Beberbach (Schunter)

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Beberbach
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Bachlauf, begradigt und renaturiert

Bachlauf, begradigt und renaturiert

Daten
Gewässerkennzahl DE: 482894
Lage Niedersachsen, Deutschland
Flusssystem Aller
Abfluss über Schunter → Oker → Aller → Weser → Nordsee
Quelle Zusammenfluss der Quellbäche östlich von Bevenrode
52° 20′ 39″ N, 10° 36′ 34″ O52.3442510.6094291
Quellhöhe ca. 91 m ü. NHN[1]
Mündung bei Braunschweig-Wenden in die Schunter52.32692710.51792967Koordinaten: 52° 19′ 37″ N, 10° 31′ 5″ O
52° 19′ 37″ N, 10° 31′ 5″ O52.32692710.51792967
Mündungshöhe 67 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 24 m
Länge 7,2 km[2]
Einzugsgebiet 13,9 km²[2]
Großstädte Braunschweig

Der Beberbach ist ein etwa 7 km langer rechter Zufluss zur Schunter auf dem südlichen Rand der Papenteicher Hochfläche zwischen Bevenrode und Wenden im nördlichen Stadtgebiet von Braunschweig. Sein Einzugsgebiet umfasst etwa 14 km².

Geographie[Bearbeiten]

Der Beberbach entsteht nordöstlich der Stadt Braunschweig im Staatsforst Lehre zwischen den Orten Bevenrode und Groß Brunsrode im Landkreis Helmstedt. Es existiert keine eigentliche Quelle, der feuchte Waldboden entwässert in mehreren Ursprungsgräben. Die hier angegebenen Quellort-Koordinaten beziehen sich auf den Zusammenfluss mehrerer Bäche aus dem Waldgebiet Wöhren und der Ackerwanne Kordes Kamp am Waldrand, der auch Kreisgrenze ist.

Der Bach strebt nach Westen und nimmt den von rechts kommenden Hünenburggraben und von links den Kleigraben auf und erreicht Bevenrode. Er unterquert dort die Landesstraße 639 und fließt in vielen Windungen in Hauptrichtung Westen durch den Ortskern und weiter nördlich zwischen Waggum und der aus den Ausbaggerungen für den Mittellandkanal künstlich entstandenen Erhöhung „Kippe“ vorbei und zwischen Bienrode und Bechtsbüttel hindurch in Richtung Wenden. Von rechts nimmt er den Bechtsbütteler Graben auf und mündet im nördlichen Ortsbereich Wendens beim Gewerbegebiet in die Schunter.

Sowohl in seinem Oberlauf im heutigen Landkreis Helmstedt als auch im Unterlauf markierte der Beberbach seit 1705/06 die Grenze zwischen den welfischen Linien Braunschweig-Wolfenbüttel und Braunschweig-Lüneburg.

Hinsichtlich des Fließgewässertyps wird er im Oberlauf zum Typ 18 (löss-lehmgeprägter Tieflandbach) und im Unterlauf zum Typ 14 (sandgeprägter Tieflandbach) gezählt.[3] Sein mittleres Gefälle beträgt 3,6 ‰. Von der Einmündung in die Schunter bis Bevenrode gilt er als Gewässer II. Ordnung (zuständig: Unterhaltungsverband Schunter), von Bevenrode aufwärts als Gewässer III. Ordnung (unterhaltungspflichtig: Tiefbauamt der Stadt Braunschweig).

Zwischen Bienrode und Wenden trägt eine Straße (Kreisstraße 81, die alte Bundesstraße 4) den Namen „Am Beberbach“. Der Name Beberbach/Beverbach tritt in Norddeutschland mehrfach auf und lässt sich von dem Wort für Biber ableiten.

Gewässerqualität[Bearbeiten]

Belastungen durch die Kläranlagen von Bevenrode und Waggum sowie direkte Schadstoffeinleitungen drückten die Gewässergüte früher in einen kritischen Bereich. Diese Werte sind nach Schließung der Anlagen heute besser geworden. Markant ist die stark schwankende Wasserführung zwischen Rinnsal in Trockenperioden und reißendem Bach nach Schneeschmelzen oder starken Regenfällen. Frühere Wasserführungen vor der großen Waldabholzung im Mittelalter, den Acker- und Wiesendrainagen der Neuzeit und den Aufschüttungen des früheren Moorgebietes bei Waggum mit den Ausbaggerungen des Mittellandkanals in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts (die „Kippe“) können nur vermutet werden. Im Jahr 2013 kam es nach starken Regengüssen im Bereich der Hondelager Straße in Bevenrode zu kurzfristigen Überschwemmungen und Kellerflutungen.

Renaturierung[Bearbeiten]

Nachdem er seinen Quellwald verlassen hat, fließt der Beberbach in seinem Oberlauf vor allem durch intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen. Hierfür wurde er in den 1950er und 1960er Jahren ausgebaut, begradigt und mit Faschinen befestigt. Nachdem die Faschinen lange nicht repariert wurden, sind diese heute fast völlig verschwunden, und der Bach schafft sich langsam wieder ein gewundenes Bett.

Im Jahr 1999 hat sich eine Aktionsgruppe, bestehend aus dem lokalen Angelverein, dem Umwelt-, Forst- und Bundesvermögensamt, dem Unterhaltungsverband Schunter, dem Straßenbauamt Wolfenbüttel und einheimischen Landwirten, gebildet. Im darauf folgenden Jahr wurden im Mittellauf im Bereich Wenden die ersten Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde dem Beberbach ein breiter Auebereich geschaffen, der bereits bei leicht erhöhtem Wasserstand überflutet wird. Weitere Abschnitte des alten Bachlaufes wurden mit Steinbarrieren an der Gewässersohle strukturreicher gestaltet. Ein weiterer Effekt der Steinbarrieren ist das Entstehen von Kolken, die das Wasser beim Trockenfallen des Baches halten. Heute ist der Bach auf etwa zwei Kilometern in ein natürliches Bett zurückgekehrt. Aktuell (2013) plant die Stadt Braunschweig die Renaturierung eines großen Teils des Oberlaufes.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Der Beberbach ist zwar an weiten Strecken von Bäumen gesäumt, trotzdem gibt es noch längere Strecken ohne schattenspendende Ufergewächse. Der Gewässergrund besteht aus Sand, Schluff und Kies. Der Gewässergütebericht 2002 des Landes Niedersachsen stuft den Beberbach als kritisch belastet (Güteklasse II-III) ein. Hauptgrund für diese Einstufung ist das regelmäßige Trockenfallen des Baches. Dementsprechend setzt sich auch die Lebensgemeinschaft in dem Bach vorwiegend aus Organismen zusammen, die an nur periodisch wasserführende Gewässer angepasst sind. Nur etwa 30 % der gefundenen Organismen konnten als typische Fließwasserorganismen identifiziert werden. Es finden sich 9 Tierarten die auf der Roten Liste des Landes Niedersachsen geführt werden:

Daneben finden sich eine Reihe von Fischen im Beberbach, vor allem in den renaturierten Bereichen, wie zum Beispiel die Bachschmerle, Stichlinge, Gründlinge, Flussbarsche, Schlammpeitzger, Rotaugen, Döbel und Hechte. Die mit Abstand am häufigsten vorkommenden Fischarten sind dabei die Bachschmerle und Stichlinge.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beberbach (Schunter) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen: Top 50 – Topographische Karte 1:50.000 Niedersachsen/Bremen, Stand 2000.
  2. a b NLWKN:Bestandsaufnahme zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie, Bearbeitungsgebiet Oker, Braunschweig November 2004, Tabelle 3 Auflistung Wasserkörper.
  3. NLWKN: Bestandsaufnahme zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie, Bearbeitungsgebiet Oker – Karte 05 Gewässertypen im Bearbeitungsgebiet Oker, Braunschweig November 2004.