Aurèle Nicolet

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Aurèle Nicolet (* 22. Januar 1926 in Neuchâtel; † 29. Januar 2016 ebenda)[1][2] war ein Schweizer Flötist.

Leben[Bearbeiten]

Aurèle Nicolet studierte am Konservatorium in Zürich bei André Jaunet (Flöte) und bei Willy Burkhard (Theorie und Tonsatz), danach, von 1945 bis 1947, am Pariser Konservatorium bei Marcel Moyse und Yvonne Drappier. 1947 errang er den ersten Preis am Conservatoire, 1948 denjenigen am Concours de Genève. 1945–47 spielte er im Tonhalle-Orchester Zürich, von 1948 bis 1950 als Solo-Flötist im Stadtorchester Winterthur. Wilhelm Furtwängler holte ihn 1950 als Soloflötist zu den Berliner Philharmonikern, denen er bis 1959 angehörte.

Von 1952 bis 1965 war Nicolet Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. In dieser Zeit unterrichtete er auch bei den Sommerkursen des Salzburger Mozarteums Flöte und Kammermusik. Von 1965 bis 1981 war er Leiter der Meisterklasse in Freiburg. In diesen Jahren spielte er auch häufig mit dem Münchener Bach-Orchester unter Karl Richter.

Toru Takemitsu, György Ligeti, Aribert Reimann, Wolfgang Hufschmidt und Edisson Wassiljewitsch Denissow schrieben Stücke für ihn. Weitere Werke unter anderem von Cristóbal Halffter, Heinz Holliger, Klaus Huber und Rudolf Kelterborn sind von ihm uraufgeführt worden.

1963 wurde Nicolet mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. Als Figur taucht er in Mein Jahrhundert (Kapitel 1963) von Günter Grass auf, mit dem er 1966 zusammen in der Alten Kirche Boswil eigens komponierte Stücke für Sprechstimme und Flöte aufführte. Zu Nicolets Schülern zählen Emmanuel Pahud und Felix Renggli.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Zeitalter der Flöte. In: Der Spiegel. Nr. 38, 1966, S. 157 (online).
  • Aurèle Nicolet zum 80. Geburtstag. In: Flöte aktuell 1.2006 (2/2)
  • Anselm Weyer: Günter Grass und die Musik. Peter Lang, Frankfurt/M. 2006, ISBN 978-3-631-55593-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Muere Aurèle Nicolet, el titán de la flauta que discutió con Herbert von Karajan. In: codalario.com. 30. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016 (spanisch).
  2. Der Klang seiner Flöte war warm und trug eine Botschaft In: srf.ch/kultur. 29. Januar 2016, abgerufen am 31. Januar 2016.