Bahnhof Luisenthal (Saar)

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Luisenthal (Saar)
Straßenfront mit Bushaltestelle
Straßenfront mit Bushaltestelle
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung SLU
IBNR 8003796
Kategorie 6
Eröffnung 1858
Profil auf Bahnhof.de Luisenthal__Saar_
Architektonische Daten
Baustil Neobacksteingotik
Architekt Franz Ewerbeck
Lage
Stadt/Gemeinde Völklingen
Land Saarland
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 14′ 58″ N, 6° 54′ 14″ OKoordinaten: 49° 14′ 58″ N, 6° 54′ 14″ O
Eisenbahnstrecken

Saarstrecke

Bahnhöfe im Saarland
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Der Bahnhof Luisenthal (Saar) liegt in Luisenthal an der Saarstrecke zwischen Burbach und Völklingen und wurde 1858 eröffnet. Die zehn Jahre nach der ersten im Saarland errichteten Strecke gebaute Verbindung gehört zu den ältesten Strecken. Das Bahnhofsgebäude wurde äußerlich nicht verändert und gehört damit zu den ältesten im Saarland.

Der überdimensional groß wirkende rote Backsteinbau sollte bei seiner Errichtung die Bergarbeiter zur nahe gelegene Grube Luisenthal vermitteln. Die wenigen hundert Einwohner, die Luisenthal damals hatte, hätten diese Bahnhofsgröße nicht gerechtfertigt. Die etwa in Ost-West-Richtung verlaufende Bahnstrecke gab ein gleichso ausgerichtetes Bahngebäude vor, das zwischen Bahntrasse und Ort liegt. Westlich und südlich des Baukörpers befindet sich ein kleiner Vorplatz mit inzwischen altem Baumbestand. Die heute wieder deutlich kleineren Reisendenströme lassen das Gebäude wenig belebt erscheinen. Es wirkt insgesamt vernachlässigt. In den letzten Jahrzehnten sind nennenswerte Modernisierungen ausgeblieben. Es besitzt die Bahnhofskategorie 6.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frontseite des Bahnhofs, dahinter Förderschacht Richard II der Grube Luisenthal

Die Anlage des Bahnhofs war auf hohe Frequenz ausgelegt. Das rechteckige Gebäude mit Mittelrisalit und östlichem Eckrisalit hat westlich des zentral gelegenen Haupteingangs mit Schalterhalle zwei, südlich nur ein Stockwerk. Von der Halle führte ein Ausgang direkt auf den heute nicht mehr bedienten Hausbahnsteig, eine rechtehand liegende dreiläufige Treppe unter die Schalterhalle und von dort zu den beiden anderen Bahnsteigen, von denen heute nur noch der erste (überdachte) benutzt wird. Die untere Halle wird auch durch eine überdachte Außentreppe erreicht, die zwischen zwei Treppen liegt, die in die Schalterhalle führen. Östlich der Schalterhalle lagen die Warteräume, die später die Gaststätte aufnahmen, westlich die Schalter und Diensträume sowie die nicht öffentlich zugängliche Treppe ins Obergeschoss.

Das unverputzte Backsteingebäude mit steilem, schiefergedecktem Walmdach ist mit seinen in beiden Stockwerken vorhandenen Sohlbankgesimsen gegliedert. Die Fenster sind mit hellem Haustein eingefasst und im Erdgeschoss feiner ziseliert als im ersten Stockwerk. Die beiden Mittelrisalite auf der Straßen- und der Gleisseite besitzen je einen vierstufigen Treppengiebel mit Dreiecksabschluss.

Der Stil des Gebäudes erinnert durch das Fehlen von zu dieser Zeit typischen klassischen oder klassizistischen Formen sowie durch das verwendete Baumaterial und vor allem den stilprägenden Treppengiebel an Norddeutsche Backsteingotik. Diese Bauform ist bei Bahnhöfen eher selten, insbesondere außerhalb des norddeutschen Raumes. Dieser norddeutsche beziehungsweise niederrheinische Einfluss dürfte der Stilrichtung des Architekten und Schülers von Conrad Wilhelm HaseFranz Ewerbeck – geschuldet sein, der den Backstein als Baumaterial bevorzugte. Am ehesten erinnert der Bahnhof an den Alten Bahnhof in Aachen, der ebenfalls verschiedene und unterschiedlich hohe Gebäudeteile sowie ein steiles Walmdach besitzt. Im Stil der Neugotik angelehnt mit nahezu gleichen Zwillingsfenstern ist hier die Handschrift des gleichen Architekten erkennbar.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof gehört zum Saarländischen Verkehrsverbund und liegt in der Großwabe 191, die das gesamte Stadtgebiet Völklingens abdeckt. Die nächsten wichtigeren Bahnhöfe sind in Saarbrücken und Völklingen. Der Bahnhof wird mittlerweile im Taktverkehr nur von Regionalzügen angefahren:

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf Takt
RB 71 Saartal-Bahn Dillingen (Saar) – Saarlouis Hbf – Luisenthal (Saar) – Saarbrücken Hbf – St. Ingbert 30 min (altern.)
Trier Hbf – Merzig (Saar) – Dillingen – Saarlouis Hbf – Völklingen – Luisenthal (Saar) – Saarbrücken Hbf – Homburg (Saar) Hbf
RE 11 Saartal-Express Saarbrücken – Luisenthal (Saar) – Völklingen – Saarlouis – Merzig (Saar) – Trier Früh- und Spätzug
Baulicher Zustand Gleis 1

Die Linie RB71 fährt den Bahnhof im Halbstundentakt zwischen St. Ingbert und Dillingen an, auf dem restlichen Abschnitt verkehren die Züge im Stundentakt.

Die zum Bahnhof gehörenden umfangreichen Gleisfelder sind heute mit dem Erliegen der Grube weitgehend funktionslos oder bereits abgebaut. Westlich des Empfangsgebäudes befand sich die Güterabfertigung mit Güterschuppen und zwei Laderampen. Nördlich der Gleistrasse verliefen drei Ladegleise für die Kohleverladung des unmittelbar angrenzenden Grubengeländes. Dazwischen befanden sich mehrere Abstellgleise.

Busbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Linienverlauf Takt Betreiber
108[1] Luisenthal Bf - Rockershausen - Burbach - Malstatt - Saarbrücken Hbf - Hansahaus/Ludwigskirche - Schloßplatz [sic!] - Winterberg Krankenhaus 30 min. Saarbahn&Bus
151 Rastpfuhl - Burbach - Saarbrücken Hbf - Burbach - Rockershausen - Altenkessel - Luisenthal Bf - Klarenthal Dellbrückschacht - Ottenhausen - Gersweiler - Messegelände - Betriebshof Sonntagmorgen Saarbahn&Bus
180[2] Altenkessel - Luisenthal Bf - Völklingen - Heidstock - Altenkessel 60 min. VVB
181[3] Luisenthal Albertstraße - Luisenthal Bf - Völklingen - Heidstock - Luisenthal Albertstraße 60 min. VVB
813 Burbach – Altenkessel – Luisenthal Bf – Klarenthal Dellbrückschacht – Katharine-Weißgerber-Schule Fakultät Klarenthal – Am Sprinkshaus – Katharine-Weißgerber-Schule Fakultät Gersweiler Schulbus Saarbahn&Bus
882[4] Luisenthal Aluminiumwerk – Luisenthal Bf – Luisenthal Albertstraße – Heidstock Neckarschule Schulbus VVB
891[5] Rockershausen Neudorflerweg – AltenkesselLuisenthal Bf – Völklingen Hermann-Neuberger-Halle Schulbus VVB

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fahrpläne der einzelnen Linien (Memento vom 22. April 2015 im Internet Archive)
  2. http://vvb.swvk.de/index.php?id=285
  3. http://vvb.swvk.de/index.php?id=285
  4. http://vvb.swvk.de/index.php?id=285
  5. http://vvb.swvk.de/index.php?id=285