Bernardin Schellenberger

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Bernardin Schellenberger (* 11. Februar 1944 in Ellwangen in Baden-Württemberg) ist ein römisch-katholischer Theologe, ehemaliger Priester und Ordensmann (Trappisten), Schriftsteller und Übersetzer. Schellenberger hat vorwiegend zu spirituellen Themen der monastischen Tradition publiziert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1963 legte Schellenberger am Stuttgarter Friedrich-Eugens-Gymnasium sein Abitur ab. Vier Wochen danach trat er in das Noviziat der Franziskaner (OFM) in Dietfurt ein. 1964–1966 studierte er Philosophie in München, bis er in die Abtei Mariawald der Trappisten im nordrheinischen Heimbach übertrat. Nach dem zweijährigen Noviziat dort studierte er 1968–1969 monastische Theologie in der französischen Abtei Mont des Cats. 1969–1972 setzte er das Theologiestudium an den Universitäten Salzburg und Freiburg fort und schloss mit dem Diplom ab.

1972 empfing er die Priesterweihe. 1975 wurde er zum Prior und Novizenmeister der Abtei Mariawald ernannt. Seit 1978 war er auch als Buchautor und Übersetzer tätig; das erste Werk, das er übersetzt hatte, stammte vom bekannten Priester und Psychologen Henri Nouwen und trägt den Originaltitel: The Genesee Diary – Report from a Trappist Monastery. Als deutscher Titel wählte er: Ich hörte auf die Stille. Sieben Monate im Trappistenkloster. Es folgten weitere Übersetzungen von Schriften von Nouwen, Richard Rohr und vielen weiteren amerikanischen, französischen und irischen Autoren. Die Themen der übersetzten Werke wurden zunehmend breiter und umfassten Beiträge zu Zen-Meditation, jüdische Mystik, Kirchengeschichte, Umgang mit Krankheit, Stärkung der Gesundheit, Familienfragen, Enneagramm und Gesellschaftskritik.

1981 verließ Bernardin Schellenberger mit einigen anderen Mitbrüdern die Abtei Mariawald und begann in einem leerstehenden Pfarrhaus in Donzdorf eine eigene klosterähnliche gemeinschaftliche Lebensform. Der Versuch scheiterte jedoch. Die Jahre 1982/1983 verbrachte er in der Trappistenabtei Genesee im Genesee County im US-amerikanischen Bundesstaat New York. 1983 kehrte Schellenberger nach Donzdorf zurück und arbeitete dort als freiberuflicher Schriftsteller. Seit 1988 lebte er auch zwischendurch in Togo und widmete sich der Hilfe für Menschen in Afrika. 1991 heiratete er und arbeitete als Hausmann, Schriftsteller und Übersetzer. 1998 wurde die Ehe wieder geschieden. Heute lebt Schellenberger als freiberuflicher Schriftsteller und Übersetzer in Bad Tölz in Oberbayern. Seit 1995 hat er auch lokalgeschichtliche und heimatkundliche Beiträge zu seiner württembergischen Heimat geleistet und über Winzingen und Ottenbach bei Göppingen geschrieben.[1]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Alleinautor (ab 2000 in Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Khalil Gibran: Wenn du liebst, dringst du ans Licht. Lebensweisheiten. Mit einer Biografie des Khalil Gibran, aus dem Amerikanischen übersetzt. Kreuz, Stuttgart 2002
  • Zwischen Rechberg und Staufen: Ottenbach und das Tal der Höfe. Anton H. Konrad, Weißenhorn 2002. ISBN 3-87437-465-3.
  • Jelalladin Rumi, Tanz meiner Seele: Mystische Texte. Mit Biografie des Jelalladin Rumi; aus dem Englischen übersetzt. Kreuz, Stuttgart 2003
  • Khalil Gibran, Das Lied in meinem Herzen. Mit Bildern von August Macke. Kreuz, Stuttgart 2003
  • Gehimmelt und geerdet: Atemlesungen für spirituell Suchende. Echter, Würzburg 2004
  • Die Stille atmen. Leben als Zisterzienser. Kreuz, Stuttgart 2005
  • Mit Benedikt Spiritualität erfahren. Kreuz, Stuttgart 2005
  • Entdecke, dass du glücklich bist. Die Seligpreisungen der Bergpredigt. Echter, Würzburg 2006
  • Ich bin es, der mit dir redet. Die Botschaft des Johannesevangeliums. Herder, Freiburg 2008 (Neuauflage unter: Eine neue Gottesvorstellung: Die Herausforderung des Johannesevangeliums. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart und Ars Liturgica, Maria Laach 2014)
  • So lebten unsere Vorfahren. Die Geschichte von Winzingen und Umgebung. Band II: 736–1900. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 2010. ISBN 978-3-87437-549-8.
  • Im Glanz des göttlichen Lichts. Orthodoxe Mystik: Geheimnis und Herausforderung. Claudius, München 2014
  • Benedikt von Nursia: Der Werdegang eines spirituellen Meisters – eine Inspiration für heute. Echter, Würzburg 2015

Als Mitautor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Max Taucher: Krypten, Ursprung der Hoffnung. Bild-Text-Band. Echter, Würzburg 1985
  • mit Ines Baumgarth: Treppen, Stufen des Lebens. Bild-Text-Band. Echter, Würzburg 1989
  • mit Michael Albus: Glaubens A und O. Patmos, Düsseldorf 1995
  • mit Michael Albus: Der Zauber des Alltäglichen. Kreuz, Stuttgart 2001
  • mit Michael Albus: Worte aus der Wüste. Kreuz, Stuttgart 2003
  • mit Jürgen Hoeren (Herausgeber): Feiertage einmal anders betrachtet. Gespräche mit Prof. K.-J. Kuschel über den Sinn von Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Echter, Würzburg 2004
  • mit D. Weber, Fulbert Steffensky, Andrea Schwarz, Chr. Quarch und H.-J. Höhn: Feuerwerke – Gebete am Himmel: Lebensfragen und Einsichten. Texte einer Sendereihe 2004 im Hessischen Rundfunk. Echter, Würzburg 2005
  • mit Wolfgang Buchmüller: Ein Lied, das froh im Herzen jubelt. Texte der spirituellen Erfahrung der frühen Zisterzienser. Be&Be, Heiligenkreuz im Wienerwald 2010 (Neuauflage von Ein Lied, das nur die Liebe lehrt. Texte der frühen Zisterziensermönche)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage von Bernardin Schellenberger, zur Person

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]