Barbara Liskov

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Barbara Liskov auf der OOPSLA 2009

Barbara Jane Huberman Liskov (* 7. November 1939 in Los Angeles) ist eine amerikanische Informatikerin. Sie ist als Professorin für Elektrotechnik und Informatik am MIT tätig. 1968 erhielt sie an der Stanford University als erste Frau in den USA den Titel eines Ph.D. in Informatik und 2008 als zweite Frau den Turing Award (nach Frances E. Allen).

Leben[Bearbeiten]

Ihren Bachelor in Mathematik erhielt Liskov 1961 an der University of California, Berkeley. Sie arbeitete daraufhin jeweils ein Jahr beim Think-Tank Mitre Corporation und der Harvard University als Programmiererin, und schließlich an der Stanford University als wissenschaftliche Hilfskraft im KI-Bereich, bis sie 1968 dort mit der Arbeit A Program to Play Chess End Games bei John McCarthy ihren Informatik-Ph.D. erhielt. Sie ging bis 1972 wieder zu Mitre, dann an das MIT, wo sie bis 1976 wissenschaftliche Assistentin und bis 1980 außerordentliche Professorin war und seitdem Professorin ist.

Barbara Liskov leitete zahlreiche bedeutende Projekte, darunter den Entwurf und die Implementierung der Programmiersprachen CLU und Argus sowie des objektorientierten Datenbankmanagementsystems Thor. Gemeinsam mit Jeannette Wing entwickelte sie das für die objektorientierte Programmierung bedeutsame Liskovsche Substitutionsprinzip.

Liskov war unter anderem im Computer Science and Telecommunications Board des National Research Council und im Computer and Information Science and Engineering Advisory Committee der National Science Foundation, und beriet unter anderem Bolt Beranek and Newman, die Digital Equipment Corporation, Hewlett-Packard, die NCR Corporation und Prime Computer.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Liskov ist Mitglied der amerikanischen National Academy of Engineering sowie der American Academy of Arts and Sciences, und Fellow der ACM. 2004 erhielt sie die John-von-Neumann-Medaille für „fundamental contributions to programming languages, programming methodology, and distributed systems“ (sinngemäß übersetzt: „Grundlegende Beiträge zu Programmiersprachen, Programmiermethodiken und verteilten Systemen“), 2005 einen Ehrendoktortitel der ETH Zürich und 2008 den Turing Award.

Weblinks[Bearbeiten]