Schönberg (Niederbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Schönberg
Schönberg (Niederbayern)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Schönberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 50′ N, 13° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Verwaltungs­gemeinschaft: Schönberg
Höhe: 563 m ü. NHN
Fläche: 32,74 km2
Einwohner: 3862 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94513
Vorwahl: 08554
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 147
Marktgliederung: 40 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 16
94513 Schönberg
Webpräsenz: www.markt-schoenberg.de
Bürgermeister: Martin Pichler (CSU / Parteifreie Bürger)
Lage des Marktes Schönberg im Landkreis Freyung-Grafenau
Landkreis Regen Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Schöfweg Waldhäuserwald Schönbrunner Wald Schlichtenberger Wald Sankt Oswald Pleckensteiner Wald Philippsreuter Wald Mauther Forst Spiegelau Graineter Wald Annathaler Wald Zenting Waldkirchen Thurmansbang Spiegelau Schönberg (Niederbayern) Neuschönau Sankt Oswald-Riedlhütte Saldenburg Röhrnbach Ringelai Philippsreut Perlesreut Neureichenau Mauth Jandelsbrunn Innernzell Hohenau (Niederbayern) Hinterschmiding Grainet Grafenau (Niederbayern) Fürsteneck Freyung Eppenschlag Schöfweg Leopoldsreuter Wald Frauenberger und Duschlberger Wald Haidmühle Österreich TschechienKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Blick auf Schönberg von Eberhardsreuth aus

Schönberg ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau, der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schönberg und ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönberg liegt in der Region Donau-Wald im Bayerischen Wald und wird aufgrund seiner sonnigen Lage auf einem aussichtsreichen Höhenrücken in 564 Metern Meereshöhe gern als Meran des Bayerwaldes bezeichnet. Der Markt liegt zudem verkehrsgünstig am Schnittpunkt der B 85 mit der B 533, wobei der Ort dank einer weiten Umgehungsstraße nicht unter dem Durchgangsverkehr zu leiden hat. Nach Passau sind es 38 km, bis Tittling 15 km, nach Grafenau 8 km, nach Freyung 25 km, nach Regen ebenfalls 25 km, nach Deggendorf 33 km und zur A 3 (Ausfahrt Hengersberg) 30 km.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 40 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Eberhardsreuth, Hartmannsreit, Kirchberg, Mitternach, Schönberg, Großmisselberg und Innernzell.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönberg (Bayerischer Wald)
Klimadiagramm
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Temperatur in °C
Quelle: http://www.klima.org/deutschland/klima-schoenberg/
Monatliche Durchschnittstemperaturen für Schönberg (Bayerischer Wald)
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Max. Temperatur (°C) 0 3 9 14 18 22 24 23 20 13 6 2 Ø 12,9
Min. Temperatur (°C) −7 −5 −1 3 7 12 12 12 9 4 0 −4 Ø 3,5
Sonnenstunden (h/d) 2 4 5 6 7 7 7 7 6 3 2 1 Ø 4,8
Regentage (d) 17 17 15 15 16 17 16 17 13 12 15 17 Σ 187
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Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Ende des 13. Jahrhunderts erhielt Schönberg von den Grafen von Hals das Marktrecht. Der Markt Schönberg gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Bärnstein des Kurfürstentums Bayern. Schönberg besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde es 1648 zweimal von schwedischen Truppen geplündert. Im Österreichischen Erbfolgekrieg plünderten 1742 die Panduren den Ort.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Schönberg keinen Anschluss an eine Bahnlinie fand, wurde es in anderer Hinsicht bevorzugt: Am 1. Juli 1908 konnte der erste Motorpostwagen der Postmotorwagenlinie Passau–Schönberg begrüßt werden. Anfangs gab es täglich zwei Fahrten in jede Richtung. Die gelb gestrichenen Postomnibusse waren 35 PS stark und erreichten eine Geschwindigkeit von 15 km/h. Bereits zwei Jahre später wurde die Linie bis Grafenau verlängert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges erlitten die Pfarrkirche und große Teile des Marktes Zerstörungen.

Am 1. November 1983 erhielt Schönberg den Titel eines staatlich anerkannten Luftkurortes.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. Dezember 1946 wurden die bis dahin selbständige Gemeinde Mitternach und der kleinere südliche von Großmisselberg eingegliedert (der Hauptteil kam nach Eppenschlag). Am 1. Januar 1971 kam im Zuge der Gebietsreform die Gemeinde Hartmannsreit zu Schönberg.[3] Am 1. Mai 1978 folgten die Gemeinden Eberhardsreuth und Kirchberg.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 3259 Einwohner
  • 1970: 3519 Einwohner
  • 1987: 3663 Einwohner
  • 1991: 3869 Einwohner
  • 1995: 4014 Einwohner
  • 2000: 4092 Einwohner
  • 2005: 3920 Einwohner
  • 2010: 3804 Einwohner
  • 2015: 3862 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Martin Pichler (CSU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bayerischen Rauten werden mit einem schräg gestellten roten Pfeil belegt. Bereits im ältesten Wappen von 1514 erscheint zwischen den gotischen Buchstaben „S“ und „P“ (Schön Perg) der schrägrechts liegende Pfeil, dessen Herkunft nicht bekannt ist. Mit Urkunde von 1537 bestätigten die Herzöge Wilhelm und Ludwig den Wappenbrief für Schönberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäldegalerie des Bayerwaldkreises im Rathaus.

Die katholische Pfarrkirche St. Margareta

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der Kriegszerstörungen lässt der Marktplatz, der den bayerischen Grundrisstyp einer Hauptstraße mit Markterweiterung zeigt, noch die ursprüngliche Orientierung am Inn-Salzach-Stil erkennen. Die neugotische Pfarrkirche St. Margareta geht auf das 13. Jahrhundert zurück, brannte aber mehrfach nieder. Der jetzige Bau von 1836 bis 1838 wurde 1945 in den letzten Kriegstagen zerstört, danach aber neu errichtet.

Die kleine Kirche St. Johannes der Täufer in Kirchberg ist eine spätgotische Anlage auf romanischen Grundmauern. Sehenswert ist auch der 30 m hohe Aussichtsturm auf dem Kadernberg, der mit einer Kletterwand versehen ist.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft von Schönberg ist die Firma Sesotec GmbH im Industriegebiet Saunstein. Diese Firma ist einer der führenden Hersteller von industriellen Metallsuchgeräten.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 855 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 220 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1332. Im verarbeitenden Gewerbe gab es acht Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 83 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1599 ha, davon waren 1259 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 85 und die Bundesstraße 533.

An den öffentlichen Nahverkehr ist Schönberg durch Busse der RBO angeboten. Nächstgelegener Bahnhof ist der Bahnhof Grafenau an der Bahnstrecke Zwiesel–Grafenau.

Im Gemeindegebiet Schönberg gilt das Bayerwald-Ticket. Seit dem 1. Mai 2010 ist die Gemeinde neben weiteren Bayerwaldgemeinden an dem GUTi – Gästeservice Umwelt-Ticket beteiligt, das seinen Gästen kostenlosen Beförderung auf allen Bahn- und Busverbindungen im Bayerwald-Ticket-Tarifgebiet anbietet.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 125 Kindergartenplätze mit 141 Kindern
  • Grund- und Mittelschule

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Landkreis Freyung Grafenau. Verlag Landkreis Freyung-Grafenau, Freyung 1982, ISBN 3-87553-192-2.
  • Petra Grond: Mit 15 Stundenkilometer in den Wald. In: Der Bayerwald-Bote vom 1. Juli 2008, Nummer 151.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 473.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 628.
  5. Aussichtsturm am Kadernberg auf bayerischer-wald.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönberg (Niederbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien