Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha

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Reitzenhain–Flöha
Strecke der Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902
Streckennummer: 6619; sä. RF
Kursbuchstrecke (DB): 519
Streckenlänge: 57,92 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 20 
Minimaler Radius: 224 m
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
   
von Chomutov
   
0,000 Schwarze Pockau (Staatsgrenze Tschechien-Deutschland)
   
1,392 Reitzenhain 776 m
   
9,900 Marienberg-Gelobtland 715 m
   
14,820 Marienberg-Gebirge 655 m
   
Bundesstraße 174
   
17,970 Reitzenhainer Str. (13,9 m)
   
18,650 Streckenende
Bahnhof, Station
18,877 Marienberg (Sachs) 587 m
Straßenbrücke
Hüttengrund-Tal-Brücke (Bundesstraße 174)
Brücke (klein)
21,134 Schlettenbach (16,2 m)
Brücke (groß)
22,400 Bundesstraße 171 (53 m)
Brücke (klein)
22,673 Rote Pockau (40 m)
Brücke (groß)
23,370 Steinbogenbrücke Kniebreche (63,4 m)
Brücke (klein)
23,757 Schwarze Pockau (39 m)
Haltepunkt, Haltestelle
23,954 Zöblitz-Pobershau (ehem. Bf) 495 m
Brücke (klein)
26,280 Schwarze Pockau (37,5 m)
Haltepunkt, Haltestelle
26,540 Strobelmühle
Brücke (klein)
26,680 Schwarze Pockau (40,5 m)
Brücke (klein)
26,994 Schwarze Pockau (30 m)
Brücke (klein)
29,376 Schwarze Pockau (39 m)
Brücke (klein)
30,545 Schwarze Pockau (37,5 m)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Neuhausen (Erzgeb)
Bahnhof, Station
31,236 Pockau-Lengefeld (Inselbahnhof) 400 m
Brücke (klein)
32,673 Rote Pockau (40 m)
Brücke (klein)
32,818 Flöha (44,5 m)
Haltepunkt, Haltestelle
35,858 Lengefeld-Rauenstein 375 m
Haltepunkt, Haltestelle
37,220 Reifland-Wünschendorf (ehem. Bhf) 365 m
Brücke (klein)
22,673 Werkgraben (10 m)
Brücke (groß)
39,477 Flöha (70 m)
Brücke (groß)
39,713 Flöha (59,1 m)
Brücke (klein)
39,762 Mühlgraben (14,56 m)
Haltepunkt, Haltestelle
39,887 Floßmühle 355 m
Brücke (groß)
40,699 Flöha (54 m)
Bahnhof, Station
42,472 Grünhainichen-Borstendorf 337 m
Brücke (groß)
43,902 Flöha (50 m)
Haltepunkt, Haltestelle
46,290 Leubsdorf (ehem. Bf) 320 m
Brücke (groß)
47,072 Flöha (63 m)
Haltepunkt, Haltestelle
49,160 Hohenfichte (ehem. Bf) 304 m
   
Schmalspurbahn von Großwaltersdorf
   
Hetzdorfer Viadukt (Dresden–Werdau bis 1992)
Bahnhof, Station
52,250 Hetzdorf (Flöhatal) 291 m
Planfreie Kreuzung – unten
Dresden–Werdau Bogendreieck (seit 1992)
Haltepunkt, Haltestelle
54,430 Falkenau (Sachs) Hp 288 m
Kilometer-Wechsel
57,185 Infrastrukturgrenze DB RegioNetz / DB Netz
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Dresden Hbf und von Annaberg-Buchholz unt Bf
Bahnhof, Station
57,920 Flöha 277 m
Strecke – geradeaus
nach Werdau Bogendreieck

Die Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha ist eine Nebenbahn in Sachsen, die ursprünglich durch die Chemnitz-Komotauer Eisenbahngesellschaft als Teil einer überregionalen Verbindung zwischen Prag und Chemnitz erbaut und betrieben wurde. Die heute nur noch teilweise in Betrieb befindliche Strecke schließt an der Staatsgrenze in Reitzenhain an die ehemalige Strecke Chomutov–Reitzenhain an und führt durch die Täler von Schwarzer Pockau und Flöha nach Flöha. Der noch betriebene Abschnitt Marienberg–Flöha gehört seit 2001 zum DB-RegioNetz Erzgebirgsbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überlegungen und Planungen zum Bau einer Eisenbahn ins obere Flöhatal und nach Marienberg gab es bereits um das Jahr 1863, als über den Bau der Eisenbahnstrecke von Chemnitz nach Freiberg debattiert wurde. So war eine südlichere als die heutige Linienführung vorgesehen, um die Orte im Erzgebirge anzuschließen. Als diese Pläne aufgegeben wurden, sah man sich veranlasst, für eine Eisenbahn durchs Flöhatal über Olbernhau nach Komotau zu werben. Gleichzeitig machte sich auch in Marienberg ein Komitee für den Bau einer Eisenbahn über Marienberg und Reitzenhain nach Komotau stark. So wetteiferten 1867 zwei Projekte um die Konzession zum Bau einer Eisenbahn im Flöhatal. Nachdem die Buschtěhrader Eisenbahn und die Stadt Komotau sich für die Streckenführung über Marienberg aussprachen, wurde dieser Strecke der Vorzug gegeben. 1868 genehmigte der sächsische Landtag die Konzessionserteilung und legte fest, dass die Strecke mit privatem Kapital zu bauen sei. 1869 wurde der Staatsvertrag mit Österreich-Ungarn über den Grenzübergang abgeschlossen.

Am 15. August 1871 wurde die Chemnitz-Komotauer Eisenbahngesellschaft zum Bau und Betrieb der Strecke gegründet. Mit der Bauausführung wurde die Eisenbahnbaugesellschaft Pleßner & Co. aus Berlin beauftragt.

Bau und Eröffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Februar 1872 fand der erste Spatenstich statt. Um schnell mit dem Bau voranzukommen, wurde an 5 Bauabschnitten gleichzeitig begonnen.

Wegen der schwierigen Geländeverhältnisse in den engen Tälern der Schwarzen und Roten Pockau wurde die Strecke hier überwiegend auf Brücken und Bahndämmen verlegt, wobei alle Brücken und Viadukte für einen zweigleisigen Ausbau vorbereitet wurden, die Bergeinschnitte aber nur für ein Gleis gesprengt wurden.

Insgesamt waren rund 1,6 Mio m³ Erdmasse zu bewegen. Beim Bau wurden auch italienische Arbeiter eingesetzt, weil diese viel Erfahrung mit Steinbauwerken hatten. Durch die Wirtschaftskrise von 1873 geriet das Bauunternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so dass sich die Eisenbahngesellschaft gezwungen sah, den Weiterbau selbst zu übernehmen. Anfang 1875 war der Bahnbau abgeschlossen.

Am 3. Februar 1875 traf gegen 13:00 Uhr die erste Lokomotive in Marienberg ein, konnte jedoch aufgrund behindernder Schneemassen nicht wie geplant nach Reitzenhain fahren. Am 24. Mai 1875 ging die Strecke von Flöha bis Marienberg in Betrieb, der Streckenteil bis Reitzenhain folgte am 12. Juli 1875.[1] Mit der Fertigstellung der Strecke von Krima-Neudorf nach Reitzenhain durch die Buschtěhrader Eisenbahn war die Strecke bis nach Komotau fertiggestellt.

Schon nach dem ersten Betriebsjahr musste die Chemnitz-Komotauer Eisenbahngesellschaft ihre Strecke wegen finanzieller Verluste verkaufen. Am 4. Dezember 1876 ging die Strecke an den sächsischen Staat über, Eigentümer und Betreiber waren nun die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Hetzdorf (1978)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der grenzüberschreitende Bahnverkehr nach Komotau (ab 1945: Chomutov) eingestellt, sodass der Bahnhof Reitzenhain seine Bedeutung verlor. Nachdem in den 70er Jahren anstelle der Eisenbahnbrücke über den Grenzbach eine Straßenbrücke errichtet wurde, war nicht mit einer Wiederaufnahme des grenzüberschreitenden Verkehres zu rechnen.

Am 1. Oktober 1978 wurde der Personenverkehr und am 8. Januar 1994 der Güterverkehr zwischen Marienberg und Reitzenhain eingestellt, stillgelegt wurde dieser Abschnitt am 15. Dezember 1998.

Sanierung und Wiederaufbau nach Hochwasserereignissen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom heutigen Streckenende in Marienberg auf das Bahnhofsareal. Im Bild links die Laderampe für Bundeswehrfahrzeuge

Die Deutsche Bahn AG begann Mitte der 1990er Jahre, im Rahmen des Regionalisierungsprogrammes die Strecke zu erneuern. Aus diesem Grund wurde am 23. Juli 1998 der Bahnverkehr zwischen Pockau-Lengefeld und Marienberg eingestellt. Die Arbeiten mit einer Gesamtinvestition von fast 24 Millionen Mark waren weitgehend beendet, als im Juli 1999 ein Hochwasser starke Zerstörungen an dieser Strecke verursachte. Erst im Frühjahr 2002 wurde beschlossen, die Strecke wieder aufzubauen. Wegen der Zerstörungen des Streckenabschnittes von Pockau-Lengefeld bis Flöha durch das Augusthochwasser 2002 verzögerten sich die Bauarbeiten. Am 29. Januar 2005 wurde der durchgehende Zugverkehr zwischen Chemnitz Hbf und Olbernhau wieder aufgenommen. Seit 10. Dezember 2006 wird zwischen Chemnitz und Olbernhau werktags ein einheitlicher Stundentakt angeboten, der spätestens seit Dezember 2011 nur noch in den Hauptverkehrszeiten aufrechterhalten wird.

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Marienberg und Pockau-Lengefeld wurde am 4. September 2006 der fahrplanmäßige Zugbetrieb mit montags bis freitags vier Zugpaaren wieder aufgenommen. Dieser wurde zunächst vom ehemaligen Mittleren Erzgebirgskreis bestellt, wegen des ungünstigen Fahrplans der Züge Chemnitz–Olbernhau und der für den Schülerverkehr optimierten Zeiten waren die Anschlüsse zu den Zügen in Pockau-Lengefeld sehr schlecht. Ab dem 10. Dezember 2006 trat ein Fahrplan mit besseren Anschlüssen in Pockau-Lengefeld in Kraft. Im September 2007 wurde der Fahrplan auf dem Streckenast erneut umgestellt: montags bis freitags verkehrte morgens nur noch ein Zugpaar für den Schülerverkehr, hingegen fuhren samstags, sonntags und feiertags nunmehr vier Zugpaare pro Tag.

Seit 2007 verkehren wieder Güterzüge für die Bundeswehr bis Marienberg. Diese verkehren ungefähr aller drei Monate und kommen circa drei Wochen nach Abfahrt wieder zurück. Die Züge werden mit sowjetischen Dieselloks der Baureihen 232 und 233 bespannt.

Seit 11. Dezember 2011 wurde der Abschnitt zwischen Marienberg und Pockau-Lengefeld nur noch werktags mit einem einzigen Zugpaar bedient.[2] Die entfallenen Zugpaare am Wochenende werden seitdem durch einen Bahnersatzverkehr mit Rufbussen ersetzt.[3]

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 wurde der Reiseverkehr zwischen Marienberg und Pockau–Lengefeld gänzlich eingestellt.[4] Vom 6. Februar bis 6. Mai 2014 lief die Ausschreibung der DB RegioNetz Infrastruktur GmbH zwecks Übernahme und zum Weiterbetrieb der Teilstrecke Marienberg–Pockau-Lengefeld für „Interessenten, die als Eisenbahninfrastrukturunternehmen die Teilstrecke im Ist-Zustand ohne zeitliche Unterbrechung übernehmen und für den öffentlichen Verkehr in eigener Verantwortung weiter betreiben wollen.“[5][6]

Abbau des Abschnittes Reitzenhain–Marienberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückbau der Gleise im Bereich des Bahnhofs Gelobtland (August 2013)

Die Stadt Marienberg hat 2012 beschlossen, den stillgelegten Streckenabschnitt zu kaufen.[7] Nach Abbau der Gleise und sämtlicher bahntechnischer Anlagen ist ein Ausbau zum Rad- und Wanderweg vorgesehen, der Marienberg und die Ortsteile Gebirge, Gelobtland und Reitzenhain miteinander verbindet sowie den internationalen Kammweg Erzgebirge–Vogtland an Marienberg anbindet. Bis Mitte 2014 ist vorgesehen, dass die „Eisenbahn-Handelsgesellschaft mbH & Co. KG“ aus Leipzig den Abbau durchführt.[8] [veraltet] Am 2. Mai 2013 begannen die Arbeiten ausgehend von der Ortslage Reitzenhain.[9] Der Gleisrückbau wurde Ende des III. Quartals 2013 abgeschlossen.[10]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinfachtes Höhenprofil der Strecke

Die Bahnstrecke hat ihren ursprünglichen Nullkilometer an der tschechisch-deutschen Staatsgrenze auf dem Erzgebirgskamm. Von dort führt das Gleis zunächst nach Norden über die Erzgebirgshochfläche. Dabei wechselt die Strecke vom Einzugsgebiet der Schwarzen Pockau in das der Preßnitz und zurück, wobei sie vor der Station Gelobtland quasi auf der Wasserscheide zwischen beiden Flüssen verläuft. Zudem wird im Verlauf zweimal die Bundesstraße 174 niveaugleich gekreuzt. Ab Gelobtland fällt die Strecke mit größerem Gefälle und zwei Kehren nach Marienberg ins Tal des Schlettenbachs ab. Folgend wird dieser in stetem Gefälle durch den tief eingeschnittenen Hüttengrund begleitet. Aufgrund der beengten Geländeverhältnisse wird hier insgesamt fünfmal die heutige Bundesstraße 171 niveaugleich gekreuzt, zudem wurden neben zwei markanten Felseinschnitten auch drei Brücken mit größeren Stützweiten erforderlich. In der „Kniebreche“ bei Rittersberg wird wieder das Tal der Schwarzen Pockau erreicht. Die Strecke begleitet nun den Fluss wechselseitig bis zur Station Pockau-Lengefeld. Weiter folgt die Strecke in deutlich geringerem Gefälle, wiederum mehrmals die Talseite wechselnd, der Flöha in nördliche Richtung. Im Bahnhof Flöha mündet die Strecke in die Hauptbahn Dresden–Werdau ein.

Betriebsstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reitzenhain

Blick auf einen Teil der stillgelegten Gleisanlagen sowie das ehemalige Empfangsgebäude in Reitzenhain (2013)
Hauptartikel: Bahnhof Reitzenhain

Der Bahnhof Reitzenhain (in Fahrplanunterlagen der ČSD: Reitzenhain ČSD) war Grenzbahnhof im Wechselverkehr zwischen Sachsen und Böhmen. Neben der Pass- und Zollkontrolle erfolgte hier insbesondere der Wechsel der Lokomotiven im grenzüberschreitenden Verkehr. Die BEB bzw. später die ČSD besaß für die Gleisanlagen und das Empfangsgebäude Nutzungsrechte auf Pachtbasis. Auf der „böhmischen Seite“ des Bahnhofsgeländes gab es auch ein eigenes Wohngebäude für die Beamten und eine eigene Lokomotiveinsatzstelle.[11] Nach 1945 betrieb die Deutsche Reichsbahn den Bahnhof Reitzenhain noch bis 1994 weiter. Ein Abbruch der Anlagen erfolgte seitdem nur teilweise.

Marienberg-Gelobtland

Ehemaliges Empfangsgebäude des Bahnhofs Gelobtland (2013)

Am 12. Juli 1875 wurde etwa 1,5 Kilometer südwestlich der gleichnamigen Siedlung die Haltestelle Gelobtland eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt verfügte sie über Empfangs- und Wirtschaftsgebäude, Freiabtritt sowie eine Laderampe. Zum 1. Mai 1905 erfolgte die Heraufstufung zum Bahnhof und seit dem 6. Oktober 1941 trug dieser die Bezeichnung Marienberg-Gelobtland. Am 21. August 1969 wurde die Station zum Haltepunkt herabgestuft und gleichzeitig die Bedienung im Güterverkehr eingestellt.[12]

Marienberg-Gebirge

Haltepunkt Marienberg-Gebirge (2016)

Der Haltepunkt wurde am 1. Juli 1927 als Haltepunkt Gebirge eröffnet und diente ausschließlich dem Personenverkehr. Seit dem 6. Oktober 1941 trug er die Bezeichnung Marienberg-Gebirge.[13] Erst 1954 errichtete man ein massives Empfangsgebäude, das die beiden bislang als Dienst- und Warteraum genutzten Personenwagenkästen ersetzte. Nach Einstellung des Personenverkehrs 1978 wurde bereits im Jahr darauf, nach nur 25 Jahren, das Empfangsgebäude abgebrochen. Einzig die Bahnhofsuhr blieb erhalten und prangt heute an der Fassade der „Auhagen GmbH“ im Marienberger Ortsteil Hüttengrund.[14] Heute erinnert nur noch die erhaltene Bahnsteigkante an den früheren Haltepunkt.

Marienberg (Sachs)

Bahnhof Marienberg (2013)

Der Bahnhof Marienberg (Sachs) wurde am 24. Mai 1875 eröffnet. Er trug folgende Namen:

  • bis 1908: Marienberg
  • bis 1911: Marienberg i Sachsen
  • bis 1933: Marienberg (Sa)
  • seit 1933: Marienberg (Sachs)

1997 wurde die Fahrkartenausgabe im Bahnhof eingestellt. Nachdem seit 1998 der Personenverkehr zum Bahnhof zeitweise ausgesetzt war und danach wieder aufgenommen wurde, ruht der Personenverkehr seit dem 15. Dezember 2013 ganz. Die Bundeswehr nutzte den Bahnhof für Güterzüge, die Waren für die im Ort befindliche Kaserne lieferten. Im Jahr 2002 erfolgte der Abriss der Wasserstation, im Jahr 2006 folgten das Empfangsgebäude und der Güterschuppen.[15] Seitdem befindet sich auf dem Gelände des Bahnhofs lediglich eine moderne Wartehalle.

Zöblitz-Pobershau

Haltepunkt Zöblitz-Pobershau (2011)

Der Bahnhof Zöblitz-Pobershau wurde am 24. Mai 1875 als Bahnhof Zöblitz eröffnet. 1914 erfolgte die Umbenennung in Zöblitz-Pobershau und 1993 die Herabstufung zum Haltepunkt. Der Haltepunkt befindet sich abgelegen der namensgebenden Orte Pobershau und Zöblitz im Tal der Pockau bei dem Ort Rittersberg. Er ist über die Bundesstraße 171 erreichbar.

Nachdem seit 1998 der Personenverkehr zum Bahnhof zeitweise ausgesetzt war und danach wieder aufgenommen wurde, ruht der Personenverkehr seit dem 15. Dezember 2013 ganz.

Strobelmühle

Haltepunkt Strobelmühle, Blick Richtung Flöha (2013)

Der Haltepunkt Strobelmühle dient insbesondere als Zugang für das Freizeitzentrum Strobelmühle. Er wurde 2006 neu eingerichtet, jedoch seit der vorläufigen Einstellung des Personenverkehrs nach Marienberg seit dem 15. Dezember 2013 nicht mehr bedient.

Pockau-Lengefeld

Bahnhof Pockau-Lengefeld, Gleise in Richtung Olbernhau (2016)
Hauptartikel: Bahnhof Pockau-Lengefeld

Der am 15. Februar 1875 eröffnete Bahnhof Pockau-Lengefeld ist Abzweigbahnhof der Bahnstrecke Pockau-Lengefeld–Neuhausen. Er liegt auf der Flur des Ortes Pockau, den Namenszusatz „Lengefeld“ erhielt er nur wegen der Verwechslungsgefahr mit dem ebenfalls im Erzgebirge gelegenen Bahnhof der Gemeinde Bockau. Die ehemals umfangreichen Anlagen des Bahnhofes wurden um 2005 bis auf einige unbedingt betriebsnotwendige Gleise zurückgebaut.

Lengefeld-Rauenstein

Haltepunkt Lengefeld-Rauenstein (2016)

Der Haltepunkt Lengefeld-Rauenstein wurde am 24. Mai 1875 als Haltestelle Rauenstein eröffnet. Sie trug folgende Namen:

  • bis 1909: Rauenstein
  • bis 1911: Rauenstein i Sachsen
  • bis 1939: Rauenstein-Lengefeld
  • seit 1939: Lengefeld-Rauenstein

Der Haltepunkt Lengefeld-Rauenstein ist neben dem Bahnhof Pockau-Lengefeld in Pockau der zweite Halt der Stadt Lengefeld an der Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha. Er befindet sich von Lengefeld und seinem Ortsteil Rauenstein aus gesehen am gegenüberliegenden Ufer der Flöha. In der Nähe des Haltepunkts befinden sich die Talsperre Saidenbach und das Schloss Rauenstein.

Reifland-Wünschendorf

Haltepunkt Reifland-Wünschendorf (2016)

Der heutige Haltepunkt Reifland-Wünschendorf wurde am 15. Februar 1875 als Ladestelle und am 24. Mai 1875 als Haltestelle Reifland eröffnet. 1905 erfolgte die Hochstufung zum Bahnhof. Seit 1939 trägt er den Namen Reifland-Wünschendorf. 2004 erfolgte die Herabstufung zum Haltepunkt. Der Haltepunkt befindet sich zwischen den namensgebenden Orten Reifland und Wünschendorf im Tal der Flöha auf der Reifländer Seite.

Floßmühle

Haltepunkt Floßmühle (2016)

Der Haltepunkt Floßmühle wurde am 1. Oktober 1899 eröffnet. Er liegt in der zu Borstendorf gehörenden Siedlung Floßmühle. Wenige Kilometer hinter dem Haltepunkt wechselt die Bahnstrecke vom rechten aufs linke Ufer der Flöha. Die hölzerne Wartehalle wurde 2003/06 abgerissen. Heute verfügt die Station über ein moderne Wartehäuschen.

Grünhainichen-Borstendorf

Bahnhof Grünhainichen-Borstendorf (2016)

Der Bahnhof Grünhainichen wurde am 15. Februar 1875 eröffnet. 1908 erfolgte die Umbenennung in Grünhainichen-Borstendorf. Der Bahnhof befindet sich zwischen den namensgebenden Orten Grünhainichen und Borstendorf im Tal der Flöha auf der Grünhainichener Seite. Am Standort sind Empfangs- und Wirtschaftsgebäude erhalten.

Leubsdorf (Sachs)

Bahnhof Leubsdorf, Empfangsgebäude (2016)

Die Haltestelle Leubsdorf wurde am 15. Februar 1875 eröffnet und 1905 zum Bahnhof hochgestuft. Der Bahnhof trug folgende Namen:

  • bis 1927: Leubsdorf
  • bis 1933: Leubsdorf (Sa)
  • seit 1933: Leubsdorf (Sachs)

1996 erfolgte die Zurückstufung zum Haltepunkt. Die Station befindet sich im Westen der Gemeinde Leubsdorf am rechten Ufer der Flöha.

Hohenfichte

Bahnhof Hohenfichte (2016)

Die Station Hohenfichte wurde am 15. Februar 1875 als Ladestelle und am 24. Mai 1875 als Haltestelle Hohenfichte eröffnet. 1905 erfolgte die Hochstufung zum Bahnhof. Nach der Eingemeindung von Metzdorf nach Hohenfichte im Jahr 1922 hatte der Ort mit dem Haltepunkt Metzdorf einen weiteren Halt an der Schmalspurbahn Hetzdorf–Eppendorf–Großwaltersdorf, der 1925 in Hohenfichte Hp umbenannt wurde und mit der Stilllegung der Schmalspurbahn im Jahr 1967 außer Betrieb ging.

Der Bahnhof Hohenfichte wurde 1990 zum Haltepunkt zurückgestuft. Er befindet sich im Norden des Orts am linken Ufer der Flöha.

Hetzdorf (Flöhatal)

Zugkreuzung (2008)

Während seiner Betriebszeit trug die Station schon vier verschiedene Namen, im Einzelnen waren dies:

  • Bis 30. April 1905: Hetzdorf bei Oederan
  • Ab 1. Mai 1905: Hetzdorf bei Öderan
  • Ab 1. Juli 1911: Hetzdorf b Öderan
  • Ab 1. Oktober 1912: Hetzdorf (Flöhatal)

Vom 1893 eröffneten Bahnhof Hetzdorf aus verkehrte seit 1893 die Schmalspurbahn nach Eppendorf, die 1916 noch bis Großwaltersdorf verlängert wurde. Die Strecke wurde 1967 stillgelegt.

Falkenau (Sachs) Hp

Haltepunkt Falkenau (2007)

Der Haltepunkt Falkenau (Sachs) Hp wurde am 16. April 1928 eröffnet und ist somit der jüngere der beiden Stationen von Falkenau. Er trug folgende Namen:

  • bis 1933: Falkenau (Sa) Hp
  • seit 1933: Falkenau (Sachs) Hp

Neben dem Haltepunkt im Nordosten von Falkenau befindet sich im Süden des heute zu Flöha gehörigen Ortsteils noch der Haltepunkt Falkenau (Sachs) Süd an der Bahnstrecke Dresden–Werdau.

Flöha

Empfangsgebäude des Bahnhofs Flöha (2008)
Hauptartikel: Bahnhof Flöha

Zunächst war der Bahnhof Flöha nur ein Durchgangsbahnhof an der 1866 eröffneten Bahnstrecke Chemnitz–Annaberg. Beim Bahnbau des Abschnittes Freiberg–Flöha entstand nordöstlich des vorhandenen Bahnhofs ein neuer Bahnhofsteil, das Empfangsgebäude befand sich seitdem in Keillage. Mit dem Bau Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha entstand noch weiter nordöstlich davon der Bahnhof der Chemnitz-Komotauer Eisenbahngesellschaft.[16][17] Diese errichtete auch ein Heizhaus. Zusammen mit dem Heizhaus der Staatsbahn entwickelte sich später eine Lokeinsatzstelle, die von 1946 bis 1950 kurzzeitig sogar ein selbstständiges Bahnbetriebswerk war.[18]

In den 1930er Jahren entstand bei einem großen Bahnhofsumbau auch das heutige repräsentative Empfangsgebäude in Seitenlage.[16]

Obwohl die Bahnhofsanlagen mittlerweile stark zurückgebaut wurden, sind immer noch sechs Bahnsteiggleise vorhanden.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chemnitz-Komotauer Eisenbahn wickelte den Betrieb insbesondere mit Schlepptenderlokomotiven ab, wie sie als Gattung IIIb und Gattung VII auch von der Staatsbahn beschafft wurden.

In Regie der Erzgebirgsbahn kommen heute im Nahverkehr ausschließlich Triebwagen der DB-Baureihe 642 „Desiro“ zum Einsatz.

Im Militärverkehr kommen sowjetische Diesellokomotiven der Baureihen 232 und 233 zum Einsatz.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Mai 1945 verunfallte ein von Reitzenhain kommender Militärzug im Hüttengrund. Der mit einer Dampflok der Baureihe 52 bespannte Zugverband startete seine Fahrt gegen 22 Uhr im Bahnhof Reitzenhain. Transportiert wurde eine Panzereinheit der Roten Armee. Das Lok- und Bahnhofspersonal weigerte sich zunächst, den Zug abfahren zu lassen und forderte aufgrund offensichtlicher Überladung eine zweite Bremslokomotive an. Unter Androhung von Waffengewalt gegenüber dem Personal erzwang der sowjetische Kommandeur schließlich die Abfahrt. Obwohl in Marienberg-Gelobtland ein Sicherheitshalt geplant war, gelang es aufgrund der unzureichenden Bremswirkung nicht, den Zug zu stoppen. Stattdessen erhöhte sich die Geschwindigkeit des Zuges im folgenden, deutlich steileren Streckenabschnitt zunehmend. In einem Felseinschnitt im Hüttengrund verkeilte sich ein geladener Panzer, nachdem sich der Turm mit Geschützrohr aufgrund der Fliehkräfte verdreht und die Felswand gestreift hatte. Fünf Flachwagen rissen ab und die geladenen Panzer aller nachfolgenden Wagen wurden abgestreift.[19][20] Der Zugverband mit den verbliebenen Wagen konnte erst in Pockau zum Halten gebracht werden.[21]

Eine genaue Zahl der Unfalltoten gilt als nicht gesichert[19][21][22]; eine Quelle legt sich auf 18 Tote fest[20].

Für den Unfall machte man das Zugpersonal, den Bahnhofsvorsteher von Reitzenhain sowie den Reichsbahn-Oberinspektor[21] verantwortlich und setzte diese in Haft. Der Bahnhofsvorsteher wurde bereits einen Monat darauf standrechtlich erschossen. Von den weiteren Inhaftierten überlebte lediglich der Lokheizer.[19]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Baldauf: Die Flöhatalbahn. Altis-Verlag, Friedrichsthal 2001, ISBN 3-910195-30-X.
  • Reiner Bretfeld: 100 Jahre Flöhatalbahn. DMV AG 3/42, Marienberg 1975.
  • Dittrich Marz: 130 Jahre Flöhatalbahn, Lengefelder Nachrichten 2005–2006, Serie aus 12 Teilen
  • Stephan Häupel: Die Eisenbahn im Flöhatal und ihre regelspurigen Zweigstrecken. 1. Auflage. Bildverlag Böttger, Witzschdorf 2008, ISBN 978-3-937496-08-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reiner Bretfeld: 100 Jahre Flöhatalbahn. DMV AG 3/42, Marienberg 1975, S. 11–12.
  2. Jahresfahrplan 2012 der Erzgebirgsbahn – gültig ab 11. Dezember 2011
  3. Fahrplan der RVE-Buslinie 491 – gültig ab 11. Dezember 2011
  4. Freie Presse Online: Fahrplanwechsel bei der Bahn: Marienberg rollt aufs Abstellgleis, abgerufen am 15. Dezember 2013
  5. DB Netz AG – Abgabe von Eisenbahninfrastruktur, Teilstrecke 6619 Marienberg - Pockau-Lengefeld, abgerufen am 29. März 2014
  6. Freie Presse Online: Bahn will unrentable Strecken verkaufen, abgerufen am 29. März 2014
  7. Marienberger Wochenblatt – Amtsblatt der Großen Kreisstadt Marienberg, 22. Jahrgang, 18/2012, S. 4 (PDF; 5,7 MB), abgerufen am 1. Februar 2013
  8. Freie Presse, Lokalausgabe Marienberg vom 26. November 2012: Bahnstrecke künftig frei für Wanderer und Radfahrer
  9. Freie Presse Online: Bagger räumt alte Bahnstrecke zwischen Marienberg und Reitzenhain für Radfahrer und Wanderer frei – Rückbauarbeiten auf dem 14 Kilometer langen Gleisabschnitt, abgerufen am 15. Mai 2013
  10. Niederschrift über die 12. Sitzung der Verbandsversammlung des Planungsverbandes Region Chemnitz am 12. November 2013 - öffentliche Sitzung, S. 30, abgerufen am 16. Januar 2014
  11. Lageplan des Bahnhofes Reitzenhain; ca. 1930er Jahre
  12. Informationen zum Haltepunkt Marienberg-Gelobtland auf www.sachsenschiene.de, abgerufen am 1. Juni 2015
  13. Informationen zum Haltepunkt Marienberg-Gebirge auf www.sachsenschiene.de, abgerufen am 1. Juni 2015
  14. Olaf Wirth: Erzgebirgische Bahnhöfe in Geschichte und Gegenwart. 1. Auflage. Altis-Verlag GmbH, Friedrichsthal 2012, ISBN 978-3-910195-65-3, S. 40–42.
  15. Der Bahnhof Marienberg (Sachs) in früheren Zeiten auf www.sachsenschiene.net
  16. a b Kurt Kaiß, Matthias Hengst: Eisenbahnknoten Chemnitz – Schienennetz einer Industrieregion, S. 104
  17. Kurt Kaiß, Matthias Hengst: Eisenbahnknoten Chemnitz – Schienennetz einer Industrieregion, S. 117
  18. Egon Kretzschmar: Die Bahnbetriebswerke in Chemnitz/Karl-Marx-Stadt, Bildverlag Thomas Böttger, Witzschdorf 2003, ISBN 3-9808250-8-6, S. 47 ff.
  19. a b c Stephan Häupel: Die Eisenbahn im Flöhatal und ihre regelspurigen Zweigstrecken. 1. Auflage. Bildverlag Böttger, Witzschdorf 2008, ISBN 978-3-937496-08-5, S. 167.
  20. a b Gemeindeverwaltung Pockau (Hrsg.): Wissens- und Sehenswertes über 675 Jahre Pockau. Pockau 2010, S. 242.
  21. a b c Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis (Hrsg.): Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis. Eine Zeittafel. Teil III, S. 198.
  22. Reiner Bretfeld: 100 Jahre Flöhatalbahn. DMV AG 3/42, Marienberg 1975, S. 43.