Bebelplatz

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Bebelplatz
Opernplatz
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Bebelplatz
Blick über den Bebelplatz in Richtung Südosten, 1979
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt 1740
Neugestaltet 1928
Einmündende Straßen
Unter den Linden,
Behrenstraße,
Hedwigskirchgasse,
Hinter der Katholischen Kirche
Bauwerke Staatsoper Unter den Linden,
St.-Hedwigs-Kathedrale,
ehemalige Geschäftszentrale der Dresdner Bank,
Alte Bibliothek,
Altes Palais,
Prinzessinnenpalais
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer

Der Bebelplatz (umgangssprachlich: Opernplatz) im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks ist ein Platz am Boulevard Unter den Linden. Der Platz entstand im Jahr 1740 als Teil des Forum Fridericianum. Auf dem Platz steht die Staatsoper Unter den Linden, sie umgeben das Prinzessinnenpalais, die Sankt-Hedwigs-Kathedrale, das Rocco Forte Hotel de Rome, die Alte Bibliothek und das Alte Palais. Am 10. Mai 1933 veranstalteten nationalsozialistische Studenten auf ihm eine Bücherverbrennung, woran heute ein in den Boden eingelassenes Mahnmal erinnert.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über den Opernplatz in Richtung Süden, 2018
Blick über den Bebelplatz in Richtung Südwesten, 2014
Mahnmal der Bücherverbrennung auf dem Opernplatz

Als Teil des von König Friedrich II. entworfenen Forum Fridericianum führte der Platz nach dem Bau der Königlichen Hofoper den Namen Platz am Opernhaus. Der begrünte Platz hieß ab 1910 Kaiser-Franz-Joseph-Platz nach dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I.,[2] wurde jedoch umgangssprachlich weiter Opernplatz genannt. Seit dem 31. August 1947 ist er nach dem SPD-Politiker August Bebel (1840–1913) benannt. Der Nordteil des Kaiser-Franz-Joseph-Platzes wurde 1936 bei der katastermäßigen Verlängerung des Boulevards Unter den Linden vom Reiterstandbild Friedrichs des Großen bis zur Schloßbrücke dem Linden-Boulevard zugeschlagen. sodass sich das Areal heute als zwei Plätze östlich und westlich des Opernhauses darstellt.

Sein heutiges Aussehen erhielt der Opernplatz bei der Umgestaltung durch Eduard Fürstenau im Jahr 1928. Dabei wurde der Lindentunnel der Straßenbahn zugeschüttet, das Kaiserin-Augusta-Denkmal in den Park von Schloss Monbijou versetzt und die Grünanlage zu den Linden durch einen mit Granitsteinen gepflasterten Parkplatz ersetzt.[3]

Die südliche Begrenzung ist die Behrenstraße mit der Sankt-Hedwigs-Kathedrale. Die historische Bebauung erlitt im Zweiten Weltkrieg starke Schäden. Bei der Neugestaltung des Ost-Berliner Stadtzentrums ist sie unter Bewahrung der historische Fassaden, zum Teil im Innern entkernt, wiederhergestellt worden. Das Bauensemble rund um den Platz steht unter Denkmalschutz.

Das Opernplatz-Areal war am 10. Mai 1933 Hauptschauplatz der durch die Deutsche Studentenschaft in Deutschland geplanten und durchgeführten Bücherverbrennungen. In Berlin verbrannten etwa 70.000 Studenten, Professoren und Mitglieder der SA und SS Bücher von als „undeutsch“ bezeichneten Autoren, darunter Schriften von Sigmund Freud, Erich Kästner, Heinrich Mann, Karl Marx und Kurt Tucholsky. Kästner hatte sich unter die fanatisierten Zuschauer begeben, er „hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen, abgefeimten Lügners [Anm.: gemeint ist Propagandaminister Joseph Goebbels]. Begräbniswetter hing über der Stadt“.[4]

Ein Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullman erinnert an die Bücherverbrennung: Durch eine gläserne Bodenplatte in der Platzmitte blickt man in einen unterirdischen Raum mit leeren, für etwa 20.000 Bücher (so viele wurden verbrannt)[5] Platz bietenden, weißen Bücherregalen aus Beton. Die völkerverbindende Ausstellung der United Buddy Bears kehrte nach drei Jahren Welttournee nach Berlin zurück und präsentierte sich 2006 auf dem Bebelplatz weitläufig um dieses Mahnmal Versunkene Bibliothek.[6] Seit 2010 liegt von dem israelischen Autor Chaim Be’er auch die deutsche Übersetzung seines Romans Bebelplatz vor, in dem der Platz und dieses Denkmal eine bedeutende Rolle spielen.[7]

Unter dem Platz befindet sich seit Dezember 2004 eine Tiefgarage in zwei Etagen für 462 Fahrzeuge mit direktem Zugang zur Staatsoper Unter den Linden. Von dem Verbindungsgang führt eine Tür zum verbliebenen Teil des Lindentunnels,[8] dessen Westrampe sich von 1916 bis 1926 zwischen Opernhaus und „Kommode“ befand.[9] Die in den 2000er Jahren erfolgte Verengung des Boulevards Unter den Linden, der sich in diesem Bereich zu einer überbeanspruchten Autostraße entwickelt hatte, soll dazu beitragen, den historischen Stadtraum „Forum Fridericianum“ wieder aufzuwerten. Im Jahr 2006 eröffnete im Süden des Platzes das exklusive Rocco Forte Hotel de Rome.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bebelplatz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. berlin.de
  2. Kaiser-Franz-Joseph-Platz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  3. Eduard Fürstenau: Um- und Erweiterungsbau der Staatsoper in Berlin. In: Zeitschrift für Bauwesen. Nr. 78. Berlin 1928, S. 182.
  4. Erich Kästner: Vom Kleinmaleins des Seins. Atrium, 2010, ISBN 978-3-85535-374-3, S. 91.
  5. Wolfgang Becker: Die gestörte Idylle des Platzes. Der öffentliche Raum und die moderne Kunst: ein Denkmodell. In: die waage, Zeitschrift der Grünenthal GmbH 36, 1997, Nr. 1, S. 38–44, hier: S. 42.
  6. Dorothee Dubrau: Architekturführer Berlin-Mitte. Band 2. Berlin 2009, ISBN 978-3-938666-07-4, S. 1078–1079.
  7. Chaim Be’er: Bebelplatz. Berlin Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8270-0861-9.
  8. Jürgen Meyer-Kronthaler: Lindentunnel – ein neues Kapitel. In: Berliner Verkehrsblätter. Heft 2, 2005, S. 19–20.
  9. Hans-Joachim Pohl: Der Lindentunnel. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 7, 1980, S. 134–150.

Koordinaten: 52° 30′ 59″ N, 13° 23′ 38″ O