Bahnstrecke Langenthal–Melchnau

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Langenthal–Melchnau
Fahrplanfeld:414
Streckenlänge:12.14 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Stromsystem:1200 Volt =
Maximale Neigung: 45 
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0.00 Langenthal 472 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
1.10 Langenthal Gaswerk 465 m ü. M.
   
nach Niederbipp
Haltepunkt, Haltestelle
2.70 Mumenthal 461 m ü. M.
Planfreie Kreuzung – oben
Bahnstrecke Olten–Bern
Haltepunkt, Haltestelle
3.18 Kaltenherberg 454 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
4.44 Schmitten 456 m ü. M.
Bahnhof, Station
5.04 Roggwil Dorf 452 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
5.90 Buchägerten 452 m ü. M.
Bahnhof, Station
6.47 St. Urban 447 m ü. M.
   
6.98 St. Urban Ziegelei 450 m ü. M.
   
Sängi
   
9.28 Untersteckholz 492 m ü. M.
   
Gjuch
   
12.14 Melchnau 524 m ü. M.
Stadler STAR-Gelenktriebzug Be 4/8 112 Venus zwischen St. Urban und St. Urban Ziegelei.

Die Bahnstrecke Langenthal–Melchnau ist eine meterspurige Schmalspurbahn von Langenthal nach St. Urban, ursprünglich führte sie bis Melchnau. Die Strecke verläuft durch die Schweizer Kantone Bern sowie Luzern und wird heute durch die Aare Seeland mobil betrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bauarbeiten begannen am 6. Dezember 1915, jedoch nicht ab Langenthal, sondern ab dem Anschlusspunkt Langenthal Gaswerk an die Bahnstrecke Langenthal–Oensingen der Langenthal-Jura-Bahn, abgekürzt LJB. Diese wurde bereits am 26. Oktober 1912 eröffnet. Auf diesem kurzen Abschnitt fuhren sowohl die Züge der Langental-Melchnau-Bahn wie auch die der Langenthal-Jura-Bahn. Die Bahnstrecke Langenthal–St. Urban–Melchnau wurde am 6. Oktober 1917 durch die damalige Langenthal-Melchnau-Bahn, abgekürzt LMB, durchgehend eröffnet und von Beginn an elektrisch betrieben.

Da die Bahnstrecke wie auch der Fahrzeugpark der Langenthal-Melchnau-Bahn den Normalien der Langenthal-Jura-Bahn entsprachen, konnte der entsprechende Fahrzeugpark freizügig eingesetzt werden. Für den Güterverkehr wurden von Beginn an auch Rollschemel eingesetzt. Dies ermöglichte den Transport von Gütern ohne aufwändiges Umladen auf Normalspur.

Die Geschäftsleitung wie auch die Betriebsführung lag von Beginn an bei der Langenthal-Jura-Bahn. Durch Fusionen und Namensänderung des Unternehmens wurde die Bahnstrecke in der Folge durch die folgenden Unternehmen betrieben: Oberaargau-Jura-Bahnen, abgekürzt OJB, dieses Unternehmen entstand 1958 durch die Fusion der Langenthal-Jura-Bahn mit der Langental-Melchnau-Bahn. 1990 wurde das Unternehmen in Regionalverkehr Oberaargau, abgekürzt RVO, umbenannt. Diese wiederum fusionierte 1999 mit der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn, abgekürzt BTI, und den Oberaargauischen Automobilkursen, abgekürzt OAK, zum Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs Aare Seeland mobil, abgekürzt asm. Seit 1999 ist Aare Seeland mobil Eigentümerin und Betreiberin der Strecke. Zwischen Langenthal und St. Urban Ziegelei findet Personenverkehr im Halbstundentakt statt.

Teilumstellung auf Autobusbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den damaligen Oberaargau-Jura Bahnen wurde der Personenverkehr zwischen dem im Kanton Luzern gelegenen St. Urban und dem im Kanton Bern gelegenen Melchnau am 22. Mai 1982 auf Autobusbetrieb umgestellt. Eine neue Autobuslinie von Roggwil über St. Urban erschloss nun Melchnau über Untersteckholz, anderseits erschloss eine ebenfalls neue Autobuslinie Langenthal mit Melchnau direkt über Obersteckholz, also ohne zeitraubenden Umweg über Roggwil und St. Urban.[1]

Die Autobuslinie von Roggwil über St. Urban und Untersteckholz nach Melchnau wurde jedoch nur kurze Zeit betrieben. Damit wurde in der Folge Untersteckholz vom öffentlichen Personenverkehr abgeschnitten. Am 28. Mai 1989 wurde der kurze Abschnitt von St. Urban nach St. Urban Ziegelei für den Personenverkehr reaktiviert.

Stilllegung des Abschnitts St. Urban–Melchnau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stationsgebäude von Melchnau mitsamt der Remise sowie das Haltestellengebäude von Untersteckholz wurden mittlerweile an Privatpersonen verkauft. Der einzige grössere Güterkunde auf dem Teilstück St. Urban–Melchnau war die Landi-Filiale in Melchnau, bevor die Strecke 2012 endgültig stillgelegt wurde.[2]

Von 2015 bis 2016 wurde der Abschnitt St. Urban-Melchnau zurückgebaut. Der Rückbau wurde durch den Verkauf des Trassees und Abbruchmaterial finanziert.[3] Grösster Käufer in Melchnau war die Gemeinde Melchnau, welches das erworbene Land als Realersatz für das zukünftige Hochwasserschutzprojekt tauschen wird.[4]

Geplante Museumsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1999 revidierte der Verein Freunde Schweizer Schmalspurbahnen, abgekürzt FSS, in der Remise von Melchnau den ursprünglich durch die Langenthal-Melchnau-Bahn beschafften Motorwagen Ce 2/2 14 mit dem Ziel, diesen auf einer künftigen Museumsbahn St. Urban–Melchnau zu betreiben. Wegen des schleppenden Vorankommens der Revisionsarbeiten, infolge der fehlenden finanziellen wie auch personellen Mittel des Vereins kündigte Aare-Seeland mobil dem Verein jedoch den Mietvertrag der Remise in Melchnau. Durch die Stilllegung ist auch das Projekt einer Museumsbahn hinfällig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Langenthal–Melchnau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Schneeberger: Die Nebenbahn: Eine Spurensuche im Oberaargau In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. Januar 2017
  2. www.uvek.admin.ch, Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, Artikel Bundesrat hebt Konzession für Eisenbahnstrecke nach Melchnau auf. Abgerufen am 10. September 2012.
  3. ASM transportiert über 6 Millionen Fahrgäste. In: bernerzeitung.ch/. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  4. Weichen für einen Konsens gestellt. Abgerufen am 28. Juni 2016.