Bach-Kratzdistel

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Bach-Kratzdistel
Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare)

Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Kratzdisteln (Cirsium)
Art: Bach-Kratzdistel
Wissenschaftlicher Name
Cirsium rivulare
(Jacq.) All.

Die Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kratzdisteln (Cirsium) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Für die südliche Schwäbische Alb ist der Trivialname Trommelschlägel belegt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Sturm
Blätter
Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare)

Die Bach-Kratzdistel ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 120 cm erreicht. Die Stängel sind wollig-filzig behaart, im oberen Bereich blattlos, bzw. besitzen dort nur unscheinbare Hochblätter. Die Laubblätter sind auf beiden Seiten grün, kurz behaart, unterseits dicker spinnwebenartig-wollig behaart. Die Laubblätter laufen nicht am Stängel herab. Daher sind die Stängel überwiegend glatt. Die Grundblätter und die untersten Stängelblätter sind nicht gestielt. Die Spreitenbasis ist fein gezähnt-geflügelt, kammförmig gespalten und stängelumfassend.

Die körbchenförmigen Blütenstände stehen zu zweit bis viert am Stängelende und weisen einen Durchmesser von bis zu 2,5 Zentimetern auf. Ihre Hüllblätter sind rötlich. Die Blüten sind purpurfarben. Die Kronzipfel sind in etwa so lang wie die Kronröhre und bis zur Mitte fünfspaltig. Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.

Die Achänen sind abgeflacht zylindrisch. Der Pappus besteht aus langen, fedrig behaarten Strahlen.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 34.[2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bach-Kratzdistel ist im subozeanischen Europa der submeridionalen bis gemäßigten Zone beheimatet. In den Alpen und Süddeutschland ist sie häufig, nach Norden wird sie seltener.

Die Bach-Kratzdistel wächst auf Waldwiesen, in Flachmooren, Quellbereichen und Gräben. Sie kommt bevorzugt auf nassen, nährstoffreichen, eher kalkarmen Böden vor und ist ein ausgesprochener Düngezeiger. Sie kommt von der collinen bis in die montane Höhenstufe vor, steigt bis zu einer Höhenlage von 1600 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt sie am Vilsalpsee bis zu 1200 m Meereshöhe auf.[3]

Im pflanzensoziologischen System ist sie eine Assoziationscharakterart des Cirsietum rivularis innerhalb des Verbands Calthion (Feucht- und Nasswiesen). Seltener kommt sie auch im Sanguisorbo-Silaetum vor.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2 (Areal).
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
  • Bach-Kratzdistel. In: FloraWeb.de.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 102. (online).
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bach-Kratzdistel (Cirsium rivulare) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien