Plan International

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Programm- und Geberländer von Plan International

Plan International ist ein internationales Kinderhilfswerk und in 50 Ländern, unabhängig von Religion und Politik, tätig. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit finanziert Plan nachhaltige und kindorientierte Selbsthilfeprojekte hauptsächlich über Patenschaften, zusätzlich auch über Einzelspenden. An der Planung und Realisierung der Projekte sind die Gemeinden unmittelbar beteiligt. Die Organisation ist vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) als private und unabhängige Organisation anerkannt und ist im Beratungsausschuss von Nichtregierungsorganisationen für UNICEF.

Geschichte[Bearbeiten]

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Die Wurzeln von Plan liegen im spanischen Bürgerkrieg. Dort erlebte der englische Journalist John Langdon-Davis die Not und das Elend der Flüchtlings- und Waisenkinder hautnah mit: „Ich traf auf ein kleines, etwa fünfjähriges Kind. Auf einem Zettel stand: ‚Dies ist José. Ich bin sein Vater. Wenn Santander fällt, wird man mich erschießen. Wer immer meinen Sohn findet, ich bitte ihn, um meinetwillen für ihn zu sorgen.’“ Im April 1937 gründete er dann in London Foster Parent’s Scheme for Children in Spain, heute die Kinderhilfsorganisation Plan.

Nach dem Zweiten Weltkrieg half Plan in Frankreich, Belgien, Holland, der Schweiz, Österreich, der Tschechoslowakei, Polen, Griechenland und China. 1952 eröffnete Plan in München das deutsche Büro. Bis Anfang der 1960er Jahre wurden Tausende von deutschen Patenkindern betreut. 1956 beschloss das Kinderhilfswerk als „Foster Parents Plan“ bedürftigen Mädchen und Jungen weltweit zu helfen. 1957 wurde die Arbeit in Vietnam begonnen, zwei Jahre später in Hongkong.

Bis 1973 wurden alle Aktivitäten noch über ein Büro – in New York – gesteuert. Die vielen Hilfsprogramme und die wachsende Zahl von Paten machte jedoch die Gründung von nationalen Plan-Büros notwendig.

Plan International Deutschland e. V.[Bearbeiten]

Plan International Deutschland e. V. wurde 1989 gegründet. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hat Plan das DZI Spenden-Siegel zuerkannt. Weltweit werden mehr als 1,2 Millionen Kinderpatenschaften betreut, wovon das deutsche Plan-Büro per 30. Juni 2011 309.238 betreute.[1] Damit erreicht Plan Deutschland in den Projektgebieten über zwei Millionen Menschen. Bundespräsident Horst Köhler übernahm von seinem Amtsvorgänger die Patenschaft für das millionste Plan-Patenkind. Der Patenschaftsbeitrag beträgt 28 Euro im Monat. Die Einnahmen von Plan International Deutschland e.V. betrugen 2012 113 Mio. EUR (2011: 105,7 Mio. EUR).[2]

Plan International Deutschland e. V. gliedert sich in zwei ehrenamtlich tätige Gremien - den Vorstand und das Kuratorium. Das operative Tagesgeschäft wird von der Geschäftsführung wahrgenommen. Bundespräsident a. D. Walter Scheel ist Ehrenvorsitzender des Kuratoriums. Rudolf Stilcken ist Mitgründer des deutschen Plan-Vereins und war bis März 2008 Vorsitzender des Kuratoriums. Mitglieder des Kuratoriums sind: Christian von Bassewitz, Bettina Gräfin Bernadotte, Gabriele Eick, Horst Gobrecht, Ursula Irion-Hauff, Max Kullmann, Marie-Luise Marjan, Gernot Mulot, Barbara Scheel, Peter Scholl-Latour, Uwe Thomas, Jürgen Warnke, Angelika Jahr-Stilcken und Ulrich Wickert. Den Vorsitz des Kuratoriums übernahm im April 2008 Hanns-Eberhard Schleyer.

Prominente Persönlichkeiten aus Unterhaltung, Politik, Sport und Wirtschaft engagieren sich für Plan Deutschland – darunter Doris Dörrie, Anna Maria Kaufmann, Katja Riemann, Jutta Kleinschmidt.

In vielen Städten Deutschlands haben sich Plan-Paten zu Aktionsgruppen zusammengeschlossen, um sich gemeinsam privat und ehrenamtlich für Plan International zu engagieren.

Plan International Schweiz[Bearbeiten]

Im Jahr 2006 wurde das Schweizer Büro von Plan International in Zürich gegründet. Plan International Schweiz finanziert sich über Spenden sowie Projekt- und Kinderpatenschaften. Schwerpunktländer von Plan International Schweiz sind Burkina Faso, Mali, El Salvador, Haiti, Nepal und Vietnam.[3]

Strategie und Zielsetzung von Plan[Bearbeiten]

Plan hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich weltweit alle Kinder frei entfalten und entwickeln können. Es wird eine Gesellschaft angestrebt, in der die Würde und die Rechte des Menschen respektiert werden.

Kindorientierte Gemeindeentwicklung[Bearbeiten]

Plan arbeitet mit den betreuten Kindern zusammen. Dieser Ansatz der kindorientierten Gemeindeentwicklung soll Kinder, ihre Sichtweisen, ihre Bedürfnisse und Rechte ins Zentrum aller Anstrengungen stellen. Die Kinder erhalten hierbei ein Mitspracherecht und sind neben den Erwachsenen in Planung und Realisierung der Projekte einbezogen.

Als Schlüssel zur kindorientierten Gemeindeentwicklung wird die aktive und gleichberechtigte Teilnahme aller Gruppen der Gemeinschaft an ihrer Entwicklung gesehen.

Nachhaltige Entwicklung[Bearbeiten]

Mit Plans Unterstützung sollen sich die Gemeinden in lokale, nationale und internationale Strukturen einbinden, um Einfluss auf die Gestaltung ihres Lebensumfeldes zu nehmen und so dauerhaft der Armut zu entkommen. Plan unterstützt diesen Prozess mit entwicklungsbezogener Bildung und Lobbyarbeit in den Ländern des Nordens und in den Partnerländern.

Patenschaftsprinzip[Bearbeiten]

Die Arbeit von Plan basiert auf der Unterstützung und Entwicklung ganzer Gemeinden, die dann vielen Kindern zugutekommen soll. Geldbeträge werden weder an einzelne Patenkinder noch an deren Familien ausgezahlt. Die kindorientierte Gemeindeentwicklung soll durch das Konzept der Patenschaften unterstützt und gestärkt werden, da dadurch der interkulturelle Austausch mit einzelnen Kindern und Familien gefördert werden soll. Die Patenschaftsbeiträge stellen die langfristig angelegten Projekte finanziell sicher.

Darüber hinaus unterstützen zusätzliche Mittel aus einmaligen Spenden, Erbschaften und Nachlässen sowie öffentliche Mittel die Umsetzung weiterer Projekte.

Schwerpunkt Kinderrechte[Bearbeiten]

Plan Deutschland setzt die internationalen strategischen Leitlinien hauptsächlich in den Bereichen der entwicklungspolitischen Bildung und des Eintretens für die Kinderrechte um. Die Kinder- und Menschenrechte sind das Fundament der kindorientierten Gemeindeentwicklung.

Um Aufmerksamkeit für die Situation der Mädchen weltweit zu wecken beziehungsweise sie zu erhöhen, rief Plan Deutschland über ein Bündnis mit Chefredakteurinnen von Frauenzeitschriften eine Mädchen-Kampagne ins Leben. Die Kampagne zur Förderung von Mädchen weltweit steht unter der Schirmherrschaft von Senta Berger und wird von prominenten Plan-Patinnen unterstützt.

Im Zusammenhang mit Kritik, nach der Plan-Patenmädchen der Gewalt der Beschneidung weiblicher Genitalien (Genitalverstümmelung) überlassen werden,[4][5] weist Plan International darauf hin, das sie ebenso wie andere Organisationen in diesen Ländern eine zielorientierte „Politik der Aufklärung“ verfolgen.[6] Die Organisation stützt sich dabei auf Thesen, nach denen durch umfangreiche Aufklärung, Enttabuisierung von Themen wie Sexualität und Genitalverstümmelung, sowie eine breite gesellschaftliche Diskussion eine Veränderung des Verhaltens erreicht werden kann.[7]

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Weitere Unterstützung für die Arbeit von Plan kommt von Schulklassen, Schulen sowie Paten, die sich ehrenamtlich bei Übersetzungen oder in Aktionsgruppen engagieren. Die meisten Plan-Aktionsgruppen in Deutschland setzen sich überwiegend aus Paten zusammen, doch engagieren sich auch Nicht-Paten in diesen Gruppen. In Frankfurt gründete sich im September 1993 - vier Jahre nach der Gründung Plan Deutschlands - die erste Aktionsgruppe, im Januar 2009 existierten im gesamten Bundesgebiet 142 Aktionsgruppen. Als Ziele formulieren die meisten Gruppen, Plan lokal bekannt zu machen, bestimmte Plan-Projekte ideell und finanziell zu unterstützen und Paten zu gewinnen. Diese Ziele werden durch Aktionen wie Informationsstände, Flohmarktstände, Weihnachtsmarktverkäufe oder Benefiz-Veranstaltungen verfolgt.

Nationale Organisationen[Bearbeiten]

Die 22 nationalen Organisationen haben die Aufgabe, für die Ziele von Plan zu werben und mit den Spendeneinnahmen die Programme und Projekte zu finanzieren. Angesprochen werden Privatpersonen, Unternehmen und staatliche Institutionen. Die nationalen Organisationen haben darüber hinaus das Ziel, entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Spenderland selbst zu praktizieren, um auf internationale Zusammenhänge, beispielsweise von Kinderarmut, und um auf die Arbeit von Plan aufmerksam zu machen.

Plan International ist mit Nationalen Organisationen in folgenden Ländern vertreten (Stand Oktober 2013):

Australien, Belgien, Brasilien, China (Hongkong), Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Südkorea und USA.[8]

Projektländer[Bearbeiten]

Plan unterstützt mit den Patenschaftsbeiträgen und mit Einzelspenden Kinder, ihre Familien und Gemeinden in den folgenden Projektländern:[9]

  • Lateinamerika: Bolivien, Brasilien, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Kolumbien, Nicaragua, Paraguay, Peru
  • Asien: Bangladesch, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Myanmar, Nepal, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Thailand, Timor-Leste, Vietnam
  • Westafrika: Benin, Burkina Faso, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Liberia, Mali, Niger, Senegal, Sierra Leone, Togo
  • Ostafrika: Ägypten, Äthiopien, Kenia, Malawi, Mosambik, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Sudan, Südsudan, Tansania, Uganda

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Plan Rechenschaftsbericht 2011. plan-deutschland.de, abgerufen am 28. Dezember 2012.
  2. http://www.plan-deutschland.de/de/rechenschaftsbericht/2012/index.html#
  3. Projekte. Plan International Schweiz. Abgerufen am 18. August 2011.
  4. Darstellung des kritisierten Problems
  5. Artikel „Angst vor der Verstümmelung des Patenkindes, Die Welt, 21. Dezember 2007
  6. World Vision: Mädchen umfassend in ihren Rechten stärken - Würde afrikanischer Familien achten. (PDF; 75 kB) Pressemitteilung vom 16. September 2009.
  7. Terre des femmes e. V.: Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM = Female Genital Mutilation). Studie im Auftrag des Europäischen Parlaments, Oktober 2005.
  8. Nationale Büros. Website Plan International Deutschland. Abgerufen am 4. Oktober 2013.
  9. Wo wir arbeiten. Programmländer. Website Plan International Deutschland. Abgerufen am 4. Oktober 2013.