Christoffel-Blindenmission

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Die Missionsgesellschaft Christoffel-Blindenmission (CBM) ist eine im Jahr 1908 von dem Pfarrer Ernst Jakob Christoffel gegründete Entwicklungshilfeorganisation. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, auf Basis christlicher Werte dafür zu kämpfen, die Lebenssituation von blinden, gehörlosen, geistig sowie körperlich behinderten Menschen zu verbessern und will präventiv wirken. Christoffel gründete das erste Heim für blinde, körperbehinderte und verwaiste Kinder in Malatya. Damit legte er den Grundstein der CBM.

CBM International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Christian Blind Mission International (CBMI) ist die international agierende Dachorganisation der CBM; ihr gehören weitere Mitgliedsvereine aus Australien, dem Vereinigten Königreich, Irland, Italien, Kanada, Kenia, Neuseeland, Südafrika und den Vereinigten Staaten an. Zusammen fördern sie 672 Projekte in 68 Ländern (2013).[1]

CBM Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz der CBM Deutschland ist in Bensheim, eine Geschäftsstelle befindet sich in Berlin.[2] Die CBM Deutschland gehört zu den 20 größten Hilfsorganisationen in Deutschland.[3] 2013 finanzierte sie mit Hilfe von Spenden weltweit Entwicklungshilfeprojekte im Umfang von 35 Mio. Euro.[4] In Deutschland betreibt die CBM Aufklärungsarbeit über die Auswirkungen von Sehbehinderung und Blindheit, die Möglichkeit zur Prävention und den Zusammenhang von Armut und Behinderung. Die Organisation hat seit 1993 das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI)[5]. Zugleich ist sie Unterzeichnerin der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.[6]

CBM Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CBM Schweiz hat ihren Sitz in Thalwil bei Zürich. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die CBM als Fachorganisation anerkannt und hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.[7][8] Sie setzt sich für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. Sie ist von der ZEWO anerkannt, führt das Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette. Sie ist ein gemeinnütziger Verein und 1982 gegründet worden. Mit zehn weiteren CBM-Ländervereinen (Australien, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Kenia, Neuseeland, Südafrika und die USA) erbringt sie weltweit Entwicklungs- sowie Nothilfe. Zur Programmumsetzung arbeitet die CBM mit lokalen Organisationen zusammen. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die CBM als Fachorganisation anerkannt und hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.

Erlebnismobil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Erlebnismobil sensibilisiert die CBM Schweiz zu Sehbehinderung und Blindheit an öffentlichen Plätzen und Schulen in der Schweiz. Ausgerüstet mit Langstock und Simulationsbrille, die vorübergehend «blind» macht, tasten sich die Besucher durch einen Gang. Sie erleben, welche Herausforderungen blinde Menschen täglich bewältigen müssen. Der 12 Meter lange Erlebnisgang befindet sich in einem speziell dafür konzipierten Fahrzeug. Es ist bestückt mit alltäglichen Hindernissen und Gegenständen zum Ertasten und Erlauschen. Das Mobil eignet sich für Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse. Durch die Doppellektion führt eine geschulte Person der CBM. Für die Veranstalter ist das Erlebnismobil kostenlos.

Schwerpunkte der Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CBM ermöglicht, dass Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut, integrativ gefördert und in die Gesellschaft gleichberechtigt einbezogen werden. Im Zentrum der Arbeit stehen drei Kernbereiche.

  • Blindheitsprävention: In Entwicklungsländern führen die Lebensbedingungen zu einem bis zu 10-fach höheren Erblindungsrisiko auf Grund von Wasser- und Vitaminmangel und schlechten hygienischen Umständen. In trockenen Gebieten führen durch Fliegen übertragene bakterielle Infektionen zu Blindheit (Trachom). Die CBM finanziert Aufklärung und Medikamente. Sie unterstützt auch Projekte, die die Flussblindheit bekämpfen.
  • Verbesserung der Lebensbedingungen: CBM unterstützt Partnerorganisationen in Entwicklungsländern. Diese stellen Menschen mit Behinderungen Sehhilfen, Hörhilfen, Prothesen und Gehhilfen zur Verfügung, damit sie ein möglichst unabhängiges Leben führen können. CBM fördert außerdem das Erlernen von Blindenschrift und Gebärdensprache. Sie engagiert sich, damit in Entwicklungsgebieten Menschen mit Behinderungen wirtschaftliche Perspektive und Auskommen finden (Inklusion). Darüber hinaus betreiben CBM-Mitarbeiter gesundheitliche Aufklärung, sorgen für Aus- und Weiterbildung lokaler medizinischer Fachkräfte und unterstützen Menschen mit Behinderung durch gezielte Schulung und handwerkliche Ausbildung. Zudem sensibilisiert sie die Bevölkerung hinsichtlich der Rechte von Menschen mit Behinderungen (Advocacy).

Schwerpunktländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In 10 Schwerpunktländern (Bolivien, Ecuador, Peru, Burkina Faso, Madagaskar, Tschad, Indien, Laos, Nepal und Pakistan) fördert die CBM (Schweiz) Landesprogramme und in weiteren 15 Ländern werden einzelne Projekte unterstützt. Insgesamt engagiert sich die Entwicklungsorganisation in rund 90 Hilfsprojekten in 25 Ländern weltweit (Stand 2015).

Missionsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation versteht sich als überkonfessionelles christliches Hilfswerk und sieht sich in der Tradition tätiger Nächstenliebe. Nach eigener Aussage soll Mission im Sinne von direkter christlicher Unterweisung geschehen, jedoch nicht mehr aktiv durch Unterricht, wie etwa zur Zeit von Ernst Jakob Christoffel. Gleichwohl findet sich der unterweisende Missionsaspekt in Teilen ihrer Publikationen, z. B. regelmäßig in Form einer kurzen Andacht. Viele der Projektmitarbeiter sind ehrenamtlich in der Gemeindearbeit ihrer Ortskirche tätig, indem sie Gottesdienste gestalten.

Statistische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

100 Jahre Blindenmission auf Gedenkbriefmarke

Die Zahl der Menschen, die durch CBM umfassende Hilfe erhielten, ist zwischen 2009 und 2010 von 23.733.094 auf 25.368.199 und im Folgejahr 2011 auf 36.138.739 gestiegen. Die Spendeneinnahmen stiegen 2010 um rund 2,9 Mio. Euro auf fast 42,6 Millionen; 2011 sanken sie leicht auf 41,3 Millionen, 2012 betrugen sie 42,4 Millionen.[10]

Prominente Unterstützer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CBM wird von folgenden Prominenten aus den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens unterstützt:

Für Deutschland[11]

Für die Schweiz[13]

  • Dimitri, Schweizer Clown
  • David Plüss, Musiker
  • Jeanette Macchi, Moderatorin
  • Marco Jörg, blinder Musiker, Songwriter und Jugendarbeiter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2013. CBM Deutschland e. V., abgerufen am 2. Dezember 2014 (PDF; 5 MB). S. 16
  2. Blindenmission eröffnet Zentrale in Berlin. Potsdamer Neueste Nachrichten, 7. November 2013, abgerufen am 24. Februar 2014.
  3. Für das Jahr 2011 zeichnete sich ein Spendenrückgang ab. DZI, 19. Dezember 2011, abgerufen am 24. Februar 2014.
  4. Jahresbericht 2013. CBM Deutschland e. V., abgerufen am 2. Dezember 2014 (PDF; 5 MB). S. 15
  5. Christoffel-Blindenmission in Deutschland e. V. DZI, abgerufen am 24. Februar 2014.
  6. www.transparency.de, abgerufen am 4. März 2014
  7. Wer wir sind. Website der CBM Schweiz
  8. Kurzdarstellung der CBM Deutschland
  9. Jahresbericht 2012. CBM Deutschland e. V., abgerufen am 23. Juli 2012 (PDF; 2 MB). S. 19
  10. Jahresbericht 2012. CBM Deutschland e. V., abgerufen am 29. November 2013 (PDF; 2 MB). S. 45
  11. Prominente Unterstützer der CBM Deutschland
  12. Verena Bentele ist neue Behindertenbeauftragte. bundesregierung.de. 15. Januar 2014. Abgerufen am 16. Januar 2014.
  13. Prominente Unterstützer der CBM Schweiz