Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg

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Meuselwitz–Ronneburg
Strecke der Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsens 1902
Streckennummer (DB): 6661; sä. MR
Kursbuchstrecke: 172h (1944)
Streckenlänge: 27,15 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 17 
Minimaler Radius: 300 m
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von Zeitz
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0,00 Meuselwitz
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nach Altenburg und nach Gaschwitz
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4,70 Großröda
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7,65 Starkenberg
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0,0 Kayna /Sandgrube
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2,0
9,75
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4,0
11,80
Dobitschen
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6,8
14,59
Lumpzig (Großbraunshain)
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9,3
17,05
Reichstädt (Frankenau)
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11,8
19,50
Einfahrt Großenstein
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20,22 Großenstein
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nach Drosen (Wismut-Werkbahn)
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23,61 Beerwalde
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Bundesautobahn 4
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von Gößnitz
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25,44 Raitzhain (Keilbahnhof)
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nach Seelingstädt (Wismut-Werkbahn)
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27,15 Ronneburg
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nach Gera

Die Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg war eine eingleisige Nebenbahn im Osten Thüringens, welche ursprünglich von den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen erbaut und betrieben wurde. 1972 wurde die Strecke wegen eines Braunkohletagebaues stillgelegt. Der Abschnitt Dobitschen–Ronneburg wurde später wieder in Betrieb genommen und dient bis heute als Werkbahn der Wismut GmbH.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke wurde am 17. Oktober 1887 eröffnet. Auf Grund eines Braunkohletagebaus wurde sie zwischen Großröda und Meuselwitz im Frühjahr 1965 unterbrochen. Daraufhin wurde die Strecke am 28. Mai 1972 bis Großenstein stillgelegt und bis 1974 abgebaut.[1] Bei Beerwalde errichtete die SDAG Wismut 1975 eine Verbindungsstrecke zum dortigen Werkbahnhof, über die fortan auch dreimal täglich von Montag bis Freitag Schichtarbeiterzüge von und nach Gera verkehrten. In Raitzhain konnten dank einer 1972 errichteten Personenverkehrsanlage die Kumpel aus Altenburg zusteigen.[2]:30, 36

Da die Wismut zum Abbau der Uran-Lagerstätten in Thüringen im Versatzabbau große Mengen Sand benötigte, wurde die Strecke ab der nördlichen Ausfahrt von Großenstein bis zum Kilometer 9,75 als Werksbahn neu errichtet und nahm bereits 1978 zunächst mit provisorischer Betriebstechnik wieder ihren Betrieb auf. Bei Kilometer 9,75 wurde ein etwa 2 km langer Neubau bis zur Sandgrube Kayna errichtet. Bis 1979 wurden die beiden Bahnhöfe Kayna und Großenstein sowie mehrere Halbschrankenanlagen und eine Vollschranke neu errichtet und mit damals modernster Technik ausgestattet (Spurplanstellwerke, autom. Streckenblock). Die Betriebsführung einschließlich der technischen Betreuung der Bahnanlagen übernahm die Wismut-Werkbahn, die auch die Fahrdienstleiter komplett stellte.[2]:40 1979 wurde eine Verbindungskurve aus Richtung Großenstein zum Werkbahnhof Beerwalde errichtet, die einen direkten Sandzugverkehr von Kayna über Beerwalde zum Versatzwerk in Löbichau ermöglichte. Die in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre eingebauten kieselsäurehaltigen Betonschwellen wiesen zunehmend Schäden auf und mussten ab 1984 ausgetauscht werden.[2]:62 1989 wurde der Bahnhof Kayna auf Fernbedienung von Großenstein aus umgestellt.

Mit dem Winterfahrplan 1990/91 wurde der Arbeiterverkehr eingestellt, die Bahnhofsanlagen in Beerwalde wurden im Herbst 1997 stillgelegt und abgebrochen.[2]:83 Bis heute wird jedoch der Sand-Tagebau Kayna genutzt und der Sand über die Strecke Kayna–Großenstein–Raitzhain transportiert. Am 26. Februar 1998 erfolgte die offizielle Stilllegung des von der Deutschen Bahn AG übernommenen Abschnitts Großenstein–Raitzhain durch das Eisenbahn-Bundesamt und der Verkauf an die Wismut GmbH.[1] Der Betrieb lief ohne Unterbrechung reibungslos weiter. Seit dem 1. März 2014 liegt die Betriebsführung für die Gesamtstrecke bei den Starkenberger Baustoffwerken.[3]

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heute noch betriebene Abschnitt ab Kayna, Sandgrube liegt vollständig in Thüringen und hat mit Kayna, heute Ortsteil der Stadt Zeitz in Sachsen-Anhalt nur dem Namen nach zu tun (die auf heutigem sachsen-anhaltischem Gebiet liegenden Teile der Sandgrube werden nicht mehr genutzt). Ab Dobitschen verläuft sie bis Lumpzig zunächst entlang der Grenze zu Sachsen-Anhalt und trifft zwischen Reichstädt und Großenstein auf den Lauf der Großensteiner Sprotte. Da sich der Abschnitt von Großenstein bis Raitzhain nach Wiederinbetriebnahme durch die Wismut-Werkbahn weiterhin in Besitz der Deutschen Reichsbahn befand, kommt es an der Einfahrt des Bahnhofes Großenstein zu einem untypischen Kilometerwechsel. Bei Raitzhain wird in einer langgezogenen Rechtskurve die Bundesautobahn 4 unterquert und die Bundesstraße 7 niveaugleich gekreuzt, bevor die Bahnstrecke Gößnitz–Gera erreicht wird. Obwohl die Strecke nur bis Raitzhain gebaut wurde (25,44 km), geht die Kilometrierung weiter bis Ronneburg (27,15 km).[1]

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typisch für den Sandzugverkehr war lange Zeit der Einsatz der Baureihe V 200, von der die Wismut-Werkbahn mehrere eigene Exemplare besaß. Der Schichtarbeiterverkehr von und nach Beerwalde (ab 1984 Drosen) wurde von der Deutschen Reichsbahn mit der Baureihe 118 in Verbindung mit Doppelstock-Gliederzügen und in den 1980er Jahren dann mit einzelnen Doppelstockwagen durchgeführt. Seit 1997 setzt die Wismut-Werkbahn für den Sandzugverkehr als V 300 bezeichnete und grün-weiß lackierte sechsachsige Lokomotiven der Baureihe 232 ein.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Meuselwitz – Ronneburg (Thür.). In: Reichsbahndirektion Erfurt. Abgerufen am 8. August 2012.
  2. a b c d Hans-Jürgen Barteld: Die Wismut-Bahn um Ronneburg. Kenning, Nordhorn 1998, ISBN 3-927587-92-3.
  3. eisenbahn-magazin, Heft 5, 2014, S. 20
  4. Wismut-Werkbahn Fotos. In: Bahnbilder.de. Abgerufen am 14. August 2012.