Bambeye

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Landgemeinde Bambeye
Landgemeinde Bambeye (Niger)
Landgemeinde Bambeye
Landgemeinde Bambeye
Koordinaten 14° 43′ N, 5° 5′ O14.7169444444445.0886111111111Koordinaten: 14° 43′ N, 5° 5′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tahoua
Departement Tahoua
Fläche 2576 km²
Einwohner 105.558 (2010)
Dichte 41 Ew./km²
Politik
Bürgermeister Ibro Dan Kassou (2004)
Partei PNDS-Tarayya

Bambeye (auch: Bambaye, Bambèye) ist eine Landgemeinde im Departement Tahoua in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Bambeye liegt in der Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Tahoua und Takanamat im Norden, Kalfou im Osten, Badaguichiri, Bagaroua und Illéla im Süden sowie Tébaram im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 42 administrative Dörfer und 75 Weiler gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Bambeye (auch: Bambaye).[2]

Der Osten des Gemeindegebiets ist von Hochebenen geprägt, der Westen von Dünen. Beide sind von Täler und Niederungen durchschnitten.[3] Die Forêt classée de Danfan mit 540 Hektar und die Forêt classée de Tapkin Zaki mit 1070 Hektar sind zwei unter Naturschutz stehende Waldgebiete im Gemeindegebiet von Bambeye. Die Unterschutzstellung erfolgte 1955.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Siedler in Bambeye waren Tuareg, auf die auch viele Ortsnamen im Gemeindegebiet zurückgehen.[3] Die Landgemeinde Bambeye ging 2002 aus dem 1947 von der französischen Verwaltung gegründeten Kanton gleichen Namens hervor. Ein Anlass für die Schaffung des Kantons lag darin, dass dessen Bevölkerung relativ einheitlich den religiösen Überzeugungen der Azna folgte.[5] Bei der Hungerkrise in Niger 2005 gehörte Bambeye zu den am stärksten betroffenen Orten. Hier hatte die Bevölkerung weniger als eine Mahlzeit am Tag zur Verfügung.[6] Bei Überschwemmungen im Juli 2008 wurden 336 Einwohner von Bambeye als geschädigt eingestuft.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Bambeye 78.348 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 105.558 Einwohner berechnet.[8] Die Bevölkerungsmehrheit stellen Hausa. Daneben gibt es Tuareg und Fulbe, die in Lagern um die größeren Dörfer leben.

Politik[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen im Juli 2004 wurde Ibro Dan Kassou (PNDS-Tarayya) zum Bürgermeister gewählt.[9] Am 15. April 2010 ernannte der Ministerrat Dan Fane Weslamane zum Administrator (Administrateur Délégué) der Gemeinden Bambeye, Tébaram und Takanamat.[10]

In den Dörfern von Bambeye gibt es noch die traditionellen politischen und sozialen Strukturen. Neben den traditionellen Ortschefs stehen verschiedene Amtsträger bestimmten Bevölkerungsgruppen vor: der sarkin makéra den Schmieden, der sarkin makidi den Griots und der sarkin wanzamaye den Friseuren. Die Leiterin einer traditionellen Frauenorganisation führt den Titel Koungiya. Der Imam eines Dorfs wird als sarkin mallamaye bezeichnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der wichtigste Wirtschaftszweig ist der Ackerbau, gefolgt von der Viehzucht. Der Anbau von Hirse, Sorghum und Augenbohnen, der überwiegend noch mit althergebrachten Geräten und Methoden betrieben wird, dient in erster Linie der Selbstversorgung der Bevölkerung. Die Zucht von Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden, Eseln und Kamelen ist eine bedeutende Einkommensquelle. Zwischen sesshaften und nomadischen Viehzüchtern bestehen Konflikte um die Nutzung des nur eingeschränkt zur Verfügung stehenden Weidelands. In den Trockenzeiten kommt es alljährlichen zu zeitweisen Wanderungsbewegungen von mehr als 80 Prozent der Bevölkerung im Alter von 16 bis 45 Jahren ins Ausland. Die wichtigsten Zielländer sind Libyen, Algerien, Nigeria, die Elfenbeinküste, Kamerun und Gabun. Eine wachsende Bedeutung besitzt die Forstwirtschaft. Die in den Tälern und Niederungen wachsenden Eukalyptus- und Niembäume werden abgeholzt und als Nutzholz in der Regionalhauptstadt Tahoua verkauft.

Eine 15 Kilometer lange Straße verbindet den Hauptort Bambeye mit der Stadt Tahoua. Außerdem verläuft ein Abschnitt der Nationalstraße 25, die Tahoua mit Abala verbindet, durch das Gemeindegebiet. Beide Straßen sind in sehr schlechtem Zustand. In Bambeye gibt es 54 Grundschulen und eine Mittelschule. Die Gesundheitseinrichtungen beschränken sich auf fünf Gesundheitszentren (Centres de santé intégre), acht Gesundheitshäuser (Cases de santé) und zwei mobile Einrichtungen (Centres forains).[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. a b c Présentation de la commune de Bambaye. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 3. März 2012.
  4. Données disponibles pour chaque forêt classée. Website der Direction de l’Environnement, Ministère de l’Hydraulique, de l’Environnement et de la Lutte Contre la Désertification, abgerufen am 25. Februar 2012.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 50.
  6. OCHA: Niger Food Crisis 2005: Humanitarian Situation Report No. 1 (Online-Version), veröffentlicht am 26. Juli 2005, abgerufen am 16. Januar 2012.
  7. Situation des dégâts causés par les inondations (2008). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 18. November 2008, abgerufen am 31. März 2012.
  8. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 55.
  9. Maires du PNDS (PDF; 25 kB). Website des PNDS-Tarayya, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  10. Conseil des ministres du Niger du 15 avril 2010. Website Temoust.org, veröffentlicht am 16. April 2010, abgerufen am 6. Oktober 2012.