Bündnis Entwicklung Hilft

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Logo des Bündnisses

Das Bündnis Entwicklung Hilft (Bündnis Entwicklung Hilft – Gemeinsam für Menschen in Not e.V.) ist ein Zusammenschluss der acht deutschen Hilfswerke Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes, Welthungerhilfe sowie der beiden assoziierten Mitglieder German Doctors und Plan International mit Sitz in Aachen. Das Bündnis wurde Anfang 2005 (nach der Tsunamikatastrophe Ende des Jahres 2004) gegründet. Bei Katastrophen, unter anderem nach dem Erdbeben in Nepal am 25. April 2015 und zuletzt auch nach dem Hurrikan Matthew, der am 4. Oktober 2016 Teile Haitis zerstörte, ruft das Bündnis zu Spenden auf. Darüber hinaus möchte das Bündnis Entwicklung Hilft auf entwicklungspolitische Herausforderungen aufmerksam machen, eine realitätsnahe Berichterstattung über Katastrophen fördern und die Öffentlichkeit für die vielschichtigen Ursachen von Krisen und Katastrophen sensibilisieren.

Aktivitäten im Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gemeinnützigen Nichtregierungsorganisationen, die zum Bündnis Entwicklung Hilft gehören, arbeiten seit vielen Jahren mit Partnern aus den Ländern des Globalen Südens vertrauensvoll und auf Augenhöhe zusammen. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen aus. Nach der Maxime Entwicklung hilft und ist die beste Prävention setzt sich das Bündnis nach Katastrophen für die Wiedererlangung einer eigenständigen Ernährungs- und Existenzgrundlage, den Aufbau tragfähiger Gesundheits- und Bildungsstrukturen und damit die Rückgewinnung der Selbstständigkeit betroffener Bevölkerungsgruppen ein. Erdbeben, Dürren, Überflutungen, Vulkanausbrüche und andere Naturereignisse haben besonders gravierende Folgen, wenn Menschen aufgrund prekärer Lebensumstände, beispielsweise aufgrund einer unsicheren Wohnsituation, einer Ernährungsunsicherheit, einer unzureichenden medizinischen Versorgung oder fehlender Partizipationsmöglichkeiten geschwächt und schutzlos sind.[1] Darum beschäftigt sich das Bündnis auch mit den gesellschaftspolitischen und sozioökonomischen Bedingungen, die zu Katastrophen führen und setzt sich für Maßnahmen ein, die langfristige Veränderungen ermöglichen.

Aktivitäten im Inland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bündnis setzt sich kritisch mit der internationalen Entwicklungspolitik auseinander und weist auf Entwicklungshindernisse und konkreten Handlungsbedarf hin. Es folgt dem Kodex für entwicklungsbezogene Öffentlichkeitsarbeit des Verbands der deutschen Nichtregierungsorganisationen VENRO e.V.

WeltRisikoBericht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kooperation mit dem Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen veröffentlicht das Bündnis seit 2011 jährlich den WeltRisikoBericht.[2] Zentrales Element dieser Publikation ist der WeltRisikoIndex. Er stellt das Katastrophenrisiko für 173 Länder dar. Der WeltRisikoBericht versucht zu zeigen, warum Krisen zu Katastrophen werden, welche Hürden es in der Entwicklungszusammenarbeit zu überwinden gilt und wo eine nachhaltige Entwicklungspolitik, die auf langfristige Verbesserungen abzielt, ansetzen könnte.[3] Durch eine interdisziplinäre Ausrichtung und die Zusammenarbeit zwischen renommierten Wissenschaftlern und Länderreferenten, Projektleitern oder anderen Mitarbeitern aus den Mitgliedsorganisationen, die über ein profundes Erfahrungswissen verfügen, können komplexe Problemfelder analysiert werden.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungskosten und Öffentlichkeitsarbeit werden durch Beiträge der Mitgliedsorganisationen finanziert. Spenden leitet das Bündnis zu 100 Prozent an die Mitgliedsorganisationen weiter. Details zur Verwendung der Gelder veröffentlicht das Bündnis in seinem Jahresbericht, der auf der Website eingesehen werden kann. Alle Organisationen des Bündnisses und auch das Bündnis selbst sind mit dem DZI Spenden-Siegel ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Banse, Philipp: Hunger verschärft Katastrophen. In: Deutschlandfunk, 17.11.2015
  2. Hatting, André: Warum Erdbeben Italiens Risikofaktor nicht erhöhen. Interview mit Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft. In: Deutschlandradio Kultur, 25. August 2016
  3. Axel Bojanowski: Liste des Schreckens. Eine Rangliste zeigt, wie stark Länder von Naturgewalten gefährdet sind. In: Spiegel Online, 25. August 2016