Bebelplatz

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Bebelplatz
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Bebelplatz
Platzgestaltung um 1880,
Blick auf die Humboldt-Universität
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt 1741–1743
Einmündende Straßen
Unter den Linden,
Behrenstraße,
Bauwerke Prinzessinnenpalais,
Alte Bibliothek,
Altes Palais
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer

Der Bebelplatz ist ein Stadtplatz im Berliner Ortsteil Mitte. Er bildete die zentrale Achse des von König Friedrich II. (den Großen) entworfenen Forum Fridericianum und führte nach dem Bau der Königlichen Hofoper (heutige Staatsoper Unter den Linden) zunächst den Namen Platz am Opernhaus. Ab 1910 hieß er Kaiser-Franz-Joseph-Platz nach dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I.,[1] wurde jedoch umgangssprachlich weiter Opernplatz genannt. Seit dem 31. August 1947 ist er nach dem SPD-Politiker August Bebel (1840–1913) benannt. Der Nordteil des damaligen Franz-Joseph-Platzes wurde 1936 bei der Verlängerung des Boulevards Unter den Linden vom Reiterstandbild Friedrichs des Großen bis zur Schloßbrücke in den Linden-Boulevard einbezogen, sodass sich das Areal heute als zwei Plätze östlich und westlich des Opernhauses darstellt.

Die südliche Begrenzung ist die Behrenstraße mit der Sankt-Hedwigs-Kathedrale. Rund um den Platz, dessen historische Bebauung im Zweiten Weltkrieg stark zerstört wurde, liegen Alte Bibliothek, Altes Palais und Prinzessinnenpalais. Die in der Nachkriegszeit erstellten Bauten erhielten entsprechende historische Fassaden. Das Gebäudeensemble rund um den Platz steht heute unter Denkmalschutz.

Das Opernplatz-Areal war am 10. Mai 1933 Hauptschauplatz der durch die Deutsche Studentenschaft geplanten und durchgeführten Bücherverbrennung. Etwa 70.000 Studenten, Professoren und Mitglieder der SA und SS verbrannten Bücher von als „undeutsch“ bezeichneten Autoren, darunter Schriften von Sigmund Freud, Erich Kästner, Heinrich Mann, Karl Marx und Kurt Tucholsky. Kästner hatte sich unter die fanatisierten Zuschauer begeben, er „hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen, abgefeimten Lügners [Anm.: gemeint ist Propagandaminister Joseph Goebbels]. Begräbniswetter hing über der Stadt“.

Ein Denkmal des israelischen Künstlers Micha Ullman erinnert an die Bücherverbrennung: Durch eine gläserne Bodenplatte in der Platzmitte blickt man in einen unterirdischen Raum mit leeren, für etwa 20.000 Bücher (so viele wurden verbrannt)[2] Platz bietenden, weißen Bücherregalen aus Beton. Die völkerverbindende Ausstellung der United Buddy Bears kehrte nach drei Jahren Welttournee nach Berlin zurück und präsentierte sich 2006 auf dem Bebelplatz weitläufig um dieses Mahnmal Versunkene Bibliothek.[3] Seit 2010 liegt von dem israelischen Autor Chaim Be’er auch die deutsche Übersetzung seines Romans Bebelplatz vor, in dem der Platz und dieses Denkmal eine bedeutende Rolle spielen.[4]

Unter dem Platz befindet sich seit Dezember 2004 eine Tiefgarage in zwei Etagen für 462 Fahrzeuge mit direktem Zugang zur Staatsoper Unter den Linden. Von dem Verbindungsgang führt eine Tür zum verbliebenen Teil des Lindentunnels,[5] dessen Westrampe sich von 1916 bis 1926 zwischen Opernhaus und „Kommode“ befand.[6] Die in der letzten Zeit erfolgte Verengung des Boulevards Unter den Linden, der sich in diesem Bereich zu einer überbeanspruchten Autostraße entwickelt hatte, soll dazu beitragen, den historischen Stadtraum „Forum Fridericianum“ wieder aufzuwerten.

Im Jahr 2006 eröffnete im Süden des Platzes das exklusive Hotel de Rome.

Bebelplatz, westlicher Teil: links die mittig auf dem Platz stehende Staatsoper Unter den Linden,
dahinter die Sankt-Hedwigs-Kathedrale, rechts davon an der Behrenstraße das Hotel de Rome, auf der Westseite (rechts) die Alte Bibliothek.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bebelplatz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaiser-Franz-Joseph-Platz. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  2. Wolfgang Becker: Die gestörte Idylle des Platzes. Der öffentliche Raum und die moderne Kunst: ein Denkmodell. In: die waage, Zeitschrift der Grünenthal GmbH 36, 1997, Nummer 1, S. 38–44, hier: S. 42
  3. Dorothee Dubrau: Architekturführer Berlin-Mitte. Band 2, Berlin 2009, S. 1078–1079, ISBN 978-3-938666-07-4
  4. Chaim Be’er: Bebelplatz. Berlin Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-8270-0861-9
  5.  Jürgen Meyer-Kronthaler: Lindentunnel – ein neues Kapitel. In: Berliner Verkehrsblätter. Heft 2, 2005, S. 19–20.
  6.  Hans-Joachim Pohl: Der Lindentunnel. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 7, 1980, S. 134–150.

Koordinaten: 52° 30′ 59″ N, 13° 23′ 38″ O