Stieler hatte eine Ansicht gewählt, die Strobls Schwanenhals allzu sehr betonte. Da Ludwig Strobls natürliche Schönheit dokumentiert haben wollte, verbot sich eine nachträgliche malerische Verkürzung ihres Halses. Stieler musste sie noch einmal malen, diesmal allerdings in einer eher unbequemen Haltung. Der zu lange Hals wurde außerdem durch eine Kette etwas verdeckt. Ludwig, der kurz daran gedacht hatte, beide Bilder in seine Schönheitengalerie aufzunehmen, entschied sich für die zweite Fassung. Das erste Bild kam abhanden. Möglicherweise schenkte es Ludwig der Strobl. Es tauchte erst 1976 wieder auf dem Kunstmarkt auf und wurde vom Residenzmuseum in München angekauft.

Auguste Strobl heiratete 1831 mit Unterstützung Ludwigs den Revierförster Hilber von Ergoldsbach und wurde Mutter von fünf Kindern. Der König besuchte sie 1835 noch einmal in der Revierförsterei und verfasste bei dieser Gelegenheit ein letztes Gedicht auf sie. Möglicherweise brachte er ihr bei dieser Gelegenheit das erste Bild als Gastgeschenk mit, was jedoch nicht belegt ist.

In den Jahren 1836 bis ca. 1850 lebte sie mit ihrer Familie in Schönberg im Bayerischen Wald. Dort ist in den Pfarrmatrikeln auch König Ludwig als Taufzeuge des Ludwig Hilber eingetragen. Dabei war er aber nicht persönlich anwesend, sondern ließ sich vertreten. Auch über den weiteren Lebensweg der Auguste Strobl, verheiratete Hilber, wurde nichts bekannt. Sie starb 1871 in Passau.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Hojer: Die Schönheitsgalerie König Ludwigs I. 2. neugestaltete Auflage, Schnell & Steiner, München 1983, ISBN 978-3795411039