Rudolf Kelterborn

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Rudolf Kelterborn 2009

Rudolf Kelterborn (* 3. September 1931 in Basel) ist ein Schweizer Komponist und Dirigent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kelterborn legte 1950 sein Abitur ab. Danach besuchte er Dirigierkurse bei Igor Markevitch in Salzburg. Er studierte Dirigieren bei Alexander Krannhals, Musiktheorie bei Gustav Güldenstein und Walter Müller von Kulm und Komposition bei Walther Geiser an der Musik-Akademie der Stadt Basel sowie Musikwissenschaften bei Jacques Handschin an der Universität Basel. Im Anschluss bildete er sich bei Willy Burkhard (Zürich), Boris Blacher (Salzburg), Günter Bialas und Wolfgang Fortner (Detmold) weiter. In den Jahren 1956 und 1960 besuchte er die Darmstädter Ferienkurse.

Von 1956 bis 1960 lehrte er Musiktheorie an der Musik-Akademie der Stadt Basel. Von 1960 bis 1968 unterrichtete er Musiktheorie, Musikanalyse und Komposition an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold. 1963 wurde er zum Professor ernannt. Von 1968 bis 1975 und von 1980 bis 1983 war er am Konservatorium und der Musikhochschule Zürich tätig. Von 1980 bis 1983 lehrte er dann an der Hochschule für Musik Karlsruhe. 1983 ging er zurück nach Basel, wo er Direktor der Musikakademie wurde. Als Gastdozent wirkte er in den USA, in England, Litauen (Musik- und Theaterakademie Litauens), Japan (Kunitachi Music College), China (Shanghai Conservatory of Music) und Russland (Sankt Petersburger Konservatorium). Zu seinen Schülern gehören u.a. Hartmut Fladt, Andrea Lorenzo Scartazzini, Alfons Karl Zwicker, Martin Schlumpf, Andreas Pflüger, Martin Jaggi, Martin Christoph Redel und Lukas Langlotz.

Von 1969 bis 1974 war er Chefredakteur der Schweizerischen Musikzeitung und von 1974 bis 1980 leitete er die Hauptabteilung Musik Radio des Schweizer Radio DRS. 1987 gründete er mit Heinz Holliger und Jürg Wyttenbach das Basler Musik Forum. 1992 war er Composer in Residence beim Cheltenham Festival. Kelterborns Werke werden in ganz Europa, in den USA und in Japan aufgeführt. Daneben war er auch bis 1996 als Dirigent tätig.

Der Komponist und Dirigent Louis Kelterborn war sein Grosscousin.

Ehrungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: Förderpreis der Stadt Stuttgart
  • 1962: Bernhard-Sprengel-Preis
  • 1970: Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis
  • 1973: Zürcher Radiopreis
  • 1984: Komponistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins
  • 1984: Kunstpreis der Stadt Basel
  • 1987: Mitglied der Freien Akademie der Künste Mannheim

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kelterborn schuf Kompositionen aller Gattungen, darunter fünf Opern, Orchesterwerke auch mit Soloinstrumenten, Singstimme, Elektronik, Kammermusik und Vokalwerke.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften über Rudolf Kelterborn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andres Briner (Hrsg.): Rudolf Kelterborn. Komponist, Musikdenker, Vermittler. Zytglogge Verlag und Pro Helvetia, Bern/Zürich 1993, ISBN 3-7296-0452-X.
  • Anton Haefeli: Rudolf Kelterborn. In: Komponisten der Gegenwart (KDG). Edition Text & Kritik, München 1996, ISBN 978-3-86916-164-8.
  • Rudolf Kelterborn: Hier und Jetzt : Reflexionen und Gespräche zur kompositorischen Gestaltung. Hrsg. von Michael Kunkel. Pfau, Friedberg 2016, ISBN 3-89727-535-X.
  • Susanne Kübler: Frequenzen 2. Vier Schweizer Komponisten. Rudolf Kelterborn, Ernst Pfiffner, Rolf Urs Ringger, Peter Wettstein. Rüffer + Rub, Zürich 2005.
  • Dino Larese: Rudolf Kelterborn. eine Lebensskizze. Amriswiler Bücherei, Amriswil 1970.
  • Dino Larese: Begegnung mit Schweizer Komponisten. Amriswil 1974. S. 43–48.
  • Christoph Neidhöfer: Energetik und Form. Analytische Reflexionen über Rudolf Kelterborns "Four Pieces for Four Players" (2005). In: Dissonance 115 (2011), S. 18–31.
  • Hanspeter Renggli: Rudolf Kelterborn. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 2, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 985 f.
  • Martin S. Weber: Die Orchesterwerke Rudolf Kelterborns. Gustav Bosse Verlag, Regensburg 1981, ISBN 3-7649-2203-6.

Schriften von Rudolf Kelterborn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Exquisite Einfälle und meisterliche Routine. In: Nähe aus Distanz. Bach-Rezeption in der Schweiz, S. 307–319. Amadeus, Winterthur 2005.
  • Musiktheatermusik in unserer Zeit. In: Musiktheater heute, S. 33–46. Schott, Mainz 2003.
  • Analyse und Interpretation. Amadeus, Winterthur 1993

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MGB CTS-M 135 (Musiques Suisses): Das Ohr des Innern - Musik mit japanischen Haikus
  • MGB CTS-M120 (Musiques Suisses): Kammersinfonie Nr. 3
  • New Horizons GENUIN 14315: Kammersonate für Saxophon, Cello und Akkordeon
  • MGB CTS-M 142: Sinfonie Nr. 5 "La Notte"
  • Neos 1118: Rudolf Kelterborn, Latest Works (Hommage à FD; Kammersinfonie 3; Ich höre mich; Konzert für Viola und Orchester).
  • MGB CD 6069 (Musikszene Schweiz): Sinfonie Nr. 4; Sonate für Cello und Klavier; Nuovi canti für Flöte und Kammerorchester.
  • MGB CD 6182 (Musikszene Schweiz): Konzert für Cello und Orchester; Namenlos; Kammerkonzert für Klarinette und 14 Instrumente.
  • Sony col legno CD 31 878: Changements pour grand orchestre; Ensemble-Buch I für Bariton und Ensemble; Fantasia a tre; Visions sonores für 6 Schlagzeuger und 6 Instrumente
  • Guild Music GMCD 7318: Klavierstücke 1-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]