Bigpoint

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Bigpoint GmbH
Logo der Bigpoint GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 2002
Sitz Hamburg, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Khaled Helioui (2015)
Mitarbeiter ca. 500 (2014)
Umsatz 66,8 Mio. Euro (2014)[1]
Branche Computerspiele
Website www.bigpoint.net

Die Bigpoint GmbH ist ein deutsches Software-Unternehmen, das 2002 von Heiko Hubertz gegründet wurde und sich auf Entwicklung und Vertrieb von Browser- und Online-Spielen spezialisiert hat. Bigpoint wurde im März 2016 für rund 80 Millionen Euro von dem chinesischen Software-Unternehmen Youzu Interactive Co. Ltd. mit Sitz in Hongkong übernommen.[2][3] Der Vertrieb erfolgt durch das verbundene Unternehmen Bigpoint S.á r.l. and Co, SCS mit Sitz in Senningerberg in Luxemburg.

Bigpoint ist mit rund 500 Mitarbeitern eines der größten deutschen Computerspiele-Unternehmen und unterhält Büros in Hamburg, Berlin, San Francisco, Malta, Seoul, Lyon und Istanbul.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bigpoint wurde 2002 von Heiko Hubertz als m.wire GmbH gegründet. Im April 2003 ging das erste eigene Browserspiel, der Eishockey-Manager „Icefighter“, ans Netz. Bis Ende 2004 wurden zwei weitere Spiele entwickelt und veröffentlicht, „F1Manager“ und der „Fussballmanager“. 2005 wurde das Unternehmen in e-sport GmbH umbenannt. 2006 wurden eine Million registrierte Benutzer erreicht. Im Dezember 2006 stieg die United Internet AG als Investor bei Bigpoint ein.[6]

Bis 2007 wuchs die Zahl der eigenen Spiele auf 22 an. Das Unternehmen wurde offiziell in Bigpoint GmbH umbenannt. Im selben Jahr gewann Bigpoint auch den OnlineStar. Im Dezember 2009 übernahm Bigpoint GmbH den in Berlin ansässigen Spieleentwickler eLofd GmbH [7], was den Grundstein für die Bigpoint GmbH Berlin darstellte. Bigpoint hielt bereits seit 2005 49 % Anteile an der eLofd GmbH. Mit dem Kauf übernahm Bigpoint auch die Spiele „Land of Destruction“ und „XBlaster“. Im Juni 2008 übernahmen der Private-Equity-Fonds Peacock[8], der wiederum zum amerikanischen TV-Sender NBC Universal[9] gehört, und der britische Finanzinvestor GMT Communications Partners je 35 % an Bigpoint.[10][11] Die restlichen 30 % verblieben bei den Gründern. 2009 erreichte Bigpoint die Marke von 100 Millionen registrierten Spielern und beschäftigte über 240 Mitarbeiter. Als erstes Spielesoftware-Unternehmen gehörte Bigpoint im selben Jahr zu den Gewinnern des European Business Award.[12] Der Umsatz konnte im Jahr 2009 auf über 51 Millionen Euro gesteigert werden. 2008 hatte er noch bei 26 Millionen Euro gelegen.

2010 übernahm Bigpoint den insolventen deutschen Spieleentwickler Radon Labs, der zuletzt insbesondere durch die Computerspiele Das Schwarze Auge: Drakensang und Drakensang: Am Fluss der Zeit auf sich aufmerksam gemacht hatte.[13] Radon Labs wurde vollständig in das bereits bestehende Studio „Bigpoint Berlin“ integriert. Im selben Jahr wurden auch ein Büro im Silicon Valley bei San Francisco und eine weitere Niederlassung in São Paulo, Brasilien gegründet, die bis 2014 bestand. Die Zahl der Angestellten stieg bis Ende 2010 auf über 600. Beim deutschen Entwicklerpreis 2010 gewann das Spiel Farmerama von Bigpoint den ersten Platz als „Bestes Browser-Game“, Bigpoint.com wurde zum „besten Gamingportal“ gewählt.[14] Auch einen Lara-Award konnte Bigpoint 2010 mit „Farmerama“ gewinnen.[15]

Im Januar 2011 übernahm Bigpoint die Planet Moon Studios aus San Francisco.[16] Ende Februar wurde bekannt, dass das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit Electronic Arts in der Vermarktung von Online-Spielen geschlossen hat.[17] Die beiden US-amerikanischen Investmentgesellschaften TA Associates und Summit Partners erwarben laut dpa Ende April 2011 für 350 Millionen Dollar eine Aktien-Mehrheit von 67 % des Unternehmens. Die ehemaligen Mehrheitseigentümer Peacock Equity Fund und GMT Communications bleiben mit 2,5 % beteiligt. Bigpoint-Chef Heiko Hubertz hält weiterhin einen Anteil von 30,5 %.[18][19] Im Mai 2011 beschäftigte Bigpoint nach eigenen Angaben rund 800 Mitarbeiter weltweit.

Anfang 2012 trübte sich das wirtschaftliche Umfeld für Browserspiele ein, da ein Überangebot an Spielen die Margen drückte und große Firmen der konventionellen Spielebranche den reinen Browsergames-Herstellern Marktanteile abnahmen.[20] Der wichtigste Konkurrent von Bigpoint, Marktführer Zynga, sprach eine Gewinnwarnung aus und kündigte einen Jobabbau an.[21] Auch Bigpoint geriet in den Abwärtstrend: Im Oktober 2012 entließ die Firma 80 Mitarbeiter am Unternehmenssitz in Hamburg und schloss das Studio in San Francisco mit 40 Mitarbeitern. Firmenchef Heiko Hubertz wechselte an die Aufsichtsratsspitze.[22]

Im März 2016 wurde Bigpoint für rund 80 Millionen Euro von dem chinesischen Software-Unternehmen Youzu Interactive Co. Ltd. mit Sitz in Hongkong übernommen.[2][3]

Verwendete Technologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bigpoint-Spiele werden unter Verwendung von Web-Technologien wie PHP, Adobe Flash, Java und Unity entwickelt. Da die Spiele nicht auf den Rechnern der Spieler installiert werden müssen, erfolgt der Betrieb nach den Prinzipien von Software as a Service.

Von Bigpoint entwickelte Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ActionLeague
  • Battlestar Galactica Online
  • BeBees
  • Chaoscars
  • DarkOrbit
  • Deepolis
  • Drakensang Online
  • Elorian
  • Fantasyrama
  • Farmerama
  • Fussballmanager
  • Galaxy-Network
  • Gangs of Crime
  • Germany's Next Top Model - The Game
  • Gladius II
  • Hellblades
  • Icefighter
  • K1 Fighter
  • K.O. Champs
  • Kultan – The World Beyond
  • Maestia - Shattered Light
  • Managergames Hockey
  • Managergames Soccer
  • Odins Land
  • Parsec
  • Piratestorm
  • Popstars - The Game
  • Ramacity
  • Rising Cities
  • Seafight
  • Skyrama
  • SpeedCars
  • SpeedSpace
  • The Pimps
  • War of Titans
  • ZooMumba

Von Bigpoint veröffentlichte Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 11 Manager
  • Anophis
  • Arenas of Glory
  • Case White
  • Castle Fight International
  • Damoria
  • Dolumar
  • Drift City
  • Generated Affixation: The Nexus Lancinate
  • Land of Destruction
  • Pirates 1709 International
  • Puzzle Pirates
  • Rangersland International
  • Rise of Gods
  • Skaph
  • SpaceConquer
  • Terminator Salvation
  • Toonracer
  • Wanted
  • Warstory
  • War Machines
  • WonderKing Online
  • X-Blaster
  • Xhodon

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesanzeiger: Konzernabschluss Bigpoint Topco GmbH [1]
  2. a b http://www.reuters.com/article/idUSL3N16U3MP
  3. a b http://www.pcgames.de/Bigpoint-International-Firma-235162/News/Spielefirma-wird-von-Youzu-Interactive-uebernommen-1190065/
  4. 3sat - Neues vom 20. Mai 2011: Erfolgreiche Browsergames
  5. c't 04/2010, S.86 Soziale Saat - Farmville, Mafia Wars & Co. – virtuelle Welten mit Suchtfaktor und dicken realen Umsätzen
  6. http://www.golem.de/0612/49620.html
  7. Browsergame-Magazin.de: Bigpoint übernimmt den Berliner Spieleentwickler eLOFD. Abgerufen am 2. Juni 2016.
  8. Peacock, GMT agree to majority buyout of Bigpoint, siliconindia news bureau, June 12, 2008.
  9. GMT and NBC Universal take over Bigpoint (Memento vom 4. Dezember 2008 im Internet Archive), Galaxynews.com June 9, 2008.
  10. Bigpoint’s Sale to NBC-GMT a Big Deal: Online gaming company fetches $110 million, signifying continued interest in the space from major media companies and ongoing consumer interest., By JONATHAN MARINO, Mergers & Acquisitions Report via mergersunleashed.com, June 9, 2008.
  11. Financial Times Deutschland: Bigpoint - im Spieleparadies (Memento vom 14. Januar 2010 im Internet Archive)
  12. Bigpoint gewinnt den Ruban d’Honneur beim European Business Award 2009
  13. Golem.de: Übernahme: Bigpoint rettet Radon Labs
  14. gamona.de - Deutscher Entwicklerpreis 2010: Blue Byte der große Gewinner des Abends
  15. "Bigpoint" gewinnt renommierten LARA Game Award
  16. Golem.de: Bigpoint übernimmt Entwickler der Planet Moon Studios
  17. Bigpoint vermarktet Spiele von Electronic Arts
  18. mediabiz.de vom 26. April 2011: US-Investoren übernehmen Bigpoint-Mehrheit
  19. Heise.de vom 26. April 2011: Investmentgesellschaften übernehmen Onlinespiele-Anbieter Bigpoint
  20. FAZ.net: Goldgräber in Katerstimmung. Abgerufen am 2. Juni 2016.
  21. Boerse.ARD.de: Zynga wird zum Alptraum (Memento vom 10. Januar 2013 im Internet Archive)
  22. Rachel Weber (23.10.2012): Bigpoint cuts 120 jobs, CEO leaves role. In: gamesindustry.biz. Abgerufen am 02.06.2016.