Christoffel-Blindenmission

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Die Christoffel-Blindenmission (CBM) ist eine im Jahr 1908 von dem Pfarrer Ernst Jakob Christoffel gegründete Entwicklungshilfeorganisation. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, auf Basis christlicher Werte, die Lebenssituation von blinden, gehörlosen, geistig sowie körperlich behinderten Menschen zu verbessern und will präventiv wirken. Er gründete das erste Heim für blinde, körperbehinderte und verwaiste Kinder in Malatya. Damit legte er den Grundstein der CBM.

CBM International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Christian Blind Mission International (CBMI) ist die international agierende Dachorganisation der CBM; ihr gehören weitere Mitgliedsvereine aus Australien, dem Vereinigten Königreich, Irland, Italien, Kanada, Kenia, Neuseeland, Südafrika und den Vereinigten Staaten an. Zusammen fördern sie 650 Projekte in 63 Ländern (2015).[1] Von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die CBM als Fachorganisation anerkannt und hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen.[2][3]

CBM Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz der CBM Deutschland ist in Bensheim, eine Geschäftsstelle befindet sich in Berlin.[4] Die CBM Deutschland gehört zu den 20 größten Hilfsorganisationen in Deutschland.[5] 2015 finanzierte sie mit Hilfe von Spenden weltweit Entwicklungshilfeprojekte im Umfang von 36 Mio. Euro [6] In Deutschland betreibt die CBM Aufklärungsarbeit über die Auswirkungen von Sehbehinderung und Blindheit, die Möglichkeit zur Prävention und den Zusammenhang von Armut und Behinderung. Die Organisation hat seit 1993 das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI)[7]. Zugleich ist sie Unterzeichnerin der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.[8]

Ab 2004 warb die Christoffel-Blindenmission mit einem Plakat um Spenden, auf dem ein schwarzer Blinder abgebildet war, dessen Augen als Geldeinwurfschlitze dargestellt waren. Für die Kampagne hatte die Agentur BBDO einen Preis des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen gewonnen. Erst nach Protesten wegen herabsetzender Darstellung blinder Menschen wurde sie 2006 eingestellt.[9]

CBM Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CBM Schweiz hat ihren Sitz in Thalwil ZH. Sie ist ein gemeinnütziger Verein und 1988 gegründet worden.[10] Die Entwicklungsorganisation setzt sich für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in Afrika, Asien und Lateinamerika ein und erbringt Nothilfe. Die CBM Schweiz führt das ZEWO-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.[11][12] Die Organisation fördert Landesprogramme in 10 Schwerpunktländern (Bolivien, Ecuador, Peru, Burkina Faso, Madagaskar, Tschad, Indien, Laos, Nepal und Pakistan), in weiteren zwölf Ländern unterstützt sie einzelne Projekte. Insgesamt engagiert sich die CBM Schweiz in rund 65 Hilfsprojekten in 22 Ländern (Stand 2016).[13]

Erlebnismobil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Erlebnismobil sensibilisieren die CBM Deutschland und die CBM Schweiz zu Sehbehinderung und Blindheit an öffentlichen Plätzen und Schulen in Deutschland und der Schweiz. Ausgerüstet mit Langstock und Simulationsbrille, die vorübergehend «blind» macht, tasten sich die Besucher durch einen Gang. Sie erleben, welche Herausforderungen blinde Menschen täglich bewältigen müssen. Der zwölf Meter lange Erlebnisgang befindet sich in einem speziell dafür konzipierten Fahrzeug. Es ist bestückt mit alltäglichen Hindernissen und Gegenständen zum Ertasten und Erlauschen. Das Mobil eignet sich für Schüler ab der dritten Klasse. Durch die Doppellektion führt eine geschulte Person der CBM. Für die Veranstalter ist das Erlebnismobil kostenlos.

Schwerpunkte der Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CBM ermöglicht, dass Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut, integrativ gefördert und in die Gesellschaft gleichberechtigt einbezogen werden. Im Zentrum der Arbeit stehen drei Kernbereiche.

  • Blindheitsprävention: In Entwicklungsländern führen die Lebensbedingungen zu einem bis zu 10-fach höheren Erblindungsrisiko auf Grund von Wasser- und Vitaminmangel und schlechten hygienischen Umständen. In trockenen Gebieten führen durch Fliegen übertragene bakterielle Infektionen zu Blindheit (Trachom). Die CBM finanziert Aufklärung und Medikamente. Sie unterstützt auch Projekte, die die Flussblindheit bekämpfen.
  • Verbesserung der Lebensbedingungen: Die Organisation unterstützt Partnerorganisationen in Entwicklungsländern. Diese stellen Menschen mit Behinderungen Sehhilfen, Hörhilfen, Prothesen und Gehhilfen zur Verfügung, damit sie ein möglichst unabhängiges Leben führen können. CBM fördert außerdem das Erlernen von Blindenschrift und Gebärdensprache. Sie engagiert sich, damit in Entwicklungsgebieten Menschen mit Behinderungen wirtschaftliche Perspektive und Auskommen finden (Inklusion). Darüber wird gesundheitliche Aufklärung, Aus- und Weiterbildung lokaler medizinischer Fachkräfte geleistet. Ferner werden Menschen mit Behinderung durch gezielte Schulung und handwerkliche Ausbildung gefördert. Zudem sensibilisiert sie die Bevölkerung hinsichtlich der Rechte von Menschen mit Behinderungen (Advocacy).

Missionsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation versteht sich als überkonfessionelles christliches Hilfswerk und sieht sich in der Tradition tätiger Nächstenliebe. Nach eigener Aussage soll Mission durch die Tat im sozial-diakonischen Sinne geschehen, jedoch nicht mehr aktiv durch Unterricht, wie etwa zur Zeit von Ernst Jakob Christoffel. Gleichwohl findet sich der unterweisende Missionsaspekt in Teilen ihrer Publikationen, z. B. regelmäßig in Form einer kurzen Andacht. Die Organisation arbeitet viel mit kirchlichen Partnern zusammen; viele der Projektmitarbeiter sind ehrenamtlich in der Gemeindearbeit ihrer Ortskirche tätig, indem sie Gottesdienste gestalten.

Statistische Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

100 Jahre Blindenmission auf Gedenkbriefmarke

Die Zahl der Menschen, die durch die CBM umfassende Hilfe erhielten, ist zwischen 2009 und 2014 von 23,7 auf 32,6 Millionen und im Folgejahr 2015 auf 38,9 Millionen gestiegen (eigene Angaben). Die Spendeneinnahmen stiegen von 42,2 Millionen im Jahr 2012 über 42,4 Millionen (2013) auf 46 Millionen Euro im Jahr 2014. Im Jahr 2015 betrugen die Spendeneinnahmen 47,2 Millionen Euro. Die Gesamt-Erträge stiegen von 67,4 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 67,8 Millionen Euro im Jahr 2015.[15]

Prominente Unterstützer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation wird von folgenden Prominenten aus den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens unterstützt:

Für Deutschland[16]

Für die Schweiz[18]

  • Sibylle Forrer, Pfarrerin und ehemalige Sprecherin Wort zum Sonntag
  • Jeanette Macchi, Moderatorin
  • Marco Jörg, blinder Musiker, Songwriter und Jugendarbeiter
  • David Plüss, Musiker und Produzent

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.cbm.de/ueber-uns/christoffel-blindenmission/CBM-Jahresbericht-2015-512446.html
  2. Wer wir sind. Website der CBM Schweiz
  3. Kurzdarstellung der CBM Deutschland
  4. Blindenmission eröffnet Zentrale in Berlin. Potsdamer Neueste Nachrichten, 7. November 2013, abgerufen am 24. Februar 2014.
  5. Für das Jahr 2011 zeichnete sich ein Spendenrückgang ab. DZI, 19. Dezember 2011, abgerufen am 24. Februar 2014.
  6. https://www.cbm.de/ueber-uns/christoffel-blindenmission/CBM-Jahresbericht-2015-512446.html
  7. Christoffel-Blindenmission in Deutschland e. V. DZI, abgerufen am 24. Februar 2014.
  8. www.transparency.de, abgerufen am 4. März 2014
  9. Blinde als Spardose – die Werbekampagne der Christoffel-Blindenmission auf behindertenparkplatz.de; abgerufen am 23. Dezember 2016
  10. Geschichte der CBM. Abgerufen am 18. November 2016.
  11. Hilfswerke mit ZEWO-Gütesiegel. Abgerufen am 18. November 2016.
  12. Partnerhilfswerke der Glückskette. Abgerufen am 18. November 2016.
  13. Tätigkeitsbericht der CBM Schweiz. Abgerufen am 18. November 2016.
  14. https://www.cbm.de/ueber-uns/christoffel-blindenmission/CBM-Jahresbericht-2015-512446.html
  15. https://www.cbm.de/ueber-uns/christoffel-blindenmission/CBM-Jahresbericht-2015-512446.html
  16. Prominente Unterstützer der CBM Deutschland
  17. Verena Bentele ist neue Behindertenbeauftragte. bundesregierung.de. 15. Januar 2014. Abgerufen am 16. Januar 2014.
  18. Prominente Unterstützer der CBM Schweiz