Bosso

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bosso (Begriffsklärung) aufgeführt.
Landgemeinde Bosso
Landgemeinde Bosso (Niger)
Landgemeinde Bosso
Landgemeinde Bosso
Koordinaten 13° 42′ N, 13° 19′ O13.69694444444413.310277777778Koordinaten: 13° 42′ N, 13° 19′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Diffa
Departement Bosso
Einwohner 65.022 (2012)

Bosso (auch: Boso) ist eine Landgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Bosso in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Die Kanuri-Ortschaft befindet sich im äußersten Südosten des Landes. Bosso liegt in der Sahelzone am Fluss Komadugu Yobe, an der Staatsgrenze zu Nigeria und am früheren Ufer des Tschadsees. Die Regionalhauptstadt Diffa ist 85 Kilometer entfernt. Die Nachbargemeinden Bossos in Niger sind Kabléwa und N’Guigmi im Norden, Toumour im Nordwesten und Gueskérou im Südwesten. In geologischer Hinsicht befindet sich der Ort in einem dem Erdzeitalter Quartär zugerechneten Gebiet.[1] Das Gemeindegebiet ist in 57 administrative Dörfer, 25 traditionelle Dörfer, zwei Weiler, drei Wasserstellen und 60 Inseln gegliedert.[2] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Bosso.[3] Ein weiteres historisch bedeutendes administratives Dorf im Gemeindegebiet ist Barwa.

Geschichte[Bearbeiten]

Bosso wurde um 1780 von einem Tuareg-Anführer namens Aoudou gegründet und befestigt. Die Herrschaft über den Ort übernahmen in weiterer Folge Aoudous Sohn Tar, Tars Sohn Abdou und schließlich im Jahr 1906 Abdous Sohn Lossey, der den Titel Katiella annahm.[4]

Bei der Hungerkrise in Niger 2005 gehörte Bosso zu den am stärksten betroffenen Orten. Hier hatte die Bevölkerung weniger als eine Mahlzeit am Tag zur Verfügung.[5] Seit 2011 gehört die Landgemeinde nicht mehr zum Departement Diffa, sondern zum neugeschaffenen Departement Bosso.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Bosso 36.942 Einwohner.[7] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 65.022.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Bevölkerung betreibt vor allem Fischerei und Kunsthandwerk. Produziert werden Lederwaren und aus Palmblättern hergestellte Gegenstände. Der Markttag in Bosso ist Sonntag.[9] In der Umgebung der Ortschaft werden Kouri, eine Rinderart, gehalten.[10] In Teilen der Gemeinde wird Regenfeldbau betrieben.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Krings: Sahelländer. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11860-X, S. 16.
  2. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  3. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 116.
  5. OCHA: Niger Food Crisis 2005: Humanitarian Situation Report No. 1 (Online-Version), veröffentlicht am 26. Juli 2005, abgerufen am 16. Januar 2012.
  6.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  7. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 53.
  8. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 18. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  9. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 231.
  10. Niger 2009. Nouvelle édition de l'Université, Paris 2009, ISBN 2-7469-1640-1, S. 160.
  11. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.