Benthe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Benthe
Wappen von Benthe
Koordinaten: 52° 20′ 16″ N, 9° 37′ 33″ O
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 4,72 km²[1]
Einwohner: 1970 (2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 417 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 30952
Vorwahl: 05108
Benthe (Niedersachsen)
Benthe

Lage von Benthe in Niedersachsen

Benther Kirche
Benther Kirche

Benthe ist ein Ortsteil der Stadt Ronnenberg in der niedersächsischen Region Hannover.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt am Benther Berg, einem etwa 2 mal 5 km großen bewaldeten Hügel am westlichen Stadtrand von Hannover.

Im unmittelbaren Speckgürtel der Landeshauptstadt von Niedersachsen sind der bis zu 173,3 m ü. NHN hohe Berg und seine Umgebung als Naherholungsgebiet ausgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hügelgrabfelder auf dem Benther Berg belegen, dass bereits während der Bronzezeit Menschen in der fruchtbaren Calenberger Lössbörde nahe Benthe lebten. Im Untergrund besteht ein Salzstock, der durch ein Bergwerk abgebaut wurde. 1290/1304 trat Benthe als Benenthe in Erscheinung.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Benthe, Empelde, Linderte, Ronnenberg, Vörie und Weetzen aufgelöst und daraus die neue Gemeinde Ronnenberg gebildet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 482 [5]
1925 562 [6]
1933 624 [6]
1939 927 [6]
1950 18410 [1]
1956 17670 [1]
2018 19700 [2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Benthe setzt sich aus einer Ratsfrau und sechs Ratsherren folgender Parteien zusammen:[7]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Benthe ist Detlef Hüper (SPD). Sein Stellvertreter ist Michael Kühn (Grüne).[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Benthe stammt von dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der sämtliche Wappen in der Region Hannover entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 16. November 1961 durch den Regierungspräsidenten in Hannover erteilt.[8]

Wappen von Benthe
Blasonierung: „In geteiltem Schild, oben in Rot ein wachsendes, gold-bewehrtes silbernes Einhorn, unten in Silber eine dreigestufte, rote Spitze, belegt mit einer goldenen Waage.“[8][9]
Wappenbegründung: Das auf dem Wappen dargestellte Einhorn ist dem Familienwappen der Familie von Benthe entnommen, die in Hannover ansässig war. Der siebenstufige Schildfuß mit der Waage symbolisiert das Dorfgericht in Benthe, das mit dem Richter Heneke Grymeselle um 1380 bis nach 1420 in Benthe getagt hat. Die Sage von den Sieben Trappen, ist in diese Darstellung von Alfred Brecht 1961 einbezogen worden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sieben-Trappen-Steine
Die Benther Kreuzsteine „Sieben Trappen“
Die Sieben-Trappen-Steine sind acht Kreuzsteine, die im Mittelalter südlich von Benthe an sieben Kuhlen aufgestellt wurden. Dort soll sich ein Platz befunden haben, an dem der Gograf Gericht mit Schöffen abhielt. Die Gerichtsstätte wurde erstmals um 1300 vom Bistum Minden als „curia benite“ erwähnt. Die Steine sollten die Angeklagten zur Redlichkeit ermahnen. Schriftlich erstmals erwähnt wurden die Steine 1474 als „bey den syven crucen“. Später kam noch ein achter Stein hinzu, der aus dem Benther Salzstock stammen soll. Auf jedem Stein befindet sich ein Kreuz auf der Vorder- und der Rückseite. Die Steine gehören zu den bekanntesten Kreuzsteinen in Niedersachsen.
  • Holländerwindmühle
Die Benther Holländerwindmühle wurde 1855 gebaut und bis 1950 betrieben. Seitdem wird sie als Wohngebäude benutzt.
  • Herrenhaus Benthe

Kunstraum Benther Berg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Anregung des Fördervereins Dorfentwicklung Benthe e. V. bezogen zehn Künstler in der Villa Kunterbunt freie Räume, die ihnen von der Stadt Ronnenberg zur Verfügung gestellt wurden. Es entstand der Kunstraum Benther Berg e. V., der am 12. Oktober 1997 mit einer Gemeinschaftsausstellung von Uwe Ahrens, Bärbel Erbstößer, Dieter Götze, Alireza Omumi, Carmen Repinski, Parvin Rezvanpour, Karin Sandberg-Kobling und Gérard Sery eröffnet wurde. Seit 1998 gibt es kontinuierlich sechs Ausstellungen im Jahr, die von den Mitgliedern kuratiert werden. Der Verein, der nicht kommerziell ausgerichtet ist, betrachtet seine Arbeit als Bereicherung des kulturellen Lebens im Großraum Ronnenberg und als Förderung regionaler und überregionaler Künstler.[10]

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Benthe existiert eine der letzten einzügigen Grundschulen der Region, um deren Erhalt seit den 1990er Jahren mehrfach gekämpft wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Noack, sorbisch Karlo Nowak (1873–1959), deutsch-sorbischer Maler, starb in Benthe
  • Hannes Meinhard (1937–2016), Bildhauer und Zeichner, lebte in Benthe
  • Jörg Bente (* 1958), Orgelbaumeister, er schuf 1995 den Orgelneubau der Benther Kirche

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Henninger, Johann von Harten: Niedersachsens Sagenborn. August Lahr Verlag, Hildesheim 1927, S. 27–28.
  • Otto Bertram, Hermann Deiters, Hans-Erich Wilhelm: Beiträge zur Chronik des Dorfes Benthe. Selbstverlag, Stadt Ronnenberg 1990 (416 S.).
  • Irmtraut Kosin, Helmut Radelfahr: Benthe. In: Peter Hertel u. a. (Hrsg.): Ronnenberg. Sieben Traditionen – Eine Stadt. Münstermann Verlag, Hannover 2010, ISBN 3-00-030253-0, S. 295–306 (376 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 20. März 2020]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Benthe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 159 (Digitalisat).
  2. a b Claus Reibenstein: Historisches – Geschichte und Geschichten. In: Webseite Ort Benthe. 2018, abgerufen am 10. November 2018.
  3. Martin Stöber: Das Alter der acht Dörfer. In: Peter Hertel u. a. (Hrsg.): Ronnenberg. Sieben Traditionen – Eine Stadt. Münstermann Verlag, Hannover 2010, ISBN 3-00-030253-0, S. 53 (376 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 20. März 2020]).
  4. Über die Stadt Ronnenberg. In: Webseite Stadt Ronnenberg. Abgerufen am 29. Februar 2020.
  5. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Linden. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 29. Februar 2020.
  6. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Hannover (Siehe unter: Nr. 10). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. a b Ortsrat Benthe. In: Webseite Stadt Ronnenberg. Abgerufen am 10. November 2018.
  8. a b Landkreis Hannover (Hrsg.): Wappenbuch Landkreis Hannover. Selbstverlag, Hannover 1985, S. 332–335.
  9. Informationen zu Benthe. (PDF; 9,5 MB) In: Webseite Stadt Ronnenberg. S. 7, abgerufen am 10. November 2018 (S. 1).
  10. Irmtraut Kosin und Helmut Radelfahr: Benthe – Kunstraum Benther Berg und Künstler. In: Peter Hertel u. a. (Hrsg.): Ronnenberg. Sieben Traditionen – Eine Stadt. Münstermann Verlag, Hannover 2010, ISBN 3-00-030253-0, S. 303 (376 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 20. März 2020]).