Blender (Software)

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Blender

Logo
Screenshot
Bildschirmfoto von Blender
Basisdaten

Entwickler Blender Foundation
Erscheinungsjahr 1994
Aktuelle Version 2.79b[1]
(24. März 2018)
Aktuelle Vorabversion 2.80
(20. Juni 2017)
Betriebssystem Windows, Linux, macOS, Solaris, FreeBSD, IRIX u. a. m.
Programmiersprache C, C++, Python
Kategorie 3D-Grafiksoftware
Lizenz GPL (Freie Software)
deutschsprachig ja
www.blender.org

Blender ist eine freie, mit der GPL lizenzierte 3D-Grafiksuite,[2] mit welcher sich Körper modellieren, texturieren und animieren lassen. Diese können in Grafiken, Animationen und Software systematisiert werden. Geschaffene Bildsynthesen können mit Hilfe des integrierten Compositors und Videoschnittprogramms nachbearbeitet werden.[3] Das Programm wird von professionellen und ehrenamtlichen Mitarbeitern kontinuierlich fortgeschrieben.[4] C und C++ werden als Programmiersprachen genutzt, Python wird als Skriptsprache verwendet.[5]

Das Programm ist trotz seines Funktionsumfanges verhältnismäßig klein (gepackt rund 100 MB) und läuft auf den meisten gebräuchlichen Rechnersystemen. Da der Quelltext frei verfügbar ist, kann es bei Bedarf auch für die eigene Plattform übersetzt werden. Es ist als portable App verfügbar und kann somit auf vielen Systemen, beispielsweise Windows, Linux, Mac OSX oder FreeBSD, ohne Installation betrieben werden (z. B. von einem Netzwerklaufwerk oder USB-Stick).

Funktionalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blender ist ein Programmpaket zur Modellierung, Animation, Bildsynthese, Video- und Bildbearbeitung.[6] Seine dynamische Benutzeroberfläche passt sich den jeweiligen Aufgaben an. Dazu gehören unterschiedliche Objekttypen (Polygonnetze, Bézierkurven, NURBS-Oberflächen, Metaball-, Text-, Empty-, Lattice-, Armature-, und Lampenobjekte), eine große Zahl an Modifikatoren, die Polygonnetz-Bearbeitung und Sculpting-Werkzeuge, das umfangreiche Material-Nodesystem, in dem die Eigenschaften der Materialien mit Hilfe von Shadern verändert werden können, die sich wiederum durch Werte und Texturen beeinflussen lassen, und schließlich die Keyframing-Funktionen, sowie die Werkzeuge zur Postproduktion. Blender verfügt über drei, und in der Vorabversion vier interne Rendering-Engines: die traditionelle Engine Blender Render, Cycles Render (die u. a. auch Raytracing unterstützt), Blender Game und in der Vorabversion 2.80 „Eevee“, die wie „Blender Render“ eine so genannte Realtime-Render-Engine ist.[7]

Interaction Modes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Modi, in denen man Objekte verändern kann.

Object Mode
grobes Bearbeiten von Objekten (Skalieren und Rotieren) und das Anordnen der Szene
Edit Mode
Modellieren der Punkte, Kanten und Flächen eines Objektes
Sculpt Mode
Mit einem Multiresolution-Modifier oder Dynamic Topology kann man mit verschiedenen Pinseln ein Objekt bearbeiten, ohne einzelne Punkte zu bewegen.
Vertex Paint
Man kann Vertexgruppen erstellen, indem man einzelne Punkte einfärbt.
Weight Paint
Vertexgruppen können durch das Färben der Punkte erstellt werden. Wenn ein Objekt blau ist, dann hat es keine Wirkung, wenn ein Objekt oder Punkt rot ist, dann hat es volle Wirkung. Alle Farbabstufungen dazwischen haben dementsprechend eine Wirkung dazwischen.
Texture Paint
Objekte können mit einer UV-Map texturiert werden.

Benutzeroberfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche des Programms setzt sich aus Regionen (Regions) zusammen, welche dynamisch angeordnet, skaliert und ein- bzw. ausgeblendet werden können. In ihnen lässt sich je ein Menü platzieren. Menüs teilen sich in Werkzeugleisten (Panels) auf, in welchen sich Steuerelemente (Controls) befinden. Die zahlreichen Tastenkombinationen ermöglichen effizientes und schnelles Arbeiten.[8]

Blender enthält u. a. folgende Menüs:[9]

  • 3D-View:
    • Die 3D-Ansicht ist ein zentrales Menü des Programms, das sich zusammensetzt aus dem Viewport (einer Vorschau, in der die Szenerie abstrahiert dargestellt wird), einer Leiste, auf der grundlegende Einstellungen zur Szenerie vorgenommen werden können, sowie einer weiteren Leiste, die einfache Eingaben ermöglicht.
  • Properties:
    • Im Properties-Menü können Einstellungen zum selektierten Objekt vorgenommen werden. Es lassen sich u. a.:
      • Einstellungen zur Vorbereitung der Bildsynthese vornehmen
      • Einstellungen zur Szenerie vornehmen
      • Einstellungen zum Hintergrund vornehmen
      • Einstellungen zum Objekt vornehmen
      • Constraints beifügen
      • Materialien verwalten
      • Modifikatoren beifügen
      • Texturen verwalten
      • Partikel- und Physiksimulationen verwalten
  • Timeline:
    • Die Timeline ist ein Animationswerkzeug. Sie ermöglicht u. a.:
      • Eine Vorschau geschaffener Animationen im Viewport darzustellen
      • Unterschiedliche Frames der Animation im Viewport darzustellen
      • Keyframes zu setzen
  • Node Editor
    • Im Node Editor lassen sich sämtliche Arbeiten, bei welchen Knoten eingesetzt werden können, verrichten. Er lässt sich in folgenden Bereichen einsetzen:
      • Texturierung
      • Compositing
  • UV/Image Editor
    • Im UV/Image Editor kann man Bilder oder UV-Maps (2D-Abbildungen eines 3D-Objekts) einfügen. Er lässt sich dafür einsetzen:
      • Texturierung
      • Referenzen abbilden
      • Projection Paint

Zur Organisation der Projekte können innerhalb einer Datei mehrere Szenerien (Scenes) erstellt werden.[10] Objekte können auf verschiedenen Ebenen (Layers) platziert werden, um sie separiert bearbeiten und ein- und ausblenden zu können.[11]

Körper lassen sich in unterschiedlichen Modi editieren. Wird ein Objekt einem Modus zugeordnet, werden in der 3D-Ansicht Steuerelemente, welche für Arbeiten in diesem Modus von Bedeutung sind, eingeblendet. Zudem wird die Visualisierung des Objekts im Viewport an die Modusfunktion angepasst. Dadurch soll Übersichtlichkeit geschaffen werden.[12]

Strömungssimulation

Features[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blender arbeitet mit Polygonnetzen, Bézierkurven, NURBS-Oberflächen, Metaball- und Textobjekten. Die Unterstützung für die Bearbeitung von Polygonnetzen (ab Version 2.63 auch mit mehr als 4 Ecken je Polygon) ist dabei ein deutlicher Schwerpunkt. Dafür sind unter anderem verfügbar:
    • Unterteilungsflächen (Subdivision Surfaces)
    • Multiresolution-Netze, also Objekte in mehreren Auflösungsstufen
    • Sculpting-Werkzeuge, mit denen Objekte wie virtueller Ton verformt werden können
  • Blender besitzt Material- und Texturierungswerkzeuge:
    • Verschiedene UV-Unwrapping-Methoden (u. a. Angle-Based, Conformal, Smart Projections)
    • knotenbasierte Material- und Textureditoren, die sehr komplexe Materialien erlauben
    • 3D-Malwerkzeuge erlauben das Malen direkt auf dem Modell
    • Unterstützung für Grafiktabletts
  • Die Animationswerkzeuge umfassen unter anderem:
    • Shape-Keys (Morph Targets)
    • Charakteranimationen mit direkter und inverser Kinematik
    • auf Kurven und Lattice (Käfig) basierende Verformungen
    • Simulation elastischer Objekte (Softbodies), einschließlich Kollisionserkennung
    • Simulation von Festkörpern (Rigidbodies), ebenfalls mit Kollisionserkennung
    • Kleidungssimulation
    • partikelbasierte Haare, Gräser usw.
    • Partikel mit Kollisionserkennung
    • Flüssigkeitsdynamik
  • Blender benutzt ein eigenes mit „.blend“ gekennzeichnetes Dateiformat, auf welches mit anderen Programmen nur schwer zugegriffen werden kann. Es ist plattformübergreifend und auf- und abwärtskompatibel. Import- und Exportskripte sind für verschiedene Formate integriert, z. B. für OBJ- und 3DS-Dateien.
  • Als Skriptsprache dient Python.
  • Ebenfalls in Python wird die 3D-Spieleengine programmiert. Mit dieser können eigenständige Echtzeitanwendungen in Blender erstellt werden.
  • Blender enthält ein einfaches, aber funktionales Videoschnittprogramm, welches den ressourcensparenden Umgang mit großen Dateien erlaubt.
  • Blender beinhaltet einen umfangreichen knotenbasierten Compositor, um Bilder und Animationen direkt im Programm zu bearbeiten.
  • Blender kann ab Version 2.61 Punkte in Videos verfolgen (Tracken) und daraus ihre Position im Raum errechnen. Damit lässt sich sowohl die Bewegung der Kamera als auch die von Objekten in Blender übertragen. Dies eignet sich zum Beispiel, um animierte Modelle in reale Aufnahmen zu setzen.

Renderengines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blender kann die erzeugten Szenen mittels verschiedener Renderengines zu einem finalen Bild ausgeben. Standardeinstellung ist nach Programmstart der klassische Renderer Blender Internal, der seit den frühesten Blender-Releases enthalten ist. Zusätzlich enthält das Programm seit Version 2.6 auch eine Unbiased-Renderengine namens „Cycles“, die auch in Echtzeit, d. h. während des Redigierens funktioniert und mithilfe von CUDA und OpenCL auch mit der GPU rendern kann. Außerdem kann auch eine OpenGL-Vorschau ausgegeben werden, deren Darstellung allerdings deutlich von der verwendeten Grafikhardware abhängen kann.

Unabhängig von der verwendeten Renderengine (auch bei der OpenGL-Vorschau) können die erzeugten Bilder in verschiedene Ausgabeformate einschließlich HDR, EXR oder diversen Videoformaten abgespeichert werden. Dank der verwendeten FFmpeg-Bibliotheken ist diese Ausgabe dabei unabhängig von auf dem System installierten Codecs.

Cycles wird seit Erscheinen beständig weiterentwickelt und hat sich auch unter den Benutzern als neue Standardengine durchgesetzt. Der klassische Renderer Blender Internal wird seit längerer Zeit nicht mehr weiterentwickelt. In der kommenden Version 2.8 wird Blender Internal entfernt werden, ebenso die Game-Engine in ihrer bisherigen Form (für die eine alternative bereitgestellt werden soll).[13]

Beide Renderengines sind voll multithreadfähig und unterstützen unter anderem:

  • Kantenrendern (Cartoon-Linien)
  • Raytracing
  • Umgebungsverdeckung (Ambient Occlusion)
  • Radiosity
  • mehrschichtiges Rendering und Compositing
  • Rendern von volumetrischen Partikeln
  • Haare und Fell
  • Bewegungsunschärfe

Neben den drei internen Renderern können verschiedene externe Renderengines eingesetzt werden (z. B. YafaRay Kerkythea, Indigo oder LuxRender).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war Blender ein firmeninternes Programm des niederländischen Animationsstudios NeoGeo. Der Chefentwickler Ton Roosendaal gründete im Jahr 1998 das Unternehmen Not a Number Technologies (NaN), um Blender weiterzuentwickeln und zu vertreiben. Nach der Insolvenz von NaN stimmten die Gläubiger zu, Blender für einen Betrag von 100.000 Euro den Quelltext freizugeben[14][15][16] und unter die freie Softwarelizenz GNU General Public License (GPL) zu stellen. Am 18. Juli 2002 wurde daher von Ton Roosendaal die Stiftung Blender Foundation mit dem Ziel gegründet, Spenden zu sammeln. Am darauffolgenden 7. September war das Ziel von 100.000 Euro erreicht. Diese Strategie der Spendensammlung nennt man auch das Street Performer Protocol bzw. Crowdfunding.[17]

Wesentliche Entwicklungsschritte machte das Programm mit den folgenden Versionen:

Version Veröffentlichung[18][19] Anmerkungen und wichtigste Änderungen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.03 um 2002 Handbuch The official Blender 2.0 guide
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.26 20. August 2003 Normalmap-Menu der Blender-Version 2.26
Titelbild der Blender-Version 2.26
erste freie Version
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.30 22. November 2003 neue Benutzeroberfläche; zum ersten Mal die Möglichkeit, Bearbeitungsschritte rückgängig zu machen
Titelbild der Blender-Version 2.30
[20]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.32 3. Februar 2004 Titelbild der Blender-Version 2.32
Titelbild der Blender-Version 2.32
Strahlverfolgung (Raytracing) im internen Renderer; Unterstützung für YafaRay
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.34 5. August 2004
Titelbild der Blender-Version 2.34
LSCM-UV-Unwrapping, Interaktion von Objekten mit Partikeln[21]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.37 31. Mai 2005 Titelbild der Blender-Version 2.37
Titelbild der Blender-Version 2.37
Simulation elastischer Objekte, Verbesserung des Subdivision-Surfaces-Systems
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.40 22. Dezember 2005
Titelbild der Blender-Version 2.40 und 2.41
Stark verbessertes Animationssystem mit besseren Charakteranimationen, Aktionen und einem Bearbeitungswerkzeug für nichtlineare Animationen, Simulation von Flüssigkeiten und Haare. Der große neue Funktionsumfang beruhte zu einem guten Teil auf den Projekten des Google Summer of Code 2005.[22][23]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.41 25. Januar 2006 Verbesserungen der Game-Engine (programmierbare Vertex- und Pixel-Shader, Verwendung von Blender-Materialien, Split-Screen-Modus, Verbesserungen an der Physik-Engine), verbessertes UV-Mapping, Aufnahme des Python-Skripts für Bildhauer- oder Skulptur-Arbeiten mit Hilfe von Gitter- oder Maschen-Modellen (mesh sculpting) und Set-Chaining,
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.42 14. Juli 2006
Titelbild der Blender-Version 2.42
Der Film Elephants Dream bewirkte einen großen Entwicklungsschub in allen Bereichen, die für die Produktion eines Films notwendig sind. Insbesondere das Node-System (Material- und Kompositknoten) wurde implementiert.[24]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.43 16. Februar 2007
Titelbild der Blender-Version 2.43
Sculpt-Modelling als Ergebnis des Google Summer of Code 2006[25]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.46 19. Mai 2008
Titelbild der Blender-Version 2.46
Mit der Produktion des neuen Open-Movies Big Buck Bunny wurde Blender um Funktionen erweitert, um Gras und Fell einfach zu erzeugen und schnell zu rendern.[26]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.48 14. Oktober 2008
Titelbild der Blender-Version 2.48
Die ursprünglich blendereigene Game-Engine wurde anlässlich der Entwicklung des freien Spiels Yo Frankie! in aktualisierter Form wieder in Blender integriert. Zudem wurde eine bessere Materialvorschau eingeführt.[27][28]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.49 13. Juni 2009
Titelbild der Blender-Version 2.49
knotenbasierte Materialien und Texturen; Verbesserungen an der Game-Engine und viele Fehlerbehebungen[29]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.57 13. April 2011
Titelbild der Blender-Version 2.57
Erste offizielle stabile Version des 2.5er-Zweiges: neue Oberfläche, neuer Windowmanager sowie Neuschreibung des Ereignis-, Werkzeug- und Dateiverarbeitungssystems, neues Animationssystem (jede Einstellung kann nun animiert werden), neue Python-API[30]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.58 22. Juni 2011
Titelbild der Blender-Version 2.58
Über 200 Fehlerbereinigungen, einige neue Funktionen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.58a 4. Juli 2011 Titelbild dieser Version wie 2.58, Einige Fehlerbehebungen, kleine Erweiterungen in GUI und Python-Schnittstelle[31]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.59 13. August 2011
Titelbild der Blender-Version 2.59
Unterstützung von 3D-Mäusen, viele Fehlerbereinigungen[32]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.60 19. Oktober 2011
Titelbild der Blender-Version 2.60
Entwicklerzweige werden in den Hauptentwicklungszweig integriert: unter anderem B-Mesh, ein neues Render-/Shading-System, Nurbs, einige GSoC-Projekte[33]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.61 14. Dezember 2011
Titelbild der Blender-Version 2.61
Render-Engine Cycles, Motion Tracking, Dynamic Paint (Dynamisches Malen), Ocean Simulator (Ozean-simulator)
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.62 16. Februar 2012
Titelbild der Blender-Version 2.62
Erweiterung des Motiontracking zum Objekttracking, weitere Erweiterung der UV-Tools und Cycles-Renderengine, Remeshmodifier, 205 Fehlerbehebungen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.63 27. April 2012
Titelbild der Blender-Version 2.63
Fehlerbehebungen, BMesh-Projekt: Komplett neues Polygonnetz-System mit n-Ecken und neuen Werkzeugen: Dissolve, Inset, Bridge, Vertex Slide, Vertex Connect, Bevel[34]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.64 3. Oktober 2012
Titelbild der Blender-Version 2.64
Maskeneditor, Motion-Tracking-Optimierungen, Chroma-Key-Werkzeuge, Compositor-Aktualisierung mit Mehrkern- und GPU-Unterstützung, Geschwindigkeitsoptimierungen der Cycles-Render-Engine, Fehlerbehebungen und kleinere Verbesserungen in vielen Bereichen.[35]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.65 10. Dezember 2012
Titelbild der Blender-Version 2.65
Neue Feuer-Simulation und Geschwindigkeitsoptimierung der Rauchsimulation, OSL-(Open-Shading-Language)-Unterstützung für Cycles, Motion Blur für Cycles, Normal-Map-Unterstützung, Bevel-Überarbeitung, Fehlerbehebungen und kleinere Verbesserungen in mehreren Bereichen.[36]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.66 21. Februar 2013
Titelbild der Blender-Version 2.66
Bessere Einbindung der Physik-Engine Bullet, Sculpten mit dynamischer Topologie (Dynamic Topology Sculpting), verschiedene Neuerungen in der Cycles-Render-Engine – unter anderem zur Darstellung von Haaren, Borsten oder sonstigen Strängen (englisch strands), Matcaps im Viewport, verschiedene Verbesserungen an der Bedienoberfläche, Retina-Display-Unterstützung, Fehlerbehebungen und weitere kleinere Verbesserungen.[37]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.67 7. Mai 2013
Titelbild der Blender-Version 2.67
Integration des Cartoon-Renderer Freestyle; Änderungen der Bedienoberfläche; kleinere Änderungen in der Game-Engine.[38][39]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.68 18. Juli 2013
Titelbild der Blender-Version 2.68
Schwerpunkt auf mehr Stabilität und Geschwindigkeit; Render-Engine Cycles bietet einige neue Shader, etwa einen für Drahtgittermodelle und einen Toon-Shader; das Bridge-Werkzeug wurde verbessert; Python-Skripte werden jetzt beim Laden einer Datei aus Sicherheitsgründen standardmäßig deaktiviert.[40][41]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.69 30. Oktober 2013
Titelbild der Blender-Version 2.69
Die Darstellung der Lichtstreuung in transluzenten Stoffen (Subsurface Scattering, SSS) des integrierten Cycles-Renderers wurde deutlich verbessert, funktioniert jedoch nur beim Rendern auf der CPU; das neue Werkzeug „Mesh-Bisect“ kann Objekte entlang einer Ebene in zwei Hälften schneiden und die Schnittkanten automatisch füllen; Looks simuliert analoge Film-Typen von Herstellern wie Agfa oder Kodak; Blender stellt jetzt zwei Himmels-Simulationen zur Wahl; der Motion-Tracker kann jetzt Plane Tracks durchführen, wobei eine Fläche in der Szene verfolgt wird; Szenen im FBX-Format können komplett mit Kameras, Lampen und Meshes inklusive UV-Texturen und Vertex-Farben importiert werden.[42][43]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.70 19. März 2014
Titelbild der Blender-Version 2.70
Rudimentäre Unterstützung für volumetrische Materialien, beschleunigtes CPU-Rendering durch Verwenden des SSE-Befehlssatzes (bis zu 30 % schneller); Samplezahlen für direktes und indirektes Licht können individuell eingestellt werden; neuere Funktionen und höhere Leistung bei OSL durch Version 1.4.x; verschiedene neue oder verbesserte Motion-Tracking-Funktionen; verschiedene UI-Verbesserungen; zahlreiche Änderungen an Modifiern; neue Optionen für Bevel-, Knife-, Snapping- und Dynamic-topology-Sculpting-Tools; Einführung einer Art Leistungsmonitor; kleinere Verbesserungen der Game-Engine (u. a. Unterstützung für PSD-Dateien); weitere Verbesserung der Freestyle-Implementation; weitere Funktionen.[44] Weiterer Modifier: Wireframe[45]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.70a 10. April 2014 (Titelbild dieser Version wie 2.70), diverse Fehlerbehebungen[46] Blender 2.68 Splash
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.71 26. Juni 2014
Titelbild der Blender-Version 2.71
In Planung – Python 3.4, Split Normals, F-Curve Easing patch, Cycles Baking, Cycles SSS mit GPU-Render, Multi View (Stereo 3D).[47][48]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.72 4. Oktober 2014
Titelbild der Blender-Version 2.72
Freestyle in Cycles, Sun Beams, Pie Menüs[49][50]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.72a 15. Oktober 2014 (Titelbild dieser Version wie 2.72), Einige Fehlerbehebungen[51]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.72b 22. Oktober 2014 Titelbild dieser Version wie 2.72, Einige Fehlerbehebungen[52]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.73 7. Januar 2015
Titelbild der Blender-Version 2.73
Freestyle-SVG-Exporter, animierbarer Grease Pencil, Diverses[53],
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.73a 20. Januar 2015 Titelbild dieser Version wie 2.73, Einige Fehlerbehebungen[54]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.74 31. März 2015
Titelbild der Blender-Version 2.74
Die Cycles-Engine wurde beschleunigt und benötigt laut Entwicklern weniger Speicher; Viewport-Compositing erlaubt Umgebungsverdeckung und Tiefenschärfe, welche per Pipettenfüller bestimmt werden kann. Auch ist der Transfer von Datenebenen nun möglich. Das Partikelsystem und die Haar-Modellierung wurden verbessert[55][56][57]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.75 1. Juli 2015
Titelbild der Blender-Version 2.75
Dynamic Topology verbessert, Multi-View und Stereo 3D Pipeline integriert[58]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.75a 8. Juli 2015 Titelbild dieser Version wie 2.75, Einige Fehlerbehebungen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.76 11. Oktober 2015
Titelbild der Blender-Version 2.76
User Interface, Modeling, OpenSubdiv, Sequencer, Freestyle NPR Rendering, Animation, Game Engine, Add-ons, More Features, Bug Fixes[59][60][61]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.76b 3. November 2015 Titelbild dieser Version wie 2.76, Einige Fehlerbehebungen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.77 19. März 2016
Titelbild der Blender-Version 2.77
Subsurface Scattering beschleunigt, Bewegungsunschärfen in Cycles über Shutter-Kurven, Rolling-Shutter Effekt, Speicherung von Feuer- und Rauchsimulationen im OpenVDB-Format, Fehlerbehebungen, mit Python 3.5.1 wird Windows XP Support beendet[62][63], 2.77a: Bugfixes[64]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.78 30. September 2016
Titelbild der Blender-Version 2.78
Panoramen für Stereo-VR, Überarbeitung des Grease Pencil, Verbesserungen im Rendering für Cuda, OpenCL für verschiedene Hardware, Multithreading: bis zu 1024 Threads anstatt nur bisher max. 64[65][66][67]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.78b 8. Februar 2017 Beschleunigung von Cycles, Fehlerbehebungen[68]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.78c 28. Februar 2017 Fehlerbehebungen[70]
Aktuelle Version: 2.79 11. September 2017
Titelbild der Blender-Version 2.79
PBR-Shader "Principled BSDF", Denoiser, Filmic Color Management, Shadow Catcher, Verbesserungen für den Grease Pencil, Verbesserungen des Cycles Render, Verbesserungen für OpenCL, Besserer Alembic Import/Export, Weitere kleine Änderungen und Fehlerbehebungen[71][72]
Zukünftige Version: 2.80 Beta, geplant Juli 2018 neues UI mit OpenGL 3.3+ und vieles mehr[73][74][75][76]
Legende:
Alte Version
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Eine Übersicht über alle erschienenen Programmversionen ist auf der offiziellen Webseite[77][78] und im deutschsprachigen Handbuch im Kapitel „Die Geschichte von Blender“[19] zu finden.

Suzanne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suzanne

Als im Januar 2002 klar wurde, dass NaN im März die Tore schließen würde, wollten die Entwickler noch einmal eine „persönliche Note“ in ihrem letzten Release (v2.25) setzen und fügten als eine Art Easter Egg ein Mesh-Grundmodell (primitive) eines Affenkopfes ein. Dieser wurde von Willem-Paul van Overbruggen erstellt und ist nach einem Orang-Utan aus dem Film Jay und Silent Bob schlagen zurück benannt. Suzanne, die innerhalb der Software in den Menüs nur namenlos als „Monkey“ bezeichnet wird, wurde in den späteren Open Source Releases beibehalten, gewann in der Blender-Community schnell Kultstatus und wurde so zum Blender-Maskottchen.

Suzanne ist ein Low-Poly-Modell (nur 500 Polygone) und stellt in Blender die Alternative zur sonst gebräuchlichen Utah-Teekanne dar. Es dient oft als schnelle und einfache Möglichkeit, Materialien, Texturen und Licht-Setups zu testen. Dabei ist Suzanne darauf optimiert, unter Anwendung eines Subsurface-Modifiers dargestellt zu werden.

Im Rahmen der alljährlich in Amsterdam stattfindenden Blender Conference wird ein Animationspreis vergeben mit dem Namen „Suzanne Award“.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blender wird sowohl von Privatpersonen als auch von kleineren Studios genutzt, da die Software gegenüber anderen populären 3D-Grafiksuiten den Vorteil hat, dass sie kostenfrei erhältlich und neben Modellierungs-, Texturierungs- und Renderingfuktionen über Menüs zum Sculpting, zum Videoschnitt und zur digitalen Nachbearbeitung verfügt.

Beispielgrafiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatz in filmischen Projekten und Videospielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im September 2005 begannen einige der angesehensten Blender-Künstler und -Entwickler die Arbeit an einem Kurzfilm. Dabei benutzten sie hauptsächlich freie Software. Dieses Projekt ist als Orange Movie Project bekannt. Der daraus entstandene Film, Elephants Dream, hatte am 24. März 2006 Premiere, wurde im Mai 2006 auf DVD herausgebracht und über Tauschbörsen zum Herunterladen freigegeben.
  • Ein weiteres Filmprojekt namens Big Buck Bunny erschien am 20. Mai 2008 auf DVD. Es stellt das Folgeprojekt von Elephants Dream dar.
  • Das von erfahrenen Spieleentwicklern in Blender realisierte quelloffene Spiel Yo Frankie ist seit dem 14. November 2008 als DVD und seit dem 9. Dezember 2008 im Internet erhältlich. Als Grafikengines kommen die quelloffenen Engines Crystal Space und die blenderinterne Engine zum Einsatz. Das Spiel kann in Blender selbst verändert und erweitert werden.
  • In Argentinien entstand der 80-minütige Animationsfilm „Plumiferos“, der am 18. Februar 2010 in Buenos Aires Premiere hatte.
  • Am 1. September 2009 startete das dritte Open Movie Project unter dem Arbeitstitel Durian. Der fertige Film namens Sintel[79] hatte seine Premiere am 28. September 2010 auf dem Niederländischen Filmfestival[80]; seit dem 30. September 2010 steht der Film zum Herunterladen bereit und kann auf öffentlichen Videoplattformen, wie YouTube, angesehen werden.
  • Im Oktober 2011 startete das vierte Open Movie Project der Blender Foundation mit dem Projektnamen Mango.[81] Ziel des Projekts war es, die Funktionalität im Bereich visueller Effekte zu erweitern. Der fertige Film trägt den Namen Tears of Steel und feierte am 26. September 2012 seine Premiere. In dem zwölfminütigen Kurzfilm versucht eine Gruppe von Kämpfern und Wissenschaftlern, die Erde vor der Zerstörung durch Roboter zu retten. Der komplette Film ist als Torrent frei verfügbar, das Quellmaterial (PNG-Einzelbilder, Stereo- und 5.1-Sound, Render in 4000 × 2000 Pixeln und weitere Projektdateien) wurde ebenfalls veröffentlicht.[82]
  • In den virtuellen Welten Second Life und OpenSim werden damit häufig Objekte wie Gebäude, Fahrzeuge oder Kleidungsstücke von Spielern gestaltet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiko Ihde: Blender: Ihr Einstieg in die professionelle 3D-Grafik und Animation, Addison-Wesley, Dezember 2011, ISBN 978-3-8273-2899-1 Berücksichtigt Version 2.5 und höher
  • Thomas Hintz, Immanuel Günther: Materialgestaltung mit Blender. Grundlagen – Planung – Umsetzung, Open Source Press, März 2011, ISBN 978-3-941841-24-6
  • Carsten Wartmann: Das Blender-Buch. 3D-Grafik und Animation mit Blender. 5. aktualisierte Aufl. dpunkt.verlag, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-86490-051-8. Berücksichtigt Version 2.69
  • Heiko Ihde: Blender 2.5 und höher, Video-Training auf DVD, Addison-Wesley, ISBN 978-3-8273-6382-4
  • Helge Maus: Blender 2.5 – Das umfassende Training, Video-Training auf DVD, Galileo Design, ISBN 978-3-8362-1520-6
  • Ruben Buchholz: Das Blender-Training für Fortgeschrittene, Video-Training auf DVD, Galileo Design, ISBN 978-3-8362-1759-0
  • Sebastian König: Blender 2.6 – Das umfassende Training, Video-Training auf DVD, Galileo Design, ISBN 978-3-8362-1872-6
  • Sebastian König: Das Blender-Training: Compositing & Rendering, Video-Training auf DVD, Galileo Design, ISBN 978-3-8362-2392-8
  • Thomas Beck: Blender 2.7 – Das umfassende Handbuch, Galileo Design, 776 Seiten, 2014, gebunden, in Farbe, mit DVD; ISBN 978-3-8362-2496-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blender (Software) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Blender Dokumentation – Lern- und Lehrmaterialien
 Wikibooks: Blender 3D: Tutorial-Linkliste – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. git.blender.org. (abgerufen am 28. März 2018).
  2. About – Blender.org – Home of the Blender project. In: Blender.org – Home of the Blender project. Blender Foundation, abgerufen am 23. April 2016 (englisch, Lizenz: https://www.blender.org/about/license/ Software-Typ: https://www.blender.org/about/).
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