Bahnstrecke Ettelbrück–Grevenmacher

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Ettelbrück–Grevenmacher
Empfangsgebäude Diekirch (Straßenseite)
Streckenlänge:59 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:25 kV, 50 Hz ~
Maximale Neigung: 16 
Minimaler Radius:200 m
Zweigleisigkeit:
von Luxemburg
0,0 Ettelbrück
nach Troisvierges
Sauer
4,1
00
Diekirch
Schmalspurbahn nach Vianden
Sauer
20 Gilsdorf
50 Bettendorf
70 Moestroff
90 Reisdorf
120 Wallendorf
160 Dillingen
Schmalspurbahn nach Befort
180 Grundhof
210 Bollendorf
250 Weilerbach
Schmalspurbahn nach Luxemburg
270 Echternach
320 Steinheim
360 Rosport
380 Hinkel
420 Born
430 Moersdorf
nach Ehrang
490 Wasserbillig (Keilbahnhof)
nach Luxemburg
510 Mertert Süd
Syr
Hafen Mertert
550 Grevenmacher

Die Bahnstrecke Ettelbrück–Grevenmacher (auch bekannt als Sauertalbahn[1], Sauerstrecke[2], Sauerlinie, luxemburgisch Sauer Linn[3]) ist eine heute größtenteils stillgelegte Bahnstrecke in Luxemburg. Lediglich der Abschnitt Ettelbrück–Diekirch und der Anschluss zum Moselhafen Mertert der ehemals 59 km langen Strecke sind noch in Betrieb.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangsgebäude Ettelbrück

Die Bahnstrecke wurde in vier Abschnitten eröffnet. Der erste Abschnitt Ettelbrück–Diekirch wurde am 16. November 1862 zusammen mit der Bahnstrecke Luxemburg–Ettelbrück durch die Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahngesellschaft eröffnet.

Die Prinz-Heinrich-Eisenbahngesellschaft erhielt 1868/69 die Konzession für eine Bahnstrecke durch das Sauertal. Dabei sollte die schon bestehende Strecke Ettelbrück–Diekirch ein zweites Gleis erhalten, um allerdings die Ausgaben zu senken schloss man die Strecke in Diekirch an den bestehenden Abschnitt an. Die Eröffnung der Verlängerung erfolgte in zwei Abschnitten, von Diekirch bis Echternach am 20. Oktober 1872 und von Echternach bis Wasserbillig am 20. Mai 1874.

Der letzte 6 km lange Abschnitt Wasserbillig–Grevenmacher wurde am 9. Juli 1891 durch die Anonyme Luxemburgische Prinz-Heinrich-Eisenbahn- und Erzgrubengesellschaft eröffnet, die 1877 die Konzession der ersten Prinz-Heinrich-Eisenbahngesellschaft erhielt und seit 1878 auch den Abschnitt Ettelbrück–Diekirch betrieb.[Anm. 1]

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Luxemburg wurde 1940 bei Steinheim eine provisorische Brücke zur Nims-Sauertalbahn auf der anderen Flussseite gebaut. Am Ende des Zweiten Weltkriegs gab es durch die Ardennenoffensive starke Beschädigungen an Hochbauten, Gleisen, Brücken und Kommunikationsverbindungen,[2] mehr als zehn Empfangsgebäude wurden schwer beschädigt und zahlreiche Brücken zerstört.[4][5]

Im Mai 1948 wurde der vereinfachte Nebenbahndienst eingeführt und die bisherige Hauptbahn zur Nebenbahn heruntergestuft.

Ab dem 23. Mai 1954 wurde der Personenverkehr auf dem Abschnitt Echternach–Grevenmacher im Schienenersatzverkehr durchgeführt. Der verbliebene Güterverkehr in diesem Abschnitt wurde Anfang der 1960er Jahre ebenfalls auf die Straße verlagert. Obwohl beide Maßnahmen vorerst nur als Zwischenlösung präsentiert wurden – der Schienenverkehr sollte nach offiziellen Angaben später wieder aufgenommen werden – wurde dies nie umgesetzt. Wegen des schlechten Streckenzustands (die CFL hatte jahrelang nur die allernotwendigsten Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt) wurde der Personen- und Güterverkehr auf dem Abschnitt Diekirch–Echternach 1964 kurzfristig eingestellt und die Strecke stillgelegt.

Die Elektrifizierung des Abschnitts Wasserbillig–Hafen Mertert wurde 1978 genehmigt, am 3. Februar 1980 wurde der elektrische Zugbetrieb aufgenommen. Durchgeführt wurden die Bauarbeiten von CGE Alsthom. 1988/89 wurde das verbliebene Streckenstück Ettelbrück–Diekirch zusammen mit dem Abschnitt Luxemburg–Ettelbrück elektrifiziert.[6]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Z 204 in Diekirch (1991)

Nahverkehr findet auf der Strecke in Form von Regionalexpress-Zügen und Regionalbahnen im Halbstundentakt statt. Sie sind über die Nordstrecke nach Luxemburg-Stadt durchgebunden und haben den Laufweg Luxemburg–Mersch–Ettelbruck–Diekirch und umgekehrt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ed Federmeyer: Eisenbahnen in Luxemburg – Band 1, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Gernrode/Harz 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Elsaß-Lothringische Eisenbahnen. In: Victor von Röll: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 4. Berlin / Wien 1913, S. 291–300, gibt allerdings an, dass der Abschnitt Ettelbrück–Diekirch zur Wilhelmsbahn gehörte und von den Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen betrieben wurde. Digitalisat

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ed Federmeyer: Eisenbahnen in Luxemburg – Band 1, S. 213
  2. a b Ed Federmeyer: Eisenbahnen in Luxemburg – Band 1, S. 75
  3. www.rail.lu Strecke Ettelbrück–Echternach–Grevenmacher (Sauerstrecke) - Titel
  4. Ed Federmeyer: Eisenbahnen in Luxemburg – Band 1, S. 73
  5. Ed Federmeyer: Eisenbahnen in Luxemburg – Band 1, S. 74
  6. Ed Federmeyer: Eisenbahnen in Luxemburg – Band 1, S. 143